20 Highlights aus den DOAG News
Seit Gründung der DOAG bietet die DOAG News einmal im Quartal fundierte Fachartikel, Tipps & Tricks sowie Hintergrund-Informationen für die Oracle-Community. Chefredakteur Wolfgang Taschner hat die Highlights der letzten 20 Jahre zusammengestellt.
1988: 1. DOAG-Konferenz
Fast 300 Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, sich über aktuelle Themen der Entwicklung und Anwendung von relationalen Datenbanksystemen zu informieren. Das Unternehmen Oracle stand hierbei Pate und wollte "keineswegs den Daumen auf diese Veranstaltung legen", wie es Franz Niedermaier, Geschäftsführer der deutschen Oracle ausdrückte. "Wir haben eigentlich nur Hilfestellung gegeben", fügte Gisela Mayer, Marketing-Direktorin beim Datenbankspezialisten, hinzu.
1989: 7. European ORACLE User Group Conference in Brüssel
Vom 9. bis 12. April 1989 fand im Brüsseler Kongresszentrum die 7. europäische Anwendertagung statt. Die von ca. 800 Teilnehmern besuchte Veranstaltung, darunter etwa 60 deutsche Teilnehmer, wurde diesmal im Gegensatz zu den vorherigen Tagungen in einem Kongresszentrum durchgeführt, was sich meiner Meinung nach positiv auf die Qualität der Organisation auswirkte. Nur ein Stromausfall von über einer Stunde im Hauptgebäude hat den Ablauf der Vorträge deutlich beeinträchtigt.
1990: Datenbank-Server im PC-LAN
Im Zuge der wachsenden Notwendigkeit, PCs und Workstations mit der zentralen bzw. abteilungsbezogenen DV zu integrieren, eröffnen sich neue Möglichkeiten und Anforderungen an DBMS-gestützte Systeme. Das Wort vom Datenbank- bzw. SQL-Server macht die Runde. Alle namhaften DB-Anbieter aus dem PC-Bereich sowie dem Minicomputer-Umfeld bieten neuerdings solche Systeme an, wenngleich es sich bei den Datenbanken der Hersteller aus dem Multiuser-Bereich nicht um wirklich neue Produkte handelt.
1991: Internationale ORACLE User Week in Miami Beach
Eine Datenbank-Konferenz ausgerechnet in Miami Beach, Florida? Da runzelt so mancher Vorgesetzte, der von seinem Mitarbeiter um die Genehmigung der Teilnahme gebeten wird, die Stirn. Das riecht nach teurer Luxusreise mit zweifelhaftem Bildungswert. Mit höflichem Bedauern macht er dem Interessenten klar, daß die Budgetsituation des Unternehmens dergleichen nicht zulasse.
1992: Regionalgruppe München
Der 1. Stammtisch fand dann am 9. April in einem Weinlokal im Zentrum Münchens statt und schon kurze Zeit nach dem Beginn des Treffens waren die bestellten Plätze restlos vergeben. Ca. 30 Interessierte kamen an jenem Abend, darunter viele Vertreter namhafter Firmen aus dem Münchener Raum. Die Initiative der DOAG wurde positiv aufgenommen und über die Organisationsform sowie inhaltliche Schwerpunkte künftiger Treffen diskutiert. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer sprach sich dafür aus, der Stammtisch-Runde einen einführenden Vortrag voranzustellen, für den allerdings ein abgeschlossener Raum benötigt wurde. Dankenswerterweise erklärte sich die im Zentrum Münchens beheimatete Firma Südfleisch bereit, einen geeigneten Konferenz-Raum zur Verfügung zu stellen.
1993: Orlando was Magic
Ein etwas lustlos wirkender Larry Ellison spulte am Morgen der Eröffnung pflichtgemäß seine Begrüßungsrede ab. Selbst die gewohnten Seitenhiebe auf Big Blue blieben diesmal aus. Wozu auf einen Gegner einschlagen, der schon am Boden liegt? Lieber schießt sich Larry nun auf den neuen Überriesen des IT-Markts ein, auf Bill Gates und seine Microsoft Corporation, der mancherlei bissige Anspielungen einstecken mußte. So richtig in Fahrt kam der Oracle-CEO allerdings dann am Abend des gleichen Tages, als er einem "kleinen Kreis Interessierter" (immerhin rund 1000 Zuhörern) seine Zukunftsvision einer schönen neuen Kommunikationswelt vorführen durfte. Das Zauberwort heißt "Media Server" - ein massiv paralleler Rechner, auf dem unter anderem (wozu eigentlich?) auch ORACLE7 installiert ist. Dieser Media Server wird, wenn Larry Ellison recht behält, in wenigen Jahren dem modernen Verbraucher alles ins traute (amerikanische?) Heim liefern, was er zu seiner Information und für seine Freizeitgestaltung braucht - die private Tageszeitung, die aus ausgewählten Beiträgen verschiedener Blätter zusammengemixt ist, die neuesten CDs und Filme in Spitzenqualität, das komplette Angebot der nächstgelegenen Shopping Mall.
