DOAG Deutsche ORACLE-Anwendergruppe e.V.
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Next Generation Oracle Database Appliance

Am 21. Juni 2016 hat Oracle die neue Generation der Database Appliance (ODA) unter dem Namen „X6-2“ vorgestellt. Zum ersten Mal in der fast fünfjährigen Geschichte der ODA sind verschiedene Ausbaustufen möglich.

Noch interessanter ist die lang ersehnte Standard-Edition-Lizenzierung, die nun auf zwei neuen Einstiegsmodellen (X6-2 S und X6-2 M) erlaubt ist. Diese bestehen jeweils aus einem HE-Server mit einer oder zwei CPUs mit zehn Cores und sind ausschließlich mit Flash-Speicher in Form von NVMe für den Datenbank-Bereich und SSD für Software und Applikationen ausgestattet. Die aktuelle ODA mit zwei Servern und zentralem Storage wird als „X5-2 HA“ weitergeführt, bis der Nachfolger „X6-2 HA“ im zweiten Halbjahr 2016  verfügbar ist.

Die Nutzung der Standard Edition (SE2) auf der ODA bringt viele neue und interessante Einsatzmöglichkeiten für Anwender und Partner. Es sind jedoch einige Rahmenbedingungen zu beachten. So unterstützen die Modelle X6-2 S/M aktuell noch keine native Integration von RAC oder Oracle VM und Datenbanken auf Basis SE2 erst ab Version 12.1.0.2. Für Hochverfügbarkeit und Desaster Recovery mit der SE2 bleiben deshalb momentan nur physische Standby-Lösungen von Partnern und Drittanbietern sowie logische Replikationen. Oracle selbst nennt GoldenGate als Mittel der Wahl.

Die Appliance-Software wurde ebenfalls komplett überarbeitet und um ein webbasierendes Frondend erweitert. Dieses bietet eine einheitliche Administration der ODA vom Deployment bis hin zum System-Management.

Die technisch hochwertige Ausstattung der ODA X6-2 S/M scheint das von Oracle aufgerufene Pricing zu rechtfertigen. Es bleibt spannend abzuwarten, welche Neuerungen im zweiten Halbjahr folgen und wie die Anwender die neue Generation der ODA annehmen werden.

22.06.2016 Infrastruktur, Datenbank
Von: Marco Friebe