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  • Von: Christian Luda
  • 18.10.2019

Amazon sagt "Bye-Bye Oracle"

Die Consumer-Business-Abteilung von Amazon schaltet ihre letzte Oracle-Datenbank ab.

Amazon Web Services (AWS) hat am 15. Oktober in einem Blogpost bekanntgegeben, dass Amazon seine letzte Oracle-Datenbank im Consumer Business außer Betrieb genommen hat. Zu diesem Geschäftsbereich zählen die Angebote Amazon Prime, Alexa und Kindle. 75 Petabyte an Daten seien aus annähernd 7.500 Oracle-Datenbanken in diverse AWS-Datenbank-Services wie Amazon DynamoDB, Amazon Aurora, Amazon Relational Database Service (RDS) und Amazon Redshift migriert worden.

Jeff Barr, Chief Evangelist bei AWS, begründet die Migration auf dem Blog wie folgt: „Im Laufe der Jahre haben wir festgestellt, dass wir zu viel Zeit mit der Verwaltung und Skalierung von Tausenden von Oracle-Legacy-Datenbanken verbracht haben. Anstatt sich auf hochwertige, differenzierte Arbeit zu konzentrieren, mussten unsere Datenbankadministratoren mit viel Zeitaufwand dafür sorgen, dass das Licht an bleibt, während die Transaktionsraten sowie die Gesamtmenge der gespeicherten Daten anstiegen.“

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Sticheleien zwischen beiden Unternehmen gegeben. Oracle CTO Larry Ellison erklärte im Dezember 2018: "Niemals würde ein normaler Mensch auf die Idee kommen, mit seiner Datenbank auf AWS umzuziehen." Vor diesem Hintergrund kommt es wenig überraschend, dass der Blogpost von Amazon nicht ohne Häme auskommt: Eine Grafik, die die Vorteile der Migration aufzeigt, trägt den Dateinamen „bye_bye_oracle_1“, während Jeff Barr Oracle an anderer Stelle als „hand-managed database“ bezeichnet. Ein Video zeigt zudem die Abschaltung der letzten Datenbank und die anschließende Feier.

Unterdessen hat Oracle Anfang Oktober angekündigt, sein Cloud-Geschäft auszubauen.

Bild: © Arunee Prasertsuk