1994: DOAG-Konferenz in Stuttgart-Fellbach
Gut besucht, aber nicht rekordverdächtig fand die diesjährige Konferenz wieder einmal in Fellbach bei Stuttgart statt - begleitet von einem Großaufgebot von ORACLE-Mitarbeitern, deren Zahl steigt wie die vielfältigen Erfolgszahlen. Eingerahmt wurde der Hauptveranstaltungsort von einer bis auf den letzten Quadratmillimeter ausgebuchten Ausstellung - nicht unwichtig für das Publikum, um auch über den ORACLE-Zaun zu schauen, und als Kostenausgleich für die DOAG.
1995: Erfahrungen und Eindrücke eines begeisterten Oracle Casianers
Wie bereits aus der Presse hinlänglich zu erfahren war, hat Oracle erneut die gesamte Produktpalette umbenannt. Darunter fällt auch die seit Anfang des Jahres zuerst als Beta- und nun als Produktion verfügbare Version von (keep-it-simple) CASE6. Nachdem die Beta-Version dem neugierigen Casianer zwar den Mund wässrig gemacht hat, aber leider nicht sonderlich stabil war, gilt dies für die Pre-Production Version, die Grundlage für diesen Bericht bildete, in keiner Weise. Das Produkt überzeugt durch seine Durchgängigkeit von der Analyse bis hin zum Generieren. Neben den bereits bekannten Modulen sind einige neu hinzugekommen. Leider ist aber die Dokumentationsdichte für das Produkt recht dünn und so kommt man nicht umhin, sich in den Dschungel von Verstrickungen und Verflechtungen zu begeben und diese, soweit es geht, zu entwirren. Wir haben uns also selbst geholfen und in einem Diagramm die Zusammenhänge der einzelnen Module aufgezeigt und diese kurz beschrieben.
1996: Die DOAG Infobörse im INTERNET
Nachdem Oracle sich und uns schon vor einiger Zeit in das Abenteuer gestürzt hatte, das optisch schlichte zeichenorientierte Forms3 durch das GUI-bunte Forms4 zu ersetzen, ergab sich für die DOAG die klare Perspektive: Maus-Training haben jetzt alle Oracle-Anwender, auch unter schwierigsten Navigationsbedingungen - dann können wir auch die DOAG Infobörse grafisch "aufmotzen". Und wir haben die Entwicklungsstufen Forms – Power Objects – WebStation gleich in einem Sprung genommen. Mit anderen Worten: das World-Wide-Web hat jetzt auch die DOAG.
1997: Kundenzufriedenheit - ein bedeutendes Thema bei Oracle
Erfolgsfaktoren für Oracle zum Ausbau der weltweiten Marktführerschaft im unternehmensweiten und globalen Informationsmanagement sind Kundennähe und Globalisierung. Produkte. Applikationen und Services, Allianzen und Lösungsorientierung. Kundennähe bedeutet für Oracle jedoch nicht nur hohe Verfügbarkeit der geforderten Ressourcen, sondern vor allem auch Kundenzufriedenheit – "Customer Satisfaction". Zu wissen, wo die Kunden "der Schuh drückt" und vor allem auch entsprechende Maßnahmen daraus abzuleiten sind für Oracle von großer Bedeutung. Zufriedene, loyale, partnerschaftlich verbundene Kunden und Alliance-Partner sind ein entscheidender Key-Faktor für den Erfolg des Unternehmens heute und in der Zukunft. Um diesem bedeutenden Erfolgsfaktor noch besser Rechnung zu tragen, wurde eine spezielle Abteilung bei der ORACLE Deutschland GmbH etabliert – "Customer Satisfaction".
1998: Der EURO – ein betriebswirtschaftlich überschätztes Problem?
