DOAG Pressespiegel - Archiv
Im internationalen Vergleich bleibt der amerikanische Software-Anbieter Oracle in Deutschland derzeit unter seinen Möglichkeiten.

Der in Kalifornien ansässige Software-Hersteller Oracle kann insgesamt nicht klagen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz weltweit um 22 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar, der Gewinn erhöhte sich um 17 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Bei den neuen Lizenzen für Datenbanken und Middleware konnte sich Konzern-Chef Larry Ellison über einen Zuwachs von 9 Prozent freuen. Bei den Applikationen betrug das Wachstum beeindruckende 66 Prozent: Die Akquisitionen der Applikationshersteller Peoplesoft und Siebel zahlen sich inzwischen offenbar aus.

In Deutschland gibt es hingegen weniger Anlass zur Freude: die Zahlen hinken dem weltweiten und auch dem europäischen Durchschnitt arg hinterher. Im Fiskaljahr 2006, das am 31. Mai endete, stieg der Umsatz um gerade mal 4,5 Prozent auf 464 Millionen Euro. Die Umsätze von Siebel sind darin noch nicht enthalten, die von Peoplesoft erstmals schon.

Jürgen Kunz, seit Juni der hiesige Oracle-Geschäftsführer, hat das Ziel, in Deutschland jährlich zweistellig zu wachsen. Ein Schritt dorthin ist der Plan, das Consulting wieder auszubauen, das sein Vorgänger Rolf Schwirz zurückgefahren hatte. An Chancen mangele es nicht: »Datenbanken sind keine Commodity-Produkte«, betont er. Besondere Möglichkeiten bietet das Datenbanksystem Oracle 10g im Hinblick auf Clustering und Grid Computing. Auftrieb verspricht ferner die Möglichkeit, XML-Content zusammen mit relationalen Daten zu verwalten. Die Wettbewerber IBM und Microsoft vermögen letzteres freilich auch, und am unteren Ende nagen außerdem Open-Source-Datenbanken wie MySQL an den Marktanteilen ...

... Große Wachstumsmöglichkeiten gibt es derzeit bei den vorgefertigten Anwendungsprogrammen. »Wir wollen eine starke Nummer zwei werden«, gibt Kunz tapfer als Ziel für diesen Bereich aus. Im ERP-Segment liegt Oracle inklusive Peoplesoft hierzulande bei drei Prozent Marktanteil, wie die Experton Group ermittelt hat. Schlechte Nachricht für Kunz: Potenzial für signifikante Verschiebungen bei den Anteilen gebe es bis auf weiteres nicht, meinen die Marktforscher. SAP, auch weltweit die klare Nummer eins, dominiert im Stammland Experton zufolge mit riesigem Vorsprung und 56 Prozent Marktanteil im Jahr 2005.

Produktseitig laufen die Anstrengungen Oracles auf Hochtouren. Zum einen wird zeitlich unbegrenzt Unterstützung für die Anwendungen von Peoplesoft (vor allem in Personalabteilungen im Einsatz) und Siebel (zur Verwaltung von Kundenbeziehungen) versprochen. Die Kunden hätten dadurch Planungssicherheit und könnten den Zeitpunkt der Migration selbst bestimmen, argumentiert Kunz. Zum anderen erfinden die Entwickler die Oracle-Applikationen auf Basis einer serviceorientierten Architektur neu. SAP arbeitet an einer ähnlichen Umgestaltung und scheint die Nase zeitlich vorn zu haben. Zudem muss den Anwendern dieser Architekturwechsel erst noch schmackhaft gemacht werden.

Software als Service anzubieten betrachtet Oracle als strategische Option. In Europa seien die Unternehmen allerdings skeptischer als in den USA, berichtet Kunz. Der Deutschland-Chef will sich zunächst um die niedriger hängenden Früchte kümmern und den Vertrieb durch Partner stärken, um so bei mittelständischen Kunden besser punkten zu können.

Auch die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) ist eine Besonderheit, mit der Kunz sich wird einrichten müssen. In einer aktuellen Umfrage hat der Verein Defizite bei den Sicherheits-Updates des Herstellers und Unzufriedenheit bei den Anwendern zutage gefördert. Gemeinsam will man nun für Verbesserungen sorgen.   [mehr]...
In einer Umfrage der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG, www.doag.org) äußerten gut 60 %, sie fühlten sich durch den Datenbankhersteller nicht ausreichend über Sicherheitsrisiken und deren Behebung informiert. Andererseits ist die Gruppe derer, die die eingesetzte Software für ausreichend sicher hält, noch etwas größer. Wiederum über 60 % der befragten 156 Unternehmen bewerten die Anstrengungen Oracles zur Problemlösung als "nicht ausreichend". Insbesondere die Qualität der Patch-Tools und des Patch-Verfahrens ziehen Kritik auf sich: Vier Fünftel der Teilnehmer halten sie für mittelmäßig oder gar schlecht. Bei der Frage "Wo sehen Sie Bedarf nach mehr Sicherheit" lagen Passwort- und Rechtevergabe, Rechte und Privilegien sowie Verschlüsselung der Daten im Netz auf den ersten drei Plätzen.   [mehr]...
Auch wenn Oracle laut Forrester in Sachen Datenbank-Security-Features die Nase vom hat - beim Stopfen von Sicherheitslücken hagelt es Kritik von den deutschen Anwendern.

Beinahe wäre es schief gegangen. Als Oracle im Februar das vierteljährliche Critical Patch Update (CPU) herausgab, handelte Armin Eberle, Datenbankspezialist bei der IZB Soft, den Security-Gau vor Augen schnell - schneller als es das sonst übliche Verfahren bei dem Informatikhaus der Sparkassen zugelassen hätte, denn Unbefugte drohten Zugriff auf sensible Daten zu erhalten.

So fiel der schwere Fehler, den das Oracle-CPU produzierte, erst kurz vor dem Produktionsbetrieb auf. Die Systeme, alle unternehmenskritisch, mussten aufwändig zurückgesetzt werden. Der ärgerliche Eberle mutmaßt daher, Oracle prüfe die Security-Flicken nicht mit der gebotenen Sorgfalt.

Oracles Database-Manager Günther Stürner winkt zwar ab. Alle Patches würden ausgiebig getestet. Doch Eberle bleibt skeptisch: "Man sieht, dass die Software auf einigen Plattformen noch nie gelaufen ist."

Weiteres Problem: Das Einspielen der Security-Patches erfordert, dass die Systeme still stehen. Seit Version 10 von Oracles Datenbank gibt es zwar so genannte Rolling Upgrades, die Funktion fehlt aber für die Patch-Sets. "Das ist technisch unmöglich", so Stürner.

Umso wichtiger sei es, über die Relevanz der Patches Bescheid zu wissen, betont Hans Pintat, Datenbankadministrator bei der Münchner Rück. Denn kein Unternehmen spiele freiwillig einen Patch ein. Die Downtime bei CPUs betrage ein bis zwei Stunden, aus denen schnell auch vier würden. Pintat: "Oracle hat offenbar keine Lösung für das uralte, immer währende Patch-Problem parat."

Mit der Kritik steht er nicht alleine, wie eine Umfrage der Deutschen Oracle-Anwendergruppe DOAG zeigt. Diese bemängelt unter anderem unklare Abhängigkeiten zwischen Patches und Tools. Zum Beispiel unterliegt das Werkzeug O-Patch selbst einem starken Wandel. Das Tool müsse häufig selbst erst mit Hilfe von Patches und Tests auf einen akzeptablen Stand gebracht werden. Zudem fehle es an der Integration verschiedener Werkzeuge, etwa mit dem Oracle Universal Installer. Damit lässt sich festhalten und protokollieren, was an Oracle-Software installiert ist.

Oracle-Manager Stürner erläutert, dass O-Patch sich deshalb so rasant ändere, weil das Tool auf einzelne Patches angepasst werde. Eine Integration mit dem Installer wäre zwar vielleicht wünschenswert, doch gäbe es auch andere Möglichkeiten, das Patch-Management zu automatisieren. Davon aber wissen Eberle und Pintat nichts.

Sie erleben vielmehr, dass der Hersteller ihnen das Leben zusätzlich erschwert, weil er die Bedrohungen lediglich andeutet. Ob sie für die jeweilige Installation tatsächlich gefährlich wird, bleibt offen. "Unsere Firma geht merkwürdig mit dem Thema Sicherheit um", gibt sogar Stürner zu. Erst seien etwa im April Sicherheitsmängel im Online-Support-Tool "Metalink" veröffentlicht worden, um die Informationen dann verschwinden zu lassen. "Man muss mehr erklären, sonst blickt keiner durch", fordert der Oracle-Manager Transparenz. Doch die Aussagen in punkto Sicherheit trifft nun einmal das US-Hauptquartier. Daher befürchtet Stürner weiter "Geheimniskrämerei" als Firmenstrategie.   [mehr]...
Mit einem ehrgeizigen Vierjahresplan will Oracles Deutschlandchef Jürgen Kunz den Softwareanbieter in Teilen neu ausrichten. Wurde das Beratungsgeschäft ehemals im wesentlichen über Partner getragen, mischt Oracle künftig selber mit.

Vier Prioritäten setzt sich Jürgen Kunz, der als Deutschlandgeschäftsführer die Nachfolge von Rolf Schwirz bei Oracle angetreten hat. Bei Datenbanken will Kunz mit Themen wie der Verwaltung von unstrukturierten Daten IBM Paroli bieten. Zudem wird der Business-Intelligence-Bereich verstärkt. Bei der Middleware greift Kunz ebenfalls Big Blue an: "Hier wollen wir durch aggressives Wachstum die Nummer Eins in Deutschland werden." Wesentliche Punkte sind dabei etwa eine Fokussierung auf die Steuerung von Geschäftsprozessen durch BPEL (Business Process Execution Language).

So groß sind die Ziele bei betriebswirtschaftlicher Standardsoftware (ERP) nicht. Kunz strebt "eine gute Nummer Zwei" an. Dennoch wird SAP im Mutterlande in den fünf Branchen Telco, Finanzdienstleister, öffentliche Hand, Handel und Gesundheitswesen attackiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Oracle im Consulting-Bereich, der zuvor eine Domäne der Partner war, 20 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet. Dieser Trend soll mit einer vergrößerten Mannschaft weitergeführt werden, die sich den Kernthemen und -branchen sowie dem Support von Open-Source-Infrastrukturen widmet.

Bis Mitte 2010 will Kunz diese vier Kernthemen umgesetzt haben. Darüber hinaus soll der Umsatz im On-Demand-Geschäft ausgebaut werden. Als neuen Bereich möchte sich Oracle mit Sicherheitslösungen einen Namen machen - auch wenn die Company dort gerade für negative Schlagzeilen sorgt: 60 Prozent der Oracle-Anwender fühlen sich nicht ausreichend über Sicherheitslücken informiert. Laut Anwendergruppe DOAG ist oft unklar, ob und wie dringend ein Patch eingespielt werden muss. Dem widerspricht auch Kunz nicht: "Unser Patch-Management ist zu komplex." An Abhilfe werde aber gerade gearbeitet.   [mehr]...
Die "Applications Unlimited"-Ankündigung schlägt in der Oracle-Applikationswelt starke Wellen. Auch die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) kommentierte das Versprechen von Oracle-Präsident Charles Phillips, die Produktlinien von Peoplesoft, Siebel, JD Edwards und der E-Business Suite auch nach der Auslieferung von Oracle Fusion weiterzuentwickeln. Zusätzlich zum nunmehr gewährten Lifetime-Support (auch über das bisherige Limit im Jahr 2013) hinaus hat Oracle u. a. ja auch die weitere Entwicklung der JDE-Produkte auf dem System i versprochen. Das hört sich gut an, doch wirft es auch Fragen auf, denn selbst ein Support über die gesamte Lebensdauer eines Produktes endet mit dessen Verschwinden vom Markt. Und die Lebensdauer einer zeitgemäßen ERP-Lösung liegt bis 10 bis 15, maximal 20 Jahren. Wann und wie z. B. die bei 4.500 iSeries-Kunden eingesetzte Software Enterprise Word von JDE vom Markt verschwindet, bleibt im Unklaren.

Dennoch habe die Mehrzahl der Oracle-Anwender die Ankündigung zunächst sehr positiv aufgenommen, da sie einen erheblichen Migrationsdruck von den Unternehmen nehme, heißt es in der DOAG-Stellungnahme, denn: "Sie können nun individuell entscheiden, ob und wann sie auf die neuen Fusion Applications migrieren möchten, und sind in der Lage, den Reifegrad der Software abzuwarten, der ihrer Risikobereitschaft entspricht."

Manche Bestandskunden scheinen gar bereits geplante Migrationen in die Nicht-Oracle-Welt noch einmal zu überdenken oder doch zumindest zu verschieben. Insofern sei dies ein kluger Schachzug des Oracle-Managements, um Zeit zu gewinnen.

Beim näheren Hinsehen stößt die DOAG aber auf viele ungeklärte Fragen: "Wird Oracle die Entwicklungskapazität haben, um alle Produktlinien stets auf einem wettbewerbsfähigen Stand zu halten, oder wird Fusion bei Technologien und Funktionalität an Boden gewinnen? Wird das Innovationstempo der Altprodukte abnehmen oder wird die fehlende Fokussierung auf die Fusion-Neuentwicklung gar deren Verfügbarkeit verzögern?"

Eine befriedigende Beantwortung dieser Fragen ist vor allem im Neukundengeschäft ganz entscheidend, das ja gemeinsam mit IBM auch für die JD Edwards-Produkte wieder angekurbelt werden soll. Dort stellt sich manch ein potenzieller Kunde die Frage, ob er sich denn jetzt für ein "Abstellgleis" entscheidet, von dem er nicht - wie bislang vermutet - per "automatischem" Upgrade auf die neuen Fusion Applications "gehievt" wird, sondern bei dem er stattdessen eine Migration benötigt, die im Aufwand einer Neuimplementierung entspricht.

Aus Sicht der DOAG wird Oracle mit der Strategie nur dann erfolgreich sein können, wenn es gelingt, "in allen Produktlinien rasch und für den Kunden nutzbringend moderne Fusion-Middleware einzubauen, so dass ein späterer Umstieg in die Fusion Applications-Welt nur einen kleinen Schritt darstellt, dessen Aufwand deutlich unter dem einer Neuimplementierung liegt." Dem ist ganz speziell aus Sicht der iSeries-Anwender nichts hinzuzufügen.   [mehr]...
Lösungen von Siebel sind hierzulande verbreitet, die von Peoplesoft und J.D.Edwards sind beliebt - deshalb rechnet sich Oracle Deutschland gute Chancen aus, SAP einmal einzuholen. Die Pflege der Altsysteme vorausgesetzt.

"Wir sind nicht realitätsfremd, im Bereich Business-Anwendungen werden wir nicht so schnell an die Spitze kommen, sondern einstweilen unsere gute, zweite Position hinter SAP ausbauen - aber das könnte sich über kurz oder lang möglicherweise ändern", sagte Jürgen Kunz, der seit 1. Juni als neuer Deutschland-Geschäftsführer fungiert und den langjährigen Geschäftsführer von Oracle Deutschland, Rolf Schwirz, damit ablöste. Der neue Mann an der Spitze gilt nach 14 Jahren als Oracle-Veteran.

Er betonte, dass das Deutschlandgeschäft für Oracle "bei weitem kein Anhängsel des US-Geschäftes" sei. Vielmehr setze die Führungsriege rund um CEO Larry Ellison persönlich auf die Wachstumsprognosen der GmbH. Davon sollen auch die Kunden profitieren, sagte er. So habe die Gesellschaft ihr Ergebnis von 444 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 464 Millionen Euro im abgeschlossenen Jahr 2006 steigern können, was 5 Prozent Wachstum entspreche. Dabei zählt die Niederlassung des Softwarekonzerns alle Umsatzzahlen in dieses Ergebnis hinein, die in Deutschland generiert worden sind ...

... Vorfreude machte sich bei ihm ebenfalls breit, als er vor Journalisten in München von den Konzernen Continental und Deutsche Börse berichtete. Diese beiden seien die ersten Kunden in Deutschland, die ein neues Lizenzierungsmodell ausprobierten. "Mit 'Unlimited License Agreement', ULA, können sie unabhängig von der Nutzerzahl die gesamte Bandbreite unserer Produkte ohne Preisaufschlag nutzen - das zahlt sich vor allem für wachsende Unternehmen aus und wird in der Industrie scharf beobachtet, wir rechnen bald mit neuen Abschlüssen dafür in Europa", so Kunz.

Er nahm gleich die Gelegenheit wahr, die Kundenfreundlichkeit von Oracle zu betonen. Bereits mehrmals hatten die als kritisch bekannten, organisierten deutschen Oracle-Kunden (DOAG) ihre jüngsten Sorgen geäußert: Wie lange wird beispielsweise ein Kunde von J.D.Edwards-Lösungen, der damit zufrieden ist, seine Software behalten dürfen; wie lange wird sie von Oracle tatsächlich aktiv und engagiert weitergepflegt? Kunz schiebt solche Bedenken beiseite.

Nicht nur, dass das unbegrenzte Weiterpflegen zum Programm erhoben worden sei. Firmen mit Altsystemen der zugekauften Hersteller - Peoplesoft, J.D.Edwards, Siebel - seien zudem keineswegs unter Druck, auf die neue 'Fusion'-Plattform umzusteigen. "Wir werden die aktive Vermarktung von J.D.Edwards und Peoplesoft-Lösungen nicht nur wie ursprünglich geplant bis 2010 oder 2013 weiterführen, sondern unlimited", sagte er. Die Kunden, die enger mit Firmen aus dem Mittelstand zusammenarbeiten, hätten um "etwas mehr Zeit" gebeten, und Oracle werde dem selbstredend nachkommen. Die Weiterentwicklung der Paradepferde - beispielsweise Peoplesofts 'Enterprise' - werde sogar aktiv betrieben, das heißt: neue Funktionen und eigene Entwicklerkapazitäten werden extra dafür abgestellt.

"Mit der gleichzeitigen parallelen Entwicklung unserer Middleware namens 'Fusion' und der geplanten Zusammenführung der Anwendungen zur 'Application Suite Fusion' versuchen wir so etwas wie die Quadratur des Kreises", sagte Kunz. Doch gerade dann, wenn 2008 die integrierte Suite auf der neuen Middleware stehen werde, sei Oracle wieder ein Stück näher an der absoluten Marktdominanz - auch im Anwendungsbereich. Im Heimatland der SAP hat sich der neue Geschäftsführer der Oracle Deutschland GmbH damit viel vorgenommen.   [mehr]...
Mehr als 60 Prozent der Oracle-Anwender fühlen sich nicht ausreichend über Sicherheitsrisiken informiert. Zudem bekommen sie keine Tipps vom Hersteller, wie Gefahrenquellen beseitigt werden können. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG).

Zahlreiche Kunden vermissen die notwendige Tiefe beim Thema Security. Sie ist allerdings notwendig, um erkennen zu können, ob und in welcher Form eine Betriebsumgebung von Fehlern oder Sicherheitslücken betroffen ist. Den Befragten ist oft unklar, ob sie sofort reagieren müssen, oder ob möglicherweise überhaupt keine Aktion erforderlich ist.

88 Prozent meinen, dass die Passwort- und Rechtevergabe sicherer werden muss. Viele Befragte nannten auch die Verschlüsselung der Daten im Netz und Probleme bei System-Software als Sicherheitslecks. Fast alle befürchten einen Datenmissbrauch, gefolgt von Compliance-Schwierigkeiten und Datenverlust.

Mehr als die Hälfte der Umfragteilnehmer hat in ihrer Systemumgebung keine Probleme mit der Umsetzung der Sicherheit. Um die Sicherheitsvorgaben einzuhalten, nutzen fast alle aktuelle Releases. Außerdem verwenden viele Critical Patch Updates, eine Event-Überwachung mit Enterprise Manager oder Applikationsspezifische Tools. Dennoch finden 63 Prozent die Maßnahmen zur Lösung bekannter Probleme durch Oracle nicht ausreichend.

Die Umfrage hat ergeben, dass viele Firmen dem vierteljährlichen Critical Patch Updates (CPU) von Oracle kritisch gegenüberstehen. Die Ausführung wird generell als zu aufwendig angesehen. 52 Prozent finden die Qualität der Patch-Tools und das -Verfahren mittelmäßig.

Laut der Analyse liefert der Hersteller zu wenige Informationen darüber, ob ein Anwender bestimmte Patches überhaupt benötigt. Die Befragten fordern einfachere Verfahren und mehr Transparenz. Auf der Wunschliste ganz oben stehen so genannte Rolling Updates. Dabei wird die Verfügbarkeit eines Systems während des Patch-Vorgangs gewährleistet.

An der Umfrage zum Thema "Security im Umgang mit Oracle-Produkten" beteiligten sich 156 Unternehmen.   [mehr]...
Das neue Critical Patch Update soll 65 Fehler in unterschiedlichen Produkten des Herstellers beseitigen.

Betroffen von dem aktuellen Groß-Patch sind unter anderem die Produkte "Oracle Database", "Application Server", "Enterprise Manager", "Collaboration Suite", "E-Business Suite" sowie "Peoplesoft Enterprise Portal Solutions". Allein im Bereich der Datenbank sollen durch den Fix 23 Schwachstellen behoben werden, vier Updates sind für den Datenbank-Client bestimmt. Zehn Aktualisierungen richten sich auf den Application Server, doppelt so viele sind für die E-Business-Suite gedacht. Welche Produkte und -versionen im einzelnen Sicherheitslücken enthalten, ist dem Alert von Oracle zu entnehmen.

Das Critical Patch Update soll auch eine Schwachstelle beseitigen, für die im April ein Exploit auf der "Bugtraq"-Mailingliste erschienen war. Außerdem ist ein Fix für ein weiteres Problem enthalten, zu dem der Hersteller in seinem "Metalink"-Service voreilig eine Warnung publiziert hatte, jedoch kurz darauf wieder entfernte.

Nach Angaben von Amichai Shulman, Chief Technology Officer bei der Sicherheitsfirma Imperva, haben viele der Schwachstellen mit "Oracle Net" zu tun, einem proprietären Übertragungsprotokoll des Herstellers. Dieses sei bislang wenig beachtet worden, enthalte aber bestimmt noch die eine oder andere Sicherheitslücke. Das hält der Experte für besonders gefährlich, weil Bugs in diesem Bereich sich auch ohne Zugangsdaten für die Datenbank ausnutzen lassen.

Für die Behebung der Schwachstellen gibt es keine Workarounds, Anwender sollten die für sie in Frage kommenden Patches so schnell wie möglich testen und einspielen.

Oracles Patch-Politik gerät immer wieder in die Kritik (siehe hierzu auch: "Oracle hat ein Sicherheitsproblem"). Erst vergangene Woche hatte eine Studie der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) bestätigt, dass die Anwender sich eine bessere Softwarequalität, weniger und dafür fehlerfreie Patches, sowie gezieltere Informationen zu den Software-Updates wünschen. Viele kommen mit dem Einspielen der Sammel-Patches gar nicht hinterher. Dabei ist Eile angesagt: Das nächste Critical Patch Update ist für den 17. Oktober angekündigt.   [mehr]...
Die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) hat 156 Unternehmen zum Thema "Sicherheit im Umgang mit Oracle-Produkten" befragt. Über 60 Prozent fühlten sich vom Hersteller nicht ausreichend über die Sicherheitsrisiken und die Möglichkeiten zu deren Beseitigung informiert, teilte die DOAG mit.

Häufig sei unklar, ob ein Anwender umgehend reagieren muss oder ob überhaupt keine Aktion erforderlich ist, hieß es. Viele Oracle-Kunden vermissten zudem Auskünfte darüber, in welcher Form eine Betriebsumgebung von Fehlern oder Sicherheitslücken betroffen ist.

In vielen Unternehmen gebe es Probleme mit den vierteljährlichen "Critical Patch Updates" (CPU). Deren Ausführung werde generell als aufwändig angesehen. Der Hersteller liefere wenig Informationen darüber, wofür bestimmte Patches notwendig sind und ob ein Anwender diese überhaupt benötigt.

Die Befragten forderten demnach einfachere Patch-Verfahren und mehr Transparenz. In diesem Zusammenhang steht auch der Wunsch nach mehr so genannten "Rolling Upgrades" – bei denen die Verfügbarkeit des Systems während des Patchvorgangs gewährleistet ist. Oracle zeigte sich für die Forderungen aufgeschlossen. Security habe für das Unternehmen die höchste Priorität, sagte Günther Stürner, Oracle Vice President Database and Salesconsulting, während eines DOAG-Roundtables in München.

Das Oracle-Produktset verfüge zwar über die meisten und innovativsten Security-Funktionen am Markt, die "Adaption der Funktionen ist jedoch nicht befriedigend". Vielen Unternehmen sei Security schlicht zu teuer. Im Bereich von Anwendungsentwicklung – und Betrieb gäbe es in Sachen Sicherheit viele Lippenbekenntnisse.

Oracle wolle künftig enger mit Sicherheitsspezialisten zusammenarbeiten, so Stürner. Das Patchverfahren solle optimiert werden. Laut Stürner könnte Oracle in Analogie zum Grid-Index auch einen Security-Index einführen - eine jährliche Umfrage unter Anwendern, die von einer externen Firma durchgeführt wird.

Security wird auch eines der Hauptthemen auf der 19. Deutschen Oracle-Anwenderkonferenz sein. Diese findet am 15. und 16. November 2006 in Mannheim statt.   [mehr]...
Unternehmen wünschen sich mehr Informationen, bessere Patch-Tools und höhere Qualität der Updates.

Viele Unternehmen sind unzufrieden mit der Patch-Politik von Oracle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG), an der sich insgesamt 156 Anwender von Oracle-Produkten beteiligt haben. So fühlen sich 61 Prozent von dem Hersteller nicht ausreichend über Sicherheitsrisiken und deren Beseitigung informiert. Nach Aussagen von DOAG-Vorstand Jörg Hildebrandt bemängelten die Antwortenden ein "richtiges Informationsdefizit", weil sie zu langsam und nicht ausreichend detalliert benachrichtigt werden. Daher können viele die tatsächliche Gefährdung ihrer Systeme nicht richtig einschätzen.

Von Oracles vierteljährlich erscheinenden Critical Patch Updates (CPUs) scheinen einige Unternehmen überfordert. Nur ein Drittel der Befragten gab an, diese zu benutzen. Auf die Frage, ob die von Oracle ergriffenen Maßnehmen zur Lösung bekannter Probleme ausreichend sind, antworteten 63 Prozent mit nein. Nur 37 Prozent sind der Meinung, der Hersteller tue genug.

Unzufriedenheit herrscht auch, was das Patch-Verfahren betrifft: Nur zehn Prozent der Antwortenden sind "sehr zufrieden", 63 Prozent bezeichnen sich als "einigermaßen zufrieden", und über ein Viertel (27 Prozent) ist "unzufrieden". Besonders die Qualität der Patch-Tools und die Abhängigkeit der Software-Upgrades von bestimmten Versionen der Patch-Tools wird kritisiert. 30 Prozent bewerten die Patch-Tools und das gesamte Verfahren der Software-Updates als schlecht, 52 Prozent halten es für "mittelmäßig". Anwender wünschen sich zudem "Rolling Upgrades", die sie im laufenden Betrieb einspielen können und die keine Downtime der Datenbanken erfordern.

Angesichts dieser Zahlen räumt Günther Stürner, Vice President Business Unit Database bei Oracle Deutschland "noch Verbesserungspotenzial" ein. Rolling Upgrades gebe es seit einiger Zeit, allerdings erst ab Version 10g der Datenbank – diese ist jedoch bei den meisten Anwendern noch nicht im Einsatz. Außerdem sind Patch-Sets und CPUs "derzeit noch nicht Rolling-Upgrade-fähig", man arbeite jedoch daran, dies zu ändern.

Handlungsbedarf ergab die im Juni online erfolgte DOAG-Umfrage, vor allem in den Bereichen Passwort- und Rechtevergabe, Rechte und Privilegien, Verschlüsselung der Daten im Netz sowie Probleme rund um System-Software. Zu letzteren zählen etwa Fehler und Schwachstellen infolge von Buffer Overflows.

Um die genannten Mängel zu beseitigen, fordert die DOAG Verbesserungen in der Qualität der "Tools und des Produktportfolios". Die Unsicherheit der Anwender solle ernst genommen werden, beispielsweise durch das Bereitstellen von Best-Practice-Dokumenten. Außerdem mahnt die Anwendergruppe gezieltere Informationen, flexiblere Verfahren für das Einspielen von Upgrades und ein verbessertes Handling an, um Stillstandzeiten während des Patch-Vorgangs zu reduzieren. Die DOAG bietet sich laut Hildebrandt als Kommunikationsplattform an, um "gemeinsam mit Oracle nach Lösungen zu suchen".   [mehr]...
Trotz des Versprechens von Oracle, alle Produktlinien unbefristet zu unterstützen und weiter zu entwickeln, meldet die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) Zweifel an.

Die "Applications-Unlimited"-Ankündigung von Oracle werde unter den Anwendern der entsprechenden Produktlinien des Datenbankspezialisten kontrovers diskutiert, berichten die Verantwortlichen der Doag. Oracle hatte Anfang Mai verkündet, es würden alle Applikationen von der eigenen E-Business-Suite bis hin zu den eingekauften Produktlinien der übernommenen Softwarehersteller Peoplesoft, J.D. Edwards und Siebel unbefristet gewartet und weiterentwickelt (siehe auch: Oracle sichert Kunden die Weiterentwicklung aller ERP- und CRM-Produkte zu). Applications Unlimited bedeutete damit eine Abkehr von der Strategie, neue Funktionen nur über einen befristeten Zeitraum in ein bestimmtes Software-Release zu implementieren.

Die Mehrzahl der Anwender habe die Ankündigung zunächst sehr positiv aufgenommen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der DOAG. Oracle nehme damit ein "erheblichen Migrationsdruck von den Unternehmen". Die Anwender könnten nun individuell entscheiden, ob und wann sie auf die neue Fusion-Applikationslinie migrieren möchten. Einzelne Oracle-Anwender, die sich bereits für einen Umstieg auf Konkurrenzprodukte entschieden hätten, würden diese Entscheidung noch einmal überdenken beziehungsweise verschieben. "Insofern ist dies ein kluger Schachzug des Oracle-Managements, um Zeit zu gewinnen."

Zeit brauchen die Oracle-Verantwortlichen vor allem für die eigene Produktstrategie. Derzeit arbeitet der weltweit führende Datenbankhersteller mit Hochdruck daran, sein Middleware- und Anwendungsgeschäft auszubauen. Unter dem "Project Fusion" soll bis 2008 auf Basis der eigenen und zugekauften Applikationen eine einheitliche Service-orientierte Business-Software entstehen. Grundlage dafür bildet Oracles Fusion-Middleware.

Innerhalb von Oracles Applikationsklientel haben diese Pläne laufend für Unruhe gesorgt. Dazu kamen weitere Akquisitionen, die die Produktpläne des Datenbankspezialisten immer undurchsichtiger werden ließen. Wiederholt hatten Anwendergruppen im vergangenen Jahr detaillierte Informationen über die Strategie des Softwarelieferanten gefordert. Kunden müssten in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Pläne mit denen des Herstellers zu korrelieren, so die Begründung. Zudem stand die Forderung nach langfristigen Support-Zusagen ganz oben auf der Liste der Anwender ...   [mehr]...
... Unter dem Druck der Kunden haben die Oracle-Verantwortlichen immer weiter reichende Support-Versprechen gemacht. Nachdem zunächst alle Applikationen bis zum Jahr 2013 unterstützt werden sollen, hieß es später, alle Produkte würden ungefristet unterstützt. Diese Zusage erweiterte Oracle nun mit dem Versprechen, die einzelnen Anwendungen mit dem "Applications-Unlimited"-Konzept auch lebenslang weiter zu entwickeln.

Trotzdem blieben eine Reihe ungeklärter Fragen, mahnt die DOAG. So sei fraglich, ob Oracle die Entwicklungskapazität aufbringen könne, um alle Produktlinien stets auf einem wettbewerbsfähigen Stand zu halten. Außerdem bleibe abzuwarten, ob möglicherweise das Entwicklungstempo zugunsten des Fusion-Projekts gedrosselt werde beziehungsweise sich die Fusion-Entwicklung wegen des hohen Aufwands für die Pflege der Altsysteme verzögere.

Die Antworten auf diese Fragen seien vor allem für Neukunden relevant. Diese fragten sich, ob sie mit dem Kauf eines aktuellen Produkts auf dem Abstellgleis landeten. Vor allem der Aufwand für den weiteren Weg in Richtung Fusion scheint derzeit innerhalb der Oracle-Klientel nur schwer einzuschätzen. Die Spanne reicht vom automatischen Update bis hin zur aufwändigen Neuimplementierung. Oracle werde mit Applications unlimited nur dann Erfolg haben, wenn es gelinge, in allen Produktlinien rasch Fusion-Middleware zu integrieren, um den Aufwand für einen späteren Umstieg in die Fusion-Applikationswelt möglichst gering zu halten, lautet das Fazit der DOAG-Verantwortlichen.   [mehr]...
Die Art und Weise, wie der Datenbankspezialist Security-Mängel in seinen Produkten beseitigt, hat ihm heftige Kritik eingebracht ... Die Sicherheitsfassade, auf die der Datenbankriese schon immer großen Wert gelegt hat, zeigt seit einiger Zeit deutliche Risse. In den letzten Jahren hat das Unternehmen verstärkt mit zum Teil schweren Sicherheitslücken zu kämpfen, die in seinen Produkten entdeckt werden. Wirft man beispielsweise einen Blick in die Liste der "Common Vulnerabilities and Exposures" (CVE), so sind dort für das Jahr 2005 insgesamt 61 Oracle-Schwachstellen vermerkt, für 2006 waren es am 8. Februar bereits 44 Sicherheitslücken. Zum Vergleich: Zu SAP versammelt die CVE-Aufstellung für 2005 gerade einmal sechs, für 2006 noch gar keine Einträge. Sucht man nach Microsoft, finden sich 113 Einträge für das Jahr 2005 und elf für 2006 (Stand ebenfalls 8. Februar). Die Zahl der Oracle-Schwachstellen dürfte sogar noch etwas höher liegen, denn viele Fehler sind zwar bereits entdeckt und an Oracle gemeldet, aber noch nicht publik gemacht worden ...

... Da die Produkte des Herstellers in immer kürzeren Abständen kritische Schwachstellen aufwiesen und Exploit-Code immer regelmäßiger im Internet erscheine, müssten Datenbank- und Applikations-Administratoren damit anfangen, ihre Systeme aggressiver zu schützen und zu warten. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Schon jetzt können Anwender kaum noch mit den Updates Schritt halten. Aus Sicht von Jörg Hildebrandt, Vorstand der Deutschen Oracle User Group (DOAG), ist es "so gut wie unmöglich", immer auf dem aktuellen Stand zu sein, da ständig neue Patches erscheinen: "Wenn man sich überlegt, dass ein größeres Update etwa zwei Stunden zur Installation braucht, lässt sich leicht ausrechnen, wie lange Unternehmen, die hundert oder mehr Datenbanken besitzen, allein mit diesem Vorgang beschäftigt sind." Ungleich komplizierter gestaltet sich die Situation für große Unternehmen, in denen im Schnitt zwischen 500 und 2000 Oracle-Datenbanken im Einsatz sind, wie Red-Database-Security-Chef Kornbrust erzählt. In solchen Umgebungen sind regelmäßige Patches kaum noch umzusetzen, da die Fixes auch noch getestet werden sollten, bevor man sie ausrollt. Verkompliziert wird dies dadurch, dass Anwender nur schwer erkennen können, welche Patches für ihre Installation relevant sind. Oracle liefert mit seinen CPUs zwar gewisse Erklärungen und ordnet die Sicherheitslecks in eine Matrix ein ...   [mehr]...
Es gebe viele Arten, eine Datenbank zu installieren. Je nachdem, welches Feature vorhanden ist, sind bestimmte Bugs kritisch oder eben nicht. Das Januar-Update enthielt einen Patch für einen kritischen Fehler, der alle Versionen der Datenbank betrifft. In der Menge der Fixes - das letzte CPU beseitigte über 82 Fehler - sei dieses Problem allerdings "völlig untergegangen". Unterm Strich hält es der Berater selbst für die mit der Materie vertrauten Anwender für "relativ schwer", aus der von Oracle bereitgestellten Matrix schlau zu werden.

Da Anwender laut Kornbrust ein CPU jeweils komplett einspielen müssen, bleibt ihnen nur, sämtliche Punkte in einem Sicherheitshinweis durchzugehen. Auf diese Weise herauszufinden, ob ein Update nun für das Unternehmen relevant ist, sei nicht einfach.

Der Datenbankriese sieht das anders. Von der deutschen Dependance wollte sich zwar niemand zu der Thematik äußern, Fragen zu derart "strategischen Themen" könne man "nicht lokal beantworten". Duncan Harris, Senior Director für Security Assurance bei Oracle, erklärte jedoch unlängst im Interview die momentane Praxis: "Wir haben unseren Kunden genau zugehört und daraufhin ein System entwickelt, bei dem wir gesondert für jeden Produktbereich in einer Risiko-Matrix die Art jeder Schwachstelle identifizieren, die durch einen Quartals-Patch beseitigt wird." Da die Hinweise schließlich für die Kunden und nicht für die Security-Community gedacht seien, sieht sich das Unternehmen im grünen Bereich: "Wir glauben, dass diese Information für unsere Kunden ausreichend ist."

Auf eine Schwierigkeit im Zusammenhang mit Oracle-Patches weist Jörg Hildebrandt, Vorstand der Deutschen Oracle User Group, hin. Ihm zufolge geben Dritthersteller hin und wieder Critical Patch Updates nicht frei, weil sie Probleme mit ihrer eigenen Software verursachen könnten. Besonders im Umfeld von ERP-Lösungen kann dies der Fall sein.   [mehr]...
Wenn Applikationen Oracle-Funktionen intensiv nutzen, sollten Anwender genau darauf achten, ob diese nach Release-Wechseln oder dem Einspielen von Patches noch reibungslos laufen. "Leider ist das nicht immer der Fall", resümiert Hildebrandt, weswegen man in einem solchen Fall warten müsse, "bis Oracle den Fehler wieder ausbügelt".

Dem widerspricht Gartner-Mann Mogull: Er moniert, dass Oracle "nur sehr begrenzte Informationen über Schwachstellen" preisgibt. Das erschwere es Anwendern, das Risiko für ihr Unternehmen einzuschätzen. Außerdem rügt der Analyst, dass "der Hersteller manchmal intern entdeckte Sicherheitslücken patcht, ohne irgendwelche Angaben dazu zu machen".

Trotz dieses Missstandes zeigt DOAG-Mann Hildebrandt Verständnis für den Anbieter: "Oracle muss natürlich eine Gratwanderung vollziehen: Wenn zu viele Informationen zu den Patches bereitgestellt werden, dann besteht die Gefahr, dass jemand eine Schwachstelle gezielt ausnutzt". Leider habe das im Umkehrschluss zur Folge, dass Anwender nicht alle Informationen erhalten, die sie brauchen würden um entscheiden zu können, ob sie ein Patch betrifft oder nicht.

Die Folge: Viele Unternehmen verzichten darauf, die Patches einzuspielen. Für diese Verweigerung gibt es aber noch weitere Gründe: Hildebrandt moniert, dass Anwender derzeit zwei unterschiedliche Tools einsetzen müssen, um Updates zu installieren. Aus Sicht des Fachmanns wäre es wünschenswert, wenn Oracle anstelle von "Oracle Universal Installer" (OUI) und "Opatch" ein einheitliches Tool für Installationen und Patches benutzen würde. OUI ist für das Installieren der Software und der Haupt-Patches gedacht, während Bugfixes mit Opatch einzuspielen sind. Verkompliziert wird dies dadurch, dass Oracle Opatch ständig verändert, Anwender also immer darauf achten müssen, welche Version für das Einspielen eines Patches gerade benötigt wird.

Ein weiteres Hindernis liegt in der Qualität der von Oracle entwickelten Patches, die mitunter sehr zu wünschen übrig lässt. Eigentlich sollten die Patches kumulativ sein, so dass Unternehmen auch schon mal ein Update auslassen können. Leider schleichen sich in die Updates aber immer wieder Fehler ein, so dass sich Anwender nicht hundertprozentig darauf verlassen können, ob ein Patch funktioniert und tatsächlich alle Schwachstellen wie erwartet beseitigt. Auch Gartner kritisiert, dass Updates immer wieder Probleme bei der Installation verursachen und die Stabilität von Systemen gefährden ...

