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  • Von: DOAG Online
  • Lizenzierung Datenbank
  • 06.07.2015

Datenbank Standard Edition 2 löst SE und SE1 ab

In der „My Oracle Support Note 2027072.1“ hat Oracle am vergangenen Freitag bekannt gegeben, dass es ab Patchlevel 12.1.0.2 keine Datenbank Standard Edition (SE) und Datenbank Standard Edition One (SE1) mehr geben wird. Stattdessen plant das Unternehmen, beide Editionen durch die „Oracle Database Standard Edition 2“ (SE2) zu ersetzen. Der Release von Oracle 12c 12.1.0.2 wird im dritten Quartal 2015 erwartet. Die SE2 wird – wie die SE1 bisher –auf zwei Sockets pro System beschränkt sein, aber von der SE die RAC-Funktionalität für maximal zwei Knoten bekommen. Oracle kündigte eine Support-Verlängerung des bisherigen Patchsets 12.1.0.1 von sechs Monaten ab Erscheinungsdatum an. Damit bleibt den Kunden nur wenig Zeit zur Migration.

In der „My Oracle Support Note 2027072.1“ hat Oracle am vergangenen Freitag bekannt gegeben, dass es ab Patchlevel 12.1.0.2 keine Datenbank Standard Edition (SE) und Datenbank Standard Edition One (SE1) mehr geben wird. Stattdessen plant das Unternehmen, beide Editionen durch die „Oracle Database Standard Edition 2“ (SE2) zu ersetzen. Der Release von Oracle 12c 12.1.0.2 wird im dritten Quartal 2015 erwartet. Die SE2 wird – wie die SE1 bisher –auf zwei Sockets pro System beschränkt sein, aber von der SE die RAC-Funktionalität für maximal zwei Knoten bekommen. Oracle kündigte eine Support-Verlängerung des bisherigen Patchsets 12.1.0.1 von sechs Monaten ab Erscheinungsdatum an. Damit bleibt den Kunden nur wenig Zeit zur Migration.  

Nachdem Oracle im letzten Jahr die Datenbank-Version 12.1.0.2 nur für die Enterprise Edition herausgebracht hatte, haben die Nutzer der Standard Edition lange auf das Release der SE bzw. SE1 gewartet. Mit der Ankündigung einer Ablösung von SE und SE1 durch die SE2 in der Note kam jetzt die Ernüchterung. Das Patchlevel 12.1.0.1 war die letzte Version, die Oracle für die SE und SE1 produziert hat.

Support-Verlängerung um sechs Monate  

Oracle verlängert den Premier-Support für die SE und SE1 Release 12.1.0.1 um sechs Monate nach Erscheinen der Version SE2 12.1.0.2. Die regulären „Patch Set Updates“ sowie die „Critical Patch Updates“ wird es noch einmal im Oktober 2015 sowie im Januar 2016 geben. Danach müssen Kunden auf den kostenpflichtigen Extended Support umsteigen. Für Nutzer der Version 11.2 ist das erste Jahr des Extended Support bis einschließlich Januar 2016 kostenlos.  

Für die Anwender der Oracle 12c SE/SE1 sind diese Neuigkeiten nicht nur aufgrund der recht kurzen Migrationsphase kritisch. Die DOAG hatte sich in der Vergangenheit bereits um eine Verlängerung des Supports bemüht. „Eine halbjährliche Migrationsphase ist einfach zu kurz. In der Kürze der Zeit sind die Anwender nicht in der Lage, die Migration zu testen und sicher durchzuführen“, kommentierte Christian Trieb, Leiter der Datenbank-Community der DOAG, die Entwicklung.  

Viele offene Lizenzierungsfragen  

Auch lizenztechnisch werfen die Neuigkeiten für die Kunden viele Fragen auf. Denn noch wurde seitens Oracle nicht bekannt gegeben, wie die Migration von Lizenzen von SE1 auf SE2 (bei der der Kunde mit RAC mehr Funktionalität erhält, die er eventuell nicht benötigt) sowie von SE auf SE2 (bei der der Kunde das Recht einbüßt, die SE auf Systemen mit vier Sockets einzusetzen) erfolgen soll, Laut der Oracle Note soll die SE2 wie die SE1 auf Systeme mit zwei Sockets begrenzt sein. Viele Anwender spekulierten daher schon, ob sie zukünftig die Enterprise Edition lizenzieren müssten, oder ob aufgrund der Beschränkung auf zwei Sockets nur ein 2-Knoten RAC mit je einem Socket erlaubt sei.  

Dominic Giles, Oracle Database Product Manager, hatte dazu bereits am Freitag über Twitter Stellung bezogen: so soll ein RAC mit 2x2-Socket Servern möglich sein. Weiterhin kündigte er an, dass Oracle in den nächsten Tagen dazu weitere Details liefern möchte. „Die DOAG erwartet hier eine schnelle Aufklärung seitens Oracle, um die Kunden nicht noch weiter zu verunsichern“, bewertete Michael Paege, stellvertrender Vorsitzender und Leiter des Competence Center Lizenzierung der DOAG, die Situation. „Dass Oracle verhindern möchte, dass die SE auf Servern mit insgesamt 72 Kernen läuft (wie beispielsweise bei Servern mit vier Sockets mit Intel Xeon E5-2699v3-Prozessoren), haben wir schon lange erwartet“, erklärte Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG. „Denn das sind Server, die noch vor wenigen Jahren zwingend die dreimal so teure Datenbank Enterprise Edition benötigt hätten. Den hier von Oracle gewählten Weg halten wir nicht für kundenfreundlich.“

 

Update: Die "MOS Note 2027072.1" wurde kurz nach ihrer Veröffentlichung ohne Angabe von Gründen gelöscht, ist inzwischen aber wieder abrufbar (Stand: 2. September 2015).