20 Jahre DOAG - 20 Aktionen
20 verschwundene Produkte von Oracle
Einige DOAG-Aktive haben über Ostern ihre Archive durchstöbert und gemeinsam mit Oracle-Mitarbeiter Peter Heintzen eine Liste mit 20 Oracle-Produkten aufgestellt, die heute schon lange nicht mehr auf dem Markt sind. Immerhin standen nur die letzten beiden nicht auf der Preisliste von Oracle.
Oracle Power Objects
Als Konkurrenz zu MS Access auf den Markt gebracht. Auch die Programmierung war an die Programmiersprache Visual Basic angelehnt. Leider für den Oracle Entwickler, der gerne PL/SQL programmiert, nicht ganz einfach.
Oracle Interoffice
InterOffice bietet Plattform und Umgebung zur Anwendungsentwicklung von Groupware-Funktionen wie E-Mail, Dokumentenverwaltung und Workflow über das Internet, Intranets, über öffentliche Netzwerk-Service-Anbieter einschließlich einer mobilen Komponente. Der InterOffice Messaging-Server als Client/Server-Nachrichtenübertragungs-Plattform, unterstützt mehrere Tausend Anwender auf einem einzigen Server und bietet integrierte E-Mail sowie Kalender- und Verzeichnisfunktionen. Irgendwann in 1997/1998 wurde das Produkt dann eingestellt. Einzelne Komponenten haben überlebt und wurden in andere Produkte integriert (bspw. der Workflow).
Oracle Power Browser
Ein Internet Browser wie Mozilla etc. Durch das kostenlose Angebot von Browsern zum Download oder als Teil des Betriebssystems wurden Entwicklung und Vertrieb eingestellt.
Oracle Video Server
Ein 1999 konzipierter Server zum Speichern und Verwalten von Stream-Content wie hauptsächlich Videos.
Oracle Data Designer
Ein auf die Datenseite abgespeckter Oracle Designer Konkurrenzprodukt beispielsweise zu ERWin. Das Produkt konnte Entity Relationship Modellierung (Entities und Relationships), den Übergang zum Datenbankdesign (Tabellen und Fremdschlüssel), Bearbeiten des Datenbank-Designs sowie Generierung der Scripte zur DB-Erstellung.
Oracle Glue
Dies war ein hervoragendes kleines Tool (Addin) für Excel, um auf Oracle Datenbanken zuzugreifen.
Oracle Book
Mit diesem Dokumentationstool dokumentierte Oracle selbst seine Software. Mit der Einführung vom HTML und PDF verlor es seine Bedeutung.
Oracle Graphics
Werkzeug zur Erstellung von Diagrammen. Das Produkt ist Teil der Oracle Developer Suite bis Version 6i, kann ab 9i nicht mehr verwendet werden und wurde später vor allem in Oracle Forms und Oracle Reports eingebunden.
Oracle PL SQL Builder
Als PL/SQL-Editor Teil der Oracle Developer Suite mit ähnlichem Handling wie der PL/SQL-Editor in Oracle Forms.
Oracle Pilot
Dies war ursprünglich ein Projekt vom Oracle Consulting aus Deutschland. Es ist eine Forms-Anwendung, zunächst 3.0 später auch mit grafischer Oberfläche und diente der Administration von Oracle. Die Einführung des OEM war sein Ende.
Oracle Network Computing Architecture (NCS)
Diese Architekturvision von Larry Ellison hat sich (zum Glück) so nicht wirklich durchsetzen können; der Client besteht nur aus einem "dummen" Endgerät, das einen Browser zur Verfügung stellt. Die Logik liegt zu 100 Prozent auf einem Server-System, das über das Netzwerk bereitsteht.
Oracle C, Java, Cobol Cartridge
Die Idee, die dahintersteckt: einfache Einbindung "alter" Applikationen, die in "alten" Programmiersprachen wie C oder COBOL geschrieben waren, in den Application Server.
Oracle Parallel Server
Die Vorgänger-Version von Oracle Real Application Cluster (Oracle RAC) war der erste Ansatz, mit parallelen Rechnern die gleiche Datenbank zu bedienen und gleichzeitig für Ausfallsicherheit zu sorgen. Das Produkt war nicht sonderlich stabil und auch nicht performant.
Oracle Multiprotocol Interchange
Die Multiprotokoll-Connectivity ermoeglichte eine bidirektionale Kommunikation zwischen Client und Server mit unterschiedlichen Netzwerk-Protokollen. Besonders zu Zeiten von Novell-Netware-Servern war es wichtig, dass Clients mit TCP/IP über SPX/IPX zugreifen konnten. Unterstützte Protokolle waren: APPC (LU6.2), DECnet, Named Pipes, SPX/IPX, TCP/IP. Das Produkt ist heute nicht mehr eigenständig verfügbar, sondern als Komponente Teil des Oracle Connection Managers.
Oracle Card
Oracle Card war Ende der 1980er Jahre eine schlanke, deklarative Entwicklungsumgebung für Windows- und Apple-Rechner, um Datensätze anzuzeigen und zu pflegen. Das Produkt verschwand, als das mächtigere Oracle Forms diese Fenstersysteme unterstützte.
Oracle Office (Text,Calc. auf Java Basis)
Oracle Office war Teil der Network Computing Architecture (NCA) und ermöglichte auf schlanken Clients Office-Funktionalitäten auszuführen, ohne ein Office-Produkt wie Winword installieren zu müssen. Mit dem starken Preisverfall der Desktop PCs verschwand die NCA und damit auch Oracle Office.
Oracle Database/Application Server Appliance
Die Oracle Appliance-Produkte waren eine getestete vorgefertigte Installation aus abgespecktem Betriebssystem (Linux) und dem jeweiligen Oracle-Produkt für bestimmte Hardware-Umgebungen. Damit fielen nicht nur die Kosten für das Betriebssystem weg, die abgespeckte Services auf der Betriebssystem-Seite sparten auch RAM. Ein Rechner ohne Betriebssystem war somit innerhalb kurzer Zeit ein einsatzbereiter Datenbank-Server.
Oracle Datamart Builder
Diese 32-bit-Applikation besaß einen hohen Parallelisierungsgrad durch Multithreading-Architektur. Die Implementierung basiert auf "in-memory"-Transformationen, welche auf Parallelverarbeitung und Datenflussoptimierungen zurückgreifen. Das Produkt wurde durch den Oracle Warehouse Builder abgelöst.
Oracle Sedona
Objektorientierte Entwicklungsumgebung und erster Middleware-Versuch, basierend auf CORBA-Standards. Es kam nicht auf den Markt, weil es nicht Java-basiert war. Ein inoffizieller Sneak-Preview war im Dezember 1996 auf der Oracle Developer Conference in Paris zu sehen. Im August 1997 wurde die Arbeit an Sedona offiziell eingestellt. Gerüchte besagten damals, dass auch die Entwickler von Oracle Applications, die alle neuen Oracle Entwicklumgsumgebungen testen müssen, das Produkt abgelehnt haben.
Oracle HTML Forms (Cherokee)
Dies Projekt sollte die Client-Server Applikation Forms erweitern und auf eine Web-Entwicklung hieven. Also ein Entwicklungsschritt parallel zu Java. Somit müsste dieses Tool auch von der E-Business-Entwicklungstruppe eingesetzt werden. Das Projekt wurde, noch bevor es auf dem Markt verfügbar war, eingestampft und ist im JDeveloper aufgegangen.