... DOAG-Mann Hildebrandt empfiehlt Anwendern in der Zwischenzeit, nicht nur darauf zu schauen, wie sicher ihre Oracle-Produkte sind, sondern das gesamte Umfeld zu prüfen. Unter Umständen sei es möglich, Gefahren durch vorgeschaltete Sicherheitsmaßnahmen abzuwenden. So könnte es beispielsweise helfen, eine Application-Firewall zu installieren oder das entsprechende System so abzuschotten, dass außer den berechtigten Personen niemand darauf zugreifen kann.   [mehr]...
Der Datenbankmarkt hat in den vergangenen Monaten stürmische Entwicklungen gesehen. Oracle, auf der CeBIT erneut durch seine User Group DOAG vertreten, befindet sich auf einer Einkaufstour ohnegleichen. Davon betroffen sind auch die bisherigen MySQL-Partner Innobase (InnoDB) und Slee-pycat (BerkeleyDB), nicht zu reden von zahlreichen größeren und kleineren Unternehmenssoftwarehäusern. Kein Wunder, dass die DOAG den Schwerpunkt darauf setzt, ein einheitliches Bild aus den zusammengekauften Produktportfolios zu zeichnen.

Oracles Erzrivale IBM hat im Januar mit einer kostenlosen Version seines DB2-Servers auf die Pauke gehauen, Microsoft ist seit einigen Wochen mit mehreren Ausgaben des SQL Server 2005 auf dem Markt und Sybase präsentiert seine Adaptive Server Engine. MySQL entwickelt seine Engine kontinuierlich weiter, um den Platzhirschen mit Stored Procedures, Grid-Fähigkeiten und Admin-Hilfsmitteln auf den Pelz zu rücken. Jeder dieser Produzenten dürfte reichlich Neues auf seinem Stand zu zeigen haben.   [mehr]...
Nach den Übernahmen von Peoplesoft und J.D. Edwards durch Oracle im vergangenen Jahr wollen nun auch die einzelnen User-Groups über eine Fusion reden.

"Die Herausforderung kommt von Oracle", sagt Fried Saacke. Der Vorsitzende der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) erinnert an das "Project Fusion", mit dem der Datenbankanbieter bis 2008 eine einheitliche Applikations-Suite heraus bringen möchte. Zwar hätten die Oracle-Verantwortlichen einen lebenslangen Support für die bestehenden Anwendungslinien versprochen. Allerdings müssten sich die Nutzer auch mit den kommenden Produkten auseinandersetzen, gerade wenn es darum gehe, die eigene IT-Infrastruktur auf eine moderne Basis zu stellen. Daher sei es wichtig, schon während der Entwicklungsphase den Anliegen der Anwender beim Hersteller Gehör zu verschaffen.

Um die Kräfte der Oracle-Anwender zu bündeln, will Saacke die verschiedenen User-Groups unter einer gemeinsamen Dachorganisation vereinen. Bislang betreut die Doag hauptsächlich die Datenbankkunden. Eine kleinere Special Interest Group (SIG) kümmert sich um die Belange der Anwender von Oracles "E-Business Suite". Die User-Groups der von Oracle übernommen Softwareanbieter Peoplesoft und J.D. Edwards agieren bislang noch autonom.

Das will Saacke ändern. Anlässlich eines Treffens der rund 90 Mitglieder zählenden deutsche J.D. Edwards-Anwendergruppe erläuterte er seine Pläne. Künftig soll es neben dem Standbein Technik, das für die Bereiche Datenbanken, Grid-Computing sowie einen großen Teil der Fusion-Middleware zuständig ist, auch eine starke Applications-Gruppe geben. Diese könnte sich dem DOAG-Vorsitzenden zufolge in einer Matrix-Organisation aufstellen. Dabei gelte es, sich zum einen mit den verschiedenen Produktlinien zu beschäftigen, und zum anderen funktionale Aspekte wie Human Resources (HR) und Customer Relationship Management (CRM) sowie vertikale Märkte im Auge zu behalten. Von einer vereinigten Anwendergruppe verspricht sich Saacke etliche Vorteile. Mit den neuen Mitgliedern stiegen die Wahrnehmung und damit auch die Durchsetzungskraft gegenüber Oracle.

Die J.D. Edwards-Anwender stehen diesen Plänen durchaus offen gegenüber. Allerdings wolle man im laufenden Jahr noch in der bestehenden Organisation weitermachen, erklärte der scheidende Vorsitzende Peter Mischok. Es gehe in den folgenden Monaten darum, zu beobachten, in welchem Maße sich die Doag gegenüber Oracle behaupten könne und welchen Mehrwert eine Mitgliedschaft in der übergeordneten User Group den J.D.-Edwards-Anwendern biete. Grundsätzlich stehe einer Integration der Anwendergruppen jedoch nichts im Wege.

Trotz der langen Leidensjahre erst nach der Übernahme durch Peoplesoft und der folgenden Akquisition durch Oracle sei die Stimmung unter den J.D.-Edwards-Kunden noch gut, berichtet Mischok. Inzwischen sickerten auch mehr Informationen über die künftige Produktstrategie Oracles durch. Ein Punkt, den die Anwender in der Vergangenheit oft kritisert hatten (siehe auch: DOAG: Anwender mahnen Oracle an Suport-Versprechen und Oracles Applications-Kunden klagen über mangelnde Information und Kommunikation). Allerdings bildeten Powerpoint-Präsentationen nur eine Seite der Medaille. Wichtig sei, was später an Produkten herauskommt. Noch hielten die Anwender an ihren Applikationen fest. Wettbewerber wie die SAP agierten jedoch ziemlich aggressiv im Markt. Die Angebote seien auf den ersten Blick auch attraktiv. Allerdings dürfe man auch den Aufwand für eine mögliche Migration nicht unterschätzen.

Um diese Bedenken in der Arbeit der DOAG stärker zu berücksichtigen, denkt Saacke bereits an zusätzliche Veranstaltungen. Neben der jährlichen DOAG-Tagung könnte es im kommenden Jahr eine gesamteuropäische Konferenz aller Oracle-Anwendergruppen speziell zum Projekt Fusion geben, deutet er an. Vorbereitende Gespräche hätten bereits stattgefunden.   [mehr]...
Oracles Wachstumskurs weckt nicht nur Begeisterung. Das musste das Unternehmen auf der diesjährigen Konferenz der Deutschen Oracle-Anwendergruppe feststellen.

Zum 18. Mal trafen sich die Mitglieder der DOAG in diesem Jahr in Mannheim, um sich über neue Oracle-Fähigkeiten sowie Tipps und Tricks auszutauschen. Vorträge gab es wie immer sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Anwender. Einer der ersten Beiträge bezog sich unter anderem auf einen iX-Artikel, der sich vor einem Jahr mit der Skalierbarkeit eines Grid beschäftigt hatte. Anders als dieser Text kam der Vortrag zu dem Schluss, dass Oracles Real Application Cluster (RAC) durchaus über mehr als vier CPUs skaliere.

Wie im letzten Jahr gab es wiederum ein HTML-DB-Labor, in dem Besucher Erfahrungen mit Version 2.0 des offiziellen Forms-Nachfolger sammeln konnten. Als Neuerung kommt dort unter anderem ein grafischer Editor für Abfragen hinzu. HTML-DB-URLs sollen nicht mehr manipulierbar sein.

Einen Schwerpunkt der Vorträge bildete XML. Unter anderem ging es dabei um die in Oracle 10g2 hinzugekommene Unterstützung von XQuery, die dem "FLOWR"-Prinzip gehorcht: for, let, where, order by und return lauten die aufeinander folgenden Schlüsselwörter, mit denen man die gewünschten XML-Elemente auswählt, sortiert und anzeigt. Außerdem beschäftigten sich zahlreiche Vorträge mit Oracle im Unternehmenseinsatz: Hochverfügbarkeit, OLAP und Optimierung waren dort die zentralen Themen.

Dass nicht alles eitel Sonnenschein ist im Oracle-Lager, stellte sich während der Frage-Antwort-Runde mit der deutschen Geschäftsführung heraus. Deren vollmundige Garantien bezüglich der Lebenszeit einzelner Produkte (etwa der Peoplesoft-Anwendungen) konterten Teilnehmer mit dem Verweis auf die Behandlung von Forms, für das der Hersteller seinerzeit ähnliche Versprechen gegeben habe. Kritik zog ebenfalls der First-Level-Support auf sich: Erfahrene Administratoren wollen sich nicht durch dessen Standardprogramm quälen müssen, sondern möglichst sofort mit einem kompetenten Ansprechpartner Kontakt bekommen.

Sichtlich unvorbereitet waren die Oracle-Chefs auf die Frage mehrere Teilnehmer, warum die Firma ihnen die Lizenzen gekündigt habe und ob dies übliche Unternehmenspolitik sei. Als Erklärung kam ein lahmes "Da gibt es gewisse Probleme im Workflow der Lizenzen" und die Zusage, die Geschäftsführung wolle sich selbst um jeden Einzelfall kümmern.   [mehr]...
Oracles Zukunftspläne nach dem Kauf von Peoplesoft und Siebel waren das zentrale Thema der Konferenz der Anwendervereinigung DOAG. Der Hersteller zeigt Grundzüge seiner Produktstrategie auf und beruhigt die User mit der Garantie eines unbegrenzten Supports. "Project Fusion ist unsere Roadmap für Enterprise Anwendungen der nächsten Generation", erklärt Oracles Deutschlandchef Rolf Schwirz die ambitionierten Zukunftspläne. Aus der eigenen E-Business Suite und den zugekauften Applikationen von Peoplesoft, J. D. Edwards und Siebel will der Standardsoftwerker "die jeweils besten Funktionen" herausnehmen und daraus eine vollständig neue Applikations-Suite entwickeln.

Ähnlich wie bei SAPs Netweaver umfasst Fusion Konzepte wie serviceorientierte Architektur, Grid Computing mit verteilten Datenbanken und Rechenressourcen, Enterprise Information Architecture - also das systematische Management von Daten und Informationen im gesamten Unternehmen - sowie Realtime Business Intelligence.

Die Orchestrierung der einzelnen Services zu unternehmensübergreifenden Abläufen übernimmt der BPEL Process Manager. Auf SAPs Konzept der Best Business Practices, also der in Software gegossenen erfolgserprobten Prozessvorlagen, verzichtet Oracle, wie Andrew Sutherland, Vicepresident Technology Europa bei Oracle erklärt: "Best Business Practises basieren auf Erfolgsrezepten der vergangenen zehn Jahre. Damit kann niemand einen Wettbewerbsvorteil erzielen."

Als Grundlage dieser Roadmap dient die Fusion Middleware. Mit derzeit mehr als 26 000 Anwendern sieht Sutherland diese im Gegensatz zu Konkurrenzangeboten als äußerst praxiserprobt an. Offenheit wird bei Fusion groß geschrieben: Hot-Plugging soll künftig Datenbanken und Middleware von Drittanbietern wie IBM, Microsoft und SAP integrieren. Ähnlich wie die Walldorfer will auch Oracle inzwischen nicht mehr alle Applikationen selbst entwickeln. Vielmehr ist die Fusion-Architektur offen für branchenspezifische Erweiterungen von Partnern und für kundenspezifische Anpassungen von Unternehmen.
Der Weg in die künftige Oracle-Welt steht noch ziemlich am Anfang: Ab dem kommenden Jahr werden zunächst die zugekauften Applikationen von Peoplesoft und J. D. Edwards auf der Fusion-Middleware vereinheitlicht. Die ersten reinrassigen Fusion-Applikationen sind für 2007 geplant, die komplette Suite soll 2008 zur Verfügung stehen. "Wir werden für jedes Produkt einen Migrationspfad definieren", kündigt Schwirz an. "Die ersten Whitepapers zu diesem Thema werden Anfang 2006 erscheinen."

Für die Anwender liegt Project Fusion allerdings noch in weiter Ferne. Sie beschäftigen sich vielmehr mit dem Ausbau ihrer heutigen Applikationen. Oracle reagiert darauf mit dem Angebot eines unbegrenzten Supports. "Wir wollen niemanden zur Migration zwingen", betont Schwirz. In den ersten fünf Jahren läuft der Premier Support, der 22 Prozent des Lizenzpreises an Wartungsgebühr kostet. Daran schließt sich in den folgenden drei Jahren der Exten-ded Support an, für den ab dem sechsten Jahr 24,2 Prozent und in den Jahren sieben und acht 26,4 Prozent Wartungsgebühr anfallen. Ab dem neunten Jahr folgt der unlimitierte Sustaining Support, in dem die Produkte nur noch gepflegt, aber nicht mehr weiter entwickelt werden. Hierfür beträgt die Gebühr 22 Prozent.

Wie die jährliche Support-Umfrage der DOAG zeigt, an der heuer 143 Unternehmen teilgenommen haben, sind Oracle-Anwender mit dem Kundendienst recht zufrieden. 26 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass er im Vergleich zu 2004 besser geworden ist, 20 Prozent gehen hingegen von einer Verschlechterung aus. Insgesamt hat sich die Einschätzung deutlich verbessert, denn 2002 hatten noch 55 Prozent der befragten User über einen schlechten Support geklagt.

Aktuell vermissen die Anwender hauptsächlich eine durchgängige Unterstützung in deutscher Sprache. Englische Antworten, wie sie von den weltweit verteilten Helpdesks kommen, seien bei sehr komplexen Problemen teilweise wenig hilfreich. Eine mögliche Lösung für dieses Problem sieht Schwirz darin, dass Anwender in der Online-Serviceplattform Metalink angeben können, dass sie ausschließlich deutsche Unterstützung wünschen. Dann würden allerdings die Antworten möglicherweise etwas länger dauern.   [mehr]...
Die Investitionssicherheit und der Support für die heutigen Applikationen beschäftigt Oracle-Kunden viel mehr als das künftige Projekt Fusion, berichtet Fried Saacke, Vorsitzender der Anwendervereinigung DOAG.

Computerzeitung: Mit dem Kauf von Peoplesoft und Siebel hat Oracle zwar sein Portfolio erweitert, sich aber gleichzeitig Integrationsprobleme geschaffen. Wie kommen die Anwender mit dieser Perspektive klar?

Saacke: Oracle macht seit einigen Wochen konkrete Aussagen über die Roadmap und langsam entsteht ein Bild. Man will die zugekauften Applikationen nicht zusammen führen, sondern ein neues Produkt gestalten. Die User fragen sich nun, wie dieses aussieht und wie sie dort hinkommen. Aktuell bedrängt sie allerdings der Support ihrer jetzigen Anwendungen viel mehr.

Computerzeitung: Wie kommt das Angebot des lebenslangen Supports an?

Saacke: Zunächst einmal sehr gut, denn Oracle nimmt so den Druck weg, dass ein User zu einem bestimmten Zeitpunkt migrieren muss. Es ist allerdings klar, dass eine Applikation veraltet, wenn sie nur noch am Leben erhalten, aber nicht mehr weiter entwickelt wird. Eine weitere dringende Frage betrifft die Investitionssicherheit. Die User wollen wissen, wie ihre heutigen Lizenzen bei einem Upgrade angerechnet werden. In der Vergangenheit haben alle Hersteller bei so etwas gerne Kasse gemacht.

Computerzeitung: Siebel-Applikationen laufen zum Teil ausschließlich mit der Middleware und der Datenbank von IBM. Wie fühlen sich diese User?

Saacke: Sie erwarten, dass die Fusion-Middleware auch mit Websphere und DB2 zusammen arbeitet. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen aber, dass man sich bei einer derartigen Integration schnell technische und betriebswirtschaftliche Nachteile einhandelt.

Computerzeitung: Drittanbieter versprechen für Anwender von Peoplesoft, J. D. Edwards und Siebel einen Support, der um die Hälfte billiger ist als der von Oracle. Werden solche Angebote in der DOAG diskutiert?

Saacke: Nicht, dass ich wüsste. Ein Drittanbieter kann ja nur begrenzten Support leisten, denn er hat keinen Zugang zum Sourcecode, um die Applikation zu verbessern, wenn es nötig ist.

Computerzeitung: Wie sieht es denn mit dem Safe-Passage-Angebot der SAP aus?

Saacke: Das wird diskutiert, und das begrüße ich auch. Oracle wird damit gezwungen, seine Hausaufgaben zu machen. Das stärkt die Position der User, denn sie bekommen mehr Auswahl. Ich erwarte jedoch keine Abwanderungen im großen Stil.   [mehr]...
Nach und nach sickern immer mehr Details zu Oracles "Project Fusion" durch. Die Kunden verlangen jedoch weitere Informationen über die künftige Service-orientierte Anwendungsarchitektur.

"Wir vermissen zurzeit klare Aussagen zur Produktstrategie", kritisiert Peter Mischok, Managing Director der Igepa IT Service GmbH und J.D.-Edwards-Anwender, anlässlich der "Dritten Deutschen Oracle Business Software Anwenderkonferenz", die am 9. und 10. November in Mannheim stattfand. Die Kunden der von Oracle übernommenen Softwareanbieter, darunter Peoplesoft mit seinem eigenen Kauf J.D. Edwards, müssten erst noch Vertrauen entwickeln. Dafür sei erforderlich, dass die Oracle-Verantwortlichen klare Botschaften an den Markt richteten. Ansonsten würden Unternehmen geplante Projekte im Oracle-Umfeld so weit wie möglich hinauszögern.

"Es dauert sehr lange, bis man vernünftige und belastbare Informationen zum Project Fusion bekommt", ergänzt Frank Schönthaler, Sprecher der E-Business-Suite-Anwender im Rahmen der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG). Zwar hätten Oracles Applications-Anwender die zahlreichen Übernahmen der vergangenen Monate größtenteils positiv aufgenommen. Mittlerweile sei dies jedoch einer gewissen Verunsicherung gewichen. Kunden fragten sich, welche Produkte Bestand hätten oder wie die Migrationsaufwände in Richtung Fusion aussähen. "Hier ist sicher noch viel Aufklärungsarbeit seitens Oracles erforderlich."

Oracles Deutschland-Chef Rolf Schwirz räumt ein, dass es in den vergangenen Monaten einige Unruhe unter den Anwendern gegeben hat. Nach den ersten Informationen zu Fusion im Frühjahr 2005 sei lange Zeit nichts nachgekommen. Oracle habe jedoch unvermindert an seiner Architektur weitergearbeitet, versichert Schwirz. "Wenn man nicht nur eine Marketing-Show abliefern will, muss man an der einen oder anderen Stelle auch einmal ins Detail gehen."

So hat Oracle beispielsweise sein Supportmodell für alle Produktlinien vereinheitlicht. In den ersten fünf Jahren gilt der "Premier Support". Dafür verlangt Oracle jährlich 22 Prozent des Listenlizenzpreises an Wartungsgebühren. In den drei darauffolgenden Jahren bietet der Hersteller "Ex-tended Support" an. Hierbei wird im sechsten Jahr ein Aufschlag von zehn Prozent auf die Wartungsgebühren der Premier-Phase fällig. Dieser Anteil steigt in den Jahren sieben und acht auf 20 Prozent der ursprünglichen Wartungsforderungen. Ab dem neunten Jahr gilt unlimitiert der "Sustaining Support". Dafür verlangt Oracle wieder die Basisgebühr von 22 Prozent. Allerdings werden die Produkte nun nicht mehr weiterentwickelt. Anwender erhalten jedoch telefonische Unterstützung und Patches für ihr Produkt.

Es sei wichtig, den Kunden Sicherheit für ihre bestehenden Applikationen zu bieten, betont Schwirz. Der Umstieg von monolithisch aufgebauten Softwareblöcken auf eine Web-Services-Architektur komme einem Paradigmenwechsel gleich, der sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen lasse: "Wir werden von unseren Kunden keinen Big Bang verlangen."

Die neue Service-orientierte Architektur biete zudem eine schrittweise Migration an. Kunden erhielten die künftigen Fusion-Module als Upgrade im Rahmen der gewöhnlichen Wartung. Damit sollen Anwender, die sich für Oracle entscheiden, Investitionssicherheit erhalten.   [mehr]...
Oracle setzt bei der Entwicklung seiner Service-orientierten Architektur in erster Linie auf seine Infrastruktur rund um Middleware und Datenbank. Als Basis, um Web-Services zu entwickeln und zu orchestrieren sowie mit Daten zu versorgen und zu überwachen, positioniert der Datenbankspezialist seine Fusi-on-Middleware. Diese ist Oracle-Angaben zufolge "not plugable" und lässt sich mit Middleware-Komponenten und Applikationen anderer Hersteller verbinden, so weit sich diese auch an die Standards halten. Über 26 000 Kunden setzen bereits Oracles Middleware-Suite ein, berichtet Andrew Sutherland, Vice President Technology des Unternehmens. Nach einem Umsatz von rund 830 Millionen Dollar im vergangenen Geschäftsjahr peilen die Verantwortlichen für das laufende Fiskaljahr Einnahmen von rund einer Milliarde Dollar mit den Middleware-Produkten an.

Auch im Datenbankgeschäft will Oracle seine Kundenbasis ausbauen. Anfang kommenden Jahres soll mit der "10g Express Edition" eine kostenfreie Datenbank herauskommen, die Anwender auch produktiv einsetzen dürfen. Das Release setzt Oracle zufolge funktional keine Einschränkungen. Lediglich durch die Infrastruktur ist der Einsatz limitiert. Demnach können maximal 4 Gigabyte an Daten verwaltet werden. Die Datenbank ist ferner auf 32-Bit-Systeme unter Windows oder Linux beschränkt. Zudem kann die Express Edition maximal eine CPU und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher nutzen.

Support wird Oracle für seine frei verfügbare Datenbank nicht bieten. Allerdings könnten Anwender über die Online-Community "Oracle Technology Network" (OTN) Unterstützung erhalten. Das sei eine Kampfansage an Angebote wie die Open-Source-Software "MySQL", hieß es von Seiten Oracles.

Oracle besitze mit seinem Stack rund um Datenbank, Middleware und Applikationen die umfangreichste Softwarebibliothek am Markt, gibt sich das Management selbstbewusst. Allerdings tut sich das Unternehmen im Applications-Bereich gerade in Deutschland weiter schwer.

Michael Huchler, Applications Director von Oracle in Europa, forderte die Anwender deshalb auf, sich aktiv in die Entwicklung von Fusion einzubringen. Oracle wolle sich daran orientieren, was die Nutzer wünschten. Auch Fried Saacke, Vorsitzender der DOAG, hofft, dass die Anwenderwünsche bei der Fusion-Entwicklung berücksichtigt werden. In der Vergangenheit sei es immer wieder gelungen, Nutzerinteressen hinsichtlich Support-, Lizenz- und Preisfragen durchzusetzen. Allerdings habe es die DOAG noch nicht geschafft, viele Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Anwender auf die DOAG-Konferenz zu locken.   [mehr]...
Seit Monaten baut Oracle an seiner eigenen Service-orientierten Architektur (SOA). Nachdem die Informationen zuletzt recht spärlich flossen, fordern die Kunden konkrete Aussagen darüber, wie es weitergeht. Über die Fortschritte in der Entwicklung von "Project Fusion" sprach Oracles Deutschland-Chef Rolf Schwirz mit CW-Redakteur Martin Bayer.

CW: Welche Fragen bewegen aus Ihrer Sicht die Oracle-Kunden derzeit am meisten?

SCHWIRZ: Was treibt Oracle an? Wie kriegt Oracle alles auf die Reihe mit den Zukäufen? Das sind die häufigsten Fragen, die mir gestellt werden - egal ob von Partnern, Kunden oder Mitarbeitern.

CW: Was antworten Sie darauf?

SCHWIRZ: Wir wollen die Kunden so zufrieden stellen, dass sie sagen können: Die Investition in Oracle-Software und -Services hat sich gelohnt. Dazu haben wir unter anderem Key Performance Indicators (KPIs) definiert. Kundenerfolg ist einer dieser Schlüsselfaktoren. Nach den Projekten fragen wir die Kunden, wie zufrieden sie waren. Die Ergebnisse kondensieren dann in KPIs, die quartalsweise überprüft werden. Von Managern, die bestimmte Werte nicht erreichen, erwarten wir schriftliche Stellungnahmen.

CW: Auch Ihre Partner waren nicht immer zufrieden.

SCHWIRZ: Als ich vor acht Jahren ins Unternehmen kam, war Oracle kein partnerfreundliches Unternehmen, um es ganz klar zu sagen. Ein gutes Geschäft war immer eines, das man selbst abgeschlossen hat. Wir waren unzuverlässig in den Partnerbeziehungen und sehr ichbezogen. Das hat sich extrem verändert. Unser Partnervertrieb macht einen hervorragenden Job. Das funktioniert aber nur, weil das mittlerweile ein Wert ist, dem sich alle verbunden fühlen. Heute werden zirka 60 Prozent unserer Lizenzumsätze entweder direkt über Partner generiert oder zumindest davon beeinflusst.

CW: Wie halten Sie Ihre Mitarbeiter bei der Stange?

SCHWIRZ: Letzten Endes machen die Mitarbeiter, die draußen beim Kunden und Partner sind, den Unterschied. Natürlich haben auch wir wie alle anderen Firmen überlegt, wie wir unsere Kosten senken könnten. Allerdings haben wir unsere Budgets für Weiterbildung nie gekürzt und werden dies auch nie tun. Zudem gibt es bei Oracle Prozesse, wonach Mitarbeiter mit Unterstützung des Managements eigene Ideen weiterverfolgen können. Erste Entwicklungen aus diesen Ideen unserer Mitarbeiter sind bereits in unsere Standardprodukte eingeflossen.

CW: Zuletzt gab es auch einige Verwirrung rund um Oracles Produktstrategie. Was sind hier die entscheidenden Treiber?

SCHWIRZ: Das Wort Fusion ist oft gefallen. Aber man muss zwischen zwei Dingen unterscheiden. Wir haben einmal unsere komplette Middleware-Suite in "Oracle Fusion Middleware" umbenannt. Zum zweiten soll unter dem "Project Fusion" bis 2008 eine neue Applikationsgeneration auf den Markt kommen. Daran arbeiten derzeit 9000 Entwickler. 3000 davon sind ehemalige Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Entwickler. Diese sind nicht mehr nach getrennten Firmensoftwareblöcken organisiert, sondern gemischt nach Themen, beispielsweise Supply-Chain-Management oder Human Resources.   [mehr]...
CW: Was wollen Sie damit erreichen?

SCHWIRZ: Die Entwickler sollen sich gegenseitig erzählen, wie sie Probleme gelöst und Prozesse automatisiert haben. Dabei soll die beste Lösung für die Kunden herausgefiltert werden. Dieses Wissen wollen wir allerdings nicht dazu verwenden, ein verbessertes integriertes Produkt herzustellen. Wir bauen keine neue monolithische, hoch integrierte Software, mit Schnittstellen und Stellschrauben für das Customizing. Vielmehr sollen daraus einzelne Web-Services entstehen.

CW: Was bedeutet dieser Schritt für Ihre Kunden?

SCHWIRZ: Die Web-Services lassen sich mit Hilfe unserer Middleware orchestrieren. Anwender bekommen damit Werkzeuge an die Hand, mit denen sie Prozesse modellieren und mit den dazugehörigen Softwaremodulen unterlegen können. Die Unternehmen werden dadurch agiler, weil sie schnell Veränderungen umsetzen können.

CW: Müssen sich die Anwender komplett auf die Oracle-Infrastruktur einlassen?

SCHWIRZ: Nein, sie sind nicht auf einen Hersteller festgelegt. Wenn ein Unternehmen beispielsweise Applikationen auf der Weblogic-Plattform von Bea einsetzt, aber auch überlegt, Teile des Oracle-Stacks zu verwenden, ist das kein Problem, soweit sich die Middleware-Anbieter an den Standard halten. Unsere Middleware-Produkte sind hot plugable und arbeiten problemlos mit anderen Produkten zusammenarbeiten, sowohl horizontal mit Produkten anderer Middleware-Anbieter wie auch vertikal mit Anwendungen anderer Hersteller.

CW: Von dieser schönen Softwarewelt träumen wir doch schon ziemlich lange?

SCHWIRZ: Ich bin zum ersten Mal davon überzeugt, dass es funktioniert. Softwarewerkzeuge und Standards waren noch nie so weit wie heute.

CW: Wann müssen die Oracle-Kunden umsteigen?

SCHWIRZ: Wir werden unsere Kunden auf keinen Fall zur neuen Softwaregeneration zwingen, indem wir das Wort De-Support in den Mund nehmen. Oracle hat ein unlimitiertes Commitment zur Wartung bestimmter Produkte und bestimmter Versionen abgegeben. Kunden können sich so in aller Ruhe ansehen, was wir in den nächsten Jahren entwickeln. Sie entscheiden, ob, wann und wie sie umsteigen wollen.

CW: Wie wird aus Ihrer Sicht die Reise in die neue SOA-Landschaft aussehen?

SCHWIRZ: Ich bin lange genug in dem Geschäft, um sagen zu können: Das wird kein bloßes Upgrade sein. Dieser Schritt bedeutet einen Wechsel in eine neue Welt. Ich finde aber, das ist ein faires Statement eines Herstellers. Kunden erwarten eine klare Ansprache. Fusion wird ein ganz neues Produkt mit einem zentralen Datenmodell, Grid Computing und einer offenen Middleware. Es wird auch neue Komponenten geben wie die Business Process Execution Language (BPEL) und den Business Activity Manager (BAM), die schon im kommenden Jahr für bestimmte Produkte zur Verfügung stehen sollen. Damit können die Kunden bereits anfangen, in Richtung SOA zu arbeiten.

CW: Also können die Kunden langsam Schritt für Schritt auf SOA umsteigen?

SCHWIRZ: Wie sie die Migration angehen können, dazu erarbeitet Oracle derzeit Vorschläge und White Papers, die zum Jahreswechsel herauskommen werden. SOA ist eine ganz neue Architektur. Wir tun alles, damit wir und unsere Kunden dem Wechsel entspannt entgegenblicken können. Dazu schützen wir die Investitionen unserer Kunden. Oracle hat mittlerweile eine Größe erreicht und erwirtschaftet entsprechende Margen, dass wir uns das leisten können.   [mehr]...
CW: Aber es hat doch einige Unruhe unter den Kunden gegeben?

SCHWIRZ: Das ist normal. Mittlerweile hat sich mit unseren Supportzusagen für die bestehenden Softwarelinien die Situation soweit beruhigt, dass wir ganz kontinuierlich weiterarbeiten können. Es gibt eine Strategie und ein Konzept von Oracle. Außerdem sagen wir nicht, es ginge alles ganz leicht. Wir behaupten nicht, der Kunde brauche nur ein paar Tools, die über Nacht liefen, und schon sei er in der neuen Softwarewelt. Für uns gilt es jetzt, unsere Vision wahr zu machen. Das ist ein hartes Stück Arbeit, das da vor uns liegt.

CW: Wie kam das bei den Kunden an?

SCHWIRZ: Gut. Ich möchte unsere Antworten möglichst schnell an alle Partner und Kunden verbreiten. Unser Wettbewerb versucht derzeit natürlich, massiv unsere Kunden abzuwerben. Das meine ich nicht negativ. Im umgekehrten Fall würden wir dasselbe. Es ist jedoch eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

CW: Wie konkret können Ihre Vorbereitungspapiere zur Migration denn schon sein?

SCHWIRZ: Wie das im Detail aussieht, kann ich noch nicht sagen. Die Vorbereitungen haben ein paar Monate gedauert, weil das nicht nur eine Strategie ist, sondern dahinter bereits handfeste Maßnahmen stecken. Das bedeutet, wir haben das Szenario zunächst am Schreibtisch einmal durchgespielt, haben eine Machbarkeitsanalyse erstellt und wissen nun, welcher Weg im Detail der gangbarste ist. Jetzt sind wir dabei, die entsprechenden White Papers zu formulieren. Ich vermute mal, diese werden noch nicht so konkret sein, dass keine Fragen mehr offen bleiben. Sie werden aber schon einiges an Substanz mitbringen.

CW: Derzeit baut jeder Hersteller an seinen Web-Services. Werden sich diese Services untereinander verstehen, oder kocht jeder Hersteller wieder sein eigenes Süppchen?

SCHWIRZ: Ich glaube, dass wir uns komplett an die Standards halten, soweit es die gibt. Was hier passiert, ist auch eine grundlegende Veränderung des Geschäftsmodells der Softwareindustrie. Mit diesen Web-Services ist es beispielsweise denkbar, dass sich die Fertigungstiefe eines Softwareunternehmens unterschiedlich definiert, je nachdem, wo man in der Wertschöpfungskette steht. Vielleicht passt sich unsere Industrie mehr und mehr an das Modell der Automobilbranche an. Ich gehe davon aus, dass die großen Blöcke von betriebswirtschaftlichen Prozessen von großen Herstellern geliefert werden. Vertikale Zusatzausprägungen wird es von kleineren Spezialanbietern geben. Beides wird in Zukunft von Haus aus zusammenpassen, wenn sich alle an die Standards halten. Ich kann nicht beurteilen, wie das bei den Wettbewerbern aussieht, aber wir werden uns an die Standards halten.

CW: Wie lange wird es aus Ihrer Sicht dauern, bis sich SOAs in der Fläche durchgesetzt haben werden?

SCHWIRZ: Ich gehe davon aus, dass die ersten Produkte, die man wirklich nutzen kann, etwa 2008 auf den Markt kommen werden. Dann wird es die typischen Adaptionskurven geben. Ich denke, die ganze Geschichte wird uns über den Wechsel des Jahrzehnts hinaus beschäftigen. Ich bin aber davon überzeugt, dass SOA das nächste große Ding in der Softwareentwicklung sein wird - wenn die Unternehmen anständig arbeiten.   [mehr]...
Zwar sind die deutschen Oracle-Anwender im großen und ganzen zufrieden mit dem Support ihres Softwarelieferanten. Es nach gibt aber nach wie vor Kritik.

Im Allgemeinen sei man mit dem Support von Oracle zufrieden, lautete das Ergebnis der jährlichen Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG), die anlässlich der 18. Anwenderkonferenz in Mannheim vorgestellt wurde. 20 Prozent der 143 befragten Oracle-Kunden gaben jedoch an, dass sich die Unterstützung im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert habe. In den beiden vergangenen Jahren lag dieser Anteil bei etwas über zehn Prozent. Rund 26 Prozent der Anwender gaben zu Protokoll, der Support sei im Vergleich zu 2004 besser geworden. Diese Frage hatten in den Jahren 2004 und 2003 noch über 30 Prozent der Befragten mit Ja beantwortet.

Der positive Trend habe sich damit im Vergleich zu den Vorjahren etwas abgeschwächt, analysierte Fried Saacke, Vorsitzender der DOAG, die Resultate. Im Vergleich zu früheren Zeiten habe sich der Support jedoch deutlich verbessert. So hatten 2002 noch über 55 Prozent der befragten Oracle-Anwender eine schlechtere Unterstützung durch den Datenbankspezialisten moniert.

Oracle-User vermissten in erster Linie durchgängige Support-Antworten in Deutsch sowie eine individuelle Betreuung. Demnach sei gerade bei komplexen technischen Problemen eine Kommunikation in Englisch oder gar "Indisch-Deutsch" nicht besonders hilfreich. Zudem würden Oracles Support-Mitarbeiter Anfragen sehr schematisch anhand eines starren Fragenkatalogs abarbeiten.

Das deutsche Oracle-Management nahm die Kritik an und versprach Abhilfe. Zwar werte man das Ergebnis insgesamt als sehr zufrieden stellend, interpretierte der deutsche Oracle-Chef Rolf Schwirz die Ergebnisse. Das heiße aber nicht, dass sich Oracle ausruhen dürfe. Als mögliche Lösung schlug Schwirz vor, dass die Nutzer künftig Profile auf der zentralen Online-Support-Plattform "Metalink" anlegen könnten. Damit ließe sich beispielsweise gewährleisten, Anwender mit einem tieferen technischen Verständnis gleich an einen versierteren Support-Level zu verweisen.

Zudem könnten die Nutzer dort ihren Wunsch nach einer lokalen Lösung ihres Problems eingeben. Seien schnelle Antworten gefragt, arbeite Oracle jedoch mit global verteilten Supportzentren, die rund um die Uhr nach entsprechenden Lösungen suchen. Dann müssten die Anwender jedoch damit rechnen, Antworten in Englisch zu bekommen. "Es ärgert mich, dass der Balken mit den schlechten Bewertungen angestiegen ist", meinte Schwirz abschließend, "das ist aber zugleich Motivation, etwas zu verbessern."

Besser geworden ist dem Oracle-Manager zufolge der Support im Applikationsbereich. Laut einer eigenen Umfrage hätten sich Peoplesoft-Kunden zufriedener über die aktuelle Unterstützung durch Oracle geäußert, als dies vor der Übernahme der Fall gewesen sei. Schwirz betonte, dass es für Oracle besonders wichtig sei, auf die Bedenken und Probleme der Applications-Kunden einzugehen. Die zahlreichen Übernahmen der vergangenen Monate hätten hier verständlicherweise für Unruhe gesorgt.

Auch das "Project Fusion", unter dem Oracle in den kommenden Jahren eine einheitliche Anwendungslinie entwickeln will, müsse man den Anwendern erklären. Der deutsche Oracle-Chef versicherte, dass bereits an Dokumentationen, die den Umstieg auf eine Service-orientierte Architektur (SOA) erläutern sollen, gearbeitet werde. Bereits Anfang kommenden Jahres soll es weitere Informationen dazu geben ...   [mehr]...
... Allerdings lässt Schwirz keinen Zweifel daran, dass der Umstieg von monolithischen aufgebauten Softwareblöcken auf eine Web-Services-Architektur einem Paradigmenwechsel gleichkomme, der sich sicher nicht von heute auf morgen bewerkstelligen lasse. Er gehe davon aus, dass dieses Thema Hersteller wie Anwender bis in das nächste Jahrzehnt hinein beschäftigen und für Spannung sorgen werde. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, den Kunden Sicherheit für ihre bestehenden Applikationen zu bieten.

Um dies zu gewährleisten, hat Oracle sein Support-Modell für alle Produktlinien vereinheitlicht. So gilt in den ersten fünf Jahren nach Produktionsbeginn einer Software der "Premier Support". Dafür verlangt Oracle jährlich 22 Prozent des Listenlizenzpreises an Wartungsgebühren. In den drei darauf folgenden Jahren bietet der Hersteller "Extended Support" an. Dafür wird im sechsten Jahr ein Aufschlag von zehn Prozent auf die Wartungsgebühren der Premier-Phase fällig, insgesamt also 24,2 Prozent Maintenance-Gebühr.

Dieser Anteil steigt in den Jahren sieben und acht um 20 Prozent der ursprünglichen Wartungsforderungen, also auf 26,4 Prozent. Ab dem neunten Jahr gilt unlimitiert der "Sustaining Support". Dafür verlangt Oracle wieder die Basisgebühr von 22 Prozent. Allerdings werden die Produkte in dieser Phase nicht mehr weiterentwickelt wie noch in den beiden Wartungszyklen zuvor. Anwender können jedoch weiterhin telefonisch Unterstützung anfordern und erhalten Patches für ihr Produkt.

Angesichts der bevorstehenden Änderungen wird es für Oracle immer wichtiger, seine Klientel hinter sich zu scharen. Schwirz räumt ein, dass Konkurrenten in dieser Situation versuchten, verunsicherte Kunden abzuwerben: "Oracle würde nicht anders handeln." Es liege nicht im Interesse Oracles, wenn sich Kunden mit dem Wettbewerb beschäftigten. "Wenn Kunden unzufrieden sind, dann sollten wir darüber reden", zeigte sich Schwirz verhandlungsbereit.

Auf den Wettbewerb reagiert hat Oracle bereits in seinem angestammten Datenbankgeschäft. Anfang kommenden Jahres soll mit der "10g Express Edition" eine kostenfreie Datenbank herauskommen, die Anwender sowohl für die Entwicklung wie auch produktiv einsetzen dürfen. Das Release soll funktional keine Einschränkungen bieten. Lediglich von der Infrastruktur ist der Einsatz limitiert. Demnach können maximal vier Gigabyte an Daten verwaltet werden. Die Datenbank ist ferner auf 32-Bit-Systeme unter Windows oder Linux beschränkt. Zudem kann die Express Edition maximal eine CPU und ein Gigabyte Arbeitsspeicher nutzen. Support wird Oracle für seine frei verfügbare Datenbank nicht bieten. Allerdings könnten Anwender über die Online-Community "Oracle Technology Network" (OTN) Unterstützung erhalten.

