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  • Von: Dr. Frank Schönthaler
  • Themen
  • 19.04.2017

Collaborate 2017: Der Anwender im Mittelpunkt

Nein, auch die diesjährige COLLABORATE 17 im Spielerparadies Las Vegas stand nicht ganz im Zeichen der Cloud, sondern in erster Linie im Zeichen der Oracle Anwender. Das war ganz nach dem Geschmack der Konferenzbesucher, zu denen auch eine kleine Delegation aus den Reihen der DOAG zählte. Die DOAG-Verantwortlichen nutzten die Gelegenheit zu intensiven Abstimmungs- und Strategiegesprächen im Rahmen der Kooperationen mit den veranstaltenden Anwendergruppen. 

Mit rund 5.500 Besuchern war auch die diesjährige Flaggschiffkonferenz der in den USA beheimateten Oracle Anwendergruppen OAUG (Oracle Applications Users Group), Quest International Users Group und IOUG (Independent Oracle Users Group) wieder ein Besuchermagnet. Mehr als 1.250 Referate und Foren boten Anwendungserfahrungen, Fallstudien und Best Practices aus erster Hand. Produktmanager und Entwickler des Herstellers Oracle stellten die neusten Entwicklungen vor und gaben Einblicke in Produkt- und teilweise auch in Unternehmensstrategien. Auffällig war auch bei dieser wichtigsten Oracle Anwenderkonferenz auf amerikanischem Boden die vornehme Zurückhaltung des in 700 Kilometer Luftlinie Entfernung residierenden Oracle Executive Managements im Kontakt zur breiten Masse der Anwender.

Auf besonderes Interesse der Konferenzbesucher stießen Berichte über Anwendungsprojekte, in denen die bewährten Oracle On-Premises Applikationen und Technologien im Rahmen ehrgeiziger Digitalisierungsvorhaben eingesetzt wurden. Doch zeigte sich dabei, dass in der Mehrzahl der Projekte zusätzlich Cloud Services eingesetzt wurden (Extend to Cloud): IaaS und PaaS für Entwicklungs- und Testplattformen, cloud-basierte Analyse- und Reporting-Systeme, Erschließung neuer Anwendungsfelder mit SaaS-Produkten (Unternehmensplanung und Budgetierung, Transportmanagement, Governance, Risiko- und Compliance Management, Revenue Management zur Umsetzung der neuen Standards ASC 606 und IFRS 15 etc.). Die Koexistenz verschiedener Deployment-Modelle scheint den Nerv der Zeit zu treffen.

In den Strategie- und Produktupdate-Sessions für Oracle E-Business Suite, PeopleSoft und JD Edwards wurde deutlich, dass die Oracle Bestandsapplikationen noch zügig weiterentwickelt werden. Gleichwohl bietet Oracle automatisierte „Lift and Shift“-Prozesse zur Migration von Oracle On-Premises Applikationen auf Oracle Infrastructure oder Oracle Plattform as a Service, die in der Anwendergemeinde zunehmend auf Interesse stoßen. Ein Grund dafür mag sein, dass die von Oracle neu vermarkteten Applikationsfunktionalitäten leistungsstarke In-Memory- und Big-Data-Plattformen voraussetzen, die vom On-Premises-Anwender nicht unerhebliche Infrastruktur-Investitionen erfordern würden. Beispiele sind In-Memory Cost Management und simulationsbasiertes Value Chain Planning. Zudem werden neue Applikationen für Internet of Things (IoT) und Big Data im Produktions- und Instandhaltungsbereich ausschließlich als Cloud Services angeboten. Bemerkenswert war auch die Flut von mehr als 20 neuen mobilen Applikationen, die sowohl für iOS als auch Android verfügbar sind.

Doch nicht nur der Blick in die Oracle Entwicklungslabors und in internationale Oracle Anwenderprojekte oder auch der Rundgang über den Oracle Marktplatz, den die zahlreichen Aussteller aufgebaut hatten, fanden das Interesse der DOAG-Delegation. Wertvolle Ergebnisse konnten in den Spitzengesprächen mit den Verantwortlichen der OAUG, Quest und IOUG und dem begleitenden Networking erzielt werden. Vorrangiges Ziel aller Beteiligten ist die Verbesserung der Angebote für die Mitglieder im Hinblick auf die fortschreitende Globalisierung im Rahmen der Digitalisierung. Gerade angesichts der aktuellen politischen Wirrungen, in denen sich nur mit ganz gutem Willen strategische Konturen erkennen lassen, sind die sich daraus ergebenden Risiken auch für die Oracle Anwender am besten im Schulterschluss der internationalen Anwendergruppen zu beherrschen.