Die Kernfrage, die im Zusammenhang mit dem EURO lange Zeit diskutiert wurde, läßt sich wie folgt formulieren: "Kommt er nun und wenn ja, wann kommt er?" Diese Frage kann, muß und wird letztlich auch die Politik beantworten. Die Frage, die sich die Unternehmen beantworten müssen, lautet anders: "Was tun, wenn er kommt?" Die Beantwortung dieser Frage steht im Mittelpunkt des folgenden Beitrags. Das Thema EURO hat zuallererst eine deutlich psychologische Komponente: Das Warten der nationalen und internationalen Entscheidungsträger führt dazu, daß nicht wenige Unternehmen verunsichert sind und selbst die Option "Warten" präferieren. Eine gewisse Sicherheit, daß diese Strategie die Richtige ist, scheint die gegenwärtige Fachdiskussion auszustrahlen, wo das Problem EURO mehr oder weniger auf die (stufenweise mögliche) Umstellung des Rechnungswesens, vor allem der Buchhaltungssysteme, und die damit verbundenen Anpassung der Softwaresysteme reduziert wird. Also viel Lärm um nichts bzw. nur ein bißchen? Wenn wir das Problem genauer betrachten, dann ist die Währungsumrechnung und die Verwaltung mehrerer Währungen während einer Übergangsperiode nur die Spitze des Eisbergs.
1999: Der erste Unternehmens-Anwendungsserver
Der Oracle Application Server 4.0 gehört zu einer neuen Generation von Anwendungsservern für den Einsatz unternehmenskritischer Anwendungen auf beliebigen Client-Systemen im Netzwerk. Gleichzeitig bietet er hervorragende Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit sowie komfortable Verwaltungsfunktionen. Der Application Server 4.0 ist die erste offene Plattform für Kunden, die Unternehmens-Anwendungen im mehrstufigen Internet-Computing einsetzen möchten.
2000: Das Oracle-DOAG Gespräch
Frage an Claus-Peter Unterberger, Oracle: "Die Computerwoche hat von einer "Attacke gegen Siebel" mit kostenlos nutzbarer CRM-Software (Customer Relationship Management) berichtet. Positioniert sich Oracle jetzt verstärkt als ASP (Application Systems Provider)?" Antwort Unterberger: "Wir schlagen zwei Fliegen mit einem Schlag: Einerseits weisen wir mit dieser Aktion darauf hin, dass Siebel nicht einmal eine vollständige CRM Suite aufweisen kann und nur einen ganz kleinen Ausschnitt des E-Business abdeckt. Das Bisschen Sales Automation kann man leicht gratis abgeben und damit natürlich Lust auf mehr machen, nämlich unser gesamtes CRM Programm und darüber hinaus die vollständige Oracle E-Business Suite. Zum anderen positionieren wir uns damit tatsächlich auch verstärkt im ASP Bereich."
2001: Neues Oracle Lizenzmodell – Welche Fragen bleiben offen?
Zu diesen Punkten ist der Oracle Vertrieb nach Antworten gefragt. Die Lizenz- und Wartungskosten für Oracle Software müssen in Übereinstimmung gebracht werden mit den Anforderungen der Kunden nach einem übereinen längeren Zeitraum planbaren Gesamtkostenaufwand für den Betrieb von Oracle Software. Schritte in diese Richtung sind von der Oracle Geschäftsführung auf der DOAG Konferenz in Fellbach angekündigt worden und es wurde bereits auf betroffenen Kunden zugegangen.
2002: Einfach nur miteinander reden
Die Meldung schlug ein, wie der vielzitierte Blitz aus heiterem Himmel. Zunächst berichteten nur die US-Medien darüber, dann zogen auch deutsche Online-Dienste nach: Das amerikanische IT-Beratungsunternehmen Meta Group hatte bestimmte Oracle-Anwender dazu aufgefordert, nachträgliche Lizenzforderungen des Datenbankanbieters abzulehnen und es, falls erforderlich, sogar auf einen Gerichtsprozess ankommen zu lassen. Meta Group bezieht sich auf die Aussage von einigen Kunden, die von Oracle unter Berufung auf das so genannte "Multiplexing" aufgefordert wurden, entweder eine große Anzahl von Zusatzlizenzen zu erwerben oder auf das teurere Prozessor-basierte Lizenzmodell umzusteigen. In einem Fall soll es um Forderungen in Höhe von immerhin 2,2 Mio. Dollar gehen. Doch bevor die Emotionen überkochen, sollte man die Sachlage zunächst einmal aus der Distanz betrachten.