Dies sei eine Kampfansage an Angebote wie "MySQL", hieß es von Seiten des Oracle-Managements. Die Express Edition könne jeder Interessierte kostenlos aus dem Internet herunterladen, warb Oracle-Vice-President Günther Stürner für die Initiative. "Die Express-Edition ist nicht kostenlos", unterbrach Schwirz seinen Mitarbeiter schmunzelnd, "sie ist unentgeltlich." Oracle lasse sich das Produkt durchaus etwas kosten.   [mehr]...
Das Oracle-Management musste sich einige geharnischte Vorwürfe von Nutzern anhören. Anlässlich der aktuellen Jahreskonferenz der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) in Mannheim kam alles auf den Tisch, vor allem Fragen zu Lizenzen, Support und wie es mit den zugekauften Techniken und deren Support jetzt weitergehen soll. Der gewohnt offenen und fairen Atmosphäre zwischen Oracle und Nutzern tat dies zwar keinen Abbruch, aber das Management wird sich bewegen müssen. Dafür will nicht zuletzt die DOAG mit ihrem Engagement sorgen.

Thematisiert wurden zwar auch Einzelprobleme mit alten Lizenzbeständen, die im Zweiergespräch gelöst werden sollen. Aber eine ganze Reihe von Anwendern störte es, dass der Konzern seine Nutzer überhaupt nicht richtig kennt und einschätzen kann. "Wir leiden sehr unter dieser Schema-F-Bearbeitung von Support-Anfragen - für eine Firma, die im Jahr Hunderttausende Euro an Supportkosten zahlt, ist es nicht hinnehmbar, dass wir uns immer erst an den Fragen des First-Level-Support abarbeiten müssen, bevor wir endlich jemanden ans Ohr bekommen, der unser Problem versteht und lösen kann", sagte ein Anwender aus einem deutschen Großunternehmen.

Viele der Nutzer kennen ein anderes Problem mit Oracle-Umgebungen: Dass nämlich bei der Zusammenarbeit mit anderer Software - beispielsweise SAP - Funktionen zugeschaltet werden müssen, die dann wieder lizenziert werden müssen. Manchmal ist über deren Kosten und Pricing-Modell "herzlich wenig bekannt", monierte ein Anwender. Mangelnde Transparenz bei den Lizenzen war einer der meist geäußerten Vorwürfe auf der Konferenz.

Ein anderer stellte ganz klar die Frage, wie sich das Management die Pflege vorstellt, die bei wachsendem Portfolio entsteht, und welche konkreten Maßnahmen getroffen wurden, um die Nutzer von Peoplesoft- und J.D.Edwards-Lösungen zu versorgen. Er erntete von den mehreren Hundert Nutzern Applaus, als er sagte: "Die Bearbeitungszeiten sind jetzt schon nicht besonders, wie soll das erst werden, wenn der Support die ganzen alten Pakete von mittlerweile drei Firmen lernen muss?"

Rolf Schwirz, Deutschlandchef bei Oracle, sorgt sich um diese Fragen. Er will für mehr Transparenz sorgen und die Fragen der Nutzer weiterleiten, sagte er. Doch er verteidigte den Support: "Die Qualität des Supports ist unseren Umfragen zufolge besser geworden, gerade Peoplesoft-Kunden haben in einer Umfrage angegeben, dass ihre Zufriedenheit bei unseren Leuten signifikant höher ist."

Außerdem würden die Suiten natürlich "voll supported" und für alle auslaufenden Verträge gebe es "zeitnah einen Migrationspfad" und "volle Unterstützung." Schwirz: "Bei uns wird kein Kunde hinten runterfallen." Konkreter wurde er aber an dieser Stelle nicht. Und die Lizenzfragen? Damit will sich das Management beschäftigen.

Hilfreich dabei könnte sein, dass die DOAG als Verband sehr lebendig ist. Die internationalen Aktivitäten haben da schon den einen oder anderen Durchbruch auf den Weg gebracht. Fried Saacke, Geschäftsführer der DOAG: "Wir arbeiten als DOAG sowohl auf europäischer, als auch auf internationaler Ebene und haben jetzt mit Agnes Hombrecher, Wolfgang Scherrer und Rolf Scheuch gleich drei internationale Vertreter. Erste Erfolge auf diesen Ebenen erreichten beispielsweise die Anwendervereinigungen bei der Frage Multicore-Lizenzierung - das können wir uns als DOAG zwar leider nicht allein auf die Fahne schreiben, aber wir haben nach Kräften mitgemacht."   [mehr]...
Deutsche Anwender begrüßen den Schritt von Oracle, mit Fusion eine einheitliche Infrastrukturplattform zu entwickeln. Erste verfügbare Bestandteile, etwa zur Prozesssteuerung, werden positiv bewertet; dennoch besteht die Gefahr, dass Oracle scheitern könnte. Oracle-Boss Larry Ellison gilt als exzentrischer Charakter, aber er führt immerhin ein Unternehmen, das im Laufe des letzten Jahres fast 18 Milliarden Dollar für Zukaufe an Unternehmenssoftware aufbringen konnte. Man kann sie für falsch halten, aber die Strategie ist klar und wurde auf der Anwenderkonferenz Open World in San Francisco von den alten und neuen Kunden mehrheitlich positiv aufgenommen.

Auf Basis der Service Oriented Architecture (SOA) soll eine einheitliche Struktur für sämtliche Produktlinien des nicht gerade kleinen Gemischtwarenladens geschaffen werden. Das Project Fusion beschreibt den großen Wurf, die jeweils besten Features von Oracle, Peoplesoft, J.D. Edwards und demnächst Siebel zu einer einheitlichen Plattform auf Java-Basis zusammenzufassen. Mittels der SOA-Plattform soll der Bauplan des ambitionierten Projektes in die Tat umgesetzt werden; die ersten Komponenten will Oracles President Charles Phillips 2007 fertig haben.

Das Streben nach Integration hat einen simpelen Grund: Oracle hat nun auf einmal die Hete-rogenitätsprobleme der Kunden im eigenen Haus - für Rolf Scheuch, Vizepräsident der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) ein Grund mehr dafür, dass tatsächlich etwas passieren muss in Richtung Vereinheitlichung und offene Standards. Denn Oracle sei nun gezwungen, sich zu bewegen, was letztlich positiv für die Kunden sei.

Damit sei laut dem DOAG-Vize eine klare Alternative zu der Enterprise Service Architecture von SAP möglich: eine SOA-fun-dierte Menge von unterschiedlichen Komponenten nicht nur aus dem eigenen Haus gegen die eine große Suite aus einer Hand. Scheuch: "Oracle geht jetzt den Weg der Kunden."   [mehr]...
Oracle hat weitgehend unbemerkt schon letztes Jahr die kleine Softwareschmiede Collaxa übernommen, die mit ihrem Prozess-Tool die Basis für das anspruchsvolle Fusion-Projekt ins Haus brachte. Das Versprechen hat es in sich: Mit der Fusion-Architektur lassen sich die traditionellen Systeme mit den kommenden SOA-Technologien verbinden. Über Middleware-Layer und eine Modularisierung werden Applikationen unter einen gemeinsamen Schirm gebracht, in einem ersten Schritt wird der Application-Server mit zusätzlichen Tools als Fusion Middleware zusammengefasst. Das Ziel von Fusion ist es darüber hinaus, nicht nur Daten wie die klassischen Integrationsplattformen á la Tibco oder Bea auszutauschen, sondern die Businessprozesse selbst miteinander zu verkoppeln (loosely coupled Services). Services dieser Art sind in anderen Zuammenhängen wiederverwendbar und senken die Entwicklungskosten von Software.

Auf der Open World wurde bereits eine Reihe von konkreten Umsetzungen vorgestellt, die sich jedoch alle noch in der Evaluierungsphase befinden. Geht es nach den Softwareingenieuren von Oracle, werden zum Beispiel schon bald Peoplesoft Enterprise CRM, J.D. Edwards Enterprise One SCM und Oracle E-Business Suite Financials gemeinsam Bestell-, Lager- und Billing-Prozesse abwickeln. Die Abstimmung und Integration zwischen den verschiedenen Komponenten wird automatisch durch den Process Manager geregelt, der auf einer gemeinsamen Konsole alle Schritte inklusive eines Dashboards darstellt.

Für Scheuch von der DOAG steht viel auf dem Spiel: Er ist der Ansicht, dass Oracle erstmals den praktischen Nutzen einer SOA beweisen könnte, einem Ansatz zur Prozessmodellierung, der bislang eher auf der theoretischen Ebene glänzte. Erste Beispiele sind vorhanden: So hat die Deutsche Post bereits ein entsprechendes SOA-Konzept mit Oracle zum prozessgesteuerten Briefversand realisiert.

Fusion könnte noch etwas anderes bewirken: eine neue Phase der Integration zwischen den Produkten unterschiedlicher Hersteller, letztlich so etwas wie die Überwindung proprietärer Welten. Auf der Open World gab Oracle bekannt, dass man mit IBM ein Abkommen geschlossen habe, Websphere zur zusätzlichen Runtime-Umgebung für die Fusion-Applikationen machen zu können. Gleiches für die Middleware von Bea zu tun, lehnt Phillips auf Nachfrage ab: Bea sei kein "wichtiger Player am Markt". Sein Unternehmen denke dagegen ernsthaft darüber nach, die eigenen Applikationen für IBMs Datenbank DB2 frei zu geben, die die Basis für Siebeis On-demand-Angebot für CRM darstellt. Vielleicht wird es ja diesmal etwas mit der Interoperabilität.   [mehr]...
Mit Siebel kauft Oracle innerhalb von zwölf Monaten das fünfte Unternehmen. Rechnet man J.D. Edwards hinzu, müssen sogar sechs Firmen miteinander verschmolzen werden. Allein das Vereinheitlichen und Abspecken der Organisationen kommt einer Sisyphus-Arbeit gleich. Damit, dass die Produkte eng miteinander verzahnt und integriert werden, kann ernsthaft niemand mehr rechnen. Stimmen Aktionäre und Aufsichtsbehörden der Siebel-Übernahme zu, darf Oracle fünf CRM-Produkte sein eigen nennen: von Peoplesoft, J.D. Edwards, Retek, Siebel und das eigene in der E-Business-Suite. Da läuft es entweder auf Koexistenz, das Überleben des Besten oder auf eine Minimal-Integration auf Schnittstellenebene hinaus, damit die verschiedenen Applikationen überhaupt miteinander reden können. Das Jahrzehnte lang erfolgreich von ERP-Anbietern gebrachte Argument, wonach eine tief integrierte Standardsoftware ä la Mysap oder E-Business Suite einem Best-of-Breed-Ansatz allemal vorzuziehen sei, hat sich damit wohl endgültig überlebt.

Doch obwohl Oracle mit der Übernahme von Siebel ein doppeltes Risiko trägt - Integration der Organisation, glaubwürdige Abstimmung des Produktportfolios - bleibt dem Softwarehersteller keine andere Wahl. Im hart umkämpften Datenbankmarkt - vor allem Microsoft und IBM setzen Oracle zu - existieren zu wenig Wachstumschancen. Im Gegenteil: Durch den Einzug von Open-Source-Produkten können die Umsätze sogar schrumpfen. Also muss Oracle-Chef Larry Ellison die Flucht nach vorn in das Applikationsgeschäft antreten. Zum einen, um die Basis für die eigenen Infrastrukturprodukte abzusichern (Datenbanken, Applikations-Server, Entwicklungswerkzeuge) und zum andern um die Kundenbasis zu vergrößern, in der sich dann besser das so genannte Up-und Cross-Selling bewerkstelligen lässt. Theoretisch ist beim Verkauf von mehreren Produkten (Up-Selling) verschiedener Bereiche (Cross-Selling) an einen Kunden ein großes Produktportfolio vorteilhaft. Allerdings nur dann, wenn sich die angebotenen Waren klar voneinander abgrenzen lassen oder sich ergänzen. Das ist jedoch bei Oracle nicht erkennbar. Mit der Übernahme von Siebel vergrößert man zwar die Kundenbasis erheblich, aber das Produktportfolio gleicht immer stärker einem Bauchladen, in dem sich kein Interessent mehr zurecht findet. Deshalb stehen die Chancen für das Aufgehen der Ellison-Gleichung eher schlecht.   [mehr]...
Die deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) befragte jüngst rund 80 Unternehmen, wie sie zum Thema "Oracle als Lösungsanbieter" stehen. Die konsultierten Anwenderunternehmen betreiben eine der Oracle-Applikationen eBusiness-Suite, Peoplesoft Enterprise und JD Edwards Enterprise One. Die Antwortgeber bemängelten, dass Oracle wenig Bereitschaft zeige, Verantwortung für die erfolgreiche Einführung von Lösungen zu übernehmen. Oft seien den Anwendern die Ansprechpartner bei Oracle unbekannt, und die zukünftige Produktstrategie ist vielen nicht transparent genug. Eine Perspektive bis 2013, wie für Peoplesoft und JD Edwards gegeben, sei zu kurz gefasst. Antworten auf diese Kritikpunkte erwartet die DOAG im November zur Anwenderkonferenz von Oracle.   [mehr]...
Im Project Fusion will Oracle die von J.D. Edwards und Peoplesoft übernommenen Anwendungen mit dem hauseigenen System zusammenführen. In Deutschland fühlen sich Anwender aus dem Mittelstand verunsichert und beklagen eine mangelnde Informationspolitik. "Wie geht es mit unserer Standardsoftware nun weiter?", lautet die am häufigsten gestellte Frage bei den Anwendern der Unternehmenssoftware von Peoplesoft und J.D. Edwards. Eine Befragung der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) gemeinsam mit den deutschen User Groups von Peoplesoft und J.D. Edwards bei 72 heimischen Unternehmen ergab ein zwiespältiges Ergebnis: "Oracle ist zu wenig bereit, Verantwortung für die Einführung von Lösungen zu übernehmen", fasst DOAG-Vorstandssprecher Rolf Scheuch zusammen.

Zunehmend Sorgen bereitet den Anwendern die unzureichende Informationspolitik der US-Zentrale. Es gibt zwar eine offizielle Roadmap für die Zusammenführung der bis dato getrennten Produktlinien Peoplesoft Enterprise, J.D. Edwards Enterprise One und Oracle E-Business Suite, dennoch nehmen die Klagen über eine kaum transparente Produktstrategie zu: "Wir wissen nicht, wie die gemeinsame Plattform ab 2008 aussehen wird", bekennt Thomas Zoller, stellvertretender Vorsitzender der J.D.-Edwards-User-Group.

Die unter dem Namen Projekt Fusion vorgestellte einheitliche Anwenderplattform soll ab 2008 als service- und standardbasierte Informationsarchitektur die Nachfolge der bisherigen Produktfamilien antreten. Es gibt allerdings keinerlei Hinweise, wie die Schnittstellen oder das in Aussicht gestellte einheitliche Datenmodell aussehen werden. Jens Kürschner, Business Manager Application Consulting Services bei Oracle Deutschland, versichert lediglich, dass ein nahtloses Upgrade aus den Legacy-Anwendungen möglich sein wird: "Wir werden in den nächsten fünf Jahren kundenindividuelle Migrationsstrategien durch das Oracle Consulting anbieten."

Als Schlüssel für eine bessere Marktposition im SAP-dominierten Markt für das Enterprise Resource Planning (ERP) sehen Oracle-Manager das überarbeitete Support-Angebot und ein neues Partnermodell für Implementierungen. Eine Special Edition für mittelständische Unternehmen soll die Anwender davon abhalten, über Lockangebote zur SAP- und Microsoft-Konkurrenz abzuwandern. Unklar ist bisher allerdings die Preispolitik hinsichtlich Lizenzen und Service. Es sei lediglich beschlossene Sache, dass mindestens 70 Prozent der Lizenzkosten bei einem Umstieg auf Oracle-Anwendungen erlassen werden, heißt es aus Hersteller-Kreisen.

Laut Zoller setzen in Deutschland rund 70 Unternehmen überwiegend aus dem Produktions umfeld J.D.-Edwards-Applikationen ein. Häufig laufen diese Anwendungen auf AS/400-Rechnem von IBM und nutzen verschiedene Datenbanksysteme. Für dieses Klientel bedeutet der Merger "einen kleinen Flächenbrand", so Zoller, da sich die Firmen im Laufe der Jahre durch Softwareanpassungen vom Standard entfernt haben. "Das wird beim Upgrade große Probleme schaffen", ist der Anwendervertreter überzeugt.

Auch Peoplesoft-Anwender fürchten, dass die Abhängigkeit von den Core-Produkten aus den USA unter der Regie von Oracle nicht geringer wird. Der Hauptkritikpunkt an dieser Organisationsstruktur liegt darin, dass in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Änderungen in Deutschland viel zu langsam Einzug in die Produktupgrades aus den USA gehalten haben.

"Die Lohnbuchhaltung hierzulande unterscheidet sich sehr deutlich von der amerikanischen Payroll", betont Michael Liedebrand, Vorsitzender der Peoplesoft User Group. Fehlen nun beim Hersteller Ansprechpartner oder kompetente Berater, kann sich das schnell zu einem Chaos auswachsen: "Die landesspezifischen Erweiterungen müssen künftig schneller und besser eingepflegt werden", fordert Liedebrand ...   [mehr]...
Um seine Applikationskunden nicht weiter zu verunsichern, wird der Hersteller schnell Details über sein "Project Fusion" liefern müssen.

Laut einer Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) beklagen Kunden im Applikationsumfeld vor allem Informationsdefizite, was Ansprechpartner und die künftige Produktstrategie betrifft. Der Datenbankspezialist werde zwar zunehmend als Lösungsanbieter wahrgenommen und habe aufgezeigt, wie es mit den Produkten von Peoplesoft und J.D. Edwards weitergehen soll, berichtet Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG. "Doch gerade mittelständische Unternehmen erwarten für ihre Entscheidungen Investitionssicherheit, die weit über zehn Jahre hinausgeht." An der jüngsten Umfrage haben sich 72 Unternehmen beteiligt. Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Kunden, die sich seit dem offiziellen Vollzug des Mergers in Deutschland am 17. Juni dieses Jahres unter dem Oracle-Dach wiederfinden, fordern vor allem mehr Informationen darüber, wie es mit den Produkten weitergeht. Das Project Fusion, mit dem Oracle ab 2008 eine neue Applikationsplattform präsentieren will, sorge für Irritationen, berichtet Thomas Zoller von der ehemaligen Peoplesoft German User Group (GUG). Es werde nicht einfach sein, drei Produktlinien zu integrieren.

Michael Liedebrand, Vorsitzender der "Regional User Group Germany" der Peoplesoft-Enterprise-Kunden, hofft, dass Oracle bei der weiteren Entwicklung Rücksicht auf die Besonderheiten des deutschen Marktes nimmt. In der Vergangenheit sei dies teilweise schwierig gewesen, weil Peoplesoft stark von den USA aus gesteuert worden sei. Das werde sich hoffentlich im Zusammenhang mit der Entwicklung von Fusion ändern. Um planen und den weiteren Einsatz seiner Peoplesoft-Lösung auch intern rechtfertigen zu können, benötige er mehr Informationen.

Doch damit hält sich Oracle zurück. Günther Stürner, Vice President für die Business Unit Database und Server Technology Competence Centers in Deutschland, räumt ein, dass es noch keinen genauen Plan für Fusion gebe. Um ein fundiertes Konzept zu liefern, benötige Oracle noch etwas Zeit. Man könne daher noch keine Aussagen darüber machen, welche Plattformen und Datenbanken künftig unterstützt würden, ergänzt Jens Kürschner, Business Manager Application Consulting Services von Oracle in Deutschland. "Es wird jedoch kein Kunde auf der Strecke bleiben."

Bei Oracle scheint man sich der Probleme zumindest bewusst zu sein. "Eine unsichere Kundenbasis ist infektanfällig", gibt Oracle-Manager Stürner zu. Die Möglichkeiten, spezifische Anforderungen deutscher Anwender in der künftigen Entwicklung zu berücksichtigen, schätzt Stürner für gut ein. Erfolge im Heimatmarkt der SAP würden im US-amerikanischen Hauptquartier hoch geschätzt.   [mehr]...
Laut einer Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) beklagen Kunden im Applikationsumfeld vor allem Informationsdefizite, was Ansprechpartner und die künftige Produktstrategie betrifft. Der Datenbankspezialist werde zwar zunehmend als Lösungsanbieter wahrgenommen und habe aufgezeigt, wie es mit den Produkten von Peoplesoft und J.D. Edwards weitergehen soll, berichtet Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG. "Doch gerade mittelständische Unternehmen erwarten für ihre Entscheidungen Investitionssicherheit, die weit über zehn Jahre hinausgeht." Eine Perspektive bis 2013 reiche hier nicht aus, resümiert Saacke.

An der Umfrage haben sich 72 Unternehmen beteiligt. Angesichts des schwachen Standings von Oracles Anwendungsgeschäft im Heimatmarkt des großen Konkurrenten SAP sei diese Zahl jedoch durchaus beachtlich, zieht Rolf Scheuch, Vorstandsmitglied der DOAG, eine positive Bilanz der jüngsten Anwenderbefragung.

Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Kunden, die sich seit dem offiziellen Vollzug des Mergers in Deutschland am 17. Juni dieses Jahres unter dem Oracle-Dach wieder finden, fordern vor allem mehr Informationen darüber, wie es mit den Produkten weitergeht. Vor allem das Projekt "Fusion", mit dem Oracle ab 2008 eine neue Applikationsplattform präsentieren will, sorge für Irritationen, berichtet Thomas Zoller von der ehemaligen Peoplesoft German User Group (GUG). Es werde nicht einfach sein, drei Produktlinien zu integrieren. Zoller verweist vor allem auf die langjährigen "World"-Kunden von J.D.-Edwards. Deren Systeme seien teilweise so stark angepasst, dass sie praktisch nicht mehr Upgrade-fähig seien.

Michael Liedebrand, verantwortlich für das Peoplesoft-Personal-Management-System der Deutschen Bahn, hofft, dass Oracle bei der weiteren Entwicklung Rücksicht auf die Besonderheiten des deutschen Marktes nimmt. In der Vergangenheit sei dies teilweise sehr schwierig gewesen, weil Peoplesoft stark von den USA aus gesteuert worden sei. Kunden hätten selbst Hand an ihre Lösungen legen müssen, um die Software an die gesetzlichen Vorgaben hierzulande anzupassen.

Das werde sich hoffentlich im Zusammenhang mit der Entwicklung von Fusion ändern, mahnt Liedebrand. Falls die Kunden nicht einbezogen würden, bestehe die Gefahr, dass am Ende die neue Lösung nicht das sei, was die Anwender wollten. "Die Kunden erwarten keinen Ferrari mit zehn Sitzen und einer Ladefläche." Der IT-Manager wünscht sich, dass die künftigen Lösungen einfacher zu handhaben sind und damit die Kosten gesenkt werden können.

Allerdings fällt es dem IT-Manager der Deutschen Bahn momentan schwer, seine Anliegen zu adressieren. Seit dem offiziellen Vollzug der Peoplesoft-Akquisition im Januar und der darauf folgenden Umsetzung im Juni in Deutschland habe er lediglich zwei Briefe von Oracle erhalten, in denen die organisatorischen Veränderungen angekündigt wurden. Um planen und den weiteren Einsatz seiner Peoplesoft-Lösung auch intern rechtfertigen zu können, benötige er jedoch mehr Informationen.

Doch damit tut sich Oracle derzeit schwer. Günther Stürner, Vice President für die Business Unit Database und Server Technology Competence Centers in Deutschland, räumt zwar ein, dass es mehr Informationen geben müsse. Einen Blueprint für Fusion gebe es jedoch noch nicht. Um ein fundiertes Konzept zu liefern, benötige Oracle noch etwas Zeit. Man könne noch keine offiziellen Aussagen darüber machen, welche Plattformen und Datenbanken künftig unterstützt würden, ergänzt Jens Kürschner, Business Manager Application Consulting Services von Oracle in Deutschland. Auch mit einen Zeitplan, wann mit konkreten Plänen zu rechnen sei, könne Oracle derzeit nicht dienen.   [mehr]...
Die überwältigende Mehrheit der IT-Manager nutzt persönlich aufgebaute Kontakte für ihre Arbeit. Die Umfrage unter 276 Personen hinsichtlich Anwendervereinigungen wie DSAG, DOAG oder Encompass) ergab folgendes Ergebnis:

Kenne ich nicht: 27 Prozent

Kenne ich, nutze ich aber nicht: 34 Prozent

Nutze ich selten: 17 Prozent

Nutze ich regelmäßig: 22 Prozent   [mehr]...
Bei der Zusammenführung der Produktlinien von Peoplesoft und J.D. Edwards mit der eigenen betriebswirtschaftlichen Anwendungssoftware geht Oracle zunächst behutsam vor. Erst in drei Jahren gibt es eine gemeinsame Plattform. Den Support für die drei Produkte Peoplesoft Enterprise, J.D. Edwards Enterprise One und Oracle E-Business Suite wollen die Kalifornier bis mindestens 2013 fortführen. Damit räumt Oracle nach eigenen Angaben den Bestandskunden der übernommenen Wettbewerber genügend zeitlichen Vorlauf für die Migration auf die kommende Plattform ein.

Diese Einschätzung teilt auch die Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Es spreche derzeit vieles dafür, dass die verschiedenen Softwarelinien nur in kleinen Schritten zusammenwachsen. ¿Wir gehen davon aus, dass keiner aus Unsicherheit jetzt Oracle den Rücken kehrt", erklärt der stellvertretende DOAG-Vorsitzende Rolf Scheuch. Die langjährige Wartungsgarantie sei für alle übernommenen Bestandskunden ein klares Signal zur Kooperation. Denn vor allem mittelständische J.D.-Edwards-Anwender zeigten sich in den vergangenen Wochen besorgt über die Zukunft ihrer Anwendungsumgebung unter der Regie von Oracle.

Auch den älteren Versionen von Enterprise One will Oracle nicht sofort die Unterstützung entziehen. So können Anwender der Version XE und Enterprise One 8.0 noch bis zum Februar 2007 mit Wartung und Service rechnen. Außerdem übernimmt Oracle die von Peoplesoft mit den bisherigen Vertragskunden vereinbarten Wartungszeiträume für Hard- und Software, Datenbanken sowie Betriebssysteme. Offenbar ist der Softwarekonzern auch bereit, die damit verbundenen Zahlungskonditionen beizubehalten.

In diesem Jahr will Oracle nur wenig an den laufenden Systemen ändern. Rund 3000 Entwickler und 1000 Support-Mitarbeiter kommen allein von Peoplesoft und sollen in den nächsten Monaten ihren Job unter der neuen Firmenleitung fortführen. Die Roadmap der Kalifornier sieht für das Jahr 2006 die Einführung von Release 9 für Peoplesoft Enterprise und Release 8.12 für J.D. Edwards Enterprise One sowie Release 12 für die eigene E-Business Suite vor.

In den darauf folgenden zwei Jahren konzentriert Oracle seine Entwicklerteams auf die Ausarbeitung eines einheitlichen Datenmodells für alle drei Produktlinien. Parallel dazu soll eine serviceorientierte Architektur entstehen, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 zur Verfügung steht. Ab diesem Zeitpunkt wird die Entwicklung der bisherigen Anwendungen eingestellt.   [mehr]...
Mit der Verfügbarkeit von x64-Versionen des Microsoft-Betriebssystems Windows 2003 eröffnen sich neue Möglichkeiten für den Einsatz preiswerter Server, Workstations und Desktops auf der Basis von x64-Prozessoren. Das Angebot wird breiter, die Auswahl zugleich flexibler und schwieriger.

Was hat ein IT-Verantwortlicher davon? Soll er bei bewährten Unix-Midrange-Lösungen bleiben, für die er viel Geld investiert hat und für die Tausende von 64-Bit-Programmen existieren? Soll er billigere Windows-kompatible Opteron- oder Xeon-Server wählen und in Kauf nehmen, dass seine Applikation vielleicht noch nicht in 64-Bit verfügbar ist? Soll er auf PowerPC setzen oder doch besser abwarten?

Für viele dürfte die Antwort "sowohl als auch" lauten. Denn wenn 64-Bit-Rechner nur noch geringfügig billiger sind als 32-Bit-Varianten, greift wohl jeder zum leistungsfähigeren System. Aber die entscheidende Frage muss heißen: Welche Applikationen profitieren davon am meisten? "Es dürften die Applikationen sein, die am rechenintensivsten sind und jede Menge Speicher benötigen", bringt es Klaus Hübner, Systems Engineer bei Novell SuSE Linux, auf den Punkt.

An erster Stelle stehen hier Datenbanken, da sind sich Hersteller wie IBM, Oracle, Microsoft oder Intel einig. Im gleichen Atemzug werden geschäftskritische Anwendungen genannt wie Data Warehouse, Business Intelligence, ERP, Softwareentwicklung, Multimedia sowie CAD-Software. In allen diesen Bereichen mussten sich die Anwender bislang oft mit Krücken behelfen, die Zahl der Nutzer drastisch begrenzen oder auf bestimmte Auswertungen oder Berechnungen ganz verzichten. Damit ist jetzt Schluss.

Beispiel Datenbanken: "Für uns ist die 64-Bit-Plattform mit 64-Bit-Windows sehr interessant", freut sich Günther Stürner, Vice President Sales Consulting und Leiter des Geschäftsbereichs Datenbanken. Die 32-Bit-Speichergrenze sei schon lange ein Problem gewesen. Die Vorteile lägen auf der Hand: Man könne große Datenbank-Analysen für wesentlich mehr User gleichzeitig verfügbar machen - bei besserer Skalierung und höherer Performance.

"64-Bit ist für unsere Mitglieder extrem wichtig", ergänzt Rolf Scheuch, stellvertretender Vorsitzender der DOAG (Deutsche Oracle User Group). Für IT-Verantwortliche bedeutet das: "Hauptspeicherkonfigurationen, die zweistellige GB-Zahlen erreichen und für die (zum Beispiel bei Data Warehousing) die Unterstützung von sehr vielen Benutzern erforderlich sind, können nunmehr mit 'PC-Hardware' angegangen werden", so Scheuch. Einige Unternehmen würden dies bereits nutzen, etwa auf Enterprise Linux-Plattformen mit den 64-Bit-Versionen von Oracle.

Beispiel Software-Entwicklung: Hier rechnet Stürner damit, dass die Programme noch mächtiger und komplexer werden, da die Programmierer sorgloser mit den Ressourcen umgehen werden.   [mehr]...
Eine Tagung der Deutschen ORACLE-Anwendergruppe (DOAG) e.V. am 12. Mai 2005 in Bonn behandelt das Thema Radio Frequency Identification (RFID) im ORACLE-Umfeld. Die eintägige Veranstaltung vermittelt neueste Trends, Erfahrungsberichte, technische Lösungen und vieles mehr ...

Spätestens seit dem Losverfahren zur Vergabe der Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist das Thema RFID in aller Munde. Jeder, der eine der begehrten Eintrittskarten bekommen möchte, muss zuvor seine persönlichen Daten bekannt geben. Diese sind dann in einen RFID-Chip abgelegt, der auf dem Ticket angebracht ist. Beim Betreten des Stadions werden quasi im Vorbeigehen die gespeicherten Daten von einem Sensor ausgelesen. Anschließend lässt sich bei einer Ausweiskontrolle leicht feststellen, ob derjenige, der die Karte vorzeigt, mit dem eingetragenen Käufer identisch ist. So möchten die Veranstalter den Schwarzmarkt von Eintrittskarten verhindern sowie namentlich bekannte Randalierer fern halten.

RFID wird mittlerweile überall als Nachfolger der Barcode-Technologie gehandelt. Im Gegensatz zu den Strichcodes, die lediglich dazu dienten, in Form einer Artikelnummer ein bestimmtes Teil zu identifizieren, kann der winzige RFID-Chip einen kompletten Datensatz speichern. Der enorme Vorteil besteht jedoch darin, dass diese Informationen drahtlos von einem RFID-Scanner erfasst werden, wenn man den Chip in einer bestimmten Entfernung daran vorbei bewegt. Damit verspricht diese Technologie im Bereich der unternehmensübergreifenden Logistikketten völlig neue Möglichkeiten. Die einfache und schnelle Identifikation bewegter Güter reduziert nicht nur Arbeitsaufwand und Fehlerquellen, sie ist auch Grundlage für eine umfassende Transparenz der Prozesse.

Erste Erfahrungen mit der RFID-Technologie haben jedoch ergeben, dass die nachgeschaltete ERP-Software mit den übermittelten Datenmengen überfordert ist. Etablierte Datenbank-Hersteller wie beispielsweise ORACLE umgehen das Problem mittlerweile mit vorgeschalteten Filtern, damit die entsprechende Applikation nur noch die Informationen verarbeiten muss, die für den Geschäftsprozess erforderlich sind.

Eines der ersten umfassenden Pilotprojekte mit RFID-Einsatz hat die NASA zusammen mit ORACLE auf der Edwards Air Force Base in Südkalifornien erfolgreich abgeschlossen. Eingehende Chemikalien werden mit einen RFID-Chip versehen und anschließend eingelagert. Sensoren halten alle Bewegungen der Container fest und geben sie an eine Datenbank weiter. Bei Unstimmigkeiten wird sofort eine entsprechende Meldung ausgelöst.

Wie bei jeder Einführung einer neuen Technologie muss man auch bei RFID die Richtung ausloten, in die sich das Ganze entwickeln wird. Aus diesem Grund hat sich die Deutsche ORACLE-Anwendergruppe (DOAG) entschlossen, eine ganztägige Veranstaltung zu diesem Thema zu organisieren. Experten und Anwender berichten in unterschiedlichen Vorträgen über Erfahrungen, Hintergründe und Konzepte mit RFID. Ein Schwerpunkt ist die Integration der Technologie in die ORACLE-Produkte Datenbank, Application-Server, Oracle-eBusiness-Suite, Development- und Administrations-Tools.

Zur Eröffnung spricht Prof. Dr. Oberweis von der Universität Karlsruhe zum Thema: RFID - Anforderungen an das moderne Informations- und Prozessmanagement. Weitere Punkte auf der Agenda sind die Chancen von RFID im Supply Chain Management sowie die realistische Betrachtung aus Sicht eines erfahrenen Lösungsanbieters. Abgerundet wird die Tagung durch einen Anwenderbericht über das NASA-Projekt. Wie bei allen Veranstaltungen der DOAG bleibt den Teilnehmern ausreichend Zeit zum Austausch von persönlichen Erfahrungen und Meinungen.   [mehr]...
Wichtige Auftritte auf der IT-Messe Cebit gehören im ERP-Umfeld den Unternehmen SAP, Microsoft und Infor Global Solutions. Doch auch mittelständische Anbieter wissen mit Neuerungen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Die Konsolidierung des ERP-Marktes schreitet voran. Waren es vor wenigen Jahren noch Baan, Navision und Axapta, die geschluckt wurden, so richtet sich das Augenmerk nun auf das Unternehmen Oracle, das sich kürzlich Peoplesoft einverleibt hat. Doch wer wird der lachende Dritte sein? "Die kurz- und mittelfristigen Gewinner bleiben SAP und Microsoft, gefolgt von den anderen etablierten ERP-Anbietern", erklärt Rüdiger Spies, bis vor kurzem ERP-Analyst bei der Meta Group. "Der Grund liegt darin, dass Oracle und Peoplesoft ein Großreinemachen in den Applikationen und im eigenen Management- und Entwicklerteam durchführen müssen." Erste Pläne besagen, dass Oracle 5000 Mitarbeiter entlassen will. Spies ist pessimistisch: "Ich bin der Ansicht, dass die beiden Produkte nicht zusammenpassen. Wenn man noch J.D. Edwards hinzunimmt, sind es sogar drei Produkte." SAP und Microsoft bieten den Peoplesoft-Kunden inzwischen bereits Migrationen an. Branchenkenner Wolfgang Martin befürchtet, dass sich Oracle jetzt noch SSA GT einverbleiben wird, um im Mittelstand Marktanteile zu gewinnen: "Nun gibt es mit SAP, Oracle, Microsoft und IBM vier Riesen. Ich zähle IBM dazu,da es in Zukunft um serviceorientierte und ereignisgetriebene Architekturen gehen wird, die auf einer Applikations-Infrastrukturplattform aufsetzen." IBM sei zudem in den Bereichen Datenintegration und Metadatenmanagement führend geworden. Die SAP AG, deren Chef Henning Kagermann die Messe eröffnet, will sich auf der Cebit "noch stärker als Anbieter von Gesamtlösungen positionieren und Produkte, Beratung und Dienstleistungen als Einheit" präsentieren ...

Der zweite ERP-Riese in Hannover ist die Microsoft Deutschland GmbH. Während Oracle nur bei seiner deutschen Anwendergruppe DOAG zu sehen ist (Halle 4) und keine Angaben über die Präsentation macht, zeigt sich Microsoft gleich in drei Hallen ¿   [mehr]...
Ab diesem Jahr will Oracle alle drei Monate Patches für Sicherheitslücken und andere Fehler in seiner Software bereitstellen. Von der deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) gab es dafür nicht nur Lob: "Die Anwender erwarten eine klare Dokumentation darüber, welcher Patch für welchen Zweck notwendig ist." Außerdem müsse es möglich sein, nur unbedingt erforderliche Patches einzuspielen. Schließlich wünscht die Vereinigung Verbesserungen beim Installieren der Korrekturen: Die Arbeit mit den vorhandenen Werkzeugen empfindet sie als aufwändig.   [mehr]...
Im November 2004 fand in Mannheim die 17. Deutsche Oracle-Anwenderkonferenz statt, anlässlich derer Fried Saacke uns seine Einschätzung zu Oracle 10g und Grid Computing lieferte.

Java Magazin: Oracle 10g ist seit Anfang des Jahres auf dem Markt. Nach der Einführung von Oracle 9i war einige Zeit Zurückhaltung seitens der Kunden zu beobachten. Wie verhält sich dies nach Ihren Erfahrungen mit 10g? Hat sich das neueste Release bei den Kunden im deutschsprachigen Raum bereits etabliert?

Fried Saacke: Uns sind bisher fast ausschließlich Testinstallationen bekannt. Ab der Version 10.1.03, in der viele unangenehme kleine Probleme behoben worden sind, empfiehlt sich der Einsatz. Für die meisten Anwender reicht die Funktionalität früherer Releases weiterhin aus. Wer momentan noch die Version 8.1.7 einsetzt, sollte jedoch gleich auf 10g migrieren und die Version 9 überspringen.

Java Magazin: Wie sehen denn die bisherigen Erfahrungen mit Oracle 10g aus?

Fried Saacke: Bisher liegen noch nicht viele Erfahrungen vor. Die ersten Anwender, die bisher testweise migriert haben, haben gerade einmal versucht, mit 10g dasselbe hinzubekommen wie mit 9i.

Java Magazin: Grid Computing avanciert zum neuen Hype-Thema. Kosten sollen reduziert, Flexibilität und Skalierbarkeit erhöht werden. Wie weit kann und soll das Konzept Grid Computing aus Ihrer Sicht in der Praxis kundenorientiert umgesetzt werden?

Fried Saacke: Aus unserer Sicht ist Grid Computing ein Schritt in die richtige Richtung, da es die Wartbarkeit und Ressourcenoptimierung der Hardware verbessert. Bei den Kosten empfehlen wir eine umfassende Kalkulation: Einsparungen bei den Hardwarekosten sind sicher realisierbar, demgegenüber muss man aber auch auf der Softwareseite die Lizenzkosten von Oracle für beide Alternativen vergleichen, um später keine unangenehme Überraschung zu erleben. Außerdem sind die Installationskosten bei den unterschiedlichen Hardwareanbietern zu vergleichen.

Java Magazin: Kennen Sie Unternehmen,die die Grid-Technologie bereits praktisch verwenden?

Fried Saacke: Erste Erfahrungen von DOAG-Mitgliedern haben gezeigt, dass die RAC-Technologie bereits etabliert ist. Trotz aller Euphorie ist allerdings zu beachten, dass es noch wenig fundierte Erkenntnisse hinsichtlich Hochverfügbarkeit und langfristiger Stabilität des Grid-Ansatzes im täglichen Einsatz über einen längeren Zeitraum hinweg gibt.

Java Magazin: Welches waren die Schwerpunkte auf der diesjährigen DOAG-Konferenz?

