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  • Von: Christian Luda
  • Business Intelligence
  • 01.04.2019

Das war die Data Analytics 2019

Am 26. und 27. März 2019 fand im Phantasialand in Brühl die Data Analytics 2019 statt. Das Motto der gemeinsam von Oracle und der DOAG veranstalteten Konferenz lautete „die Daten-Explosion meistern“. Rund 200 Besucher erlebten ein spannendes und abwechslungsreiches Programm zu den Themen Big Data, Advanced Analytics, Cloud und Data Warehouse. 

Die Menge an Daten ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Der Datenbestand in Unternehmen wächst aktuell jährlich mit einer Rate von über 50 %. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sowie die Frage nach dem richtigen Umgang mit der Datenflut bestimmten die diesjährige Konferenz.

Den Auftakt machten am Dienstagvormittag drei von Oracle organisierte Knowledge Transfer Sessions. Alfred Schlaucher stellte die wichtigsten Algorithmen im Bereich Machine Learning vor, Stephan Reyher zeigte, wie Anwender Daten im Self-Service in der Oracle Cloud verfügbar machen und anschließend in der Analytics Cloud auswerten können, und Sascha Hagedorn erklärte, wie ein Data Lake in der Oracle Big Data Cloud erstellt und im Anschluss analysiert werden kann.

Nach dem Mittagessen wurde die Konferenz offiziell eröffnet. Björn Bröhl von der DOAG sowie Oliver Röniger und Alfred Schlaucher begrüßten die Teilnehmer im großen Quantum Saal. Dort fand im Anschluss die erste Keynote statt. Mike Lehmann, Vice President für Oracle Cloud Platform, präsentierte Oracles Lösung für Machine Learning sowie Künstliche Intelligenz und deren Zusammenspiel mit den Big Data Services des Unternehmens.

Die folgenden Vorträge deckten ein breites Spektrum ab. Edgar Kaemper von Robert Bosch stellte die Methode „Working out loud“ vor und berichtete, wie er es schaffte, durch Networking – nicht zuletzt mithilfe sozialer Medien – innerhalb eines großen Unternehmens sichtbarer zu werden. Dr. Sebastian Appelhans zeigte im Anschluss, wie Thyssenkrupp die Analyse von Big Data dank des Einsatzes von Digital Twins vorantreibt. Danach berichtete Burak Akkuş, welche Erfahrungen das Unternehmen Turkcell mit der Autonomous Data Warehouse Cloud von Oracle gemacht hat.

In der zweiten Keynote des Tages präsentierte David Kriesel sein Projekt „Spiegel-Mining“: Ab 2014 hatte der Informatiker um die 100.000 Artikel von Spiegel Online heruntergeladen. Anhand des dabei entstandenen Datensatzes zeigte Kriesel auf sehr anschauliche Weise, was Big Data wirklich bedeutet. Der unterhaltsame und teils auch beängstigende Vortrag zählte sicher zu einem der Highlights, was sich auch am großen Andrang beim anschließenden Round Table ausdrückte.

Nach einer Kaffeepause lauschten die Teilnehmer weiteren spannenden Vorträgen von Dr. Frank Haas (Infomotion), Michael Weiler (Promatis), Dr. Harald Bosch (Novatec), Thomas Niewel (Denodo), Willi Prasser (Logicalis) und Gavin Dupre (ISE).

Am Abend bot sich den Teilnehmern während einer Happy Hour die Möglichkeit zum entspannten Networking und Austausch. Anschließend begab man sich auf eine kulinarische Safari ins Restaurant Zambesi im Parkhotel Matamba. Das köstliche African Dinner wurde von der Gruppe „Mama Afrika“ musikalisch begleitet.

Der Mittwochmorgen war geprägt von einer hohen Vortragsdichte. In den vier Sälen im Obergeschoss des Quantum referierten Jörg Stahnke (PPI), Evgeniy Galanzovsky (Promatis), Andre Molenaar (Cloudera), Stephan Reyher (Oracle), Martin Schulze und Laura Schäfer (Deloitte) sowie Felix Schupp (AirCloak) über diverse Themen wie Big Data, Data Warehouse und Künstliche Intelligenz.

Im Anschluss gab es eine kleine Kaffeepause, bevor weitere interessante Vorträge auf dem Programm standen. Timo Bergenthal und Ulrich Suhre stellten die Versionierung historischer Daten im Data Warehouse bei der IKB vor. Parallel dazu berichtete Guido van Husen, wie DB Systel einen Data Lake als Grundlage für Datenanalyse und Künstliche Intelligenz verwendet. Sein Kollege Werner Schönau zeigte danach, wie DB Systel seine Big-Data-Referenzarchitektur in eine agile und digitale Zukunft transformieren will. Unterdessen berichtete Conny Björling von der Skanska Group, wie das Unternehmen in den letzten Jahren seine Kapazitäten erfolgreich in die Oracle Cloud integriert hat.

Nach einem stärkenden Buffet ging das Vortragsprogramm weiter. Andreas Buckenhofer von Daimler TSS erläuterte die Vorzüge eines Datenkatalogs gegenüber manuellem Metadatenmanagement. Zeitgleich präsentierten Dominic Marx und Andreas Howanietz das ganzheitliche und nachhaltige Data Warehouse des Business Intelligence Competence Centers von DB Cargo. Um die Sicherung von Datenqualität bei der Konzeption eines Data Warehouses ging es im anschließenden Vortrag von Prof. Dr. Steffen Stock von der Europäischen Fachhochschule.

Die folgende Kaffeepause wurde von mehreren Round Tables begleitet, an denen die Teilnehmer angeregt weiter diskutierten. Danach erläuterte Ansgar Schneider in seinem Vortrag, wie das Unternehmen Payback sein Direktmarketing von vorgeplanten Kampagnen auf individuelle, kontextbasierte Angebote umstellt. Parallel dazu berichtete Dirk Andres vom digitalen Weg der Stadtverwaltung Kaiserslautern.

Zum Abschluss erwartete die Teilnehmer ein weiteres Highlight: Prof. Dr. Gottfried Vossen von der Universität Münster beleuchtete in seiner Keynote „KI: Wird die Zukunft naughty oder nice?“ anhand vieler spannender Beispiele den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das Thema wurde beim anschließenden Panel mit Beteiligung des Publikums angeregt weiterdiskutiert.

Während sich die Panel-Teilnehmer einig waren, dass trotz vieler Veränderungen die Chancen auf eine „nice“ Zukunft durchaus nicht so schlecht stehen, zogen die Organisatoren am Ende der beiden Tage im Phantasialand ein positives Fazit. Björn Ständer von Oracle hob hervor, dass die Knowledge Transfer Sessions zu Machine Learning und Big Data am ersten Vormittag besonders gut besucht waren, was zeige, „dass Data-Warehouse-Systeme allein nicht mehr im Mittelpunkt stehen und getrieben durch die Digitalisierung, neue dynamische Architekturen in den Unternehmen entstehen. Ich habe viel positives Feedback von Kunden erhalten, die wertschätzen, dass auf der Konferenz durch die unterschiedlichen Sponsoren und Kundenvorträge eine große Bandbreite an Themen abgedeckt wurde.“

Sven Bosinger von der DOAG, der als Moderator durch die beiden Tage führte, freute sich über "viele interessante Vorträge“, mahnte aber an: „die Data-Warehouse- und die Big-Data-Fraktionen arbeiten noch zu viel nebeneinander statt miteinander! Kooperation anstelle von Konkurrenz ist der Weg in die Zukunft. Hier wartet noch viel Arbeit auf die Branche."