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  • Von: DOAG Online
  • Data Warehouse
  • 12.07.2016

„Big Data bietet auch im Mittelstand echten Mehrwert“

Bei den DOAG Big Data Days nehmen Experten am 29. und 30. September 2016 aktuelle Projekte zur intelligenten Datenverarbeitung im Oracle-Umfeld unter die Lupe. Unter ihnen ist Henning von Kielpinski, Leiter Business Development bei der ConSol Consulting & Solutions Software GmbH, mit seinem Vortrag über den Einsatz von Big Data und Hadoop bei einem Anbieter von „Fitness Trackern“. Im Interview mit DOAG Online sprach er bereits vorab über das Trendthema.

Bei den DOAG Big Data Days nehmen Experten am 29. und 30. September 2016 aktuelle Projekte zur intelligenten Datenverarbeitung im Oracle-Umfeld unter die Lupe. Unter ihnen ist Henning von Kielpinski, Leiter Business Development bei der ConSol Consulting & Solutions Software GmbH, mit seinem Vortrag über den Einsatz von Big Data und Hadoop bei einem Anbieter von „Fitness Trackern“. Im Interview mit DOAG Online sprach er bereits vorab über das Trendthema.

Woher kommt Ihre Begeisterung für Big Data?

Daten auswerten, ihre Bedeutung erkennen und in eine größeren Kontext zu bringen ist etwas, was mich schon lange fasziniert. Und die Auswertung von großen Datenmengen verschiedener Quellen ist etwas, was durchaus vor dem Begriff „Big Data“ schon gemacht wurde. Mit neuen Technologien und dem starken Momentum der Hadoop-Plattform haben wir jetzt aber Möglichkeiten, die vor nicht langer Zeit nur bei Supercomputing möglich waren. Alleine das übt sowohl eine technische Faszination aus und erzeugt bei mir auch kontinuierlich Ideen, wie man die Möglichkeiten von Big Data positiv nutzen kann.

Was erwartet die Teilnehmer der DOAG Big Data Days in Ihrem Vortrag?

Wir werden in Zukunft immer mehr Kooperationen zwischen bestehenden relationalen Datenbanken und NoSQL-Datenbanken sehen. Auch deren Ökosysteme sind von dieser Annäherung betroffen. Ich werde am Beispiel eines Anbieters von Fitness Trackern die Entscheidungsgrundlagen aufzeigen, die im Vorfeld für den Einsatz von Big Data besprochen wurden, und den Weg bis hin zur erfolgreichen technischen Umsetzung beschreiben. Dabei spielen neben wirtschaftlichen Aspekten auch die Umsetzbarkeit und der langfristige, skalierbare Betrieb eine Rolle.

Um die eingehenden Daten in diesem Projekt kosteneffizient und nachhaltig speichern zu können, wurde das bestehende Data-Warehouse-System um einen Hadoop-Cluster erweitert, der in die bestehende RDBMS-Umgebung integriert wurde. Wieso haben Sie sich in diesem Projekt für Hadoop entschieden?

Hadoop als flexibles und gut skalierbares Ökosystem ist im Moment eine der Haupt-Säulen für das Wachstum von Big-Data-Anwendungen. Das liegt vor allem an der freien Verfügbarkeit und der schnell wachsenden Feature-Liste, aber auch an der guten Integrierbarkeit und dem starken kommerziellen Support. Insgesamt kann Hadoop die Daten kostengünstig, skalierbar und schnell ablegen. Mit relationalen Datenbanken ist es schwierig, alle diese Punkte zu erfüllen. Für den kommerziellen Einsatz stehen aber auch große Distributionen wie Cloudera und Hortonworks zur Verfügung, um den nötigen Support sicherzustellen.

Wo liegen denn Ihrer Meinung nach die großen Herausforderungen?

Big Data ist normalerweise nichts, was man „anschaltet“ und danach läuft das Geschäft besser. Es braucht durchaus einen intensiven Blick auf das eigene Unternehmen, um Bereiche herauszuarbeiten, die von Big Data profitieren. Dazu braucht es immer die Kollaboration aller Unternehmensteile und den Willen, das „Inselwissen“ zu teilen. Diese Herausarbeitung einer sinnvollen Frage, die Big Data beantworten soll, ist häufig ein Hindernis beim Start eines Big-Data-Projektes. Die zweite Herausforderung ist, zu vermitteln, dass man Big Data auch in kleineren, überschaubaren Schritten umsetzen kann. Häufig wird zu sehr Big Data als massive Unternehmensänderung mit hohen, unüberschaubaren Aufwänden wahrgenommen und aus dem Grund nicht angegangen.

Würden Sie Big Data also auch kleineren Unternehmen empfehlen?

Big Data ist für alle möglich und auch im Mittelstand häufig mit einem echten Mehrwert verbunden. Große Unternehmen haben natürlich den Vorteil, dass sie mit einem Personal- und Geldeinsatz das Thema angehen können, der für kleine Firmen prohibitiv hoch ist. Deshalb haben wir zum Beispiel eine Herangehensweise entwickelt, mit der wir Unternehmen schrittweise und mit gut kalkulierbaren Aufwänden helfen, deren Big-Data-Potentiale zu heben. Dabei muss herausgestellt werden, dass das Vorhandensein von Unmengen von Daten nicht zwangsweise eine Voraussetzung für Big Data ist, sondern dass auch die Qualität der Daten eine große Rolle spielt.

Neben Big Data ist gerade auch die Cloud in aller Munde. Wie sicher schätzen Sie denn eine Verbindung der beiden Technologien ein?

Viele Konsumenten und Unternehmen stehen beiden Themen ja noch recht kritisch gegenüber… Die Verwendung von Big Data ist sicher ein Thema, was bei manchen Konsumenten und Unternehmen die Furcht vor „Big Brother“ und dem Ausspionieren von Daten aufkommen lässt. Aus demselben Grund ist ja auch die Verwendung von Cloud-Diensten lange Zeit eher stockend verlaufen. Obwohl seit einiger Zeit beides eher akzeptiert wird, was stark auf „Bequemlichkeitseffekte“ zurückzuführen ist, darf man sowohl die ethischen als auch die Sicherheitsaspekte nicht aus den Augen verlieren. Am einfachsten ist natürlich die Nutzung von eigenen Rechenzentren für die Aufbewahrung und Verarbeitung von Daten, aber auch die Nutzung von Public-Angeboten kann durchaus sicher sein. Obwohl es inzwischen einige Gütesiegel für solche Cloud-Dienste gibt, würde ich bei sensitiven, vor allem bei personenbezogenen Daten, einen unabhängigen Berater hinzuziehen, um sowohl eine technisch sichere als auch rechtlich einwandfreie Nutzung der Daten zu gewährleisten.

 

Die DOAG Big Data Days finden am 29. und 30. September 2016 in Nürnberg statt. Tickets sind noch bis zum 1. August zum Frühbucherpreis erhältlich.