Fried Saacke: Im Lauf des Jahres wurden von verschiedenen Mitgliedern Probleme mit der Lizenzpolitik von Oracle an uns herangetragen. Wir haben daraufhin eine ganze Vortragsreihe zu diesem Thema eingerichtet. Im Rahmen einer neu konzipierten Podiumsdiskussion können wir aktuelle Angelegenheiten mit der Geschäftsleitung von Oracle konstruktiver behandeln. Zudem haben wir auf der diesjährigen Anwenderkonferenz unser neues Community-Portal im Internet eröffnet und dort mehr exklusive Leistungen für unsere Mitglieder angeboten.   [mehr]...
Ausgerechnet einen Tag vor Weihnachten hat der Sicherheitsdienstleister NGS Software Details zu mehreren, teilweise kritischen Schwachstellen in Datenbanken von IBM und Oracle veröffentlicht. M-Cert rät daher, die Löcher möglichst bald zu stopfen, da Angriffe nun wahrscheinlicher werden. Erste Infos zu den Lücken gab es bereits im Sommer 2004, im Herbst veröffentlichten die Hersteller entsprechende Updates. Oracles nächster quartalweiser Patch-Tag ist der 18. Januar. Deren deutsche Anwendergruppe DOAG begrüßt die Verlässlichkeit des vierteljährlichen Zyklus, verlangt aber künftig auch klare Hinweise, welcher Patch für welchen Zweck nötig ist. NGS Software kann man eine solche mangelnde Detailtreue nicht gerade vorwerfen.   [mehr]...
Wer sich mit Softwareherstellern anlegt, muss sich auf einiges gefasst machen. Kommt es zum Streit um Lizenzen, wird mit harten Bandagen gekämpft. Unternehmen sollten sich gut vorbereiten, denn die Abhängigkeit von bestimmter Software ist ein vortreffliches Druckmittel der Hersteller.

Seinen Arbeitgeber möchte er nicht in die Öffentlichkeit tragen und auch seinen Namen nicht. Gerade sei etwas Ruhe eingekehrt und das solle so bleiben, sagt er. Es geht um viel. "Viele meiner Kollegen haben ein ähnliches Problem." Bei ihm ist es Oracle. Das US-amerikanische Unternehmen, laut Selbstdarstellung der weltweit größte Anbieter von Unternehmenssoftware, habe ihm und seinem Arbeitgeber "übel mitgespielt". So, dass selbst ein jahrelanger Rechtsstreit in Betracht gezogen wurde. "Wir haben uns schließlich geeinigt", sagt der namenlose, dessen Titel Direktor Technologie lautet. Bis zu der Einigung galt es, viel einzustecken. Sein Unternehmen, ein Kabelnetzbetreiber, wollte Großrechner konsolidieren, sprich: mit Hilfe neuer Technik Geld sparen. Am Ende der Überarbeitung konnte man mit dem Ergebnis zufrieden sein, denn ein Drittel der verwendeten Oracle-Lizenzen erübrigten sich. Doch damit fing alles an. "Es ist einfach, von Oracle mehr Lizenzen zu kaufen", sagt der IT-Direktor. Überflüssige zurückzugeben, das sei fast unmöglich. Oracle schickte ein Audit-Team. Diese Art der Kontrolle behalten sich Softwareunternehmen per Vertrag vor, als Nutzer der Software geht man darauf ein oder lässt es. "Oracle kam zu einem völlig anderen Ergebnis", erzählt der IT-Direktor. Nicht überzählige, sondern im Gegenteil zu wenige Lizenzen stellten die Auditoren fest. Produkte eines Drittanbieters, so die Auditoren, hätten die Zahlen zu Gunsten von Oracle verschoben. Nach dem Kauf der Produkte des Drittherstellers hätte das Unternehmen die darin enthaltene Oracle-Software extra lizenzieren müssen. Das sei ausgeblieben. Der IT-Direktor wundert sich über diese Ansprüche: "Wir gingen davon aus, dass wir mit dem Kauf der Produkte alle anderen enthaltenen Produkte ebenfalls erworben hätten." Zu dieser Problematik wollte die Pressestelle sich nicht äußern, die gesamte Führungsriege von Oracle Deutschland weilte zur Zeit der Anfrage bei einer Konferenz in San Francisco. Informationen gab es aber zu einem anderen Punkt. Als das Unternehmen Widerspruch einlegte und die Fronten sich verhärteten, kündigte Oracle einseitig alle bestehenden Lizenz- und Wartungsverträge.

Kein Support mehr, keine Behebung von Mängeln durch Patches und Updates, jegliche Unterstützung bei Fehlern und Problemen fiel weg. Die Machtprobe endete mit Nachgeben. "Die Kündigung der Wartungsverträge erfolgt nur in besonderen Fällen", reagierte die Pressestelle von Oracle, mit dem Fall konfrontiert. Und macht mit einem Nachsatz deutlich, dass es kaum an Oracle gelegen haben kann: "Vorstellbar ist etwa, dass mehrfach Verlängerungsangebote unterbreitet wurden - jeweils angepasst an die Wünsche des Kunden."   [mehr]...
"Wir kennen solche Probleme", sagt Rolf Scheuch. Von dem speziellen Fall wisse er nichts, Nachforderung auf Grund geänderter Lizenzmodelle seien aber nicht selten, so Scheuch. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Oracle Anwendergemeinde (DOAG), ein eingetragener Verein, der den Softwarehersteller kritisch beäugt und vor allem Informationen austauscht. Die DOAG steht in engem Kontakt zu Oracle Deutschland und sorgt für konstruktive Denkanstöße. Gleichzeitig ist Scheuch einer der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Opitz-Consulting, das von Oracle mehrfach ausgezeichnet wurde und dessen Produkte vertreibt. "Wir sind Oracle Advantage Partner", sagt Scheuch, was ihn nicht daran hindert, kritisch zu sein. "Die Lizenzpolitik von Oracle war in der Vergangenheit häufig unklar", sagt Scheuch, betont aber, dass sie für Kunden heute weit transparenter ist. "Ein Vorteil, der von Oracle oft nicht richtig kommuniziert wird", so Scheuch. Überhaupt hapere es an Kundenfreundlichkeit in Sachen Informationsverbreitung. Eine Front, an der es laut Scheuch "immer etwas zu meckern" gebe.

Diese Erfahrung machte auch der anonyme IT-Direktor. Nachdem Oracle die Lizenzvereinbarungen mit seinem Arbeitgeber einseitig gekündigt hatte, forderte Oracle sechs Monate später ein so genanntes Reinstatement. Davon hatte der IT-Direktor noch nie gehört, und auch Rolf Scheuch ist dieser Begriff fremd. Laut Auskunft der Pressestelle ist das Reinstatement ein übliches Verfahren. Es wird dann angewandt, wenn es zu Unterbrechungen von Lizenz- und Supportverträgen kommt. Deren "Regelungen sind in den Oracle Technical Support Policies ausdrücklich aufgeführt, die den Kunden jederzeit zugänglich sind", ließ die Pressestelle wissen.

Aber nicht nur Oracle, auch andere Unternehmen liegen in ständigem Clinch mit ihren Anwendern. Je mehr Unternehmen versuchen, mit neuen und flexiblen Technologien zu sparen, so scheint es, desto enger setzen Softwarehersteller die Rahmenbedingungen. "Es gibt keinen Hersteller, der eine zufrieden stellende Lösung zum Beispiel für das Grid-Computing anbietet", erläutert Rolf Scheuch. Mit der Grid-Technologie sollen durch Zusammenschaltung verschiedener, oft räumlich weit auseinander liegender Rechner dezentrale Superrechner entstehen. In Unternehmen können leistungsfähige Grid-Rechner Computing on Demand ermöglichen und erheblich Kosten einsparen. Software wird nach diesem Konzept dann aufgerufen, wann immer sie gebraucht wird. Doch wann welche Anwendung von wem genutzt wird, ist kaum festzumachen. "Lizenzbestimmungen auf Basis der Anzahl von Prozessoren oder auch der Anwender taugen da einfach nicht", erläutert Scheuch. Die Softwarehersteller würden zu "Innovationsverhinderern", so Scheuch.   [mehr]...
Eine weitere Technologie sorgt derzeit für Aufregung und Diskussionen: Multi-Core-Prozessoren, die in sich mehrere Rechenkerne tragen. Das sorgt für Leistungssteigerungen, Produkte mit dieser Technologie gibt es für den Unternehmensbereich schon länger. Doch obwohl zum Beispiel zwei Kerne nicht der Leistung zweier unabhängiger Prozessoren entsprechen, hat bislang nur Microsoft verkündet, für seine Produkte zählten lediglich die physisch tatsächlich vorhandenen Prozessoren, nicht ihr Inneres. Für solche Technologien brauche es völlig neue Messkriterien, nach denen abgerechnet werden könne, meint Scheuch. Weder Datendurchsatz noch die Zahl der Transaktionen hätten sich als faire Bemessungsgrundlagen erwiesen. "Der Catch 22 ist, dass Softwarehersteller permanent unter dem Druck stehen, neue Spitzentechnologie zu liefern und es dafür ständig neue Preise und neue Lizenzmodelle geben muss." Das sorgt für viel Unmut.

Microsoft legte mit der "Software Assurance" einen Schlingerkurs hin, Sun Microsystems steht aktuell wegen hoher Supportkosten für sein neues Betriebssystem Solaris in der Kritik, und die unübersichtliche Lizenzpolitik von SAP ist ein Dauerbrenner. Zumindest bei klassischer Software in kleineren Unternehmen könnten Ansätze wie etwa das Concurrent User-Modell die gewünschte Flexibilität und Kostenersparnis bringen. Weil nicht alle Mitarbeiter ständig mit einer bestimmten Software arbeiten, muss auch nicht für jeden eine eigene Lizenz gekauft werden. Ein zentraler Lizenzserver verwaltet die vorhandenen Ressourcen. Sind alle Lizenzen belegt, muss der User warten, doch das, meint der Dortmunder IT-Administrator Frank Allery, "passiert so gut wie nie". Für große Unternehmen mit mehreren hundert oder tausend Mitarbeitern seien Concurrent User-Modelle allerdings nicht geeignet, so Allery. Und eine Lösung für die neuen Technologien biete dieser Ansatz nicht, so Rolf Scheuch.

Selbst flexible Lizenzbestimmungen können aber eine Tatsache nicht aus der Welt schaffen. "Sie sind vom Hersteller abhängig", so der IT-Direktor. Bei einer zukünftigen Konsolidierung der Server wird er sich daher seine Schritte genau überlegen. Und sich zudem genauer informieren. Auch Rolf Scheuch empfiehlt IT-Verantwortlichen, man solle "... tendenziell von einem Hindernisrennen ausgehen." Und auf dem Weg helfe vor allem Information.   [mehr]...
Über stetig wachsende Teilnehmerzahlen dürfen sich die Veranstalter der DOAG-Konferenz freuen. In diesem Herbst pilgerten 1500 Teilnehmer nach Mannheim, um mit dem Oracle-Management zu diskutieren und Neues über die Datenbank zu erfahren.

Bereits zum 17. Mal trafen sich Oracle-Anwender und -Entwickler zur Konferenz der deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Zwei Tage lang konnten sie sich Anfang November in zehn parallelen Veranstaltungssträngen über Neuerungen in Oracle 10g informieren, sich von den Erfahrungsberichten anderer inspirieren lassen oder im Labor mit der HTML-DB eigene Erfahrungen sammeln.

Anders als viele andere IT-Konferenzen sprach diese mehrere Zielgruppen an: Entwickler und Manager waren gleichermaßen vertreten. Für Letztere dürften vor allem die Vortragsreihen zu "Business Intelligence" und "Kostenmanagement" hörenswert gewesen sein. Dort ging es unter anderem um "ROI-Kalkulation" und "TCO-Reduzierung" sowie um Details der Lizenzierung. Das letzte Thema beschäftigt Oracle-Kunden schon länger, und es gab auch Anlass zu Fragen während der Podiumsdiskussion mit Firmenvertretern. Einer der Kritikpunkte in diesem Zusammenhang war der befürchtete Tod des Produkts Forms. Die Versicherung des für Datenbanken zuständigen Vice President Günther Stürner, "Forms wird es weiter geben", überzeugte nicht jeden. Viele Oracle-Anwender haben dafür Lizenzen erworben und sehen keinen Grund, den Nachfolger Webforms erneut zu bezahlen. Oracles Geschäftsführer Rolf Schwirz sicherte in der Diskussion zu, seine Firma werde jeden Einzelfall prüfen und den Kunden so weit wie möglich entgegen kommen. Der mittlerweile gelungene Versuch Oracles, Peoplesoft zu übernehmen, stieß bei einigen Teilnehmern auf Skepsis, die der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke auf den Punkt brachte: "Wir wollen nicht den Preis für den Übernahmekampf bezahlen." Schwirz konterte mit der Behauptung, die Auseinandersetzung fresse keine Oracle-Ressourcen.

Dass der HTML-DB nicht nur Begeisterung entgegenschlägt, drückte ein Besucher in der Frage "Wird das genauso ein Windei wie Web-DB?" aus. Günther Stürner versuchte die Zweifel zu zerstreuen, indem er versicherte, es handele sich dabei um ein "wirklich wichtiges Produkt". Dass das auch einige Anwender so sehen, zeigten während der Konferenz vorgetragene Erfahrungsberichte, unter anderem aus dem baden-württembergischen Innenministerium. Für die nächste Oracle-Version kündigte Stürner eine höhere "Stabilität der Features" sowie die Komplettierung angefangener Funktionen an. Die Firma arbeite an einer Produktkonsolidierung.   [mehr]...
... Bereits auf der diesjährigen Konferenz der Oracle-User (DOAG) in Mannheim beteuerte EMEA-Statthalter Francis Veldeman, dass man sich bei Scheitern des Übernahmeversuchs nach Kaufalternativen umschauen werde, um die eigene Sichtbarkeit am Markt zu erhöhen. Dies gilt insbesondere hierzulande, wo das Unternehmen in der Regel mit dem DBMS gleichgesetzt wird. In sechs anderen europäischen Ländern soll laut Veldeman der Umsatz mit der E-Business-Suite dagegen bereits die Datenbankeinnahmen übertreffen.

Der Belgier, der vor seiner Oracle-Zeit bei DHL den Posten eines CFO bekleidete und gegen den Willen seines Chefs den Einsatz der E-Business-Suite anstelle von SAP R/3 forcierte, deutete zugleich an, dass man sich in Europa jüngst bei "einigen großen Namen" gegen die Walldorfer durchsetzen konnte. Allerdings versucht auch SAP, Nutzen aus dem aktuellen Gerangel zwischen Oracle und Peoplesoft zu ziehen. Der umsatzstärkste Anbieter von Unternehmenssoftware setzt sich offen für eine erfolgreiche Übernahme ein - in der Hoffnung, dass Peoplesoft-Kunden auf die eigene Seite überlaufen.   [mehr]...
Als Fried Saacke vor einigen Jahren den Vorsitz der Deutschen Oracle-Anwendergruppe e.V. (DOAG) übernahm, hat er die Professionalisierung der Arbeit zum Ziel erklärt. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung im November in Mannheim gab es nun definitiv grünes Licht für die Gründung einer DOAG-Dienstleistungs-GmbH. Diese Firma soll künftig die Veranstaltungen organisieren, vor allem die große Jahreskonferenz - und ordentliche Gewinne einfahren, was dem Verein verwehrt ist. Aus dem Zusammenschluss der Anwender auf der Basis gemeinsamer Interessen und zum Zweck der Selbsthilfe entsteht damit ein profitorientiertes Unternehmen. Die Strippenzieher in der DOAG sind mehrheitlich Dienstleister, die den Verein natürlich als Plattform sehen, ihre Geschäfte mit den Anwendern zu fördern. Diese Tendenz dürfte damit stärker werden. Die Mitglieder des Vereins will man ebenfalls professioneller zur Kasse bitten: zahlungskräftige Mitglieder können eine Premium Card erwerben und erhalten dafür Gegenleistungen.

Auch die Jahreskonferenz in Mannheim war diesmal merklich professioneller: Die öffentliche Frage-und-Antwort-Runde mit dem deutschen Top-Management von Oracle wurde erstmals von einem berufsmäßigen Moderator geleitet. Statt eines Showdowns mit offenem Meinungsaustausch, was früher Brauch war, gab es nun Business-TV. Zuvor hatten sich die Manager von DOAG und Oracle im stillen Kämmerlein getroffen, sich aus- und abgesprochen. Zu sehen gab es dann einen souveränen Oracle-Geschäftsführer Rolf Schwirz, der abwechselnd DOAG-Manager, Moderator und Publikum mit Komplimenten bedachte. Obwohl er über die Umfrage der DOAG, die Unzufriedenheit mit dem Lizenzierungsverfahren zutage gebracht hatte, Insidern zufolge sehr verärgert gewesen sein soll. Diese Umfrage hatte bereits vor Monaten ein deutliches Echo in der Fachpresse gefunden. Die Anliegen der Anwender dürften indes dringlicher werden: CPUs mit mehreren Kernen werden 2006 vielleicht schon der Normalfall sein, außerdem nimmt die Virtualisierung von Hardware-Ressourcen zu. Das linear an der Zahl der Prozessoren festgemachte Preismodell von Oracle ist dann nicht mehr angemessen.

Der rasante Mitgliederzuwachs der letzten Jahre ist bei der DOAG mittlerweile ins Stocken geraten. Potenzial wäre noch vorhanden, sind dort bislang doch nur etwa zehn Prozent der zirka 22000 deutschen Oracle-Kunden organisiert. Eine Anwendervereinigung, die den Finger in die Wunde legt, kann durchaus die Weiterentwicklung der Technologien und deren Einsatzbedingungen beeinflussen.   [mehr]...
Dem Oracle-Deutschlandchef Rolf Schwirz sind die Fallstricke der Lizenzregeln seines Hauses in der Praxis bewusst. Sein Mittel dagegen: das offene Gespräch. Ausdrücklich bittet er Kunden, die bei der Lizenzierung Probleme haben, sich zu melden. Im Dialog, so bestätigt auch die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG), konnten bislang die meisten Schwierigkeiten ausgeräumt werden. Allerdings glaubt Schwirz nicht, dass das Thema an Bedeutung verliert - im Gegenteil: Neue Prozessortechnologien sowie Weiterentwicklungen bei Betriebssystemen im Umfeld der Virtualisierung stellen die eindeutige Definition, was eine CPU ist, in Frage. Neben mehrkernigen Prozessoren bereiten Partitionierungsfunktionen wie IBMs LPAR, bei denen ein CPU-Kern fest in mehrere Bereiche aufgeteilt werden kann, große Probleme. Noch schwieriger wird es bei einer dynamischen Ressourcenzuordnung, wie sie etwa in Suns Betriebssystem Solaris 10 vorgesehen ist. Letztendlich, so glauben die Oracle-Verantwortlichen, wird der Hersteller wieder zu dem vor rund drei Jahren auf Druck der Anwender abgeschafften Lizenzmodell zurückkehren müssen, bei dem die konkret genutzte Rechenleistung abgerechnet wird.   [mehr]...
Auf Drängen der Anwender hat Oracle vor rund drei Jahren sein Lizenzmodell geändert. Trotz deutlicher Vereinfachung haben die Unternehmen im laufenden Betrieb immer noch große Probleme mit der konkreten Abrechnung ihrer Datenbanken. Proppevoll war der Vortragsraum bei der Jahreskonferenz der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG), als Rainer Flaskamp, Senior Manager des Datenbankprimus', das Lizenzmodell des Herstellers im Detail erklärte. Oracle hat zwar sein Abrechnungsmodell nach harten Diskussionen mit der DOAG angepasst. ¿Die großen Streitfragen sind inzwischen vom Tisch", erklärt der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke, ¿aber viele Detailprobleme machen den Anwendern nach wie vor zu schaffen".

Wie Analysten der Meta Group betonen, betrifft das Lizenzthema nicht nur Oracle, sondern in ähnlicher Weise auch die meisten Infrastruktursoftware-Anbieter wie etwa IBM, Microsoft oder SAP. Allerdings wird im Gegensatz zu den Walldorfern bei der Company von Larry Ellison offener mit strittigen Lizenzfragen umgegangen. Abgeschafft hat die US-Company eine Kostenstruktur, die sich an der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Rechner orientiert - aktuell gibt es heute zwei Lizenzmetriken: Named User Plus (NUP) und Prozessor. NUP ¿basiert auf Nutzern und nichtmenschlich bedienten Geräten, die auf eine Datenbank zugreifen", erläutert Flaskamp. Im Prinzip wird hier jeder Benutzer gezählt, hinzu kommen Rechner, die automatisch auf die Database zugreifen. Sie eignet sich für Firmen, bei denen nicht allzu viel Anwender Kontakt mit dem Oracle-Produkt haben. Sollte das nicht der Fall sein, empfiehlt Saacke die Prozessor-Metrik, bei der jede CPU berechnet wird. NUP und Prozessor teilen sich in weitere Untergruppen auf, die sich nach der Qualität des Supports, der zeitlichen Befristung sowie der Nutzungsart berechnen. In diesem Punkt gibt es kaum Probleme, wie die DOAG-Veranstaltung zeigt. Ganz anderes ist das aber im täglichen Einsatz, bei den verschiedenen Arten des Datentransfers oder wenn die Datenbank etwa höher verfügbar sein soll.   [mehr]...
In die drei Lizenzkategorien Backup, Failover und Standby teilt Oracle die Verfügbarkeit ein, die sich unterschiedlich auf die Berechnung der Anzahl der Nutzer oder Prozessoren auswirken. Das Problem dabei: die Übergänge sind fließend. Ein Backup gilt Lizenzmäßig als solches, wenn es auf ein Bandmedium gesichert ist. Landen die Daten hingegen auf den Festplatten eines anderen Systems, wird es kompliziert: Dann sind für alle Prozessoren des angeschlossenen Servers Gebühren abzuführen, falls via Datenbank-View überprüft wird, ob die Informationen korrekt auf den Platten gespeichert sind. Wird etwa auf eine andere Datenbank geschrieben, rechnet Oracle immer nach der teureren Failover-Tabelle ab. Das Prinzip dahinter: Im Backup-Modell darf keine zweite Database neben der Primären laufen - auch nicht im Standby-Modus. Erlaubt ist hingegen eine eingefrorene Umgebung, wie sie im Flexframe-Konzept von Fujitsu-Siemens-Computers realisiert ist. Eine lauffähige Kopie eines hochgefahrenen Betriebssystems inklusive einer geladenen Datenbank sind bootfähig in einem Filesystem abgelegt und können innerhalb von kurzer Zeit gestartet werden. Aber auch hier stellt Oracle klar, das zu jedem Zeitpunkt nur ein System laufen darf. Für eine noch so kurze Überschneidung, etwa wenn die eine Datenbank noch nicht vollständig heruntergefahren ist, die andere aber bereits gestartet wird, verlangt die Company von Larry Ellison eine zusätzliche Lizenzgebühr.

Allerdings hat racle inzwischen unter dem Namen 10 Day Free Failover Policy ein Hintertürchen eingebaut, um das Patchen zu erleichtern: Die Datenbank darf an zehn Tagen pro Kalenderjahr kostenfrei auf einem zweiten dezidierten Server genutzt werden. Allerdings sind damit nicht 240 Stunden gemeint. Als ganzer Tag zählt auch, wenn die Software nur wenige Sekunden in Betrieb war. Zudem darf innerhalb eines Jahres nur ein und derselbe Zweitrechner dafür betrieben werden.

Von einer ähnlichen Komplexität ist der Übergang zwischen dem Failover- und Standby-Modell. Bei Oracle ist man sjch dieses Problems bewusst und bietet so genannte Audits an: Ein in Lizenzfragen geschultes Team wertet die Datenbanknutzung aus und gibt Empfehlung für die Zukunft. Aber insgesamt, so Oracle-Deutschlandchef Rolf Schwirz, vertraut sein Unternehmen grundsätzlich seinen Anwendern und verlangt nur in wenigen Fällen eine Überprüfung: ¿Der Wunsch hierzu kommt in der Regel von den IT-Abteilungen selber."   [mehr]...
Kein monatlicher Zyklus à la Microsoft

Oracle hat seine Pläne in Sachen Patchday konkretisiert. Danach wird das Unternehmen nicht mehr monatlich, sondern vierteljährlich Bugfixes veröffentlichen. Für 2005 stehen die Termine bereits fest: 18. Januar, 12. April, 12. Juli und 18. Oktober. Oracle versuche mit dem vierteljährlichen Zyklus einen Balanceakt, hieß es von Mary Ann Davidson, Oracles Chief Security Officer. Einerseits wolle man die Kunden zwar sofort mit Patches vor Bedrohungen schützen, andererseits jedoch das Patch-Management vereinfachen. Oracle habe Termine gewählt, die nicht am Ende des Quartals lägen - dann machten viele Kunden ihre Quartalsabrechung.

Die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) hatte bereits im August Oracle aufgefordert, den Patch-Vorgang zu vereinfachen. "Bei erkannten Sicherheitslücken ist es beispielsweise ein großer Nachteil, den festen Zyklus abwarten zu müssen; hier sollten Patches umgehend ausgeliefert werden", sagte DOAG-Vorstand Rolf Scheuch gegenüber silicon.de. Das Patchen sei für viele Anwender ein Problem, da während dieser Zeit die Systeme angehalten werden müssten.   [mehr]...
Oracles hartnäckige Weigerung, Details zu herausgegebenen Patches zu verraten, sorgt unter Anwendern und Analysten für zunehmende Kritik. Diese Vorgehensweise erhöhe das Risiko der Nutzer, schreiben jetzt die beiden Gartner-Analysten Neil MacDonald und Rich Mogull in einer gemeinsamen Mitteilung auf der Gartner-Webseite. Ähnlich äußerten sich auch mehrere DOAG-Mitglieder (Deutsche Oracle Anwendergruppe) auf der Oracle-Anwenderkonferenz in Mannheim.

Obwohl es zu Oracles Firmenpolitik gehöre, dicht zu halten, tadelten die Analysten das Unternehmen dafür, dass es nicht darüber informiere, welche Konsequenzen es haben könne, veröffentlichte Patches nicht zu installieren. Wichtiger als das sei jedoch die Information, ob auch ältere Versionen von Oracles Database Server, Application Server und Enterprise Manager, für die der Konzern keinen Support mehr bietet, von den Löchern betroffen seien. "Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass die Aufzeichnung in jeder Oracle-Datenbank, die man besitzt, verwundbar sein kann", heißt es in der Mitteilung der Analysten. "System-Administratoren haben nicht genügend Informationen, um zu entscheiden, welche Server sie vorziehen müssen und welche Daten am gefährdetsten sind."

Tatsächlich führt unter anderem die mangelnde Informationspolitik in vielen Fällen dazu, dass das Aufspielen von Patches hinausgezögert wird, sagte DOAG-Vorstand Jörg Hildebrandt im Gespräch mit silicon.de. Der neu eingeführte Patch-Day dränge die Administratoren zudem zu einem schnellen Update-Rhythmus, mit dem viel Arbeit verbunden sei. Oftmals werde es deshalb für unnötig angesehen, jeden Patch einzuspielen, gerade in Anbetracht dessen, dass es äußerst schwierig sei, in komplexe Oracle-Systeme einzudringen. Die Gartner-Analysten MacDonald und Mogull drängen die Oracle-Anwender deshalb, mehr Druck auf den Datenbank-Spezialisten auszuüben. "Fordert Oracle dazu auf, dem Beispiel von Microsoft und anderen Marktführen zu folgen und Details über ihre Sicherheitslöcher zu veröffentlichen."   [mehr]...
Viele Kunden halten die Lizenzpolitik von Oracle für wenig transparent und fordern Korrekturen. Das Unternehmen bemüht sich, den Beschwerden Rechnung zu tragen.

Die Lizenzpolitik sorgt bei Software-Unternehmen für steten Verdruss. Im Sommer hat die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) eine Umfrage durchgeführt, die eine weit verbreitete Unzufriedenheit der Nutzer mit der Lizenzpolitik der Ellison-Company dokumentierte (CRN berichtete in Ausgabe 33/04). Nun sah sich der Datenbankriese auf der Konferenz der DOAG mit konkreten Beschwerden von Kunden konfrontiert. Einer der Hauptpunkte: Das alte Client/Server-Produkt »Forms« wird - mit dem Application Server gebündelt - aktuell durch eine neue Version abgelöst. Oracle hat sich vor fünf Jahren von Client/Server-Produkten verabschiedet, nun läuft auch der Support aus. Viele Kunden beklagen sich nun, sie müssten für die neue Version nun noch einmal den Preis einer Vollversion hinlegen, obwohl sie schon jahrelang Maintenance gezahlt hätten. Zumindest teilweise Abhilfe hat Oracle nun versprochen: »Wir werden ein Bündle von AS mit Forms und außerdem Reports anbieten«, versichert Rolf Schwirz, Geschäftsführer von Oracle. Reports ist bei 90 Prozent der Forms-Kunden im Einsatz, so dass die Kunden dann nicht mehr zwei Pakete kaufen müssen. Außerdem will er eine verträgliche Lösung in Einzelfällen erreichen.

Ein weiteres grundsätzliches Problem, das allerdings erst in Zukunft akut wird, wenn entsprechende Produkte zur Verfügung stehen, sind die Lizenzen der Dual-Core-Prozessoren. Erst vor zwei Jahren hat sich Oracle vom Lizenz-System der »Universal Power Units« verabschiedet, das die Rechenleistung, mit der die Software betrieben wurde, als Abrechnungsgrundlage nahm. Das Unternehmen hat dann, nicht zuletzt wegen des Einflusses der DOAG, auf das jetzige zweigleisige System mit »Named Usern« oder »Preis per CPU« umgestellt. »Vielleicht zeigt sich jetzt das alte Modell als das gerechtere System«, sinniert Schwirz. Aber zunächst gilt die offizielle, aus den USA vorgegebene Linie, dass jeder Prozessor einzeln bezahlt werden muss. Die Alternative »Named User« ist für Internet-Anwendungen, bei denen die Zahl der Nutzer nicht identifiziert werden kann, nicht anwendbar. »Wir verschließen die Augen vor dem Problem nicht und diskutieren mit unserer Konzernmutter«, sichert Schwirz zu. Die Ellison-Company ist in dieser Frage unter zusätzlichen Druck geraten, weil Microsoft seine Server unabhängig von der Zahl der Prozessoren lizenzieren will. »Letztlich wird Oracle das Konzept der separaten Abrechnung von Prozessoren am Markt nicht durchsetzen können, wenn sie höhere Preise verlangen als die Wettbewerber«, glaubt Fried Saacke, Vorsitzender der DOAG. Wie Oracle die Preise für Grid-Computing festlegen wird, ist bisher noch ungeklärt.   [mehr]...
Bei den ERP- und Groupware-Anwendungen, bisher ein Sorgenkind von Oracle Deutschland, kann Schwirz zumindest Anfangserfolge für sich reklamieren. Etwa 35 Kunden haben sich bereits für die Exchange-Alternative »Collaboration Suite« entschieden. Um im Mittelstand zu punkten, will Oracle mit T-Systems kooperieren, das die Software im ASP-Modell anbieten soll. Bei der ERP-Lösung »E-Business Suite« sind mit der TUI und Thyssen zwei Referenzen mit Zugkraft gewonnen. »Viele Kunden aus der Fertigungsindustrie beobachten genau, was wir anbieten«, berichtet Schwirz. Der Sonderkongress E-Business im Rahmen der DOAG-Konferenz konnte immerhin 100 Teilnehmer verzeichnen. »Das erste Mal konnten wir nun auch Berichte von echten Anwendern präsentieren«, freut sich Saacke. Er sieht aber noch starken Lokalisierungsbedarf bei der ERP-Suite. So seien etwa die Vorgaben der digitalen Betriebsprüfung (GDPdU) noch überhaupt nicht berücksichtigt worden. Der Versuch, die Oracle-ERP-Lösung in der Special Edition über 13 ausgewählte Partner auch im Mittelstand zu positionieren, steht laut Schwirz absolut am Anfang. Es seien aber schon erste Abschlüsse erfolgt.   [mehr]...
Der Ton zwischen der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) und dem Hersteller wird freundlicher. Dennoch gibt es weiter ungelöste Fragen, etwa bei der Investitionssicherheit von Client-Server-Applikationen. Trotz des Labels Unbreakable ist Oracle-Software nicht fehlerfrei. Das musste auch Larry Ellisons Deutschland-Statthalter Rolf Schwirz auf der Jahrestagung der DOAG einräumen. Allerdings, relativiert DOAG-Vorsitzender Fried Saacke, ist ihm hier zu Lande kein Fall bekannt, in dem eine Datenbank auf Grund eines Herstellerfehlers geknackt worden ist. Dennoch bestehe Handlungsbedarf. Kritik üben die Anwender entsprechend nicht an dem Faktum, dass Produkte nachgebessert werden müssen, sondern an der zurückhaltenden Informationspolitik von Oracle. Oft sei es unklar, ob eine Datenbank in einer bestimmten Ausbaustufe überhaupt einen Patch benötige.

Dieses Problem will Oracle mit einem Patch-Day nach Vorbild von Microsoft beheben: Die Fehlerbehebungs-Tools kommen inklusive aller notwendigen Hinweise in festen Intervallen. Damit können besonders Anwender mit Hochverfügbarkeitsanforderungen besser planen, lobt Saacke. Dennoch sei auch das nicht der optimale Weg, da ein Oracle-Patch meist wesentlich komplizierter einzuspielen und zu testen ist, als einer von Microsoft. Der DOAG-Vize Rolf Scheuch rät daher zu gehärteten Datenbanken.

Die in den vergangenen Jahren ausgefochtenen Kämpfe im Bereich der Lizenzen sind inzwischen abgeflaut. Oracle habe in vielen Bereichen für Klarheit gesorgt. Trotzdem gebe es noch Probleme, die laut Saacke vor allem bei der Migration von Altsystemen auftauchen, die den Anwendern letztendlich durch die Supportpolitik des Herstellers aufgezwungenen wird. Dies gilt besonders für den Umstieg von der Client-Server- auf die Webarchitektur, die oft die zusätzliche Lizenzierung eines Applikationsserver nach sich ziehe.   [mehr]...
"Oracle hat noch eine Menge zu tun, um vollständige Transparenz in seiner Lizenzpolitik zu schaffen", zog der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke Bilanz. Auch auf der 17. Konferenz der User-Vereinigung, die vom 10. bis 11. November in Mannheim stattfand, standen Fragen rund um Oracles Lizenzmodelle im Mittelpunkt der Diskussionen. Allerdings habe sich in den vergangenen Monaten einiges getan, berichtete Saacke. Beispielsweise hätten die Oracle-Verantwortlichen mehr Sensibilität für die Bedenken der Anwender gezeigt. Außerdem seien die Mitarbeiter, die in direktem Kontakt zu den Kunden stehen, während der zurückliegenden Monate intensiv geschult worden. Allerdings stehe man noch in einer frühen Phase des Prozesses, dämpfte Saacke zu große Erwartungen. "Wir fangen jetzt auf dieser Konferenz an, die geforderte Transparenz in Sachen Lizenzpolitik herzustellen."

Die DOAG-Verantwortlichen hatten Anfang des Jahres eine Umfrage zu Oracles Lizenzpolitik unter ihren Mitgliedern gestartet. Die Auswertung der 123 Antworten ergab, dass rund 70 Prozent dieser Anwender kein Vertrauen in die Lizenzpolitik ihres Anbieters besaßen. "Das war für uns eine neue Erkenntnis", gibt Oracles Deutschland-Chef Rolf Schwirz in Mannheim zu. "Uns war nicht bewusst, dass hier ein Informationsdefizit besteht." Daran werde Oracle arbeiten, versprach der Manager. Es müsse sichergestellt werden, dass Oracle-Kunden, die nach den verschiedenen Lizenzmodellen fragten, verlässliche Auskünfte bekämen. Allerdings konnte sich Schwirz einen Seitenhieb auf die DOAG-Umfrage nicht verkneifen. Oracle habe 22.000 Kunden in Deutschland. "Jetzt könnte ich natürlich sagen, 123 Stellungnahmen seien nicht repräsentativ", dozierte er. "Das tue ich aber nicht."

Umfragen seien immer Stichproben, wies Saacke den versteckten Einwand zurück. Am Ergebnis gebe es jedoch nichts zu rütteln. Probleme entständen vor allem dann, wenn komplexe Systeme mit alten Lizenzmodellen wie "Concurrent User" oder "Universal Power Units" (UPU) auf die neuen CPU- beziehungsweise Named-User-basierenden Verfahren migriert würden. Dabei habe sich herausgestellt, dass teilweise Informationen gefehlt hätten oder die Kunden falsch beraten worden seien. Als Folge hätten manche Kunden nicht die richtigen Lizenzen erworben. Kämen diese Fehler im Rahmen von Audits ans Licht, fordere Oracle eine Nachlizenzierung. Es sei zwar das gute Recht des Herstellers, sein Geld zu bekommen, so Saacke. Andererseits müsse schon im Vorfeld klar sein, welche Lizenzen gebraucht würden, forderte der DOAG-Vorsitzende. "Hier wollen wir Investitionssicherheit schaffen."

Offenbar sei es insbesondere für größere Unternehmen schwierig, die Kontrolle darüber zu behalten, was bis in den letzten Winkel einer Firma mit einer einmal angeschafften Software geschehe, mutmaßte Schwirz. Die Kunden erhielten die komplette Softwarepalette auf einem Datenträger. Teilweise werde in der Folge Software installiert, ohne an deren Lizenzierung zu denken. In keinem der Fälle habe er jedoch feststellen müssen, dass jemand aus böser Absicht nicht gezahlt habe, versicherte Schwirz. Oracle bemühe sich, Lösungen zu finden, die beide Seiten zufrieden stellten.   [mehr]...
Der Spielraum, den Kunden in Sachen Lizenzgestaltung entgegenzukommen, ist jedoch eng geworden, berichtete Helmut Franz, Senior Berater von MSG Systems. Seit dem Erscheinen von Oracles Software Investment Guide (SIG) gebe es keine kreativen Lösungen mehr. Im SIG werden die Lizenzbedingungen global festgelegt. "Wenn ein Oracle-Berater etwas anderes verspricht, dann stimmt dies schlichtweg nicht", warnte Franz. Abweichungen müssten von der Zentrale in den USA genehmigt werden. "Deren Einverständnis zu bekommen ist schwierig."

Die Softwarehersteller änderten vielfach einseitig ihre Lizenzmetriken, monierte Franz. Installiert der Kunde eine Erweiterung oder eine neue Version, trete nach Interpretation der Anbieter damit ein neuer Lizenzvertrag in Kraft. Das könne teuer werden. Auch neue Entwicklungen wie Dual-Core-CPUs bergen finanzielle Risiken. Laut Oracle-Bestimmungen zählt ein solcher Prozessor wegen seiner zwei Rechenkerne als zwei separate CPUs. Wächst die Leistung der Hardware, steigen automatisch die Lizenzkosten. Franz' Fazit: "Das Lizenzmodell Oracles ist absolut optimiert - auf die Bedürfnisse von Oracle."

"Oracle nimmt die Diskussion um die Dual-Core-Chips durchaus wahr", versuchte Schwirz zu beschwichtigen. Das Problem werde auch innerhalb des Unternehmens kontrovers diskutiert. Allerdings sei noch keine Entscheidung gefallen, wie die Prozessormetrik künftigen Entwicklungen angepasst werden könne. Anpassungen fordern die Anwender auch in anderen Bereichen. Als problematisch wird beispielsweise das Handling von logischen Partitionen (LPARs) auf IBM-Servern der jüngsten Generation bewertet. Hier können User einzelnen Anwendungen nach Bedarf CPU-Ressourcen zuteilen, um Lastspitzen abzufedern. Damit wird es theoretisch möglich, der Oracle-Datenbank Bruchteile von Prozessorkapazitäten zuzuweisen. In Oracles Lizenzmodell wird diese Möglichkeit jedoch nicht berücksichtigt. Zwar erlaubt der Datenbankspezialist seinen Kunden, physikalisch abgetrennte Hardwarepartitionen einzurichten und die Softwarelizenzen entsprechend der dort genutzten CPU-Leistung zu berechnen. Eine granuläre Aufteilung der CPU-Leistung innerhalb einer LPAR lasse sich im Lizenzmodell nicht messen, erläuterte Günther Stürner, Vice President für den Bereich Datenbanken bei Oracle in Deutschland.

Auch bei der Frage, wie Oracle seine Lizenzpolitik an die künftigen Möglichkeiten des Grid-Computing anpassen werde, musste Stürner passen. Gerade die flexible Zuteilung von Ressourcen für bestimmte Anwendungen lasse sich mit dem starren Lizenzmodell Oracles kaum in Einklang bringen, befürchten viele Anwender. Dies sei eine schwierige Diskussion für alle Softwarehersteller, gab Stürner zu. Er forderte die Kunden auf, gemeinsam mit Oracle daran zu arbeiten. "Es gibt Lösungen, und wir finden sie auch", versprach der Oracle-Manager.   [mehr]...
Der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke setzt auf den Einfluss der 2500 Mitglieder zählenden Community.

CW: Hat sich Oracle nach Ihrer Umfrage zum Thema Lizenzpolitik bewegt?

Saacke: Das Bewusstsein und die Sensibilität sind besser geworden. Außerdem hat Oracle seine Mitarbeiter intensiver geschult. Es ist jedoch noch eine Menge zu tun, um vollständige Transparenz zu schaffen. Wir werden das auch in Zukunft einfordern.