2003: Der Oracle-Support im Wandel der Zeit
Ein wichtiger Punkt ist, die Kunden mit Metalink besser vertraut zu machen. Bei Gesprächen mit den Anwendern fällt immer wieder auf, dass diejenigen, die sich intensiv mit Metalink beschäftigen, das System gar nicht so schlecht finden. Bei Metalink selbst gibt es ebenfalls noch einiges zu verbessern, sei es bei der Erfassung eines TARs, sei es bei der Verbesserung der Suchfunktionen in der Knowledge-Datenbank. Wenn hier der Schulterschluss mit den Anwendern gelingt, wird auch die Zufriedenheit mit dem Support wieder besser werden. Eine Rückkehr zum alten Telefon-Support ist schon allein aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen ausgeschlossen.
2004: Interview mit Andrew Mendelsohn, Senior Vice President Technologies Division, Oracle Corporation
Frage DOAG: "Vor einigen Jahren hat man davon gesprochen, dass objektorientierte Datenbanken die Zukunft der Datenbanken seien. Wie sehen Sie das heute?" Antwort Mendelsohn: "Es gibt in den Vereinigten Staaten bisher nur eine einzige objektorientierte Datenbank. Mich fasziniert daran die Möglichkeit, komplexe Datenstrukturen auf dem Server ablegen zu können. Ich bin aber davon überzeugt, dass es keine Weiterentwicklung in dieser Richtung geben wird. Aus heutiger Sicht ist XML die richtige Lösung, um komplexe Strukturen zu beschreiben. In den kommenden fünf Jahren wird sich eine Menge in dieser Richtung bewegen."
2005: RFID und Oracle: Neue Geschäftsmodelle – technische Herausforderungen
Spätestens seit dem Losverfahren zur Vergabe der Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist das Thema RFID in aller Munde. Jeder, der eine der begehrten Eintrittskarten bekommen möchte, muss zuvor seine persönlichen Daten bekannt geben. Diese sind dann in einen RFID-Chip abgelegt, der auf dem Ticket angebracht ist. Beim Betreten dos Stadions werden quasi im Vorbeigehen die gespeicherten Daten von einem Sensor ausgelesen. Anschließend lässt sich bei einer Ausweiskontrolle leicht feststellen, ob derjenige, der die Karte vorzeigt, mit dem eingetragenen Käufer identisch ist. So möchten die Veranstalter den Schwarzmarkt von Eintrittskarten verhindern sowie namentlich bekannte Randalierer fern halten.
2006: CeBIT-Besucher mit dem Messeauftritt der DOAG hochzufrieden
Die CeBIT konnte mit 6.262 Ausstellern aus 71 Ländern ihren Ruf als weltweit größte Messe für Telekommunikation und Informationsindustrie untermauern. Auch für die DOAG war der Messeauftritt ein großer Erfolg. Bereits am ersten Messetag kamen deutlich mehr Besucher als die Jahre zuvor auf den DOAG-Stand diesmal in Halle 5. Sie nahmen die Gelegenheit wahr, sich über die Produkte von Oracle sowie die damit verbundenen Lösungen der Partner zu informieren. Zum ersten Mal waren auch internationale Unternehmen sowie Vertreter von JD Edwards und Siebel als Aussteller bei der DOAG vertreten. Alle Firmen sind begeistert über Anzahl und Qualität der Kontakte. Der Wechsel der DOAG von der Halle 4 in die Halle 5 hat sich in jedem Fall gelohnt; unter dem Motto "Zielgruppe Mittelstand" war die Oracle-Community hier sehr gut platziert.
2007: Die Computerwoche im Gespräch mit Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG
Frage Computerwoche: "Oracle setzt derzeit vor allem Signale durch den Streit mit SAP. Dieser Zwist wird gehegt und gepflegt. Ist das die richtige Strategie?" Antwort Saacke: "Das interessiert die Kunden nicht. Sie wollen wissen, welche Strategie der Hersteller verfolgt, wo er kurz-, mittel- und langfristig hinwill. Sie fragen sich: Wird mein Softwarepartner genau das liefern, was ich brauche? Hier ist Oracle mit den vielen Zukäufen eigentlich in einer guten Ausgangsposition. Mit den Branchenlösungen, die in die Suite integriert werden, hat das Unternehmen in einigen Märkten einen deutlichen Kompetenzvorsprung. Oracle sollte eher auf die eigenen Stärken setzen und weniger auf den Konflikt mit SAP."