DOAG Deutsche ORACLE-Anwendergruppe e.V.
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Erfolgreiches Upgrade nach Oracle 12c – „Mr. Upgrade“ verrät, wie es geht

Fragt man den Oracle Upgrade-Experten Mike Dietrich, hat er eine ganze Menge von Gründen parat, warum man nicht länger mit der Migration nach Oracle 12c warten sollte. Aber wie geht man die Migration am besten an? Im Gespräch mit DOAG Online verrät er bereits jetzt seine Tipps zum idealen Vorgehen. Bei der Noon2Noon-Veranstaltung am 2. und 3. Februar 2017 steht er dann allen Teilnehmern während eines Migrations-Workshops live mit Rat und Tat zur Seite.

Mike, warum sollte ich mich jetzt dazu entschließen, nach Oracle 12c zu migrieren?

Oracle Database 12.1.0.2 ist die einzige Datenbankversion, die aktuell noch unter „Premier Support“ steht. Das bedeutet, dass bei dieser Version sowohl alle auftretenden Probleme von Oracle behoben werden, als auch alle „Bundle Patches“ und „Security Fixes“ den Kunden zur Verfügung stehen. Oracle Database 11.2.0.4 befindet sich hingegen schon seit Februar 2015, also bald seit zwei Jahren, im „Extended Support“. Diesen gewährt Oracle bis Ende Mai 2017 noch kostenfrei. Danach wird er aber kostenpflichtig. Generell beschränkt sich der Extended Support nur noch auf das Beheben von kritischen Problemen und das Bereitstellen von „Patch Set Updates“ und „Bundle Patches“. Mit anderen Worten: Wer weiterhin beispielsweise Sicherheitsfixes erhalten möchte, muss entweder nach Oracle Database 12.1.0.2 upgraden oder ab 1. Juni 2017 den kostenpflichtigen „Extended Support“ für Oracle Database 11.2.0.4 in Anspruch nehmen.
Für Releases unterhalb Oracle Database 11.2.0.4 werden keine neu auftretenden Probleme behoben, der „Bug Fixing Support“ für Oracle Database 11.2.0.3 lief beispielsweise am 27. August 2015 aus.

Was sollte man im Vorfeld des Upgrades unbedingt tun, damit das Upgrade möglichst reibungslos über die Bühne geht?

Testen, testen, testen. Wenn man ein Projekt betrachtet, sollten 70 bis 80 Prozent der Zeit ins Testen investiert werden. Dabei liegt im Normalfall der Fokus auf Stabilität, also möglichst wenigen Änderungen bei den Ausführungsplänen, aber natürlich auch auf der Applikationsfunktionalität. Wichtig ist auch, dass schon weit vor dem Upgrade oder der Migration Performance-Daten auf dem produktiven System gesichert werden und eine ausreichend große Vorhaltezeit eingestellt wird (>40 Tage), um bei eventuell auftretenden und unvorhergesehenen Problemen Vergleiche anstellen zu können. Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass idealerweise mit Echtdaten und nur mit dem Realdatenbestand der Produktion getestet werden sollte, um ernsthaft vergleichen zu können.

Welche Möglichkeiten stehen für die Migration zur Verfügung?

Verbleibt die Datenbank auf der gleichen Betriebssystemplattform, bietet sich entweder das Upgrade auf der Kommandozeile mit „catctl.pl“ oder grafisch mit dem „Database Upgrade Assistant“ (DBUA) an. Wird ein Wechsel der Betriebssystemplattform angestrebt, greifen die meisten Kunden der Einfachheit halber zur „Data Pump“, die einen Export und Import der Datenbank vornimmt. Sollen aber strikte Downtime-Fenster eingehalten werden, stehen Techniken wie „Transportable Tablespaces“ und „Full Transportable Export/Import“ zur Verfügung, bei Bedarf mit inkrementellen Backups zur Vermeidung von langen Kopierzeiten. In manchen Fällen kann aber auch Data Guard Hilfestellung bieten. Soll die geplante Auszeit noch geringer ausfallen, kann Oracle GoldenGate zum Synchronisieren benutzt werden.

Von welchen Datenbank-Versionen ist ein direktes Upgrade möglich?

  • Auf Oracle Database 12.1.0.2 kann man direkt von Oracle 10.2.0.5, Oracle 11.1.0.7 und Oracle 11.2.0.2 oder höher upgraden.
  • Auf Oracle Database 12.2.0.1 wird man von Oracle 11.2.0.3 oder neuer direkt upgraden können.
  • Bei niedrigeren Versionen wird entweder ein sogenannter Double-Hop (also zwei Upgrades hintereinander) notwendig, oder – sollte die Datenbank nicht riesig sein – es kann auch „Data Pump“ genutzt werden.

Weitere Informationen zu Noon2Noon am 2. und 3. Februar 2017 in Mainz sowie Tickets erhalten Interessierte unter diesem Link.

09.01.2017 Datenbank
Von: DOAG Online