CW: Inwieweit muss Oracle sein Lizenzmodell an die neuen IT-Bedingungen anpassen?

Saacke: Primär ist es wichtig, dass der Kunde weiß, was er wofür zahlen muss. Ob Oracle mit seinem Preismodell durchkommt, ist eine andere Frage. Ich persönlich glaube, dass das Unternehmen sich früher oder später bewegen muss.

CW: Dürfen die Kunden künftig mit einer konstanteren Lizenzpolitik rechnen?

Saacke: Angesichts der Unsicherheit, die während der vergangenen Jahre erzeugt worden ist, wird Oracle in Zukunft sicher vorsichtiger agieren. Ich rechne nicht damit, dass sich an dem Grundregelwerk in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Oracle wird es verfeinern und Schlupflöcher schließen, um sicherzugehen, überall dort, wo ein bisschen Oracle drinsteckt, auch die entsprechenden Lizenzgebühren zu kassieren. Das steht dem Unternehmen auch zu.

CW: Wie reagieren die Kunden auf die verstärkten Audits durch Oracle?

Saacke: Wenn jemand mit dem Ziel ins Haus kommt, etwas zu finden, womit mehr Gebühren fällig werden, sorgt das immer für Unruhe. Ohne die Absicht, am Ende eine Rechnung stellen zu können, geht niemand zum Kunden. Auf der anderen Seite ist es natürlich das gute Recht des Herstellers, für die erbrachten Leistungen sein Geld zu verlangen.   [mehr]...
Auch im Umfeld der Patches müsse Oracle an der Transparenz arbeiten, mahnte Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Gerade Kunden mit Hochverfügbarkeitsumgebungen und zahlreichen Datenbankinstanzen müssten detailliert über die Relevanz der Patches informiert werden. Günther Stürner, Vice President von Oracle, versicherte, dass dies eines der wichtigsten Themen in der Entwicklung bei Oracle sei. Auch die Qualität der Patches soll künftig verbessert werden. Zwar bemühe sich Oracle, seine Security-Updates komplett durchzutesten. Andererseits müsse für hochkritische Probleme auch einmal eine Lösung über Nacht geliefert werden. "Das ist ein Balanceakt zwischen Qualität und Schnelligkeit." Mit teilweise überraschenden Folgen für die Kunden: So berichtete ein Anwender, er habe nach der Installation eines Patches erstaunt feststellen müssen, dass sich seine Standard Edition in eine teurere Enterprise Edition verwandelt habe. Stürners Antwort, der Kunde müsse selbstverständlich die Enterprise Edition nachlizenzieren, quittierten die Zuhörer zunächst mit entsetztem Schweigen. Erst als der Oracle-Manager ergänzte, dies sei ein Witz, löste sich die Spannung im allgemeinen Gelächter auf.   [mehr]...
Die deutschen Kunden des Software- und Datenbank- Spezialisten Oracle sind mit der Informationspolitik des US-IT-Riesen unzufrieden. "Die Transparenz von Oracle in Sachen Lizenzen und Produktstrategie muss besser werden", sagte Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG), dem Handelsblatt am Rande des Jahrestreffens des Vereins in Mannheim.

Für Kritik sorgen vor allem die häufig wechselnden Abrechnungsmodelle. Oracle hat in den letzten Jahren gleich mehrfach die Abrechnungsmodalitäten geändern. Nachdem einige Zeit auf Basis der Rechnerleistung bezahlt werden musste, sind mittlerweile die Zahl der namentlichen Nutzer sowie der eingesetzten Prozessoren ausschlaggebend. "Die Modelle sind mittlerweile so komplex, dass selbst die Vertriebsmitarbeiter sie nicht mehr erklären können", macht es Saacke deutlich. Ein weiteres Problem: "Viele Firmen arbeiten mit alten Lizenzmodellen. Wenn diese nachordern müssen und zu neuen Modellen wechseln, wird es häufig teurer."

"Umfragen unter unseren Mitgliedern zeigen, dass rund 70 Prozent die Transparenz kritisieren", sagte Saacke. "Das Ergebnis ist in dieser Dimension auch für uns eine neue Erkenntnis gewesen", gibt Rolf Schwirz, der Deutschland-Chef von Oracle, zu. Er sagte Maßnahmen zu, um diese Probleme zu beseitigen. "Die Verantwortlichen in den Unternehmen müssen die Informationen bekommen."

Für Ärger sorgen zudem die seit einiger Zeit intensivierten Kontrollen bei den Firmen vor Ort ¿ die so genannten Audits. "Firmen müssen nachlizensieren, häufig auch deshalb, weil sie beim Kauf der Software falsch beraten wurden", klagt Saacke. Oracle-Manager Schwirz kennt das Problem. "Wir stellen immer wieder fest, dass es für das Management einer Firma sehr schwer ist, zu kontrollieren, was mit der Software global geschieht. Sie ist einfach leichter irgendwo hin zu bewegen als die Hardware. Das ist sicherlich keine böse Absicht der Unternehmen".

Die Kritik betrifft allerdings nicht nur Oracle sondern die gesamte Software-Industrie. Auch bei SAP sind die Gebühren immer wieder ein Zankapfel. "Die Lizenzpolitik bei SAP ist ein Dauerbrenner", bestätigt Gero Brinkbäumer von der Marktforschungs- und Beratungsfirma Raad Consult. "Die Softwarefirmen müssen hier dringend für mehr Klarheit sorgen." Das gilt auch über Deutschland hinaus. Nach einer Studie des US-Marktforschungsinstituts AMR Research zu Folge ist die Mehrheit der Unternehmen mit den Lizenzbedingungen der EDV-Lieferanten unzufrieden.

Eine weiterer Kritikpunkt ist die mangelhafte Information über die künftigen Produktpläne. Bei SAP ist davon zur Zeit in erster Linie die neue modulare Architektur der gesamten Produkt-Palette betroffen. "Wir haben eine neue Technologie, aber was fehlt, sind die entsprechenden Geschäftsmodelle. Hier sehe ich die SAP in der Pflicht", sagte Alfons Wahlers, Vorstand von der SAP-Anwendergruppe DSAG jüngst. Die SAP- Spitze hat bereits Abhilfe zugesagt. Nach Angaben ihres Vorstandsmitglieds Claus Heinrich arbeitet der Konzern bereits an solchen Modellen.

Auch die neue Technologie-Plattform NetWeaver sorgt für Verwirrung. "Unsere Gespräche zeigen, dass den Kunden nicht klar ist, ob es ein Produkt, ein Modul oder eine Technologie ist. Sie sind verunsichert. Daran muss SAP arbeiten", sagt Brinkbäumer.

Ganz ähnlich ist die Situation bei Oracle. Mehrfach wurde auf dem DOAG-Treffen in dieser Woche die Sorge geäußert, die feindliche Übernahme des Wettbewerbers Peoplesoft könne zu viele Kapazitäten binden. "Die Übernahme mag richtig sein, sie darf aber nicht zu Lasten der Kunden gehen", sagte DOAG-Chef Saacke.   [mehr]...
Oracle will sich in den kommenden Monaten in erster Linie darauf konzentrieren, das bestehende Produktportfolio zu stabilisieren. Das sagte Oracle-Deutschlandchef Rolf Schwirz während einer Podiumsdiskussion auf der DOAG-Konferenz (Deutsche Oracle Anwendergruppe) in Mannheim. "Wir sind dabei, produkttechnisch eine Art Konsolidierung durchzuführen, in diese Ecke werden wir in den nächsten Monaten sehr viel investieren", so der Manager.

Es gehe darum, die Produkte dort zu festigen, wo es jetzt das ein oder andere Problem gebe. Vor dem Hintergrund immer komplexerer Systeme seien qualitative Verbesserungen entscheidend. Schwirz spricht von einer "Konsolidierung auf Funktionalitätsebene". Als eine der wichtigsten Produktentwicklungen der vergangenen Jahre bezeichnete er außerdem das Web-Applikationsentwicklungs-Tool "HTML DB". Das Werkzeug sorgt vor allem in der Entwicklerwelt für Schlagzeilen. Oracle schult Interessenten derzeit in einem Testlabor. "Die Trainer haben eine Erfolgskrise, wir kommen kaum hinterher", so Schwirz. Das Tool habe eine sehr niedrige Einstiegsschwelle und richte sich damit verstärkt an den Lowend-Markt, der in der Vergangenheit oft vernachlässigt wurde.

In Bezug auf eine mögliche Peoplesoft-Übernahme ließ sich der Manager nur wenig entlocken. Er versicherte jedoch, dass sich eine Fusion nicht für die Kunden auswirken würde, etwa in Form erhöhter Preise. Unterdessen hat der Konzern in der Übernahmeschlacht jedoch eine weitere Abfuhr von Peoplesoft bekommen. Der Vorstand lehnt jetzt auch die letzte Offerte in Höhe von 24 Dollar je Aktie ab, das entspricht einem Gesamtangebot von 8,8 Milliarden Dollar. Das Unternehmen habe einen deutlich höheren Wert, so Peoplesoft-Chef Dave Duffield. Oracle hatte bereits angedroht, seine Offerte zurückzuziehen, sollte Peoplesoft auch dieses "letzte und beste" Angebot ablehnen. Tatsächlich ist Oracle-Chef Larry Ellison offenbar am Ende seiner Geduld: "Oracle beschäftigt sich mit diesem Fall nun eineinhalb Jahre. Es ist jetzt Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen."   [mehr]...
Wenn ein Unternehmen sich beispielsweise die beste am Markt verfügbare Lösung für die Produktionsplanung und -Steuerung (PPS) heraus pickt und mit der besten am Markt verfügbaren Rechnungswesen-Lösung eines anderen Anbieters verbindet, dann wird von einem Best-of-Breed-Ansatz gesprochen. Der is report fragte Analysten und Anbieter, ob dieses Konzept noch zeitgemäß ist.

Mehrfach wurde zur Erläuterung der Schwierigkeiten eines Best-of-Breed-Ronzeptes die Analogie des Autokaufs bemüht. So etwa Rolf Scheuch, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen ORACLE-Anwendergruppe e.V. (DOAG) und Geschäftsführer der Opitz Consulting GmbH: "Wenn ein Autohändler die schönste Karosserie, den besten Motor, den bequemsten Sitz, die leuchtstärksten Scheinwerfer und die leistungsfähigsten Bremssysteme präsentiert und die Komponenten von unterschiedlichen Herstellern produziert wurden, muss der Käufer sich den Wagen selber zusammenbauen. Der Vergleich trifft, auch wenn er sich nur bedingt auf den Bereich der Unternehmenssoftware übertragen lässt."

Für Rolf Scheuch steht es "Drei zu eins für die Suite": So weise der Markt für Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Software einen klaren Trend zu integrierten Gesamtlösungen auf, also zur Nutzung der Produkt-Suite eines Lieferanten. "Entscheidend dafür sind die Faktoren Kostendruck und Time-to-Market." Aber in einzelnen Nischenmärkten würden Best-of-Breed-Ansätze weiterhin erfolgreich verfolgt. Denn hochspezialisierte Prozesse und an Branchen angepasste Systeme sind bisher durch die Standardlösungen der Marktführer kaum zu ersetzen. Allerdings hätten Themen wie Produktdatenmanagement oder Produkt Life-Cycle Management ihr Nischendasein bereits verloren. "Hersteller von CAD-Systemen oder von Lösungen zum Dokumentenmanagement und Enterprise Content Management bieten mittlerweile Release-fähige Erweiterungen zu diesen Themen im Rahmen ihrer Produkt-Suiten an, ebenso wie die großen ERP-Anbieter", berichtet Scheuch und erläutert das Konzept von Oracle: "Die E-Business Suite setzt auf ein umfassendes Set von Anwendungen, mit denen sich alle Funktionen der täglichen Geschäftsprozesse automatisieren lassen. Die Lösungen sind als Einzelmodule oder als vollständige Anwendungssuite erhältlich und unterstützen alle Geschäftsabläufe, von Supply Chain Management über Personalwesen, Marketing und Vertrieb bis zum Kundendienst." Allerdings sind neue Standardisierungen wie die Java Specification Requests der J2EE-Platform nach Meinung von Scheuch Rückenwind für Best-of-Breed, weil sie zu einer Senkung der Kosten für Integrationsleistungen führen und für Stabilität bei Release-Wechseln sorgen ...   [mehr]...
Die Software-Lizenzbestimmungen der Hersteller verursachen teilweise hohe Kosten. Um so notwendiger ist es, dass die Anwender gut informiert und geschult in Verhandlungen mit Microsoft und Co. gehen. ¿Die Kunden laufen bei Oracle in eine Lizenzfalle", warnt Gartner-Analystin Jane Disbrow die Anwender vor einem allzu naiven Umgang mit Softwarelizenzen. Das Thema war schon immer komplex angesichts der Fülle von Bezahlmodellen. Doch durch Entwicklungen der Chiptechnologien ¿ Multicore-Prozessoren und Multithreading ¿ stehen die Anwender vor weiteren Lizenzierungsproblemen. Wer über solche Bestimmungen nicht ständig auf dem Laufenden bleibt, so Gärtner, riskiert hohe Ausgaben. Gespräche mit dem Außendienst der Softwerker sind dabei nur eine Möglichkeit, aktuelle Informationen zu erhalten ...

Wer kritische Einschätzungen und Tipps bevorzugt, kann sich an Anwendervereinigungen halten. Die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) beschäftigt sich auf ihrer Jahreskonferenz am 10. und 11. November in Mannheim mit dem Thema ...   [mehr]...
Laut Rolf Schwirz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Oracle Deutschland GmbH, können Firmenkunden mit der Datenbank 10g unter Linux-Clustern auf Intel-Basis bereits heute teure z/OS-Mainframes zu einem Bruchteil der Kosten ersetzen. Business&IT hat nachgefragt:

Aus Sicht der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) e.V. ist der Ansatz, die Datenbank 1Og auf Intel-Linux-Clustern anstelle von z/OS-Mainframes einzusetzen, ein Schritt in die richtige Richtung. Erste Erfahrungen von DOAG-Mitgliedern haben gezeigt, dass beispielsweise eine Unternehmensapplikation mit mehreren hundert Benutzern auf den Intel-Linux-Servern deutlich performanter läuft als auf einem Mainframe.

Ein weiterer Vorteil ist die deutlich schnellere Verfügbarkeit neuer Releases und Patches bei Intel/Linux. Erfahrungsgemäß ist auch die Unterstützung des Oracle-Supports bei oft verwendeten Plattformen tendenziell besser als bei selten eingesetzten Betriebssystemen. Trotz aller Euphorie ist allerdings zu beachten, dass es noch wenig fundierte Erkenntnisse hinsichtlich Hochverfügbarkeit und langfristiger Stabilität dieses neuen Lösungsansatzes im täglichen Einsatz über einen längeren Zeitraum hinweg gibt.

Bei den Kosten empfiehlt die DOAG zudem eine umfassende Kalkulation: Einsparungen bei den Hardware-Kosten sind sicher realisierbar, demgegenüber muss man aber auch auf der Software-Seite die Lizenzkosten von Oracle für beide Alternativen vergleichen, um später keine unangenehme Überraschung zu erleben.   [mehr]...
Ähnlich wie Microsoft wird Oracle demnächst einen monatlichen Patch-Day einführen. Das bestätigte eine Sprecherin des Datenbankspezialisten gegenüber dem Branchendienst eWeek. Experten hatten diesen Schritt erwartet, da Oracle bereits seit einiger Zeit die Patches für entdeckte Sicherheitslücken schuldig bleibt. »Oracle wechselt zu einem monatlichen Patch-Rollup- Modell, weil wir denken, dass ein umfassender Patch für mehrere Lücken zu einem festgelegten Zeitpunkt den Kundenbedürfnissen besser entgegenkommt«, so die Oracle-Sprecherin. Für das Unternehmen sei das zwar eine Herausforderung, aber die nehme man gerne an, um den Kunden zu helfen.

Auf der Anwenderseite gehen die Meinungen über den Nutzen dieser Neuerung jedoch stark auseinander. Die einen argumentieren, es sei einfacher mit einem einzigen Rundumschlag umzugehen, als die Patches - wie beim derzeitigen Modell - häppchenweise zu bekommen. Bei der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) steht man den Plänen dagegen kritisch gegenüber. »Bei erkannten Sicherheitslücken ist es beispielsweise ein großer Nachteil, den festen Zyklus abwarten zu müssen; hier sollten Patches umgehend ausgeliefert werden«, sagte DOAG-Vorstand Rolf Scheuch gegenüber silicon.de. Grundsätzlich sei der Patch-Vorgang für viele Anwender ein Problem, da während dieser Zeit die Systeme angehalten werden müssten. In diesem Zusammenhang sei die Reduzierung der Patch-Zahl auf zwölf pro Jahr zwar hilfreich. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn Oracle den Patch-Vorgang weiter vereinfachen würde, so Scheuch.

Oracle bestätigte inzwischen auch die Sicherheitslücken, die Anfang des Monats auf der Security-Konferenz Black Hat bekannt geworden waren. Betroffen seien die Programme ¿Oracle Database¿, ¿Oracle Application Server¿ und ¿Oracle Enterprise Manager¿. Man könne jedoch nicht bestätigen, dass es derzeit 34 Sicherheitsrisiken in Oracle-Software gebe. Eine korrekte Zahl wollte das Unternehmen jedoch ebenfalls nicht nennen ...   [mehr]...
... Während der Name Oracle zumindest in Deutschland fast schon als Synonym für Datenbanken steht, ist der Erfolg des Unternehmens im ERP-Segment eher kläglich. Lediglich etwas mehr als 300 Kunden setzen in Deutschland die ERP-Lösung E-Business Suite von Oracle ein. Viele von ihnen sind Tochterunternehmen amerikanischer oder englischer Unternehmen. Im Ausland erfreut sich die ERP-Sparte der Ellison-Company nämlich deutlich größerer Beliebtheit als in Deutschland, wo das Neukundengeschäft Oracle-Partnern zufolge extrem schleppend läuft. »Der deutsche ERP-Markt ist sehr stark von SAP dominiert«, formuliert Kaske das Problem. 5.770 Firmen arbeiten in Deutschland mit Lösungen der Walldorfer.

Das ist aber nicht die einzige Hürde, die Oracle überwinden muss, um als ERP-Player im deutschen Markt wahrgenommen zu werden. »Inzwischen sind sich viele Anwender bewusst, dass Oracle mehr zu bieten hat als Datenbanken. Die meisten kennen aber nur einzelne Module der E-Business Suite wie CRM oder Financials. Dass ein komplettes Angebot vorliegt, wissen die wenigsten«, erklärt Frank Schönthaler, Geschäftsführer des Oracle-Partners Promatis und Sprecher der Deutschen Oracle-Anwendergruppe, DOAG. Seit Jahren schon fordern die Partner mehr Marketingaktivität von Oracle. Wenig hilfreich ist außerdem, dass das Unternehmen aus dem kalifornischen Redwood zwar in mehr oder minder regelmäßigen Abständen ankündigt, sich stärker im ERP-Markt engagieren zu wollen, bislang aber noch keine klare Strategie nach außen kommuniziert hat. Das Gezerre um die Peoplesoft-Übernahme, das die Branche bereits seit einem Jahr mit sinkendem Interesse beobachtet, und die umstrittene Figur des CEO Larry Ellison sorgen ebenfalls nicht für Vertrauen unter deutschen Anwendern ...   [mehr]...
Die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) hat eine Umfrage durchgeführt, wie Kunden die Lizenzpolitik von Oracle beurteilen. Die Ergebnisse sind nicht eben schmeichelhaft für die Ellison-Company. 70 Prozent der 123 Teilnehmer hatten kein Vertrauen zur Lizenzpolitik von Oracle. 52 Prozent meinten, die Transparenz der Lizenzpolitik des Datenbank-Riesen sei im letzten Jahr schlechter geworden. Nur 44 Prozent fühlten sich von Oracle hinsichtlich der Lizenzierung ausreichend beraten. Eine Unternehmens-Sprecherin nannte die Studie nicht repräsentativ. Immerhin will Oracle neben anderen Maßnahmen eine Schlichtungsstelle für Lizenzfragen einrichten und auf der DOAG-Konferenz im November eine offizielle Stellungnahme abgeben.   [mehr]...
Oracle verunsichert die deutschen Anwender. Von 123 befragten Unternehmen hätten 70 Prozent kein Vertrauen mehr in die Preispolitik des US-Datenbankherstellers, so eine Studie der Deutschen Oracle-Anwendergruppe. "Viele Unternehmen empfinden die Lizenzmodelle als zu kompliziert", sagt Fried Saacke, der Vorstandschef der Anwendergruppe. Die Oracle-Deutschland-Zentrale hält die Umfrage zwar nicht für repräsentativ, doch Günther Stürner, Leiter des Geschäftsbereichs Datenbanken bei Oracle, räumt ein, dass Kunden oftmals schlecht informiert seien. Um die Defizite zu beheben, hat Oracle einen Katalog von sechs Maßnahmen beschlossen. So sollen künftig die Kommunikation mit der Kundenorganisation verbessert und eine Schlichtungsstelle für Lizenzfragen eingerichtet werden.   [mehr]...
Ganze 70 Prozent der Oracle-User haben kein Vertrauen in die Lizenzpolitik des Datenbank-Primus. Dieses Ergebnis liefert eine Umfrage der deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Vor allem die Migration von einem Lizenzmodell auf ein aktuelleres führt zu Problemen. So lautet das Resümee der DOAG-Umfrage, die im Mai 2004 abgehalten wurde. ¿123 Teilnehmer haben geantwortet, und sie bekritteln vor allem die Transparenz in Sachen Preisfindung", fasst der für die Umfrage zuständige Vorstand der DOAG, Rolf Scheuch, zusammen.

Der gesteht zu, dass die Anwender mit den Oracle-Produkten selbst sehr zufrieden seien, die Kritik konzentriere sich speziell auf die Lizenzierung. Als Gründe für den Unmut nennt er als primäre Punkte geringe Transparenz, zu wenig Konstanz im Lizenzierungsmodell - sprich die Abrechnungsparameter und in der logischen Folge auch die Investitionssicherheit - sowie die unzureichende Beratung. Kritik an den Kosten selbst rangiert hier unter ferner liefen.

Der frisch gebackene Vice President Günther Stürner, der für die Bereiche Business Unit Database und Server Technology Competence Centers bei Oracle Deutschland verantwortlich zeichnet, ist von diesen Ergebnissen überrascht und verspricht eine schnelle Besserung. ¿Unsere aktuelle Lizenzstruktur wird angenommen, doch die Lizenzmigrationen und die Überprüfungen stellen den Knackpunkt dar." Hier weist Stürner darauf hin, dass die Grundstruktur der Lizenzvorgaben auf Oracles Website klar dokumentiert seien und dass diese Prinzipien für das Verständnis wichtig sind. Schwer zu argumentieren werde es aber, wenn ein Anwender nach einer Lizenzmigration mehr zahlen müsse als vorher. Zudem habe Oracle seine Aktionen in Sachen Lizenzüberprüfungen verstärkt. Generell will Stürner über die interne Weiterbildung das Know-how der Vertriebsbeauftragten und der Oracle-Partner erhöhen sowie das notwendige Fingerspitzengefühl vermitteln. Weitere Ideen seien eine Art Schlichtungsstelle sowie ein direkter Draht zwischen der DOAG und den Lizenzspezialisten bei Oracle.

Als ein betroffener Anwender, der aufgrund einer Lizenzmigration nun einen Sprung von 800 Named-User-Lizenzen auf 1300 machen müsste - obwohl 1000 ausreichend wären - hat Carsten Kaftan, Teamleiter Datenbankadministration bei der Planegger Sanacorp, die Situation seines Unternehmens geschildert: ¿Wir haben eine sehr verteilte Organisation und arbeiten sehr viel mit Brokern. Daraus entsteht eine hohe Komplexität, und wir müssen erweitern. Im Rahmen der Lizenzierungsvorgaben haben wir bereits alles versucht, da müssten wir diesen enormen Sprung auf das Modell Named-User-Plus machen. Doch nun hoffen wir auf Bereitschaft zur Kulanz bei Oracle." Ansonsten bleibe noch der Ausweg über den Kauf von Lizenzen, die von dritter Seite angeboten werden. Es gebe bereits Angebote von ¿Lizenzverwertern", die Oracle-Lizenzen aus Konkursmasse aufgekauft haben und die zudem noch die rechtlichen Risiken übernehmen. Daran, so Kaftan, sei Oracle nicht interessiert.   [mehr]...
Mit komplizierten Lizenzmodellen und vertraglichen Tricks versuchen Softwareanbieter, immer mehr Geld aus ihren Kunden herauszuholen. Doch das wollen sich die Nutzer nicht länger gefallen lassen. Sie drängen auf mehr Transparenz und Flexibilität.

Viele Oracle-Anwender in Deutschland sind unzufrieden. Laut einer Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) haben 70 Prozent der Nutzer kein Vertrauen in die Lizenzpolitik des Softwareanbieters. Die Mehrheit der 123 befragten Unternehmen kritisiert die fehlende Transparenz in Oracles Lizenzpolitik sowie eine mangelhafte Beratung. ¿Diese Umfrageergebnisse sind überraschend und keinesfalls befriedigend", kommentiert Günther Stürner, Vice President für den Bereich Datenbanken bei Oracle in Deutschland, das Ergebnis. Von einer Krise in Sachen Lizenzpolitik will er jedoch nichts wissen. Es seien klare Lizenzstrukturen vorhanden. Alle für die Kunden notwendigen Details würden publiziert.

Allerdings gebe es durchaus einige kritische Punkte, räumt Stürner ein. So könne es vorkommen, dass ein Anwender seine alten Lizenzen auf ein neues Lizenzmodell migriert und danach mehr bezahlen muss. Auch die Prüfungen des aktuellen Lizenzstatus würden von den Kunden manchmal als ärgerlich und störend empfunden. Oracle zufolge wurden die Audits in den vergangenen Monaten intensiviert. Dabei unterstelle man den Kunden jedoch keineswegs absichtliche Lizenzverstöße, versichert Stürner. In den meisten Fällen resultiere eine Unterlizenzierung aus der Unkenntnis der Anwender. Für die Betroffenen sei es dennoch unangenehm, dabei ertappt zu werden.

Eine Überprüfung der Lizenzsituation musste unter anderen Carsten Kaftan, Teamleiter Datenbankadministration von Sanacorp Pharmahandel in Planegg, erdulden. Das Audit habe ergeben, dass die vorhandenen 800 Oracle-Datenbanklizenzen nicht ausreichten: Es fehlten 200 Stück. Da Kaftan die Oracle-Lizenzen nicht eindeutig bestimmten Nutzern zuweisen kann, greift ein Lizenzmodell, das neben der Nutzerzahl auch die CPU-Leistung der verwendeten Server in die Berechnungen einbezieht - in diesem Fall jedoch zu Ungunsten des Nutzers. Da Oracles Klauseln eine Mindestlizenzierung vorschreiben, müsste Kaftan statt der 200 benötigten 500 Lizenzen nachordern. Trotz langwieriger Verhandlungen ist noch keine Lösung in Sicht, berichtet der enttäuschte Datenbankadministrator.

Mit ihrer Kritik stehen die Oracle-Anwender nicht allein. Laut einer Untersuchung von AMR Research ist der Großteil der Softwarekäufer unzufrieden mit den Lizenzbedingungen der Anbieter. Eine Umfrage der Marktforscher ergab, dass sich die Mehrheit von ihren Softwarelieferanten schlecht behandelt fühlt. Viele Hersteller hätten sich in den vergangenen Jahren komplexe und verworrene Lizenzstrukturen ausgedacht, die teilweise nicht einmal die eigenen Vertriebsmitarbeiter verständen, geschweige denn erklären könnten. Für AMR-Analyst Jim Shepherd ist diese Taktik nicht nachvollziehbar. Einerseits betonten die Anbieter die Absicht, langjährige Partnerschaften mit ihren Kunden aufzubauen. Auf der anderen Seite düpierten sie ihre Kunden mit einer zweifelhaften Lizenzpolitik ...   [mehr]...
Fast dreiviertel der Anwender haben kein Vertrauen in die Lizenzvergabe von Oracle. Das zeigt eine Online-Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG). Viele Anwender wünschen sich, besser von Oracle informiert zu werden. Über die Hälfte der befragten Unternehmen haben den Eindruck, dass sich die Lizenzpolitik von Oracle im letzten Jahr verschlechtert hat. Dabei geht es nicht einmal um die Kosten: Nur elf Prozent nennen sie als Grund für die Unzufriedenheit. Jedoch beklagen ein Drittel der unzufriedenen Unternehmen, dass Transparenz fehle, 26 Prozent vermissten die Konstanz.

Dabei, so Fried Saacke vom Vorstand der DOAG, sei das Regelwerk von Oracle grundsätzlich ein Vorteil. Es biete die Möglichkeit, die Kosten für Software genauer zu berechnen. Problematisch werde es allerdings, wenn die Kunden das Berechnungsmodell nicht mehr verstehen.

56 Prozent der Unternehmen fühlen sich laut Umfrage unzureichend von Oracle über die Lizenzierung beraten. Besonders bei der Migration würden neue Abrechnungsmodelle schnell zu umfangreich, um den Überblick zu behalten, sagt Saacke. Hier fühlten sich einige Kunden, die schon lange mit Oracle arbeiten, im Stich gelassen.

Oracle ist seit kurzem dabei, eine Schlichtungsstelle für Lizenzfragen einzurichten. Sie soll in Streitfällen vermitteln und ein klares Verfahren für Konflikte ausarbeiten.

An der Online-Umfrage im Mai haben 123 Unternehmen teilgenommen, 71 Prozent davon sind Mitglieder der DOAG.   [mehr]...
Trotz engster Kontakte zwischen der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) und Oracle Deutschland ¿ die Lizenzen sind und bleiben ein Problem. Besonders in Zeiten der IT-Konsolidierungen liegt in diesem Bereich so manche Stolperschwelle. Die Konsequenz sind böse Überraschungen. Und so hat mit 70 Prozent die deutliche Mehrheit der deutschen Anwender keinerlei Vertrauen in die Lizenzpolitik des kalifornischen Unternehmens. Das geht aus einer aktuellen Nutzerumfrage mit etwa 200 Teilnehmern hervor.

"In den letzten zwei Jahren hatten wir die Support-Problematik aus Nutzersicht beleuchtet, doch hier hat Oracle jetzt einiges getan. Erst im Frühjahr dieses Jahres sind bei uns als Ansprechpartner die ersten Fragen zur Lizenzpolitik in einer Weise und Anzahl aufgeschlagen, die wir nicht mehr ignorieren konnten", sagt Rolf Scheuch, Vorstand der DOAG. Daher habe die Gruppe eine Umfrage gestartet, um einen Überblick über die Relevanz der Fragen auch an den Hersteller und die Öffentlichkeit weiterzugeben. "Ganz grundsätzlich sind die Oracle-Anwender zufrieden mit ihren Produkten, aber steigende Bedürfnisse ziehen mehr Probleme nach sich", so erklärt er die hohe Zahl der Unzufriedenen.

Nur durch kontinuierliche Informationspolitik könne das Unternehmen hier wieder ein Gleichgewicht und mehr Vertrauen schaffen. "Die Lizenzpolitik als Regelwerk und dessen Interpretation zur Preisfindung beim Kauf, sowie die genaue Klärung von Einsatzbedingungen für die Oracle-Produkte ¿ darum dreht sich die aktuelle Sorge der aktiven Anwender", sagt er. Und genau hier vermissen Anwender wie Andreas Frings, Leiter Kompetenzcenter Datenbanken bei IZB Soft, die Transparenz. Er geht mit den 52 der insgesamt Befragten knapp 200 IT-Profis mit, wenn sie bei der DOAG-Umfrage angeben, die Transparenz der Lizenzen bei Oracle sei im Jahresverlauf schlechter geworden.

"Viele Anwender haben sich sicher noch nie so tief in die Lizenzfragen eingearbeitet, aber oft scheitert es auch an den Informationen, die das Herstellerunternehmen sich abringen lässt, das ist oft mit viel Mühe für den Anwender verbunden", sagt Frings. Und wenn dieser nicht wisse, was genau er braucht, dann fingen die Probleme erst an. "Ich will als Anwender von Oracle keine Holschuld zugeschoben bekommen, ich brauche keine Links auf irgendwelche Hilfe-Seiten, die ich mir erst suchen muss ¿ was ich will, ist eine klar erkannte Informations-Bringschuld des Unternehmens Oracle", betont er. Diese müsse zudem individuell, auf den Kunden angepasst, daherkommen. Er kann sich vorstellen, dass der Kundenbetreuer einfach besser über die Preisfragen informiert ist. Und auch das, so räumt er gleich mit eventuellen Vorurteilen auf, sei keine Sorge des Kunden, sondern eine Sache, die Oracle anpacken müsse. Er rechnet aber auch fest damit, dass Oracle sich hier bewegen wird.

Gerade bei zunehmender IT-Konsolidierung, das bestätigt Fried Saacke vom DOAG-Vorstand, würden auch die Bedürfnisse der Kunden nach Anpassung der Lizenzen individueller. Er kennt die Anfragen der Anwender bei großen Mittelständlern und Großunternehmen, die zum Teil hochkomplexe, historisch gewachsene Strukturen mit bis zu zehn verschiedenen Lizenzmodellen von einem Hersteller allein konsolidieren müssen. Hier fordert er als Anwalt der Kunden Kulanzbereitschaft seitens Oracle ein ...   [mehr]...
Die Jobs im Datenbankbereich stehen vor einem Umbruch: Die großen Anwender setzen auf Konsolidierung, die kommerziellen Hersteller reagieren mit verbesserten Verwaltungswerkzeugen. In die Techie-Lücke stoßen Opensource-Anbeiter. ¿Datenbankmitarbeiter müssen im Moment gerade bei den großen Konzernen stark umlernen", bringt Ales Zeman, Presales Consultant bei Quest, Spezialist für Managementwerkzeuge, seine Erfahrung auf den Punkt. Gab es bis vor kurzem etwa bei dem Automobilhersteller Daimler Chrysler Datenbankadministratoren, die sich ausschließlich um die Produkte jeweils eines Herstellers gekümmert haben, so müssen sie heute mit eingeschränkter Mannschaft die Datenbanken von IBM, Oracle und Microsoft gleichzeitig betreuen. Um dies zu gewährleisten, kommen immer mehr übergreifende Management-Tools zum Einsatz, die die Administration durch vorgefertigte Routinen stark vereinfachen und konzernübergreifenden Überblick gewährleisten.

Aber auch die beiden führenden Database-Hersteller Oracle und IBM sind mit ihren aktuellen Produkten auf diesen Zug aufgesprungen. Microsoft als Dritter will im kommenden Jahr folgen. Als Konsequenz aus der starken Zunahme an Automatisierungsfunktionen ändert sich auch die inhaltliche Arbeit mit den Datenbanken, wie Gartner-Analyst Jim Sinur bestätigt: Anstelle von Aufgaben wie die Partitionierung von Datenbanktabellen oder Einrichtung eines weiteren Nutzers treten künftig Themen wie die strategische Bedarfsplanung des Speicherplatzes in den Vordergrund. Bei einem konsequenten Einsatz der aktuellen Produkte können rund 40 Prozent der Datenbankadministratoren eingespart werden, so Gartner.

Doch noch ist es lange nicht so weit, wie Rolf Scheuch vom Vorstand der DOAG (der deutschen Oracle-Anwendergruppe) bestätigt. Die neuartigen stark automatisierten Verwaltungsfunktionen von Oracle 10g werden erst nach und nach angenommen, da sich die Bedienungsphilosophie gegenüber dem Vorgängerprodukt deutlich gewandelt habe. Die Mitarbeiter sind noch in einem Lernprozess, den die Anbieter mit Seminaren unterstützen ...   [mehr]...
Ein universelles Verfahren zur gerechten Kalkulation von Lizenzgebühren gibt es leider nicht. Gleichwohl müssen die Anwender die Kosten für ihre Software-Investitionen zuverlässig ermitteln können ...

... Da die Beratungstiefe von Systemhäusern deutlich variiert, ist die Gegenüberstellung beratendes Systemhaus versus verkaufender Lizenzhändler vielleicht künstlich. Zumal die Beratung bei der Auswahl des besten Lizenzvertrags alles andere als einfach ist. Fried Saacke, der Vorsitzende der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG), kennt die entsprechenden Probleme bei Oracle-Software sehr genau: »Gerade in Hinsicht auf neue Technologien und Lizenz-Migrationen stellen unsere Mitglieder fest, dass Oracle bestimmte Nutzungen neu festlegt, was oft die Lizenzkosten erhöht. Hier ist häufig eine Lizenzberatung mit einer Einzelfallentscheidung angebracht.« Das gelte zum Beispiel beim Aufbau von Anwendungen mit Webservices.

Gerade Internet-Anwendungen wie Webservices benötigen eine Vielzahl teilweise ganz unterschiedlicher Programmpakete und machen den Lizenzerwerb und die Lizenzverwaltung zu einem sehr komplexen Geschäft. Nicht zuletzt erhöhen derartige Anwendungen aber auch den Anteil der Lizenzen an einem Projekt und »dieser Trend wird durch Entwicklungen wie Grid Computing noch einmal verstärkt«, meint Saacke. Die Komplexität wird den Erfindungsreichtum der Softwareanbieter bei den Metriken und den Finanzierungsmodellen weiter erhöhen, was für den Endanwender Wahl und Qual zugleich bedeuten kann.   [mehr]...
Der US-Konzern Oracle verstärkt den Druck im Markt für Datenbank-Software. »Wir gehen mit sehr aggressiven Preisen in den Markt, die mit Microsoft konkurrieren können«, sagte Sergio Giacoletto, Vice President für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (Emea), dem Handelsblatt am Rande der CeBIT in Hannover.

Nach Angaben von Giacoletto ist die Einsteigerversion der neuen Datenbank-Software 10g mit dem Namen »Standard Edition One« für 125 Euro pro Anwender und Monat zu bekommen. Damit würde sie den Nutzer pro Jahr 1500 Euro kosten, das ist in etwa so viel wie das Pendant von Microsoft, der »Smart Edition Server«.

Zudem will Oracle die Zusammenarbeit mit den Partnern intensivieren, um die Verkäufe anzukurbeln. Auch damit dürfte der US-Konzern in erster Linie auf Microsoft zielen. Dieser hatte jüngst angekündigt, dass sich die neue Datenbank-Version bis ins kommende Jahr verschieben wird. Analysten sehen darin einen Vorteil für Oracle, da das Unternehmen mit 10g eine modernere Lösung auf dem Markt hat.

Der seit einigen Wochen erhöhte Marketingdruck hat sich nach Angaben von Giacoletto in Europa bereits ausgezahlt. »Unser starkes Wachstum in Europa haben wir dem Trend zu Konsolidierung der Datenbanken sowie unseren aggressiven Preisen zu verdanken«, sagte er. Oracle konnte seinen Umsatz in Emea im dritten Quartal um 17 % auf 918 Mill. $ steigern.

Damit ist die Region stärker gewachsen als der Gesamtkonzern. Das Geschäft mit Datenbanksoftware legte um 23 % zu. Die Umsätze mit Anwendungsprogrammen stiegen in Emea um 17 %, im Gegensatz zum Konzern, in dem das Geschäft in diesem Segment im letzten Quartal stagnierte. »Wir stellen fest, dass unsere Kunden wieder mehr Lizenzen erwerben«, sagte Giacoletto.

In die neue Datenbank-Software investieren die Kunden bislang allerdings eher zurückhaltend. So empfiehlt zum Beispiel die deutsche Oracle-Anwendergruppe DOAG ihren Mitgliedsfirmen, noch mit der Einführung von 10g zu warten. Laut Giacoletto hat Oracle zurzeit etwa 100 Kunden für 10g, die Mehrheit davon in den USA. Dennoch ist der Europachef mit dem Verkauf zufrieden. »Viele Unternehmen verspüren noch keinen Druck, die vorhandenen Datenbank-Lösungen auszuwechseln. Das wird aber kommen«, ist Giacoletto zuversichtlich. So würden etwa die neuen Bilanzregeln IAS erhöhte Anforderungen an die Datenbanken der Firmen mit sich bringen.   [mehr]...
... Wer für seine Mitglieder Konkretes bewirken will, ist auf den direkten und guten Draht zum Hersteller angewiesen. Gerät die Beziehung zwischen Anbieter und Anwenderverein allzu innig, kann die kritische Distanz aber schon mal auf der Strecke bleiben. Damit Anwenderunternehmen von einer Mitgliedschaft profitieren, gilt es für ihre Lobby, die Gratwanderung zwischen fruchtbarer Kooperation und kritischer Nutzervertretung zu meistern - eine Disziplin, die nicht alle Organisationen gleich gut beherrschen. Die Deutsche Oracle Anwendergruppe e. V. (DOAG) ist sich des besagten Spannungsfelds wohl bewusst. »Zwar müssen wir uns aufgrund unserer finanziellen Unabhängigkeit keine Sorgen machen, dass uns der Geldhahn zugedreht wird, dennoch basieren wir inhaltlich natürlich darauf, dass es Oracle gibt«, beschreibt DOAG-Vorstandsvorsitzender Fried Saacke die in seinen Augen aus der Anwendergruppe, ihren Mitgliedern und Oracle bestehende Gemeinschaft. Missbrauche eine User Group jedoch die Macht ihrer Souveränität, sei eine sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Vor vier Jahren hat sich die DOAG von Oracle gelöst.

Als wesentlich erachtet Saacke den fairen Umgang miteinander. So sei es mittlerweile gelungen, den Datenbankanbieter davon zu überzeugen, dass die DOAG als Anwendervereinigung nur dann glaubhaft ist, wenn ihr offene Kritik zugestanden wird. Im Gegenzug erhält Oracle die Chance, zu Problemen Stellung zu nehmen und gegebenenfalls Missverständnisse auszuräumen, bevor sich die DOAG damit an ihre Gemeinde oder die Öffentlichkeit wendet.

Auch die Tatsache, dass sich Oracle bei seinem diesjährigen CeBIT-Auftritt voll und ganz in die Hände der DOAG begibt und sich dort ausschließlich auf dem Messestand der User Group zeigt, empfindet Saacke nicht als kompromittierend. »Die DOAG führt hier Regie und hat die alleinige Verantwortung«, so ihr Vorsitzender. Natürlich finanziere Oracle seine eigene Präsenz, sei als Mitaussteller jedoch lediglich einer von 20 Partnern, die sich dort vorstellen.

Wo angebracht, zeigt die User Group dem Hersteller die Zähne und scheut sich nicht, Konflikte öffentlich zu diskutieren. Die DOAG konnte sich mit den Leitthemen ihrer Jahreskonferenzen wiederholt durchsetzen - so auch vor drei Jahren, als Oracles Datenbank-Pricing unter Beschuss stand. Der Anbieter hatte daraufhin das seinerzeit heftig kritisierte Power-Unit-Pricing wieder zurückgenommen und die Nutzungsgebühren nur nach Anzahl der Prozessoren berechnet. Als Hinweis auf den offenbar gelungenen Spagat zwischen Zusammenarbeit und Anwendervertretung führt Saacke das jährlich rund zehnprozentige Mitgliederwachstum an. »Seit wir uns von Oracle losgelöst haben, hat sich die Zahl der Mitgliederunternehmen mit inzwischen gut 2300 mehr als verdoppelt«, freut sich der DOAG-Leiter.

Die Emanzipation vom Anbieter zählt Saacke zu den großen Erfolgen der Nutzergruppe. Mit dem Ziel, die Zusammenarbeit auf operativer Ebene zu unterstützen, kann der Datenbankhersteller gemäß DOAG-Satzung zwar bis zu vier Mitarbeiter bestimmen, die in beratender Funktion im Beirat der Anwendergruppe sitzen. Nach Angaben des Vorsitzenden sind es in der Praxis aber meist nur ein bis zwei Personen, die den Hersteller vertreten und den Informationsaustausch kanalisieren.   [mehr]...
Als zweites großes Verdienst führt Saacke das erfolgreiche DOAG-Engagement für die Nutzerbetreuung durch Oracle an. Im Zuge der Umstellung auf Web-basierenden Support hatte deren Qualität hinsichtlich Kommunikation, Antwortzeiten und Transparenz deutlich nachgelassen. Da habe sich hierzulande nach einer von der DOAG initiierten Zufriedenheitsumfrage unter den Mitgliedern viel verbessert - eine Aktion, die laut Saacke mittlerweile auch in der europäischen und weltweiten Oracle-User-Group Schule gemacht hat. Dennoch hat das Thema auch im laufenden Jahr Priorität: »Da Oracle bemüht ist, die Kosten für den gesamten Support zu senken, muss man aufpassen, dass hier nicht an den Anwenderinteressen vorbei optimiert wird«, mahnt der DOAG-Chef. Ebenfalls von wiederkehrender Wichtigkeit für die Anwender ist Oracles Lizenzpolitik: Aktuellen Unmut verursachen laut Saacke nicht so sehr steigende Preise als vielmehr mangelnde Transparenz. Moniert werden die Versuche des Herstellers, Nachlizenzierungen zu erzwingen. »Das ist ein derzeit rumorendes Thema, das wir konkreter formulieren und worüber wir uns mit den benachbarten User Groups austauschen müssen.«

Ansonsten will die DOAG heuer mehr exklusive werthaltige Angebote für ihre Mitglieder schaffen. Deren Vorteile erschöpfen sich derzeit in Vergünstigungen bei der Jahreskonferenz und anderen Veranstaltungen sowie dem kostenlosen Bezug der »DOAG-News«. Zunächst soll der DOAG-Web-Server zum Community-Portal mit ausschließlich für Mitglieder zugänglichen Foren ausgebaut werden. »Gegenüber DOAG-Mitgliedern wollen wir die Neuigkeiten pushen, während sich die anderen diese abholen müssen«, so Saacke ...

... Im Gegensatz zur DOAG trägt die SAP-Anwendergruppe DSAG ihre Konflikte lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus, was deren vollständige Abnabelung von dem Walldorfer ERP-Anbieter zumindest in Frage stellt. Szenekenner erachten das Miteinander zwischen der User Group und SAP jedenfalls für ungewöhnlich innig. Nach Meinung etwa von Karin Henkel, Research Director der Unternehmensberatung Strategy Partners, besteht hier noch ein dringender Emanzipationsbedarf: »Die DSAG muss verstärkt an ihrer Unabhängigkeit arbeiten und sich in ihrem Außenauftritt entsprechend darstellen.«   [mehr]...
Waren das noch Zeiten: Keiner aus der IT-Branche konnte an der Computermesse Cebit vorbeigehen. Das ist Vergangenheit. Immer mehr Unternehmen scheuen den Aufwand, in Hannover präsent zu sein. Ihre Begründung: Die Kunden seien viel besser auf kleineren Spezialmessen sowie den hauseigenen Anwendertreffen zu erreichen. Das mag sein. Pech ist nur, wenn die Kunden dieser Argumentation nicht so ganz folgen wollen, wie etwa im Fall Oracle. Die in der Anwendergruppe DOAG vereinten Kunden des Konzerns haben in Hannover einen eigenen Stand organisiert. Da auch IT-Manager nicht die sattsam bekannte Management-Weisheit »Folge deinen Kunden« ignorieren können, bietet sich jetzt in Halle 4 ein seltsames Bild. Während üblicherweise die Anwender bei den Anbietern Unterschlupf finden, ist es bei Oracle genau umgekehrt: Der IT-Riese ist zu Gast bei seinen Nutzern. Mit dieser »Unterordnung« setzt Oracle Zeichen: Schließlich kommen auch in der IT-Industrie die Kunden nicht mehr von alleine, man muss zu ihnen hingehen.   [mehr]...
Mittelständler sind in diesem Jahr auf der CeBIT besonders gern gesehene Gäste. Um diesen Eindruck bemüht sich Gabriele Dörries von der Deutschen Messe AG. »Wir haben in diesem Jahr mit dem ¿Fokus Mittelstand¿ erstmals einen eigenen Bereich als zentrale Anlauf stelle für kleinere und mittlere Unternehmen in Halle 6 geschaffen«, berichtet sie. Das Mittelstandsforum ist Teil der Gemeinschaftspräsentation von mittelstandsbezogener Anwendersoftware ¿World of Solutions" ...

... Oracle ist wie schon in den drei Jahren zuvor nicht auf der Messe vertreten. Die in der DOAG (Deutsche Oracle Anwendergruppe) zusammengeschlossenen mittelständischen Partner präsentieren jedoch in Halle 4 Oracle-Lösungen zu den Themen Warenwirtschaft, Logistik und Produktion. ¿Besonders erfreut sind wir darüber, dass wieder einige Fachleute von Oracle anwesend sein werden, um die Partner zu unterstützen", kündigt DOAG-Vorsitzender Fried Saacke an. Auf einer Bühne wollen die Partner sowie amerikanische Oracle-Entwickler ihre Lösungen präsentieren.   [mehr]...
Internet-Anwendungen wie Webservices oder weltweite Vernetzungskonzepte wie Grid-Computing bestehen aus komplexen Bündeln heterogener Softwarepakete, die nicht nur technisch harmonieren müssen, sondern auch finanziell. Der Lizenzanteil an den gesamten Projektkosten steigt in diesen Anwendungen nicht nur deutlich an, sondern wird durch die Komplexität des Software-Stacks immer schwieriger zu verwalten und zu optimieren ...

Im Grunde haben alle größeren Software-Anbieter heute Mietmodelle im Angebot, wie auch immer sie diese nennen beziehungsweise definieren mögen: SAP spricht von Phasenkauf, Oracle von einer zeitlich begrenzten Lizenz, Microsoft von Ratenkauf. Und Novell will zwar von Mietangeboten direkt nichts wissen, verweist aber auf Leasingpartner ...

Die Kalkulation von Lizenzkosten ist nämlich gerade bei komplexen Webservice-Projekten alles andere als einfach. Neue Infrastrukturen wie das Internet und neue technische Entwicklungen wie etwa Webservices oder Grid-Computing machen zum einen neue Regelungen erforderlich, bieten den Anbietern aber auch einen willkommenen Anlass, Nutzungen neu festzulegen. Bei Lizenz-Migrationen stellen dann die Anwender oft fest, dass sich die Lizenzkosten erhöht haben.

Die Lizenzkosten werden indes nicht nur durch immer neue Preis-Modulationen undurchsichtig, sondern auch dadurch, dass viele Endanwender "Lösungen" kaufen, die ihnen von großen Systemhäusern oder auch kleineren System-Integratoren als Paket und im Paketpreis geliefert werden. Da ist es dann oft nicht weit her mit der Transparenz. So hat beispielsweise Jochen Michels, Unternehmensberater und Spezialist für IT-Finanzmanagement in Neuss, im Markt "Preisunterschiede für IT-Dienstleistungen von bis zu 3000 Prozent" festgestellt.

Auch Lizenzhändler tragen nicht immer dazu bei, dass der Endabnehmer mit dem Preis-Leistungsverhältnis zufrieden sein kann. Christian Synwoldt, Supportleiter beim Frankfurter Systemhaus Fogelberg & Partner, das einen beratungsintensiven Spezialserver anbietet, mit dem Legacy-Anwendungen webfähig gemacht werden, hat mit Lizenzhändlern seine eigenen Erfahrungen gemacht. "Ab und an erhalten wir Anfragen von Handelsfirmen, die Lizenzen bestellen möchten. Derartige Anfragen kamen bisher ausschließlich von Kunden, deren EDV-Bereiche an Dritte ausgelagert worden sind", erzählt Synwoldt. Offensichtlich hofften diese Insourcer, so seine Folgerung, über die Beauftragung von Lizenzhändlern ihre Kosten zu drücken, was zum einen bei komplexen Produkten so nicht funktionieren könne, und wenn es funktioniere, dann zum Schaden des Endkunden, weil "es offensichtlich war, dass die anfragenden Händler Null Ahnung von unserem Produkt hatten".

Fried Saacke, der Vorsitzende der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG), sieht die Arbeit von Lizenzhändlern noch aus einem anderen Grund kritisch: "Die Hersteller akzeptieren Lizenzhändler, weil sie ihnen höhere Lizenzumsätze bringen. Der Preiskampf geht allerdings zu Lasten der Beratungshäuser, was langfristig auch die Basis des Herstellers schwächt."

Angesichts der meist geringeren Transparenz der Lizenzkosten und ihrer gleichzeitig wachsenden Bedeutung sollte sich jeder Endanwender der Mühe unterziehen, durch das Gestrüpp der Lizenz-Metriken, Lizenzvarianten (Volllizenz, Laufzeitlizenz mit einem anderen Programm etc.) sowie der offen gelegten und nicht offen gelegten Rabattstaffeln selbst hindurch zu finden. Denn bei den Software-Lizenzen ist es ein bisschen wie mit der Steuergesetzgebung. Auf einem Bierdeckel wird man sie wohl auch in den nächsten zehn Jahren nicht notieren können.   [mehr]...
Wer auf der CeBIT Applikationen von Oracle sucht, wird im Messekatalog nicht unter dem Buchstaben »O«, sondern unter »D« fündig. Der Softwareanbieter glänzt auf der diesjährigen Messe in Hannover durch Abwesenheit, lässt sich aber von der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) vertreten ¿ in der Halle 4 am Stand A58.   [mehr]...
Die jährlich im Herbst von der Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) veranstaltete Konferenz entwickelte sich im Laufe der vergangenen Jahre zu einer der wichtigsten Veranstaltungen für Oracle-Interessierte im deutschsprachigen Raum. Auch die diesjährige 16. Konferenz fand - nachdem der ursprüngliche Veranstaltungsort Fellbach vor einigen Jahren aufgrund der zunehmenden Teilnehmerzahl und des daraus resultierenden Platzmangels verlassen werden musste - wieder im Congress Center Mannheim statt. Die rund 1300 Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Programm. Die Grundsatzziele der DOAG, transparente Wissensvermittlung und praxisnaher Informationsaustausch, spiegeln sich im Konferenzprogramm wieder. Praxisberichte erfahrener Anwender waren ebenso vertreten wie Vorträge zum Oracle Release 10g, dessen Pre-Release erst kürzlich auf der Oracle World in San Francisco (USA) vorgestellt wurde.

Zehn parallele, vorrangig sehr technisch orientierte Tracks boten in rund 120 Vorträgen Informationen zum neuen Oracle Release 10g und dessen Features, zur Oracle E-Business Suite und Hoch Verfügbarkeit. Auch Entwicklerthemen wie Flashback Query, Java und Objektorientierung in der Oracle Datenbank oder auch XML fanden die rege Zustimmung des Publikums. Während in Beiträgen von Anwendern, Dienstleistern und Drittanbietern auch von Problemen mit Oracle, deren Lösungen und Workarounds berichtet wurde, entsprachen ¿ wie nicht anders zu erwarten ¿ die meisten der im 10g Track von Oracle-Mitarbeitern vorgestellten Beiträge sehr den Marketingzielen des Unternehmens. Trotzdem gab es auch hier eine Menge Neuigkeiten, die Entwickler und Administratoren sehr begrüßen dürften.

Begleitet wurde die dreitägige Konferenz von Workshops der sogenannten Special Interest Groups (SIGs). Wie der Name schon sagt: Hier finden sich Oracle-Anwender mit speziellen Interessen zusammen. So beschäftigt sich die SIG SAP vorrangig mit Themen im SAP-Umfeld. SIG Database nahm sich dieses Jahr den Schwerpunkt Oracle Real Application Cluster, während die SIG Development das Thema »Enterprise Application Integration im Oracle-Umfeld« ausführlich beleuchtete. Neben Praxisberichten von Anwendern und Dienstleistern gaben es auch hier etliche Workshops und Vorträge von Oracle-Mitarbeitern, aber auch von Herstellern wie SUN, Veritas und Libelle. Die Teilnahme an den SIG-Workshops und Vorträgen war ¿ wie immer ¿ informationsreich und lohnenswert.

Oracle bietet längst nicht mehr nur die Software eines relationalen Datenbankmanagementsystems, sondern hat sich als Anbieter innovativer eBusiness-Lösungen etabliert. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde zur diesjährigen Konferenz erstmalig eine eigene Konferenz für E-Business Suite-Anwender angeboten, die parallel zur etablierten Veranstaltung stattfand.

Trotz der allgemein schwierigen Marktsituation erfreut sich der Veranstalter, die Deutsche Oracle Anwendergruppe eines deutlich zunehmenden Interesses und Mitgliederwachstums. Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG, berichtet, dass sich die Mitgliederzahl in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt hat. So konnte im Frühjahr diesen Jahres das 2000. Mitglied begrüßt werden. Der Zuwachs ist sicher nicht zuletzt in den sehr spannenden und interessanten Regionaltreffen begründet, die mehrmals jährlich stattfinden. Der Ablauf eines Regionaltreffens (auch »Stammtisch« genannt) ist nicht fest vorgegeben, beinhaltet aber meist Vorträge zu praktischen Themen im Oracle Umfeld, Kurzdarstellungen eines interessanten Produktes oder einer neuen Technologie. So finden Themenabende zu Oracle 10g und zu Mobilanwendungen auf Basis von Oracle oder zu XML auf Oracle statt. Die Teilnahme an den Regionaltreffen ist auch für (noch) Nicht-DOAG-Mitglieder kostenfrei.   [mehr]...
»Wir sind die ORACLE-Community« lautet der Wahlspruch des DOAG-Vorsitzenden Fried Saacke, der eine kritische, aber kooperative Position gegenüber der ORACLE Corp. vertritt. Der 38-jährige ist seit 1999 Vorstandsvorsitzender der Deutsche ORACLE Anwendergruppe e. V. (DOAG). Zuvor hat er 1997 die DOAG-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg ins Leben gerufen und geleitet. Fried Saacke arbeitet seit über 10 Jahren in der Software-Entwicklung.

Der Entwickler: Die Anwenderkonferenz der DOAG wurde in den vergangenen jähren zunehmend wichtiger für Oracle-Administratoren wie auch für Developer. Die Teilnehmerzahl ist enorm gestiegen und vor drei Jahren wurde vom Veranstaltungsort Fellbach in das wesentlich größere Con-gress Center Mannheim gewechselt. Wie ist dieser enorme Zulauf zu erklären?

Fried Saacke: Die Anwenderkonferenz gilt inzwischen als Highlight in der gesamten Oracle-Szene, denn zum einen bekommen die Anwender in unserem breiten Angebot von über 100 Vorträgen viele Informationen vermittelt und zum anderen bietet die Veranstaltung den passenden Rahmen um Wissen und Erfahrungen mit Kollegen und Experten auszutauschen und um neue Kontakte zu knüpfen. Sicher ist die Jahr für Jahr anwachsende Teilnehmerzahl auch darauf zurückzuführen, weil wir großen Wert darauf legen, dass die meisten Vorträge von praxiserprobten Anwendern gehalten werden und wir alle angebotenen Marketing-Vorträge rigoros ablehnen.

Der Entwickler: Oracle 10g war ja ein wesentliches Thema der diesjährigen Konferenz. Wie schätzen Sie es ein: Wird 10g tatsächlich eine so stark vereinfachte Administration gewährleisten können, wie Oracle es verspricht? Oder handelt es sich um einen weiteren Marketing Hype, der nach Java und XML, Internet und eBusiness einen neuen Schwerpunkt auf Grid und TCO setzt?

Saacke: Prinzipiell ist Oracle 10g schon ein Schritt in die richtige Richtung, da dem Einsatz kostengünstiger Hard- und Betriebssystem-Komponenten (insbesondere Intel und Linux) Rechnung getragen wird. Zuvor müssen wir allerdings erst einmal abwarten, wie Oracle 10g in Produktpakete aufteilen und damit den Preis festlegen wird. Nach unserer Erfahrung reagieren gerade die deutsche Anwender aufgrund der kurzen Innovationszyklen sehr vorsichtig auf die Einführung neuer Datenbank-Versionen; viele haben ja wegen der enormen Migrationskosten noch nicht einmal 9i eingeführt.

Der Entwickler: Wie wird die weitere Entwicklung der DOAG aussehen? Was ist geplant, was wird ausgebaut?

Saacke: Unsere diesjährige Mitgliederversammlung hat einer Reihe von Satzungsänderungen zugestimmt, um die strukturellen Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum der DOAG zu gewährleisten. Für seine künftige Arbeit hat sich der Vorstand mehrere Ziele gesetzt: An erster Stelle werden wir den Mehrwert einer Mitgliedschaft weiter erhöhen, beispielsweise durch den Ausbau der Internet-Plattform auf Basis der Oracle Collaboration Suite zu einem Community-Portal sowie einem verstärkten Angebot an exklusiven Leistungen für die Mitglieder. Damit können wir einer ständig wachsenden Zahl von Anwendern genau die Unterstützung bieten, die sie brauchen, um die Oracle-Produkte optimal einsetzen zu können.   [mehr]...
Grid Computing - wohl kaum ein Begriff wird zur Zeit in der IT-Branche heftiger diskutiert. Viele Unternehmen der Informations Technologie (IT) setzen große Hoffnungen auf die neue Technologie, Computer inner- und außerhalb von Firmen so zu verbinden, dass die vorhandene Rechnerleistung besser genutzt werden kann. Doch die Realität zeigt: Bislang setzen nur wenige Unternehmen auf Grid-Computing ...

... Ursprünglich steht das Wort »Grid« für Versorgungsnetz. Und genau darum geht es auch. Grid spielt eine wichtige Rolle bei der von IBM, HP, Sun & Co formulierten Idee, IT-Leistung wie Strom oder Wasser je nach Bedarf anzubieten. Grid (Gitter) beschreibt ein System von Rechnern, die so miteinander vernetzt sind, dass ihre Leistung gebündelt wird. Spezielle Software zerlegt große Rechenaufträge in viele kleinere Jobs (Tasks) und verteilt diese auf die einzelnen Computer. Der Vorteil: Die Ausnutzung der Rechnerkapazitäten steigt auf 50 bis 80 %. Heute liegt die Server-Auslastung in vielen Fällen bei lediglich 20 %, da sie nur jeweils eine Aufgabe übernehmen. Grid-Technologie ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts, IT-Dienstleistungen nach Bedarf wie Strom aus der Steckdose anzubieten. Bislang nutzen freilich nur wenige Firmen die Möglichkeiten des Grid-Ansatzes. Dazu zählt etwa der Chiphersteller Infineon, der sein Chipdesign auf Grid-Systemen laufen lässt. »Ohne Grid Computing wären die immer kürzeren Chipentwicklungszeiten bei immer komplexeren Strukturen nicht möglich«, sagt Karl Pomschar, CIO von Infineon. Infineon setzt bereits seit sechs Jahren auf Grid. »Durch unsere Anforderungen haben wir diese Technologie wesentlich beeinflusst«, sagt Pomschar. Infineon nutzt dabei ausschließlich das so genannte Hardware-Grid. Dabei werden nicht nur Rechner innerhalb eines Standorts eingebunden, sondern auch Hardware-Ressourcen anderer Dependancen ...

... Entsprechend zurückhaltend reagieren viele Firmen. So empfiehlt zum Beispiel die Vereinigung deutscher Oracle Anwender DOAG, beim Thema Grid vorerst abzuwarten. Oracle wirbt damit, dass die neue Datenbank-Lösung 10g Grid Computing unterstützt. »Bisher wurden sicherheitsrelevante Themen beim so genannten Oracle Enterprise Grid Computing überhaupt noch nicht diskutiert«, warnt jedoch Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG ...   [mehr]...
Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung der Oracle-Benutzer stand - wie könnte es anders sein - Oracle 10g. Aber auch das Stiefkind, die E-Business Suite, bekam erstmals ein eigenes Forum. Anwendertreffen haben Konjunktur. Die Veranstalter der Oracle-Benutzertagung in Mannheim (12. bis 13. November) begrüßten 100 Besucher mehr als im Vorjahr. 1350 Interessierte konnten zwischen 125 Vorträgen wählen und sich bei den 37 Ausstellern umsehen. Fried Saacke, Vorsitzender der DOAG, ist im Amt bestätigt worden. Seine Stellvertreter sind Rolf Scheuch und Dieter Ketterle. Ein Erfolg, den sich die Vereinigung auf die Fahnen schreibt, ist die Verlängerung des Supports für Oracle 8i um ein Jahr bis Ende 2004. Erstmals gab es eine Tagung zur E-Business Suite im Rahmen der DOAG. Deren Benutzern will man ein Forum bieten, denn hierzulande finden keine Schulungen zu dem ERP-Produkt mehr statt, und es existiert nur noch internationaler Support. Letzteres ist beispielsweise dann schlecht, wenns nur in der deutschen Maske zwickt. Die Erklärung des Problems dürfte sich recht schwierig gestalten. Immerhin hatten rund 200 Teilnehmer Interesse an der Parallelkonferenz geäußert. ...   [mehr]...
Nur wenige IT-Anbieter haben hierzulande eine solch kritische User-Group wie Oracle. Mit zum Teil zugespitzter Kritik zwingt die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) den Hersteller zu Zugeständnissen.

Der große Streit begann 1998, als der Datenbankriese seine weltweiten Lizenzbedingungen grundlegend ändern wollte. Nicht mehr die Anzahl der Nutzer, sondern die Rechenleistung sollte das ausschlaggebende Kriterium sein. Womit der kalifornische IT-Anbieter aber nicht gerechnet hat, waren die zahlreichen Detailprobleme, die sich durch das neue Modell ergeben etwa bei der Abrechnung von Backup-Systemen: Die Zahl der angeschlossenen Nutzer steigt durch einen Ausfallserver nicht. Hingegen müssen die Unternehmen aber für solche Systeme noch einmal dieselbe Rechenleistung vorhalten wodurch sich die Lizenzkosten zum Teil verdoppelt hätten.

Entsprechend sauer haben die Anwender reagiert. Neben der US- und internationalen Anwendervereingung ist speziell die DOAG mit ihren Problemen an die Öffentlichkeit gegangen. Deutlich und vor allem hartnäckig sind die Anwender hierzulande mit dem Giganten aus Redwood Shores via Informationsveranstaltungen für die Presse, aber auch direkt mit der deutschen Geschäftsführung ins Gericht gegangen und haben harte Worte nicht gescheut.

Die Reaktion von Oracle war für die Anwender zunächst verheerend: Der Datenbankprimus hat auf stur geschaltet und versucht, sein neues Modell durchzupeitschen. Doch inzwischen besonders seit Rolf Schwirz 2001 die deutsche Geschäftsleitung von Wolfgang Jäger übernommen hat sprechen die ehemaligen Kontrahenten wieder miteinander: Wir haben in dieser Zeit viel lernen müssen, gibt der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke offen zu.

Heute zeichnet sich das Verhältnis zwischen der deutsche Depandence des Softwareherstellers und der DOAG durch gegenseitigen Respekt aus: Die Anwendergruppe bringt ihre Probleme zwar immer noch auf den Punkt, nimmt weiterhin kein Blatt vor den Mund, spitzt die Kritk aber nicht mehr so stark zu und sucht bereits im Vorfeld die Kommunikation mit der Ellison-Company.

In der deutschen Oracle-Verwaltung wird diese Vorgehensweise positiv aufgenommen. Schwirz und seine Managementkollegen treffen sich regelmäßig mit dem DOAG-Vorstand, um die Anwenderprobleme zu besprechen und sie gegebenenfalls an die US-Zentrale weiterzuleiten. So konnte auch der Lizenzstreit gelöst werden: Speziell auf deutschen Druck hin hat Larry Ellison die alten Bedingungen zum Teil wieder eingeführt, die neuen kommen parallel hinzu. Bei den verbleibenden Problemfällen wurden Einzelvereinbahrungen getroffen.

Dieses Einverständnis hindert die DOAG aber nicht daran, weiterhin die Finger in Wunden zu legen. So stehen hierzulande die Anwender der Grid-Technologie in der Datenbank 10g skeptisch gegenüber. Die DOAG rät öffentlich vom vorschnellen Einsatz ab. Besonders sicherheitsrelevante Themen sein bislang noch nicht von Oracle angesprochen worden, so Rolf Scheuch vom DOAG-Vorstand. Auch derMigrationsaufwand werde deutlich höher ausfallen als bei dem Umstieg von der Datenbankversion 8 auf 9. Prinzipiell sei 10g zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Zunächst, so Scheuch, sollten die Anwender aber erst einmal abwarten.   [mehr]...
Schon lange ist Oracle kein reiner Datenbankanbieter mehr. Neben Standardsoftware (ERP) und Applika-tionsserver kommen nun auch ein Collaboration-Tool sowie Infrastruktursoftware für Cluster- und Grid-Umgebungen hinzu.

Mit der Datenbank hat alles angefangen, und die Datenbank ist immer noch der Hauptumsatzbringer bei Oracle. Aus gutem Grund: Analysten wie Anwender loben die 9i-Generation als sehr ausgereift. Zudem hat Larry Ellison die Funktionalität von Oracle-9i derart aufgebohrt, dass kaum ein Wunsch unbefriedigt bleibt im Gegenteil: Viele Anwender klagen über Funktionen, die sie besonders in der Top-Ausführung Enterprise Editon bezahlt haben, aber nicht nutzen.

Auf der anderen Seite ist genau dies ein wichtiger Teil der Oracle-Philosophie: Dem Anwender eine hochintegrierte Suite mit vielen bereits eingebauten Funktionalitäten an die Hand zu geben, die im laufenden Betrieb die Verwaltung etwa durch eine einheitliche Bedienphilosophie und Benutzeroberfläche vereinfacht. Unternehmen, die den Best-of-Breed-Ansatz fahren wollen, sind bei der Ellison-Company an der falschen Adresse. Den Suite-Gedanken treibt Oracle mit den beiden integrierten Infrastrukturbausteinen Real Application Cluster (RAC) und der Grid-Technologie (10g) für die Datenbank auf die Spitze.

Auch passt der Applikationsserver AS nahtlos an die Datenbank und kann sich der Clus-ter- und Grid-Tools bedienen. Allerdings weist diese Software noch nicht den hohen Reifegrad der Datenbank auf, wie Rolf Scheuch von der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) betont. Das Gleiche gilt für das Collaborations-Werkzeug, das seit kurzem gegen Microsoft Exchange und Lotus Notes antritt. Pluspunkte kann sich das Oracle-Produkt, das ebenfalls den Integrationsgedanken verfolgt, hingegen im Bereich Mobilität verdienen.

In Deutschland spielt die E-Business-Suite bisher nur eine untergeordnete Rolle. Zurecht: Die ERP-Software war lange stark auf den Heimatmarkt USA zugeschnitten. Doch die aktuelle Ausführung 11i leitet nun einen Wandel ein. Sie kann inzwischen viel einfacher auf die hiesigen Bedürfnissen zugeschnitten werden und sie läuft inzwischen sehr stabil, wie Volkmar Hischer von der DOAG betont.   [mehr]...
Nach Jahren mit teilweise extremer Kritik zeigt sich die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) auf ihrem Jahreskongress versöhnlich: Der Softwaregigant habe sich besonders beim Thema Support bewegt. "Es sind zwar noch längst nicht alle Probleme ausgeräumt, aber Oracle ist auf dem richtigen Weg", erkennt der alte und neue DOAG-Vorsitzende Fried Saacke an. Bei der Lizenzproblematik, die vor vier Jahren fast zum Bruch der Beziehungen zwischen den Anwendern und dem Hersteller geführt hat, konnten in vielen Fällen positive Einzellösungen gefunden werden. Beim Thema Support, bei dem sich das Oracle-Management im vergangenen Jahr deutliche Kritik anhören musste, konnte die Lage durch Informationsveranstaltungen des Datenbankprimus zum Teil entschärft werden. Starke Verunsicherung herrscht bei den Anwendern allerdings bei der nächsten Softwaregeneration 10g - viele notwendige Informationen, etwa zum Preismodell, fehlen immer noch.   [mehr]...
Oracles neue Datenbank 10g ist zu unsicher und zu aufgeblasen, wenn man sie unter dem Aspekt des Grid-Computing, des vernetzen Informationsaustausches über Unternehmensgrenzen hinweg, betrachtet. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) nach einer Befragung ihrer Mitglieder.

Grid-Computing sei erst dann interessant, wenn man damit das eigene Unternehmen verlassen könne und trotzdem die Integrität und Sicherheit der Daten sichergestellt ist, so der Tenor der Umfrage. Im Gegensatz dazu zeigte sich das Oracle-Management bei einem Treffen mit Finanzanalysten in New York ausgesprochen zuversichtlich, dass schon im kommenden Jahr 10 bis 20 Prozent der Anwender auf 10g migrieren würden - entweder von 9i oder eben direkt von einer noch älteren Version der Datenbank. Die Datenbank soll gemeinsam mit dem 10g Application Server im Dezember verfügbar sein.

Für 9i habe sich innerhalb von zwei Jahren seit Einführung im Juni 2001 jeder zweite Kunde entschieden. Inzwischen sei 9i bei rund 60 Prozent der Anwender im Einsatz, heißt es. Bei 10g werde das mindestens genauso schnell gehen, wenn nicht noch schneller, meint Andrew Medelsohn, Oracles Vice President für Datenbank-Server-Technologie. "50 Prozent in zwei Jahren ist doch wirklich nicht schlecht", so Mendelsohn.

Trotz wiederholter Nachfragen der Analysten wollte auch Finanzvorstand Jeff Henley weder zu Preisen noch den geplanten Konditionen Auskunft geben. Mit der auf Grid-Computing ausgerichteten Datenbank will Oracle seinen Angaben zufolge nun auch gegen Microsofts SQL-Server angehen - also auch in den Markt der kleinen und mittelgroßen Unternehmen vordringen. Oracle rechnet sich zumindest aufgrund vereinfachter Installation und Wartung sowie geringerer Gesamtbetriebskosten Chancen bei der begehrten Kundschaft aus. 10g ist nach Auskunft von Medelsohn die umfassendste Erneuerung der Datenbank seit 1997.

Bleibt dennoch die Frage der Migrationswilligkeit. Während viele Mitglieder der DOAG angeben, wegen des "erheblichen Migrationsaufwands" noch nicht einmal auf Oracle 9i migriert zu sein, sei noch dazu unklar, welchen Aufwand die Anwender mit dem Sprung auf 10g zu bewältigen hätten, so der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke.

Immerhin gehe der Hersteller in die "richtige Richtung", wenn jetzt eben auch preiswerte Standard-Hardware (Intel) und Betriebssysteme (Linux) unterstützt würden. Die DOAG rät ihren Mitgliedern aber vor allem wegen der erwarteten Aufschläge bei den Lizenzkosten zum "Abwarten".   [mehr]...
Oracle hat sich die herbe und vielstimmige Kritik am hauseigenen Support sowie die von der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) unterbreiteten Verbesserungsvorschläge offenbar zu Herzen genommen. Das Resultat: Die hiesigen User beurteilen die Betreuung von Seiten des Datenbankherstellers besser, sehen aber nach wie vor Handlungsbedarf.   [mehr]...
Die guten Nachrichten zuerst: Nach einer Umfrage der DOAG (Deutsche Oracle-Anwendergruppe e.V.) bewegen sich die Support-Aktivitäten des führenden Datenbankherstellers in die richtige Richtung. Der Wermutstropfen: Das Ziel eines wirklich guten Support-Angebots ist, der Umfrage nach, noch lange nicht erreicht.

Problemthema Nr.1 ist dabei das vor einigen Jahren eingeführte 'Metalink', das zu einem großen Teil den telefonischen Support ersetzen sollte. Obwohl Konzept und Funktionsweise als richtungsweisend eingestuft werden können, machte Oracle bei der Einführung von Metalink seine Hausaufgaben in Sachen Kommunikation nicht unbedingt richtig. Die Anwender wussten erst mal nicht viel damit anzufangen, und der ganze Support-Prozess wurde als sehr undurchsichtig empfunden. Nach einer Standpauke durch die DOAG-Mitglieder letztes Jahr, scheint nun einiges besser zu laufen.

"Wir haben die Anregungen der DOAG angenommen und haben dadurch das Ohr auf der Schiene," erklärt Jay Patterson, Senior Director für Customer Support in Deutschland. So startete denn auch Oracle einen Aufklärungsfeldzug für Metalink, über den auf 13 eigenen und 11 DOAG-Veranstaltungen die Möglichkeiten und Funktionsweise des Systems illustriert wurden. "Oracle hat Transparenz geschaffen", konstatiert Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG. Der Hersteller habe vor allem durch Informationen darüber, wie Oracle selbst mit Metalink umgeht, für mehr Klarheit über die Möglichkeiten der Nutzer gesorgt.

In der Tat erscheint Metalink als eine nützliche Einrichtung wenn man erst begriffen hat, dass sie nicht zwangsläufig das einzige Support-Vehikel darstellt. Zusätzlich zu dieser Plattform, die (in englischer Sprache) rund um die Uhr verfügbar ist, gibt es während der normalen Betriebsstunden den lokalen Support in deutscher Sprache sowie eine Reihe elektronischer Tools, die es Support-Mitarbeitern ermöglichen, in Kooperation mit dem Anwender das Problem zu beschreiben und zu identifizieren.

Die englische Sprache stellt trotzdem für die meisten Anwender in Deutschland ein Problem dar, denn Metalink als das schnellste und effektivste Hilfsmittel existiert nun mal nur in Englisch. "Die Sprache ist ein Hindernis auf zwei verschiedenen Ebenen", erklärt Saacke. Zum einen auf der rein sprachlichen Ebene mit all ihrem Vokabular und ihrer Fachterminologie, zum anderen weil die Gesprächspartner selbst oft aus sehr unterschiedlichen Ecken kommen. So könne ein Oracle-Datenbankadministrator die Anliegen eines deutschen E-Business-Managers nicht immer voll nachvollziehen.

Ein weiteres Thema, das - wenn auch indirekt - den Oracle-Anwendern Sorgen bereitet, sind die immer kürzer werdenden Release-Zyklen. Abgesehen davon, dass für die meisten DOAG-Mitglieder die Produktlebenszyklen zu kurz sind und sie neue Releases als "nicht hinreichend getestet" beurteilen, empfinden viele von ihnen durch den Hersteller einen Zwang zum Upgrade. Dem widerspricht freilich Helmut Weymann, Oracles Senior Support Manager im Produkt-Support: "Der Kunde ist keineswegs gezwungen, auf ein neues Release zu gehen", bekräftigt er. Insgesamt biete der Hersteller acht Jahre Support pro Release: drei Jahre kostenlos ab Release-Datum, zwei Jahre kostenpflichtigen Development-Support, plus noch mal drei Jahre operativen Support ...

Fried Saacke sieht die Sache allerdings etwas anders. Nach seinem Ermessen sind die Zeiten des kostenlosen Supports zu kurz, weil kaum ein Anwender ein neues Release zeitnah zu seinem Launch-Datum installiert. "Die Realität sieht so aus, dass Anwender immer noch von Version 7.3.4 auf Version 8 migrieren." ... Zu diesem Thema darf man auf die Konfrontation zwischen dem Hersteller und seiner Community auf der Oracle-Anwenderkonferenz Mitte November in Mannheim gespannt sein.   [mehr]...
Oracle hat sich die Anwenderkritik am hauseigenen Support und die von der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) unterbreiteten Verbesserungsvorschläge offenbar zu Herzen genommen. Das Resultat: Die hiesigen User beurteilen die Betreuung von Seiten des Datenbankherstellers positiver, sehen aber nach wie vor Handlungsbedarf.

Mit der Umstellung auf Web-basierenden Support hatte sich Oracle in den vergangenen beiden Jahren herbe Kritik von Seiten der Anwender eingehandelt. Moniert wurden - vor allem im Zusammenhang mit dem Online-Support-System "Metalink" - Kommunikationsprobleme, lange Antwortzeiten und mangelnde Transparenz. Um die deutsche Anwenderschar zu versöhnen, hat der Datenbankhersteller mittlerweile eine Reihe von Optimierungsvorschlägen der DOAG umgesetzt. Ganz oben auf der Prioritätenliste der deutschen User Group stand dabei, die Transparenz des bis dahin als wenig intuitiv und gewöhnungsbedürftig empfundenen Metalink-Prozesses für den Nutzer zu erhöhen. Licht in die mit dem Supportsystem einhergehenden Abläufe sollten nicht zuletzt dedizierte Workshops und klärende Online-Seminare bringen ...

... "Der Support von Oracle ist besser und schneller geworden", bestätigt Armin Eberle, der bei dem Sparkassen-IT-Dienstleister IZB Soft für die Oracle-Datenbanken zuständig ist. Habe früher auf die Meldung eines Problems über das Metalink-System tagelang niemand reagiert, erhalte man heute kurz darauf eine Rückmeldung, dass die Anfrage an die entsprechende Stelle weitergeleitet wurde. Lob findet auch die vor einiger Zeit eingeführte Option Oracle Direct Connect (ODC), die den Supportmitarbeitern das Aufsetzen auf das Kundensystem und damit direkten Einblick in das jeweilige Problemszenarlo ermöglicht. "Bei uns klappt das im Allgemeinen wunderbar", weiß Ilona Schetelich zu berichten. Sie ist als Systemadministratorin für Oracles Distribution Module bei der Deutschland-Dependance des japanischen Hightech-Unternehmens Advantest Corp. tätig ...

... Neun von zehn Umfrageteilnehmern halten die Lebenszyklen der Oracle-Produkte bis zum Zeitpunkt der Supportabkündigung für zu kurz. Der Datenbankhersteller bringt derzeit alle zwei bis drei Jahre eine Nachfolgeversion seiner Software heraus. "Der bestehende Release-Zyklus entspricht nicht dem Kundenwunsch nach Stabilität und Konstanz", bemängelt der stellvertretende Vorsitzende der DOAG, Rolf Scheuch. Viele Kunden kritisierten den Zwang, ohne funktionellen Mehrwert auf neue Software umsteigen zu müssen. Zudem sind die neuen Releases häufig nicht ausreichend getestet: Laut Schetelich zieht deren Einsatz nicht selten Probleme an anderer Stelle nach sich. Wenn schon etwas Neues, dann sollte im Vorfeld mehr getestet oder zumindest bei Fehlfunktionen schneller Unterstützung geleistet werden." IZB Soft ist diesbezüglich pragmatisch: So setzt der Dienstleister meist nicht das erste, sondern erst das so genannte Terminal Release einer neuen Version ein.

Auch die Supporter selbst müssen Kritik einstecken - und zwar hinsichtlich ihrer Umgangsformen: "Man fühlt sich als Kunde häufig wie eine heiße Kartoffel", beschreibt Eberle. So könne man sich des Gefühls nicht erwehren, dass die Oracle-Mitarbeiter den "Fall" so schnell wie möglich wieder loswerden wollten. "Schließlich stellt der Supporter eine Schnittstelle zum Kunden dar", bemängelt der IZBSoft-Mann. Auch Schetelich ist von der Kundenorientierung des Oracle-Supports wenig angetan. "Wir fühlen uns als Kunde nicht wichtig genommen." Nachhilfe in Sachen Kundenkontakt wäre demnach angebracht.   [mehr]...
Einer aktuellen Umfrage der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) zufolge kollidieren die Release-Zyklen der Oracle-Produkte mit den Wünschen der Anwender nach Stabilität und Dauerhaftigkeit. Während die Anwender in früheren Jahren auf verbesserte Leistungsmerkmale geradezu gewartet haben, bringen neue Versionen heute Features, die zwar interessant sind, aber oft nicht benötigt werden. Außerdem enthalten sie noch zahlreiche Fehler. Der normale Support für ältere Versionen wird nach Meinung der Anwender zu früh aufgegeben, so dass sie sich zu Migrationen gedrängt fühlen, die sie eigentlich nicht wollen. So würden viele Kunden beispielsweise gern noch länger mit den 4GL-Tools von Oracle weiterarbeiten, während der Hersteller diese Technologie als überholt betrachtet und Ende nächsten Jahres auslaufen lassen will.

Im vergangenen Jahr war außerdem das Online-Tool Metalink für den Support vielen Anwendern nicht geläufig. Schulungen des Herstellers und der Anwendergruppe haben der DOAG-Umfrage zufolge hier abgeholfen. Nach wie vor aber empfinden viele Kunden den global organisierten Oracle-Support oft als unpersönlich, auch das Englische bereitet anscheinend vielen IT-Profis auf beiden Seiten weiterhin Schwierigkeiten.   [mehr]...
Die deutschen Oracle-Benutzer fordern vom Unternehmen eine Reiease-Politik der ruhigen Hand. Denn neun von zehn Anwendern sind nicht an kurzen Produktzyklen interessiert. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) bei 174 Unternehmen. Verbessert hat sich hingegen die Zufriedenheit mit dem Produkt-Support.

Bei der jährlichen Anwenderumfrage der DOAG zum Thema Support und Reiease-Politik bescheinigten 30 Prozent der befragten 174 Teilnehmer Oracle eine Verbesserung der Kundenunterstützung im Vergleich zum Vorjahr. Der Anbieter hat die beanstandeten Mängel - anonymen Umgang, mangelnde Verständigung sowie wenig Transparenz - aber nur zum Teil behoben. Metalink, ein Online-Tool für die Kommunikation mit dem weltweiten Support, nutzen mittlerweile fast alle Anwender (94,8 Prozent) als Hauptverbindung zu Oracle bei Problemen. Nach intensiven technischen Schulungen seitens des Herstellers kommt die Hälfte der Anwender mit dem Werkzeug gut zurecht. Allerdings klagen die Kunden darüber, dass sie ihre Probleme in Englisch formulieren müssten und die Unterstützung zu technisch sei oder der "Agent aus Indien" den betriebswirtschaftlichen Hintergrund des jeweiligen Problems nicht verstehe. Fried Saacke, DOAG-Vorstandsvorsitzender: "Ein Konflikt zwischen Globalisierung und dem Kontakt vor Ort". Konsequenz soll eine intensivierte deutsche Kundenunterstützung sein.   [mehr]...
Schlechte Noten für Oracle-Chef Larry Ellison in Deutschland: Nach einer Studie der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) bei 174 Unternehmen finden neun von zehn Befragten die Produktlebenszyklen zu kurz. Derzeit bringt der weltgrößte Datenbankhersteller alle zwei bis drei Jahre Nachfolgeversionen seiner Software heraus. "Das entspricht nicht dem Kundenwunsch nach Stabilität und Konstanz", sagt Rolf Scheuch, stellvertretender DOAG-Vorsitzender. Neue Produkte seien oft unzureichend getestet. "Viele Kunden monieren den Zwang, ohne funktionalen Mehrwert auf neue Software umsteigen zu müssen", so Scheuch. Erst Anfang Juli hatte Ellison den Support des Softwarepakets Oracle Applications 10.7 eingestellt, um Kunden zum Umrüsten auf die aktuelle Version zu zwingen.   [mehr]...
Release-Wechsel sind teuer. Das gilt insbesondere für Software, die mit vielen Schnittstellen versehen ist, wie Anwendungen für das Enterprise Resource Planning (ERP) und Datenbank-Management-Systeme, wie sie Oracle anbietet. Die Deutsche Oracle Anwender Gruppe (DOAG) hat ihre Mitglieder nun gefragt, was sie von der Release-Politik ihres Lieferanten halten. Die Frage, ob die Anwender Interesse an einer kurzen Release-Lifetime haben, gemeint ist die Zeit bis zum Support-Stopp, beantwortet erwartungsgemäß eine hoher Prozentsatz, 89,6 Prozent, mit nein. Auf einer Skala von eins bis zehn erhält Oracle für die Länge seiner Produktlebenszyklen nur die Note 4.4.

"Immerhin verschlingt ein Release-Wechsel deutliche Millionenbeträge", weiß Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG zu berichten. Das begründet zum Teil den Widerwillen, eine alte Version gegen eine neue auszutauschen. Knappe IT-Budgets verstärken die Abneigung, wie auch Microsoft erfahren muss. Längst nicht jedes Unternehmen ist auf Windows XP migriert. Außerdem sind Firmen generell froh, wenn ein System stabil läuft. Release-Wechsel gefährden die Zuverlässigkeit und bedeuten nur selten Verbesserung. Kurze Abstände zwischen neuen Releases führen zu mehr Fehlern in den Versionen. Die DOAG-Mitarbeiter beschweren sich nach wie vor über unzureichend getestete Software ihres Anbieters.

"Der Zwang des Kunden zur Migration ohne funktionalen Mehrwert innerhalb der Anwendung kommt zu früh", formuliert die Anwendervertretung. Dieser Zwang, Software abzulösen, entsteht durch das Ende des Supports. Oracle gewährt derzeit für jedes Release insgesamt acht Jahre Unterstützung mit Updates, Wartung, Fehleranalyse und Beratung - eine halbe Ewigkeit in IT-Zeitaltern, sollte man meinen. Doch die wenigsten steigen auf eine neue Version um, wenn sie auf den Markt kommt. Wenn die Unternehmen schließlich migrieren, können unter Umständen vier Jahre und mehr ins Land gegangen sein. Den Hauptgrund, sich für einen längst überholten Versionsstand zu entscheiden, liefern zumeist die Softwareprodukte, die mit dem neuen Release harmonieren müssen. Nur weil eine neues Datenbank-Upgrade zu haben ist, sind nicht auch alle Anwendungen neu und darauf angepasst. Schließlich hat jeder IT-Hersteller seinen eigenen Release-Rhythmus und andere Prioritäten. Zudem bedeutet neue Software häufig auch neue, passende Hardware. So dauert die Entscheidung, welches neue Release das richtige ist, selbst schon lange - eineinhalb Jahre ist laut Saacke ein in im Durchschnitt liegender Zeitrahmen.

Die Anwender stellen somit gar nicht die Innovationszyklen der IT-Branche in Frage, sondern die Support-Dauer - die Frist, die ein Hersteller einem Produkt für das Überleben einräumt. Wie DOAG-Vorstand Saacke betont, schätzen so auch die Oracle-Anwender die Innovationsfreudigkeit ihres Herstellers und wollen nicht darauf verzichten. Das jedoch ist das Dilemma ...   [mehr]...
Oracle-Chef Larry Ellison will seine Applications-Kunden zum Umstieg auf die aktuelle Version 11i zwingen. Seit Anfang Juli hat er den Support des Vorgängersystems 10.7 eingestellt. Davon sind laut Firmenangaben allein in Europa immerhin 15 Prozent der 3700 Applications-Kunden betroffen. Ein spezielles Umstiegsangebot gibt es nicht. Trotzdem wollen die meisten Altanwender nicht kurzfristig wechseln. "Bei 10.7 handelt es sich um eine seit Jahren erprobte Anwendung, daher erwarten die Firmen keine größeren Probleme mehr", sagt Wolfgang Scherrer, Vorstandsvize der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Ellisons Dilemma: Ihm brechen die Umsätze bei Neulizenzen weg. Und ihm drohen Ausfälle im Supportgeschäft, wenn die Anwender nicht zur neuen Software wechseln.   [mehr]...
Neue Software will sich derzeit kaum ein Unternehmen leisten, doch auch die installierten Systeme verursachen Kosten. Wartungsgebühren zwischen 15 und 25 Prozent vom Anschaffungspreis müssen Firmen pro Jahr für Updates und Support entrichten. Anwender suchen nach Wegen, die Gebühren zu drücken ...

... Bei SAP beträgt die jährliche Wartungsgebühr 17 Prozent der Kaufsumme. Peoplesoft verlangt 20 Prozent, für Oracles Maintenance-Leistungen zahlen Kunden bis zu 22 Prozent, Siebels Forderungen pendeln sich zwischen 15 und 22 Prozent ein. Allerdings lassen sich die Wartungsdienste der Hersteller nur schwer miteinander vergleichen. Der Prozentsatz allein sagt wenig über die angebotenen Dienste sowie deren Qualität aus. Was zum Beispiel Oracle-Kunden mehr stört als die Wartungskosten, ist der schlechte Support. Anwender müssen sich bei Problemen mit dem wenig transparenten Web-Support-System "Metalink" auseinander setzen.

Die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) hat dieses Problem des Öfteren angesprochen - offenbar mit Erfolg: "Der Hersteller hat zumindest für Deutschland Besserung gelobt", bemerkt der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke. Seiner Ansicht nach liegen die von Oracle geforderten Wartungsgebühren für Datenbanksoftware im branchenüblichen Rahmen. Zudem habe der Hersteller in den letzten Jahren die Gebühren nicht erhöht. "In diesem Punkt ist Oracle ausnahmsweise mal beständig", so Saacke. Das Unternehmen bietet zwei unterschiedliche Wartungspakete an. Der Kunde kann wählen, ob er nur die Upgrades für die Datenbanksoftware möchte oder zusätzlich auch den Support. Andere Anbieter offerieren Upgrades und Support nur gemeinsam.

Die meisten Softwarehäuser lassen nicht mit sich reden, wenn es um die Höhe der Wartungsgebühren geht. Während sie bei den Lizenzkosten Zugeständnisse machen, gibt es für Maintenance-Verträge kaum Spielraum. "Wartungsverträge sind eine heilige Kuh, über die Höhe lässt sich nicht verhandeln", so Frank Schäfer, Geschäftsführer der IWKA Informationssysteme, der IT-Dienstleistungsgesellschaft im Industriekonzern IWKA mit Sitz in Stutensee. Die Anbieter seien eher bereit, den Kunden Zusatzleistungen wie etwa Schulungen zu spendieren, als den Prozentsatz der Wartungskosten zu senken.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, auch an Wartungskosten zu sparen. Die amerikanische CW-Schwesterpublikation "CIO" befragte IT-Vorstände, welche Möglichkeiten sich bieten, um mit Herstellern zu verhandeln. Ihre Empfehlungen: Zunächst sollten die Anwender die Wartungsverträge auf der Grundlage des verhandelten Kaufpreises und nicht des Listenpreises der Software abschließen. Manche CIOs brüsten sich damit, auf diese Weise bis zu 40 Prozent gespart zu haben. Zudem seien die IT-Manager gut beraten, die Wartungsgebühr auf mehrere Jahre vertraglich festzuschreiben, vergleichbar mit der Zinsbindung eines Bankkredits. Wie die Geldinstitute neigen auch Softwarefirmen dazu, ihre Forderungen der wirtschaftlichen Entwicklung anzupassen. Auf einen weiteren Spartipp weist Lücke vom FIR hin: Anwender sollten darauf achten, keine Wartungsverpflichtung für den Installationszeitraum einzugehen und erst nach der Inbetriebnahme der Software zu zahlen ...   [mehr]...
Selbstbewusstsein war angesagt, als Rolf Schwirz vergangene Woche turnusmäßig zur Jahrespressekonferenz nach München geladen hatte. Der Chef der Oracle Deutschland GmbH konnte Überzeugendes präsentieren: Mit einer rund 2,5-prozentigen Umsatzsteigerung von 435 auf 446 Millionen Euro sowie einem operativen Ergebnis, dass ebenfalls ¿über dem Konzerndurchschnitt¿ lag, hat der Datenbankriese auch hierzulande das Geschäftsjahr 2002/03 (Ende: 31. Mai) - gemessen an der schwierigen Marktsituation - erfolgreich abgeschlossen. Zum Vergleich: In der vor wenigen Wochen veröffentlichten konzernweiten Jahresbilanz hatte Oracle einen gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 2,30 Milliarden Dollar verbesserten Nettogewinn ausgewiesen, gleichzeitig waren aber die Einnahmen um zwei Prozent auf 9,47 Milliarden Dollar zurückgegangen.

Schwirz zeigte sich deshalb mit der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr ¿zufrieden¿ - erst recht, da sich in seinem Verantwortungsbereich der Umbau der Consulting-Sparte und der damit verbundene Abbau von rund 200 Arbeitsplätzen zunächst negativ auf den Umsatz in Bereich Professional Services ausgewirkt hat ...

... Ungewiss dürfte auch noch eine weitere Entwicklung bei Oracle Deutschland sein. So bezeichnete Schwirz zwar die Neuausrichtung seiner Consulting-Sparte als abgeschlossen. Viele der rund 200 gekündigten Berater seien inzwischen an einschlägige Oracle-Partner und Systemhäuser vermittelt worden. Damit habe man sichergestellt, dass das ¿Oracle-Know-how im Markt bleibt¿. Parallel zur Verschlankung der eigenen Organisation gelte es nun jedoch, das Partnergeschäft deutlich auszubauen und darüber hinaus eine Reihe von Entwicklungstätigkeiten an Konzerngesellschaften in Indien auszulagern. Grundsätzliches Ziel im Bereich Professional Services sei ein stärkerer Kundenfokus, klarere Verantwortlichkeiten sowie weniger Schnittstellen.

Nach Ansicht von Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender der DOAG Deutsche Oracle Anwendergruppe e.V., ist Oracle mit dieser neuen Service- und Beratungsstrategie in Deutschland ¿insgesamt auf einem guten Weg¿. Der Softwareriese habe lange Zeit den Fehler begangen, ¿alle großen Projekte selbst machen zu wollen¿. Saacke argumentiert als Berliner Geschäftsstellenleiter des Münchner Systemhauses und Oracle-Partners MSG Systems AG natürlich nicht ganz uneigennützig, fügt jedoch hinzu, dass Oracle Deutschland unter Umständen auch noch mit ein paar anderen Altlasten im Servicebereich zu kämpfen haben könnte. So habe das Unternehmen lange Zeit den Anwenderwunsch nach deutschprachigem Support nicht ernst genommen. Darüber hinaus fehlte es an der klaren Transparenz der Supportprozesse und Zuständigkeiten. Erst im vergangenen Jahr habe Oracle, so der Anwendervertreter, erste Maßnahmen ergriffen.

Oracle-Manager Schwirz verspricht sich indes nicht nur von der internen Neuaufstellung, sondern auch von der aus seiner Sicht verbesserten Stimmung im Markt einen weiteren Aufschwung für sein Geschäft. Er habe den Eindruck, dass die Kunden allmählich wieder zu einem ¿normalen Investitionsverhalten¿ zurückkehrt. Unter dem Strich sollen dabei für die deutsche Landesgesellschaft ein höheres Wachstum wie im vergangenen Fiskaljahr sowie eine ¿zufriedenstellende Ergebnissteigerung¿ herauskommen.

Inwieweit sich die geplante feindliche Übernahme von Peoplesoft auf das Geschäft hierzulande auswirken könnte, ließ Schwirz offen. Man warte zunächst ab, zu welchen Entscheidungen es auf der ¿Corporate-Ebene¿ kommt. Allerdings beginne auch die deutsche Oracle-Tochter damit, ¿proaktiv¿ auf die wenigen Peoplesoft-Kunden zuzugehen. Es gebe hinsichtlich des zukünftigen Supports und der Wartungsgarantien für Peoplesoft-Produkte ¿einiges richtigzustellen¿.   [mehr]...
Oracle hat sich die Anwenderkritik am hauseigenen Online-Support-System "Metalink" offenbar zu Herzen genommen: Auf Vorschlag der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) soll dessen Transparenz erhöht werden.

Bei einer im vergangenen Herbst von der Doag initiierten Umfrage unter Oracle-Anwendern kam der Datenbankhersteller in Sachen Support nicht besonders gut weg: Moniert wurden - vor allem im Zusammenhang mit Oracles Web-basierendem Supportsystem "Metalink" - Kommunikationsprobleme, lange Antwortzeiten sowie mangelnde Transparenz.

Das soll jetzt anders werden: Eine Arbeitsgruppe - bestehend aus Oracle-Vertretern, Anwendern und der DOAG - hat die von der User Group unterbreiteten Verbesserungsvorschläge in die Praxis umgesetzt. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei, die Transparenz des Support-Tools zu erhöhen. "Der von Oracle implementierte Metalink-Prozess ist wenig intuitiv und gewöhnungsbedürftig", erklärt DOAG-Sprecher Rolf Scheuch den in der Anwendergemeinde bestehenden Aufklärungsbedarf. Ein wesentlicher Punkt sei demnach der diesbezügliche Know-how-Transfer. Um Oracle-Usern die mit dem Supportsystem einhergehenden Abläufe näher zu bringen, will der Datenbankhersteller dieses im Rahmen seiner "I-Develop Live Workshops zum Thema Support, Metalink & Tools" (etwa: Hamburg, 17. Juni; Berlin, 18. Juni; München, 26. Juni) detailliert vorführen. Erste Metalink-Präsentationen erfolgten bereits bei den lokalen Zusammenkünften der DOAG, darüber hinaus sind klärende Online-Seminare zum Thema geplant.

Die User Group begrüßt das aktuelle Engagement des Herstellers. "Eine neue Umfrage, die wir noch in diesem Jahr organisieren werden, soll zeigen, wie gut die einzelnen Maßnahmen bei den Anwendern angekommen sind", kündigt DOAG-Vorsitzender Fried Saacke allerdings eine Art Effektivitätskontrolle für Oracles Bemühungen an.   [mehr]...
Im Herbst hatte die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) in einer Umfrag Unzufriedenheit der Anwender mit dem Support von Oracle festgestellt und daraufhin dem Hersteller einige Vorschläge zur Verbesserung der Situation unterbreitet. Eine Arbeitsgruppe - bestehend aus Oracle-Vertretern, Anwendern und der DOAG - hat die Vorschläge nun in die Praxis umgesetzt. Wichtigstes Ziel ist die Erhöhung der Transparenz des internetbasierenden Support-Tools Metalink. Als wichtigen Schritt in diese Richtung wird Oracle im Rahmen seiner Technologietage das Support-Tool Metalink den Besuchern ausführlich vorführen. Bereits erfolgt sind die ersten Metalink-Präsentationen auf den Regionaltreffen der DOAG, demnächst wird Oracle auch Online-Seminare zu diesem Thema im Internet durchführen.   [mehr]...
Selbst Oracle, immer noch ein Vorzeigeunternehmen der IT-Branche, muss in den härter gewordenen Zeiten kleinere Brötchen backen. Der zweitgrößte unabhängige Softwarehersteller der Welt konnte zwar auch im letzten Quartal den Gewinn wieder steigern, doch der Absatz neuer Lizenzen lahmt, und auch die Serviceeinnahmen sind rückläufig. Seit zwei Jahren kommt der Zuwachs bei dem amerikanischen Anbieter aus dem Update- und Support-Geschäft.

In den letzten Wochen hat der Datenbankriese mehrere Schritte unternommen, um seine Partner zu aktivieren. Dazu gehören Alliance und Hosting Partner, System Integrators (SIs) und Independent Software Vendors (ISVs). »Unser immer breiter werdendes Produktportfolio lässt sich am besten durch eine Multi-Channel-Strategie vermarkten«, sagt Swantje Rosenboom, Senior Director Channel Sales bei Oracle Deutschland. Spezialisierte Partner könnten bestimmte Branchen gezielter bedienen. Im Vergleich zu anderen Datenbankherstellern, namentlich Microsoft und IBM, sei die Gewinnspanne für die Partner bei Oracle größer. In Deutschland erwirtschaftet Oracle 40 Prozent seines Lizenzumsatzes über Partner - eine Marke, die inzwischen in allen europäischen Ländern als Zielvorgabe gilt ...

... Sind die Initiativen zu Linux und Applikationsservern global, so gibt es hierzulande ergänzende Aktivitäten beim Consulting. »Seit dem vergangenen Jahr bringt Oracle seinen Partnern interessante Kunden und Projekte zu«, weiß Fried Saacke, Geschäftsstellenleiter bei dem IT-Dienstleister und Oracle-Partner MSG Systems. Im kommenden Geschäftsjahr, das bei Oracle im Juni beginnt, werde sich diese Entwicklung verstärken, vermutet er. Früher konnte es durchaus passieren, dass Oracle einen Partner aus einem Kundenprojekt drängte, wenn es lukrativer wurde. Statt in einem von kleineren Budgets gekennzeichneten Umfeld weiterhin selbst viele Berater und Programmierer zu beschäftigen, bindet der Hersteller nun Dienstleistungshäuser stärker ein. Im November hatte Rolf Schwirz, Geschäftsführer der hiesigen Oracle-Tochter, seine Consultants auf Schmalkost gesetzt: 15 Prozent weniger Gehalt bei zwanzig Prozent weniger Arbeitszeit. Mittlerweile ist die Verlagerung des Geschäfts auf Partner offenbar so weit gediehen, dass er 200 der rund 600 Consultants von seiner Gehaltsliste streichen kann. Derzeit führt Schwirz mit bevorzugten Partnern Gespräche, wie sich die Zusammenarbeit noch intensivieren lässt. »Alle Partner werden profitieren«, erwartet Saacke, »aber nicht alle im gleichen Maß.« Allein schon deshalb nicht, weil der Hersteller nicht beliebig viele Häuser in derselben Weise unterstützen kann. Etwa 70 Firmen genießen im Moment als so genannte Managed Partners Privilegien bei technischem Support und finanzieller Hilfe für Marketingaktionen. Ansonsten gibt es sieben Advantage, etwa 110 Certified und rund 1100 Member Partners, die Consulting- und Vertriebsmitarbeiter für Oracle-Software zertifiziert haben. »Für die Anwender bedeutet bessere Zusammenarbeit mit Partnern bessere Qualität«, meint Saacke, ehrenamtlicher Vorsitzender der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Allerdings sind beim Hersteller beschäftige Experten näher an den neuen Technologien und Produkten und können sie in Projekten oft besser einsetzen.   [mehr]...
Bei Oracle Deutschland steht der Abbau von rund 200 Arbeitsplätzen in der Consulting-Abteilung bevor. Das bestätigte Pressesprecherin Chari Lazaridis gegenüber c't. In einer internen Mitteilung, die c't vorliegt, nimmt die Geschäftsführung Stellung zu einer Neuausrichtung des Unternehmens. Mit dem Verlauf der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2002 ist die Geschäftsführung alles andere als zufrieden. Für die Consulting-Sparte hatte das Unternehmen deshalb ein befristetes Arbeitszeitmodell eingeführt - bei einer um 20 Prozent reduzierten Arbeitszeit mussten die Mitarbeiter auf 15 Prozent ihres Einkommens verzichten. Betriebsrat und eine Mehrheit der Betroffenen hatten diesem bis zum 31. Mai befristeten Modell zugestimmt. Nach einer Analyse des Geschäftsmodells sei die Geschäftsführung nun zu dem Ergebnis gekommen, dass es im Bereich Consulting eine Neuausrichtung geben müsse - heißt es in der internen Mitteilung. Diese Ausrichtung sieht vor, das Arbeitszeitmodell nicht weiterzuführen und ein Drittel der 608 Consulting-Mitarbeiter zu entlassen. Mit dem Betriebsrat laufen dazu zurzeit die ersten Gespräche, bestätigte Lazaridis.

Die Oracle Anwendergruppe e.V. (DOAG) hat unterdessen Verständnis für die Entlassungen geäußert. Die Maßnahme führe zu einer Verlagerung der Beratungskompetenz hin zu den Oracle-Partnern. Das komme den Kunden des Softwareanbieters zugute, da die Partnerfirmen neben den entsprechenden Fachkenntnissen häufig über intensives Branchen-Know-how verfügen und der Erfahrungsaustausch innerhalb der Oracle-Community gefördert werde.   [mehr]...
Das zweite Halbjahr 2002 verlief für Oracle nicht zufriedenstellend. Deshalb entwickelte der Konzern für seine Berater zunächst ein bis zum 31. Mai 2003 befristetes Arbeitszeitmodell. Jetzt hat Oracle entschieden, das Modell nicht weiter zu führen und wird 200 seiner 608 Berater kündigen - dies kann auch bereits vor Ablauf der Frist geschehen. Derzeit beginnt das Management, Gespräche mit Mitarbeitern und dem Betriebsrat zu führen. Weitere Entlassungen seien nicht geplant. »Wir können sie aber natürlich nicht ausschließen«, erklärt Pressesprecherin Chari Lazaridis.

Die deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) zeigt Verständnis für die Maßnahme. Diese führe zu einer Verlagerung der Beratungskompetenz hin zu den Oracle-Partnern, was den Kunden zugute komme, da die Oracle-Partner neben entsprechenden Fachkenntnissen über intensives Branchen-Know-how verfügen.

Gleichzeitig mit den Entlassungen geht eine Neuausrichtung der Consulting-Sparte bei Oracle einher. »Wir haben unser Beratungsmodell analysiert und werden es überarbeiten«, erläutert Lazaridis. Noch gebe es allerdings keine endgültigen Ergebnisse.

Ursprünglich hatte Oracle das Arbeitszeitmodell - bei 20 Prozent reduzierter Arbeitszeit mussten die Consultants auf 15 Prozent ihres Gehalts verzichten - eingeführt, um möglichst viele Mitarbeiter halten zu können. »Ich will meine Berater nicht verlieren und wenn die Zeiten besser werden, fehlen die Ressourcen«, hatte Rolf Schwirz, Geschäftsführer Oracle Deutschland, im Herbst letzten Jahres gegenüber CRN gesagt. Im Gegenzug soll das Partnergeschäft ausgebaut werden, beispielsweise sucht Oracle Applikationspartner im Linux-Umfeld.   [mehr]...
... Doch trotz aller Ernüchterung habe die CeBIT ihre Berechtigung und werde diese noch lange Zeit behalten, stellt der Meta-Group-Analyst abschließend fest. Es bleibe wichtig für die Anbieter, auf der weltweit größten IT-Messe Präsenz zu zeigen und zu demonstrieren, dass man sich als Unternehmen den Messeauftritt leisten könne. Selbst langjährige CeBIT-Abstinenzler wie Oracle suchten behutsam wieder den Messeanschluss, beispielsweise durch Promoting-Aktionen bei Partnern oder ihrer User Group. Kunden wiederum sähen in dem Messeauftritt ihres IT-Versorgers eine Bestätigung ihrer Kaufentscheidungen. Aus diesen Gründen dürften die Unternehmen den Symbolcharakter einer CeBIT-Präsenz keinesfalls unterschätzen ...   [mehr]...
... In diesem illustren Kreis darf Oracle nicht fehlen, obwohl selbst nicht mit einem eigenen Stand auf der CeBIT vertreten. Oracle-Chef Larry Ellison erklärte zu den Bemühungen seines Unternehmens um mittelständische Kunden: "Das ist der Markt, auf dem in den nächsten fünf Jahren die Post abgeht." So werden am Oracle-Partner-Stand der DOAG (Deutsche Oracle Anwendergruppe) beispielsweise Lösungen zu den Themen Logistik, Warenwirtschaft und Produktion gezeigt.

Die Oracle-Partner werden ebenso wie die anderen Branchengrößen auch Applikationen zum Thema Wissens-Management" oder neudeutsch "Knowledge-Management" präsentieren. Mit diesen Systemen sollen sich Daten, Informationen, Dokumente und das gesammelte Wissen von Mitarbeitern langfristig speichern und nutzen lassen. Konkreten Handlungsbedarf für mittelständische Anwender gibt es nach Expertenmeinung in diesem Bereich indes noch nicht ...   [mehr]...
Interview mit Klaus Hommer, Senior Director Marketing für Deutschland, Österreich und Schweiz, Oracle Deutschland GmbH

CYbiz: Oracle fehlt in diesem Jahr auf der CEBIT. Warum eigentlich?

Klaus Hommer: Das Management der Oracle Deutschland GmbH hat sich im Frühjahr 2000 entschieden, nicht mehr auf der CEBIT auszustellen. Diese Entscheidung wurde im Zuge einer Änderung in der Marketing-Strategie getroffen. Wir verfolgen damit konsequent die E-Business-Strategie, die wir auch unseren Kunden empfehlen. Den Rahmen dafür schafft Oracle durch vernetzte Communities wie etwa das Oracle Technology Network (OTN), das AppsNet oder das beliebte Oracle Partner Network (OPN).

CYbiz: Setzen Sie stattdessen auf regionale Fachmessen und/oder eigene Hausmessen?

Klaus Hommer: Wir investieren nicht mehr in traditionelle Massenabfertigung, sondem in die gezielte Nutzung der effektivsten Marketing-Medien. Die zentrale Veranstaltung, zu der wir unsere Community zum Informations- und Erfahrungsaustausch einladen, ist die in den USA längst etablierte Oracle World, die seit 2001 auch jährlich in Europa durchgeführt wird. Die zweite jährlich stattfindende Veranstaltung ist die Oracle AppsWorld mit dem Schwerpunkt Anwendungssoftware.

Darüber hinaus wählt Oracle sorgfältig aus, welche Angebote anderer Veranstalter im Sinne der neuen Strategie nutzbar sind. Das betrifft z. B. Veranstaltungen, die spezielle Branchen ansprechen und bei denen zielgruppenspezifisches Beziehungs- und Community-Marketing sinnvoll ist. Auf der CEBIT 2003 ist Oracle folglich nicht mit eigenem Stand, jedoch bei Partnem sowie der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) mit Demos vertreten.

CYbiz: Wie könnte die CEBIT Ihr Unternehmen wieder nach Hannover locken?

Klaus Hommer: Das gegenwärtige Konzept folgt einer weltweiten Strategie und hat sich mittlerweile erfolgreich etabliert. Dies zeigen die hervorragenden Besucherzahlen auf unseren Hausmessen. Für uns wird es auch weiterhin eine ideale Lösung darstellen, über unsere Partner auf der CeBIT vertreten zu sein.   [mehr]...
Portrait von Rolf Schwirz, Geschäftsführer der Oracle Deutschland GmbH

... Der persönliche Kontakt zählt, egal ob mit Angestellten, Partnern oder Kunden. Rolf Scheuch von Opitz Consulting, ein langjähriger Oracle-Partner, berichtet: »Im Gegensatz zum alten Geschäftsführer hat Schwirz ein offenes Ohr für die Anwender.« Auch Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen Oracle Anwender Gruppe (DOAG), hat die Erfahrung gemacht, dass Schwirz stets bereit ist, auf Kunden zuzugehen. Dass diese Einstellung auch Mitarbeiter motiviert, sich für das eigene Unternehmen über das Maß des Gewöhnlichen hinaus zu engagieren, hat Schwirz während seiner 13 Jahre bei Siemens selbst erfahren ...   [mehr]...
Noch mehr Arbeit zumindest in den letzten zwei Jahren musste Fried Saacke für seinen Vorstandsvorsitz bei der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) aufbringen. Das lag nicht zuletzt daran, dass die User Group mit ihren rund 2000 Mitgliedern seit Anfang 2001 viel Zeit in den Aufbau einer eigenen Geschäftsstelle und Administration investieren musste.

Der Schritt in die komplette Unabhängigkeit - finanziell war die User Group schon immer unabhängig - begann im Jahr 2000, nachdem Oracles neue Lizenzpolitik bei vielen Anwendern für Verärgerung gesorgt und die Beziehung zwischen User Group und Hersteller einen Tiefpunkt erreicht hatte. Auf der seinerzeit in Fellbach abgehaltenen 13. Deutschen Oracle Anwenderkonferenz eskalierte die Verstimmung der Beteiligten derart, dass im Anschluss an die Tagung die Kommunikation mit dem verantwortlichen Oracle-Manager vorübergehend abbrach, erinnert sich Saacke. Die Wogen glätteten sich jedoch relativ schnell, nachdem das Oracle-Management gelernt hatte, mit dem neuen Selbstbewusstsein und der konstruktiven Kritik seiner unabhängigen Anwendervereinigung umzugehen.

Eine erneute Bewährungsprobe dieser Beziehung findet derzeit statt: Der Hersteller bekommt den Unmut seiner Klientel zu spüren, nachdem die DOAG zu Beginn dieses Jahres feststellen musste, dass die Zufriedenheit mit dem Oracle-Support deutlich zurückgegangen ist und dieser Trend mit den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen einer Mitgliederumfrage bestätigt wurde.

Saacke, 37 Jahre alt und Familienvater, leitet die Berliner Geschäftsstelle der msg Systems AG, Anbieter von Branchensoftware und Dienstleistungen. Zu seinen wichtigsten beruflichen Zielen gehört jedoch auch, die unabhängige Zukunft und das Wachstum der DOAG zu sichern. Kritik äußert der Manager vor allem an der mangelnden Chancengleichheit für kleinere und mittlere Unternehmen, wenn es um die Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand geht.   [mehr]...
Trotz depressiver Gesamtlage fanden sich auf der diesjährigen deutschen Oracle-Benutzerkonferenz in Mannheim 1250 Teilnehmer ein, immerhin 50 mehr als im letzten Jahr. Besonders stolz verwies der Veranstalter darauf, dass sich die Zahl der Aussteller um 20 % auf 47 erhöhte. Insgesamt scheint es ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Meinungsaustausch auf der technischen Ebene zu geben, denn die DOAG kann sich über durchschnittlich mindestens 10 % neue Mitglieder jährlich freuen.

Die Vermutung liegt nahe, dass dieses Zusammenrücken mit dem heftig kritisierten Oracle-Support zu tun hat. Schon im letzten Jahr zeigten sich die Anwender damit äußerst unzufrieden. Eine rein Internet-basierte Unterstützung, die Oracle über das Webtool Metalink anbietet, ist offensichtlich keine adäquater Ersatz für einen kompetenten, möglichst deutschsprachigen Ansprechpartner vor Ort oder zumindest am Telefon.

So wirkten die Einwände der sechs Oracle-Vertreter, die ihren Service verteidigten, nicht sonderlich überzeugend. Angeblich wandere dabei ein Problem "mit der Sonne", es gelten also keine Ladenöffnungszeiten, und es werde immer der beste weltweit verfügbare Fachmensch damit betraut. Und außerdem würde man ja immer noch ans Telefon gehen. Der Glaube an diese Aussagen hielt sich bei den Teilnehmern allerdings sichtlich in Grenzen. Zudem waren die mit den häufigen Namensänderungen und den Paketierungen der Produkte nicht einverstanden.

Consulting-Unternehmen werden über diesen Zustand nicht unglücklich sein. Zudem versprach Oracle-Vorstand Rolf Schwirz, dass seine Firma nicht gewillt sei, seinen Partnern Beratungsleistungen abspenstig zu machen, wie es die Konkurrenz reichlich versucht hat. Weiterhin sagte man zu, dass die 4GL Forms bis 2008 am Leben erhalten werden.   [mehr]...
... Wer sich als Student mit Oracle beschäftigt und sich auch beruflich in diese Richtung entwickeln will, der sollte sich überlegen, DOAG-Mitglied (Mitgliedsbeitrag EUR 50,- pro Jahr) zu werden. Denn neben dem Erfahrungsaustausch mit gestandenen Oraclern bieten sich hier jede Menge Möglichkeiten an, Kontakte zu knüpfen. Und "Kontakte knüpfen", das so genannte "Networking" ist heute wichtiger denn je. Wer weiß, vielleicht findet sich über die DOAG ja ein interessanter Praktikumsplatz, eine tolle Diplomarbeit oder sogar die erste Arbeitsstelle!   [mehr]...
Fried Saacke ist leidenschaftlicher Bergsteiger, und auch mit der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) will er hoch hinaus. 1999 übernahm er den Vorsitz, seit seinem Amtsantritt hat sich die Zahl der Mitglieder auf mehr als 1800 verdoppelt. Zur diesmaligen Jahreskonferenz kamen 1250 Teilnehmer Mitte November ins Mannheimer Kongresszentrum. »Die beste Werbung bleibt die Mundpropaganda«, sagt der 37-jährige, der auch aktiv um neue Mitglieder wirbt. Er schätzt, dass derzeit erst etwa 30 Prozent der Oracle-Anwender bei der DOAG vertreten sind.

Saacke sieht drei Hauptaufgaben für den 1988 gegründeten Verein: Er soll den Mitgliedern Informationen zu Oracle-Software vermitteln, den Erfahrungsaustausch fördern und die Interessen der Anwender gegenüber dem Hersteller vertreten. Der gewandte Vorsitzende setzt dabei auf Gespräche und Verhandlungen mit den Vertretern des Softwareriesen, nicht auf Konfrontation. »Wir wollen keine Gewerkschaft sein«, betont der DOAG-Chef. Mit Rolf Schwirz, der seit einem Jahr die Geschäfte bei Oracle Deutschland führt, sei die Zusammenarbeit leichter als mit seinem Vorgänger Wolfgang Jaeger, der mehr auf Abstand gehalten hatte. So kam Schwirz letzten Monat zur DOAG-Jahreskonferenz und stellte sich den Fragen der Anwender. Das Oracle-Management geriet auf dieser Versammlung in der Vergangenheit zuweilen heftig unter Beschuss, doch diesmal erhielt der geschmeidige Manager der deutschen Oracle-Tochter Szenenbeifall. Allerdings war Saacke als Moderator diesmal auch um Mäßigung bemüht. Beim gemeinsamen Abendessen der Teilnehmer bekannte Schwirz auf dem Podium gar seine »Liebe« zur DOAG, was bei den Kunden durchaus ankam. Vieles scheint eine Frage des zwischenmenschlichen Umgangs und des geschickten Auftretens zu sein.

Franz Niedermaier, der die deutsche Oracle-Niederlassung aufgebaut und bis 1997 geleitet hatte, leistete einst gar Geburtshilfe. Die Keimzelle der DOAG bildeten nämlich Kundengruppen, die Oracle immer wieder eingeladen hatte, um positive Erfahrungen aus Projekten zu übertragen - und letztlich mehr Umsatz und Gewinn für Oracle zu erwirtschaften. Günther Stürner, bei Oracle Deutschland für das Datenbankgeschäft zuständig, schätzt daher heute die Möglichkeit, die Kunden über die Veranstaltungen der DOAG zu erreichen. Konstruktive Kritik ist willkommen - ermöglicht sie doch, Schwachstellen auch zum Nutzen des Herstellers anzugehen.

Zuweilen können die deutschen Manager ein Votum der organisierten Anwender bei Verhandlungen mit den Konzernherren in Kalifornien zur Unterstützung der eigenen Position ins Feld führen. So neigen die Amerikaner dazu, Produkte möglichst frühzeitig auszuliefern, während die Deutschen mehr Wert auf Qualität legen. Strategisch wichtige Entscheidungen werden in der kalifornischen Konzernzentrale getroffen, oft einsam von Unternehmensgründer Larry Ellison, die Tochtergesellschaften müssen sie dann umsetzen. Im Rahmen des so genannten Enhancement-Verfahrens sammeln die Usergroups Anwendervorschläge zur Weiterentwicklung der Produkte. Ansonsten arbeiten die Benutzervereinigungen der verschiedenen Länder nur lose zusammen. In Europa gibt es neben bilateralen Kontakten eine Dachorganisation namens European Oracle User Group (EOUG), die als sehr herstellernah gilt.

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Unter Saackes Regie hat sich die Anwendervereinigung von Oracle finanziell unabhängig gemacht: Zuvor bezahlte der Softwarehersteller eine Verwaltungsangestellte, die sich um die Organisation der Jahreskonferenz kümmerte. Der rührige Quereinsteiger will die Professionalisierung der DOAG weiter vorantreiben. Nächstes Jahr soll ein Büro mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern eingerichtet werden. Es gelte, Mitgliederanfragen künftig schneller zu beantworten und den Cebit-Auftritt auszubauen, erläutert der Vorsitzende.   [mehr]...
IBM, Microsoft und Oracle rüsten ihre Highend-Datenbanken auf. Viele Unternehmen zögern jedoch beim Einsatz, da die neue Softwäre nicht immer fehlerfrei ist. Dennoch kann sich eine Einführung lohnen - etwa um Kosten zu senken. Oracle hat mit ihrer Top-Datenbank 9i ein Glanzstück abgeliefert - das von den Kunden aber nicht so angenommen wird wie von Firmenlenker Larry Ellison gehofft. Zwar evaluieren viele Unternehmen die neue Software, doch im produktiven Einsatz befinden sich hierzulande nur wenige Systeme, wie die Meta Group berichtet. Vielfach, so die Technologieberater, fahren die Firmen mit der alten Ausführung 8i noch gut. Entsprechend sinkt der Oracle-Umsatz.

Auch bei IBM, die mit DB2 Version 8.1 ihre Database gerade aufgefrischt haben, sieht man negative Tendenzen. "Für klassische transaktionsverarbeitende Aufgaben reicht von der Technik her sogar eine zehn Jahre alte Datenbank", erklärt Wolfgang Müschenborn, zuständiger IBM Marketing Manager.

Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) bringt das Problem auf den Punkt: "Qualität und stabile Systeme interessieren die Anwender am meisten. Die Datenbanken und die dazugehörigen Anwendungen müssen rund um die Uhr verfügbar sein. Viel weniger wichtig sind im Vergleich dazu ständig neue Releases, auch wenn deren zusätzliche Funktionen noch so toll sind."

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Fachqualifizierung und Geschäftskontakte finden IT-Freiberufler in der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG). Datenbankadministratoren, Entwickler, Consultants und Trainer haben dazu in Arbeitsgruppen sowie bei Veranstaltungen Gelegenheit. Rolf Scheuch, stellvertretender Vorsitzender der DOAG und Geschäftsführer der Opitz Consulting GmbH, erläutert einige Details.

Freiberufler: Welcher Anreiz für eine Einzelmitgliedschaft in der Deutschen Oracle Anwendergruppe ergibt sich speziell für freiberufliche Berater und freiberufliche Softwareentwickler?

Rolf Scheuch: Zum einen besteht die Möglichkeit der persönlichen Weiterbildung und dem Erfahrungsaustausch im Rahmen der DOAG-Veranstaltungen. Zum anderen versteht sich die DOAG als die deutsche Oracle-Community, in deren Rahmen sich Berater durch die aktive Teilnahme als Referenten an Veranstaltungen profilieren sowie ihr Knowhow in Fachartikeln in den DOAG-News allen Mitgliedern präsentieren können.

Freiberufler: Wie weit eignet sich die DOAG auch als Forum für Kontakte zwischen IT-Freiberuflern und DV-Chefs?

Rolf Scheuch: Eine Kontaktbörse ist nicht installiert. Kontakte können aber auf dem "kleinen Dienstweg" oder über eine aktive Teilnahme in der Anwendergruppe erfolgen.

Freiberufler: Wle viele DV-Chefs verzeichnen Sie als Mitglied der DOAG?

Rolf Scheuch: Etwa 15 Prozent aller Teilnehmer der jährlichen Oracle Anwenderkonferenz gehören dem IT-Management an. Diese Zahl wurde bei der Konferenzanmeldung erhoben.

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Harsche Kritik muss Oracle derzeit wegen seines Supports einstecken: Die Qualität und die Erreichbarkeit hätten abgenommen, monieren die Anwender. Oracle will nun zusammen mit der Anwendervereinigung DOAG einen Arbeitskreis dafür einrichten.

"The internet changes everything". Mit diesem Slogan wollte Oracle noch vor kurzem klarstellen, dass das Unternehmen auf der Höhe der Zeit ist. Seit allerdings weite Teile des Supports über das Tool Metalink ins Web verlagert wurden, hagelt es Proteste von Seiten der Benutzer. In einer Umfrage der Anwendervereinigung DOAG unter 153 Anwendern ist mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung, dass sich der Support in den vergangenen zwei Jahren - also während der Einführung von Metalink - deutlich verschlechtert hat.

"Viele Anwender haben eine große Zahl von Anfragen gleichzeitig offen, und einige davon werden unvollständig geschlossen", werfen die DOAG-Mitglieder dem Hersteller auf ihrem Anwendertreffen vor. Hinzu komme ein Sprachproblem. Auch Anwender die explizit angeben, dass sie in Deutsch kommunizieren wollen, müssten sich teilweise mit englischen Antworten zufrieden geben.

"Während der Telefon-Support in der Vergangenheit nur zu den üblichen Bürozeiten erreichbar war, können die Anwender in Metalink rund um die Uhr Anfragen eingeben", verteidigt sich James Patterson, Director Customer Support Germany bei Oracle. Nach dem Prinzip "Follow the sun" würden jetzt die Hilfeanfragen dort hin geleitet, wo gerade ein Supporter frei ist. "Wenn für eine bestimmte Problemstellung die besten Experten in Finnland sitzen, wandern die Anfragen automatisch zu ihnen", erklärt Patterson.

Der Nachteil bei dieser Methode: Im internationalen Support wird Englisch gesprochen. Auch die Knowledge Base liegt nur in dieser Sprache vor. "Wir wollten diese Datenbank auf einen gemeinsamen Nenner bringen und haben uns dabei für die englische Sprache entschieden", erklärt Patterson. "Die Übersetzung würde einen sehr hohen Aufwand und ein Fehlerrisiko mit sich bringen." Dennoch, so versichert der Support-Chef, haben deutsche Kunden einen Anspruch darauf, dass ihre Anfragen in Deutsch beantwortet werden: Dazu müssen sie nur in Metalink 'English No' anklicken. Das bringt dann aber einen Zeitverlust mit sich, der durch die Übersetzung der Anfrage und der Antwort seitens Oracle entsteht.

Den Vorwurf der Anonymität und mangelnden Transparenz des Web-Supports will Patterson nicht auf sich sitzen lassen: "Wir haben nach wie vor ein lokales Standbein im Support. Wer unzufrieden ist mit der Antwort auf ein bestimmtes Problem, kann mich jederzeit anrufen."

Für die Zukunft verspricht Patterson weit reichende Verbesserungen: "in einer überarbeiteten Version von Metalink sollen bei einer Anfrage die Systemdaten zum Supporter gelangen, ohne dass der Anwender sie jedes Mal eingeben muss. Ein Analyst entscheidet dann innerhalb eines Arbeitstags, wie das Problem zu lösen ist." Triage nennt sich diese neue Funktion in Metalink, die derzeit bei den ersten Pilotkunden getestet wird. Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit kann Patterson allerdings nicht nennen. Die DOAG hat daher zusammen mit Oracle eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die den Problemen im Support auf den Grund geht.   [mehr]...
Oracles Vorstoß, den technischen Kundendienst ins Web zu verlagern, erzeugt bei den Anwendern Unruhe und Kritik. Fried Saacke, Vorsitzender der Anwendervereinigung DOAG, hält den telefonischen Support für unverzichtbar. CZ: Auf den Oracle-Kundendienst waren die DOAG-Mitglibder in der jüngsten Umfrage gar nicht gut zu sprechen. Wie lauteten die Hauptkritikpunkte?

Saacke: Oracle hat den Support in den vergangenen zwei Jahren über das Tool Metalink ins Internet verlegt. Der Vorteil dabei ist, dass der Anwender rund um die Uhr Unterstützung findet. Als Nachteil empfinden die Anwender die Anonymisierung: Es fehlen feste Ansprechpartner und es ist nicht klar, wie die Problembehandlung im Detail organisiert ist.

CZ: Das Support-Toof Metalink kommt bei Anwendern also weniger gut an?

Saacke: Besonders kritisiert wird die komplizierte Bedienung dieses Tools. Der Anwender muss viele Angaben mehrfach erfassen. Zweitens ist nicht klar, an welchen Support-Mitarbeiter die Anfrage übers Web weitergeleitet wird. Der dritte Punkt betrifft das Sprachproblem: Der Anwender kann in Metalink anklicken, dass er eine deutsche Antwort will, das wird aber oft nicht eingehalten.

CZ: Warum ist der Telefon-Support so wichtig?

Saacke: Die Anwender wollen am liebsten einen direkten Ansprechpartner. Viele empfinden es als einfacher, ein Problem im Gespräch zu schildern und dann gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Wenn der Supporter bekannt ist, kann man nach dem ersten Schritt direkt bei ihm nachfragen. Deshalb ist Telefon-Support auch in Zukunft unverzichtbar.

CZ: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Datenbankanwender?

Saacke: Qualität und stabile Systeme, das interessiert die Anwender am meisten. Die Datenbanken und die dazugehörigen Anwendungen müssen rund um die Uhr verfügbar sein. Viel weniger wichtig sind im Vergleich dazu ständig neue Releases, auch wenn deren zusätzliche Funktionen noch so toll sind.   [mehr]...
Die Kritik am Support des weltweit zweitgrößten Softwarehauses Oracle weitet sich aus. Sie war das inoffizielle Hauptthema auf der Jahreskonferenz der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG). Zudem schwappt der Unmut längst über die deutschen Grenzen hinweg. Der Hersteller allerdings gibt sich besonders anwenderfreundlich und gelobt Besserung.

Früher habe die DOAG mehr als Event-Manager agiert. Sie sei der Organisator von diversen Treffen und Veranstaltungen der Oracle-Anwender gewesen und habe bestenfalls Wünsche an den Hersteller kanalisiert, bekennt der Vorsitzende der Non-Profit-Organisation Fried Saacke. Jetzt präsentiert sich der Verein als Sprachrohr der Oracle-Kunden - und zeigt sich seit geraumer Zeit aufmüpfig. Erst jüngst hatte eine DOAG-Umfrage unter 153 deutschen Anwendern eine dunkle Seite von Oracles Kundenbeziehungen an den Tag befördert. Denn mehr als die Hälfte der Befragten haben in den vergangenen beiden Jahren eine Verschlechterung des Supports festgestellt. Die Kritik der User konzentriert sich dabei auf das Zurückfahren des telefonischen Supports und die Favoritenrolle des webgestützten Hilfe-Systems Metalink. In den vergangenen zwei Tagen hat die DOAG die Schwierigkeiten zum "Jahresproblem" gekürt.

Die einzelnen Beschwerden weisen durchaus Dramatik auf. So berichten Anwender, dass sie den Support für technischen Stillstand nicht einmal an die Strippe bekamen. Solch herbe Vorwürfe korrigiert der DOAG-Vorsitzende jedoch ein wenig: "Ein Telefon-Support ist sicherlich noch möglich. Doch wird man stark gedrängt, ins Web zu gehen."

Aus der Sicht von Oracle gestaltet sich die Situation noch harmloser. "Der Telefon-Support ist niemals eingestellt worden", heißt es und man wolle nur das Beste für den Anwender. Metalink garantiere durch das Web einen 24-Stunden-Dienst. Zudem würden die Anfragen immer an die Oracle-Mitarbeiter weitergeleitet, die sich jeweils am Besten mit dem spezifischen Problem auskennen würden.

Das allerdings sieht aus Anwendersicht ganz anders aus. Ihren Erfahrungen nach verschimmeln die Anfragen geradezu. Zuerst landeten sie auf der langen Bank, um schließlich unbearbeitet und folgenlos abgeschlossen zu werden. Außerdem tun sich offenbar viele Anwender schwer, in englischer Sprache zu kommunizieren. Zwar lassen sich die Metalink-Anfragen in deutsch stellen, aber die Interaktion basiert auf dem Englischen. Die Reaktion von Oracle ist vergleichsweise lapidar: Support sei eben keine rein deutsche Angelegenheit mehr. Schließlich bemängelt die Kundschaft das eher zufällige Angebot an Fachartikeln auf der Website, die den Anwender proaktiv aufklären sollen. Bestimmte Themen fänden sich im Überangebot, andere dagegen gar nicht.

Bei solchen Vorwürfen gehen die Emotionen der Anwender schon einmal hoch. Dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Oracle Deutschland, Rolf Schwirz, bleibt nur die Demutsgeste: "Ich finde gut, dass die DOAG die Umfrage gemacht hat", bekennt er. Sie gebe die Möglichkeit, in eine Diskussion einzusteigen und Dinge zu klären. Darüber hinaus aber arbeite Oracle an weiterer Verbesserung. Diese impliziert jedoch keinesfalls, die persönlichen Kontakte durch einen verstärkten Telefon-Support wieder aufleben zu lassen. Darin sieht Schwirz auch keine Notwendigkeit. Vielmehr gebe der Erfolg dem Metalink-Konzept recht. So seien die Support-Anfragen immerhin um 27 Prozent zurückgegangen. Das könnte unter Umständen aber auch daran liegen, dass so einige Kunden mit dem Web-Tool nicht zurecht kommen. Oder sie scheuen die Anonymität eines darauf aufbauenden Supports ...   [mehr]...
Einer Umfrage zufolge, die die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (DOAG) durchgeführt hat, lässt der Support bei dem Datenbankriesen Oracle zu wünschen übrig. 55,5 Prozent der 153 Anwender, die sich an der Umfrage beteiligt haben, meinen, der Support habe sich in den letzten zwei Jahren verschlechtert; 24 Prozent sehen keine Veränderungen. Nur ein Fünftel spürt Verbesserungen. Eigentlich hätte durch das Web-Tool Metalink alles besser werden sollen. Viele Anwender haben jedoch den Eindruck, dass die Bearbeitung der Anfragen lange dauert und die angebotenen Lösungsvorschläge oft nicht ausreichen. Ergänzende Dienstleistungen können Oracle-Kunden in Anspruch nehmen ¿ allerdings gegen gesonderte Bezahlung.

Nicht wenige Administratoren und Entwickler haben weiterhin Schwierigkeiten, Metalink richtig zu nutzen und verstehen das Support-Angebot offenbar nicht richtig. Neben technischen Unzulänglichkeiten gibt es Sprachprobleme: Die Kommunikation in Metalink erfolgt überwiegend in Englisch, was sowohl einigen hiesigen Kunden als auch manchen Support-Mitarbeitern bei Oracle Probleme bereitet. Oracle und die Doag wollen gemeinsam versuchen, die Lage zu verbessern.   [mehr]...
Die Wogen zwischen der US-amerikanischen Oracle-Anwendervereinigung Oracle Applications User Group (OAUG) und dem Softwarehersteller Oracle scheinen sich zu glätten. Auf dem diesjährigen Herbst-Kongress der OAUG hat der Hersteller seine Präsenz wieder deutlich ausgebaut, nachdem es in den vergangenen Jahren Streit um die Beteiligung Oracles an den Veranstaltungen gegeben hat. "Die Beziehungen werden wieder robuster", beschreibt Tom Wyatt, OAUG-Präsident, das Verhältnis der beiden.

Doch die Konflikte bleiben. Die OAUG hat in der Vergangenheit mehrfach die mangelnde Qualität von Oracle Unternehmenssoftware "E-Business Suite" kritisiert. Auch der Support wird von den Anwender als oft nicht ausreichend beschrieben. Außerdem bemängelt Pat Dues, Chairman des OAUG-Arbeitskreises zum Thema Support, dass es Oracle immer noch an strukturierten Prozessen fehlt, innerhalb derer IT-Entscheider Anfragen zu Softwareerweiterungen einbringen, priorisieren und verfolgen könnten.

Auch die deutschen Anwender sind mit dem Support nicht zufrieden. Einer Umfrage der deutschen Oracle Anwendervereinigung (DOAG) unter Oracle-Benutzern zufolge hat sich die Qualität des Supports in den vergangenen zwei Jahren nach Ansicht von 56 Prozent der befragten verschlechtert.   [mehr]...
Heftig unter Beschuss gerät der Kundendienst von Oracle durch die Anwendergruppe DOAG. Deren Mitglieder kritisieren vor allem den Web-Support.

Mehr als die Hälfte der Oracle-Kunden geht laut DOAG-Umfrage davon aus, dass sich der Hersteller-Support verschlechtert hat, seit er vor zwei Jahren auf das Internet umgestellt wurde. 44 Prozent der 153 Befragten kommen mit dem Web-Support-Tool gut zurecht, aber 27 Prozent halten es für verbesserungswürdig. Im Umgang mit dem Support-Team kritisieren die Anwender dessen Anonymisierung, die mangelnde Verständigung und geringe Transparenz. Der Support über Metalink habe zur Folge, dass die Benutzer keinen festen Ansprechpartner mehr bekommen. Erfahrene User träfen daher mitunter auf unerfahrene Supporter und erhielten auch auf deutsche Anfragen lediglich englische Antworten. Oracle reagiert auf die Schwierigkeiten mit dem neuen Support-Modell und mit Metalink: Demnächst soll eine neue Version dieses Tools erscheinen, die die Handhabung vereinfacht und den Support transparenter macht.   [mehr]...
Oracles Umstellung auf Internet-basierenden Support kommt bei den meisten Kunden nicht gut an. Vor allem Internationalisierung und Anonymität bei der Hilfestellung missfallen den Benutzern. Oracle rudert daher teilweise zurück.

Auf einer Skala von eins (gut) bis zehn (schlecht) bewerten die deutschen Anwender die Ergebnisse des Oracle-Supports bei der Lösung eines Problems im laufenden Betrieb lediglich mit fünf. Das hat die Deutsche Oracle Anwendergruppe (DOAG) in einer Umfrage herausgefunden. Die amerikanische Oracle-Benutzergruppe kommt zu ganz anderen Ergebnissen: 91 Prozent der Anwender beurteilen die Produktservices als exzellent.

Lange Antwortzeiten, wenig Transparenz bei der Problemlösung, Kommunikationsprobleme - das sind die Hauptkritikpunkte der hiesigen Anwender bei der Meldung von Problemen (Technical Assistence Requests = TARs), über das Online-Support-System "Metalink". So berichtet Markus Kistler, beim Bayerischen Landeskriminalamt für die Oracle-Datenbank zuständig, von einem Fall, in dem ein Problem seit fünf Monaten ungelöst ist. Auch Walter Hertle, Teamleiter Datenbanktechnologie bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, bevorzugt bei wichtigen Anfragen das Telefon, weil Fehlermeldungen über Metalink zu lange unbearbeitet bleiben.

Diese Erfahrungen spiegeln sich auch in der DOAG-Untersuchung wider: Die Bearbeitungszeit bekommt von maximal zehn Punkten nur eine 4,2 - ein schwaches Ergebnis. Nur 18 Prozent der Befragten finden die Transparenz des Supportprozesses gut, 39 Prozent halten sie für verbesserungswürdig. Kein Wunder, dass 56 Prozent der Meinung sind, der Support habe sich in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert.

Dafür machen die Kunden aber nicht nur die Supportmitarbeiter verantwortlich. Die Produktqualität sei zu schlecht, kritisiert Hertle und fordert Oracle auf, das zu ändern. Beispiele dafür kennt auch Karin Baur, für Oracles Unternehmenssoftware "E-Business-Suite" bei der Sachsen LB verantwortlich: "Die Programme für die Euro-Umstellung waren nicht ausgereift." Sie fordert, dass das Consulting besser mit dem Support zusammenarbeiten soll, damit es sich nicht erst im laufenden Betrieb herausstellt, wenn neue Releases fehlerbehaftet sind.

Doch auch die Supportmitarbeiter müssen Kritik einstecken. Durch das Online-Verfahren können erfahrene Anwender mit unerfahrenen Supportern zu tun haben und umgekehrt. Dann erfordert es einige E-Mails, bis eine gemeinsame Ebene in der Kommunikation gefunden wird. Außerdem arbeitet der Support zu häufig mit Methoden, die im heute üblichen 24-Stunden-Betrieb unpraktikabel sind, zum Beispiel das prophylaktische Einspielen von Patches oder Upgrades. "Es ist wenig hilfreich, wenn ein Patch empfohlen wird, ohne dass klar ist, dass dieser auch hilft", ärgert sich LKA-Mann Kistler.

Dass Metalink noch nicht optimal arbeitet, hat auch Oracle gemerkt. Das Programm soll "in näherer Zukunft" durch eine neue Version abgelöst werden, verspricht der Hersteller. Sie werde kontextgesteuerte Suchmaschinen enthalten. Außerdem will Oracle mehr Informationen über die Anwendersysteme vorhalten und im Fehlerfall durch Diagnoseprogramme beim Anwender zusätzliche Daten abrufen.

Der oft geäußerten Kritik an der Korrespondenzsprache Englisch ist der Hersteller bereits durch eine Umorganisation und die Einrichtung lokaler Supportzentren begegnet. Nun soll es nicht mehr geschehen, dass deutschsprachige Anwender englische Antworten erhalten, obwohl sie ausdrücklich die Verständigung in Deutsch wünschen. Trotzdem werden die Anwender über kurz oder lang nicht um Englischkenntnisse herumkommen: "Wir können in drei Jahren nicht mehr für alle Produkte Support in der Landessprache anbieten", stellt Andreas Reuter, Manager Functional Support Customer Support Services bei Oracle, klar. Die Kommunikation in Englisch werde daher gefördert - oder meint er gefordert?   [mehr]...
Mit dem direkten Draht zum Management des Herstellers steht und fällt der Erfolg einer Anwendergruppe. Bei Beziehungsproblemen kann die Interessengruppe kaum erfolgreich im Sinne der User agieren, wie das Beispiel der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) zeigt. Wolfgang Jaeger, Ex-Geschäftsführer von Oracle Deutschland, hatte es seinem Marketingchef überlassen, mit der inzwischen fast 2000 Mitgliedsfirmen zählenden DOAG zusammenzuarbeiten. Über Finanzspritzen nahm sich der Softwaregigant das Recht heraus, die Events der in Berlin ansässigen Usergroup jahrelang als Werbeveranstaltungen zu missbrauchen - die Success Stories sollten das Geschäft von Oracle weiter voranbringen.

Die DOAG kommt nun besser voran, seit sie sich Anfang 2000 finanziell von Oracle getrennt und der Hersteller in Deutschland einen neuen Boss hat. »Es besteht Interesse an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, bei der unsere Unabhängigkeit gewahrt bleiben soll«, begrüßt der Vorstandsvorsitzende Fried Saacke die Entwicklung. Der Hersteller kann bis zu vier Mitarbeiter benennen, die im Beirat der Anwendergruppe sitzen, was die operative Zusammenarbeit verbessern soll. Und Hausaufgaben gibt es für den Datenbankanbieter genug - zum Beispiel beim Support. Die Erreichbarkeit der deutschen Hotline lasse zu wünschen übrig, und der Hersteller helfe nicht immer, die richtigen Ansprechpartner zu finden, bemängeln die Kunden. Obendrein dauert die Fehlerbehebung manchmal wochen- oder monatelang. Und wenn Oracle dann so genannte Patches liefere, komme es durchaus vor, dass diese immer noch Fehler enthielten, fasst Saacke die Kritikpunkte der letzten Anwenderkonferenz zusammen. Die DOAG hat daher im Sommer eine Umfrage zur Qualität des Supports unter den Mitgliedern durchgeführt und präsentierte dem Oracle-Support-Team in Deutschland nach Redaktionsschluss die Ergebnisse und Lösungsvorschläge.

Auch durch die in der Vergangenheit alle paar Jahre umgestellten Lizenzmodelle kommt bei den Usern wenig Freude auf (siehe InformationWeek 13/2002, Seite 24). Alleine kann die DOAG hier allerdings nicht helfen: »Hätten nicht alle Usergroups weltweit gemeinsam Druck auf Oracle ausgeübt, wäre das Lizenzmodell nicht überschaubarer geworden«, weiß Saacke, der eng mit der Europäischen Oracle Usergroup (EOUG) zusammenarbeitet.   [mehr]...
Oracles Umstellung auf Internet-Support kommt bei den Anwendern nicht an. Mehr als die Hälfte der deutschen Kunden des zweitgrößten Softwareherstellers der Welt ist der Meinung, der Support habe sich in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG). In dieser Zeit hat der Softwarehersteller seinen Support auf das Internet umgestellt. Doch damit kommen viele nicht zurecht. Der DOAG-Untersuchung zufolge finden nur 44 Prozent der Befragten das Tool "Metalink" gut. 27 Prozent halten es für verbesserungswürdig.

Vor allem die Anonymisierung und Internationalisierung mögen die Benutzer nicht. So kann es passieren, dass ein erfahrener Anwender mit einem unerfahrenen Supportmitarbeiter zu tun hat und umgekehrt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es auf deutsche Anfragen nicht selten englische Antworten gibt - auch wenn der Kunde kein Englisch versteht.

Oracle räumt Schwierigkeiten mit Metalink ein. Gerade das Sprachproblem sei erkannt und mittlerweile gelöst worden. Eine neue Version von Metalink, die in näherer Zukunft zur Verfügung gestellt werden soll, soll auch andere strukturelle Defizite beseitigen.   [mehr]...
Bei einer Roundtable-Veranstaltung kritisierten Oracle-Anwender das Online-Support-Tool "Metalink" ihres Herstellers. Mangelnde Transparenz, Sprachschwierigkeiten, kaum Telefonkontakt und keine festen Ansprechpartner mehr zählten zu den häufigsten Kritikpunkten. Dies ergab eine Umfrage der DOAG unter 153 Anwendern.

Ein deutliches Ergebnis: 55 Prozent der 153 Befragten bescheinigen dem amerikanischen Softwarehersteller Oracle, dass sich sein Support innerhalb der letzten zwei Jahre verschlechtert hat. Die Bearbeitungszeiten sind länger geworden, die Transparenz eher zurückgegangen. Um den berühmten 7X24 Stunden Support zu gewährleisten und gleichzeitig noch Kosten zu sparen, hat Oracle den größten Teil seines Supports auf ein automatische Online-Tool umgestellt. Über das so genannte "Metalink" werden 91,2 Prozent der Supportfälle abgewickelt, nur noch 8,8 Prozent laufen über Telefonkontakt mit Supportmitarbeitern. Wie so oft ist auch hier das Ergebnis: Theorie - gut, Praxis - leider mangelhaft. Neben der Tatsache, dass kaum ein Anwender problemlos mit dem Werkzeug umgehen kann (27 Prozent sagen, die Handhabung sei "verbesserungswürdig"), macht die Sprache große Schwierigkeiten. "Metalink" verlangt möglichst gute Englischkenntnisse, die nicht jedem Kunden leicht über die Lippen gehen.

Während sich der Hersteller darauf beruft, dass die Support-Organisation aus Amerika vorgegeben und somit kaum zu ändern sei, bemüht sich die DOAG (Deutsche Oracle Anwendergruppe) um Verbesserungsvorschläge. Deshalb hat die DOAG Oracle-Supportmitarbeiter zu ihrer Anwenderkonferenz am 13. und 14. November eingeladen, dort Metalink zu präsentieren. Auch bei den regionalen DOAG-Veranstaltungen (13 regionale Gruppen gibt es) sind diese Präsentationen willkommen. Darüber hinaus soll es Arbeitsgruppen geben, wo Anwender mit dem Support zusammen kommen können, um den Umgang mit Metalink zu erlernen. Der Hersteller äußerte sich bislang nicht, wie er mit den Angeboten der Anwendergruppe umgehen will.   [mehr]...
Die Deutsche Oracle Anwender Group (DOAG) geht auf die Barrikaden: Der Kundendienst ihres Lieferanten werde immer schlechter, moniert die Anwendervereinigung. Um diese Feststellung zu untermauern, hat die DOAG eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse legte sie jetzt vor - und lud dazu Vertreter des Softwarehauses ein, um, so der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke, eine konstruktive Diskussion anzuregen.

Die Umfrage unter 153 deutschen Anwendern fördert eine dunkle Seite von Oracles Kundenbeziehungen an den Tag. So hatten 55 Prozent der Befragten in den vergangenen beiden Jahren eine Verschlechterung des Supports festgestellt. Die Kritik der User konzentriert sich auf die Ablösung des telefonischen Supports durch das webgestützte System Metalink. Zwar kommen die meisten Anwender mit der Handhabung des Systems gut zurecht, aber, so der wichtigste Kritikpunkt, die Response-Zeiten werden den Bedürfnissen der User nicht gerecht: Würden die Anwender die Bearbeitungszeit des Systems mit einer Schulnote bewerten, so käme ein Durchschnitt von "gerade noch ausreichend" heraus. "Die Durchlaufzeiten sind zu hoch", konstatiert Wolfgang Scherrer, stellvertretender Vorsitzender der DOAG ...

... Oracle selbst sieht seinen Kundendienst natürlich in einem wesentlich freundlicherem Licht. Der Softwareanbieter stützt sich auf eine Erhebung der Investmentbank Morgan Stanley, nach der 91 Prozent der User den Service des Unternehmens positiv bewerten. Doch Support-Manager des Softwarehauses demonstrierten Problembewusstsein. "Wir wollen von unseren Kunden lernen, wie wir bessere Produkte bauen und bessere Dienste anbieten können", sagte James Patterson, Leiter Customer Support Deutschland bei Oracle.

Der Softwarehersteller warb um Verständnis, dass sein Haus nicht für alle Produkte und Probleme einen Support in der Landessprache anbieten könne. Schließlich sei gerade der Zugriff auf den Erfahrungsschatz einer internationalen Expertengemeinde der Vorteil einer Lösung wie Metalink, sagt Patterson. Darüber hinaus werde das Softwarehaus das System auch weiter optimieren ...   [mehr]...
Auf dem diesjährigen Treffen der Oracle-Anwender äußerten einige harte Kritik an Oracle-Produkten und am Support (iX 1/2002, S. 30). Nun will die DOAG der Sache auf den Grund gehen und startet eine Umfrage auf ihrer Website zum Thema Support. Nach Auswertung der Fragebogen wird die DOAG Oracle Schritte zur Verbesserung vorschlagen. Laut Fried Saacke, DOAG-Vorsitzender, will man nicht nur einen Gesamteindruck über die Probleme bekommen, sondern auch Einzelfälle lösen, die zu besonders schwierigen Situationen geführt haben. Oracle hat Kooperation zugesichert.   [mehr]...
Am 20. Juni 2002 startet die Deutschen Oracle Anwendergruppe e. V. (DOAG) auf ihrer Internetseite eine Umfrage zum Thema "Support". Anlass hierfür waren Probleme mit dem Oracle-Support, über die einige Oracle-Anwender auf der Jahreskonferenz der DOAG klagten. Das Ergebnis dieser Umfrage will die Anwendergruppe in einem Gespräch mit Oracle vorstellen und Schritte zur Verbesserung vorschlagen. Das Ergebnis soll anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.   [mehr]...
Nicht nur wegen seines neuen Lizenzkosten-Modells ist der Datenbankhersteller Oracle von seinen Anwendern heftig geprügelt worden, sondern auch wegen seines teilweise wohl dürftigen Supports. Die deutsche Anwendervereinigung DOAG startet unter ihren Mitgliedern deshalb eine Fragebogen-Aktion, die konkrete Verbesserungsvorschläge an den Tag bringen soll. Im Einzelnen sollen die Anwender sagen, wie transparent ihrer Meinung nach der gesamte Ablauf im Produkt-Support bei Oracle ist und wie die Antwortzeiten bei telefonischen Anfragen eingeschätzt werden. "Kommen sie mit dem Meta Link zurecht?" ist eine weitere Frage, deren Antworten die DOAG gerne an den Hersteller weiterreichen würde. Beim Meta Link beschweren sich die Anwender vor allem über die unpersönliche Betreuung auf Englisch, die auch auf regionale Gegebenheiten nicht eingehen kann. Diesen schriftliche Support wickelt Oracle zentral aus Irland und den USA ab. Und schließlich beklagen sich die Anwender nicht erst seit gestern über mangelhaften Kundenservice. Deshalb fragt die DOAG auch, ob sich denn der Oracle-Support in den vergangenen zwei Jahren verbessert habe. Die Ergebnisse will die DOAG schließlich auch öffentlich machen. In den vergangenen Monaten mussten sich die Interessenvertreter vorwerfen lassen, sie würden Oracles Lizenzpolitik zu unkritisch bewerten.   [mehr]...
Angeregt durch Klagen von Anwendern auf der Jahreskonferenz der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) e.V. hat sich die User Group entschieden, ab dem 20. Juni auf ihrem Webserver eine Umfrage zum Thema "Support" zu starten. Jeder Anwender kann in einem Fragebogen seine Probleme darlegen. Die DOAG will diese auswerten und in einem Gespräch mit dem Hersteller konstruktive Schritte zu Verbesserung vorschlagen. Das Resultat werde anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Wir wollen gemeinsam mit Oracle Probleme und Schwachstellen erkennen und Verbesserungen für die Anwender erreichen", erklärte der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke. "Dabei geht es und nicht nur um einen Gesamteindruck von der Qualität des Supports. Wir wollen auch Einzelfälle lösen, die zu besonderen Problemsituationen geführt haben. Oracle hat dafür bereits Unterstützung zugesichert."   [mehr]...
Oracle hat einen Ausblick auf das demnächst erscheinende zweite Release seines Datenbanksystems 9i gegeben. Ganz im Sinn der gegen- wärtigen Trends in der Datenbankwelt sind im Vergleich zum ersten Release eine umfassendere Unterstützung der Datenbeschreibungssprache XML sowie zusätzliche Funktionen zur Business Intelligence angekündigt. Weitere neue Features automatisieren Administrationsaufgaben und verbessern die Datensicherung. Der XML-Integration liegt eine Darstellung mit Hilfe der objektrelationalen Mechanismen des Datenbanksystems zugrunde. Zumindest die hiesigen User kennen laut Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG), die neuen Optionen bislang nur in ihrer Papierform: Zumindest da sehen sie interessant aus ...   [mehr]...
Meinungsartikel von Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen ORACLE-Anwendergruppe (DOAG) e. V.

Die Meldung schlug vor einer Weile ein wie der vielzitierte Blitz aus heiterem Himmel. Zunächst berichteten nur die US-Medien darüber, dann zogen auch deutsche Online-Dienste nach: Das amerikanische IT-Beratungsunternehmen Meta Group hatte bestimmte Oracle-Anwender dazu aufgefordert, nachträgliche Lizenzforderungen des Datenbankanbieters abzulehnen und es, falls erforderlich, sogar auf einen Gerichtsprozess ankommen zu lassen ... Wie kann man zukünftig solche Eskalationen verhindern? Wir von der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) setzen schon seit Jahren auf den Dialog ...   [mehr]...
Ein neues Preismodell eines Softwareherstellers kann zur Folge haben, dass es für die Anwenderunternehmen teuer wird. Doch in der Regel nicht für jede Firma. Das ist auch bei Oracle der Fall, sagen die in der Deutschen Oracle Anwender Gruppe Organisierten. Seit Mai 2001 gibt es zwei Möglichkeiten, Oracle-Software zu lizenzieren: nach Anzahl der Benutzer oder nach Anzahl der Prozessoren. Da in der Regel Lizenzverträge unbefristet geschlossen werden, brauchen Anwender, die ihre Oracle-Software vorher gekauft haben, üblicherweise daran auch nichts ändern. Es sei denn, sie müssen nachlizenzieren, weil die Oracle-Anwendungen gewachsen sind. Das allerdings kann weh tun. Christian Weinberger, DOAG-Beirat und IT-Berater beim Gräfelfinger Systemhaus Pegas, gibt folgendes Beispiel: Bisher hat ein Unternehmen 15 sogenannte "Named-User-Lizenzen" gezahlt, weil ebenso viele Mitarbeiter mit einer Personalwesen- und Accounting-Software arbeiten, die auf einer Oracle-Datenbank beruht ...   [mehr]...
Es ist Ostern und die Deutsche Oracle Anwender Gruppe (DOAG) spielt: Mein Name ist Hase, ¿ Dabei warnen Analysten der Meta und der Gartner Group Oracle-Kunden davor, sich von dem kalifornischen Datenbankanbieter zu neuen Verträgen drängen zu lassen, die sie zu überhöhten Lizenzzahlungen zwingen. Zur Vorgeschichte: Im Mai 2001 änderte Oracle die Grundlage seiner Lizenzpreise. Zuvor berechnete der Hersteller die Gebühren aus der Anzahl von Prozessoren multipliziert mit der Taktrate. Heute müssen sich die Anwender zwischen einem rein CPU-abhängigen Konzept und einem User-basierten Modell ent- scheiden. Das kommt einige Datenbankanwender teuer zu stehen, wie den silicon-Leser Frank Czichos. Er setzt seit zwei Jahren auf einem Sun-Rechner mit sechs Prozessoren zu je 400 Megahertz Oracle-Technik ein. Nach dem alten Preismodell kommt er auf 3600 Oracle-Rechnungseinheiten (6 x 400 x 1,5 Risc), die so genannten Universal Power Units. Obwohl die Maschine ausreichend dimensioniert ist und die Lastzunahme einkalkuliert wurde, würde eine Neulizenzierung des Systems eine Preiserhöhung von 55 Prozent bedeuten ... Doch die DOAG weiß von nichts. Nach eigenen Angaben hat die Interessenvertretung dazu Mitglieder befragt, die große Data-Warehouse-Projekte insbesondere im R/3-Umfeld betreiben. Doch "uns wurden bislang keine Lizenzierungsprobleme gemeldet", so der DOAG-Vorsitzende Fried Saacke.   [mehr]...
Der Datenbanksoftwarehersteller Oracle will von seinen Kunden mehr Geld. Eine neue, kleinlichere Auslegung der bestehenden Lizenzverträge kann dazu führen, dass sich für Data-Warehouse-Nutzer die Gebühren deutlich erhöhen. Das Beratungsunternehmen Meta Group empfiehlt, nicht zu zahlen ... Nach Einschätzung der Deutschen Oracle User Group (DOAG) spielt das Thema hierzulande bisher noch eine geringe Rolle. Bislang sind der DOAG keine Fälle bekannt geworden, in denen Data-Warehouse-Kunden mit höheren Lizenzgebühren konfrontiert worden sind.   [mehr]...
Gartner Inc. stößt in das gleiche Horn wie vergangene Woche bereits die Meta Group (Computerwoche online berichtete): Die Analysten empfehlen ihren Kunden, die von dem Datenbankanbieter Oracle Corp. erhobenen Lizenzgebühren einer genauen Prüfung zu unterziehen. Die Vertriebsleute des Anbieters hätten "von einigen Datenbankkunden unberechtigterweise überhöhte Lizenzgebühren verlangt". Hierzulande scheint sich Oracle der angeprangerten Geschäftspraktiken nicht zu bedienen. Rückfragen bei der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) ergaben, dass es bis dato keine Unregelmäßigkeiten in Sachen Softwarelizenzen gab ...   [mehr]...
Die Meta Group empfiehlt Oracle-Kunden, einen Teil der Lizenzgebühren für ihre Daten- banksysteme nicht zu bezahlen. Das Beratungsuntemehmen hält eine Lizenzbestimmung des Datenbank-Primus für zumindest fragwürdig: Jeder Mitarbeiter, der einen so genannten Batch Feed startet, bei dem große Datemnengen übertragen werden, braucht dazu nun eine eigene Lizenz ¿ bislang reichte pro Unternehmen lediglich eine. Oracle winkt vorerst ab: Die neuen Lizenzbedingungen sind eindeutig formuliert ... Keine Empfehlung gibt es zurzeit bei der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG) ¿ man sei noch in der Diskussionsphase.   [mehr]...
Starker Tobak von den Beratern der Meta-Group: Die Anwender sollen sich gegen Oracle wehren, wenn sie nach dem neuen Preismodell mehr zahlen sollen als bisher - notfalls vor Gericht. In einer Vorabveröffentlichung der von der Deutschen Oracle Anwender Gruppe (DOAG) publizierten "DOAG-News" machen die Anwender-Repräsentanten den Versuch, sämtliche Missinterpretationen aus dem Weg zu räumen. Sie baten den Oracle-Mann Jürgen Kunz, Vice President Enterprise Sales, um eine Erklärung der jetzigen Möglichkeiten zur Vertragsmigration ...   [mehr]...