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  • Von: Mylène Diacquenod
  • Vereinsleben Business Intelligence
  • 14.07.2020

"Die DOAG ist in meinen Augen ein Wikipedia für die Anwender"

Armin Wildenberg ist seit April 2020 neuer DOAG Vorstand und Leiter der Data Analytics Community.

Armin Wildenberg schaut direkt in seine Webcam hinein. Er hält den Kopf in seinen Händen und denkt laut nach. Gerade beschäftige er sich als frischgebackener DOAG-Vorstand mit der Ausrichtung seiner Community. „Einarbeitung, Planung der ersten Aktivitäten, Netzwerk aufbauen“, zählt er auf. Erst Ende April 2020 hatte der gelernte Programmierer und IKB-Angestellte die Leitung der Data Analytics Community übernommen. Für Armin, als alter Hase der Software-Entwicklung in einem recht regulierten Umfeld, ist das Themengebiet in vielerlei Hinsicht neu: „Ich bin noch dabei herauszufinden, wer wer ist und wer was macht. Und ich kämpfe mich auch noch durch Abkürzungen und Erklärungen“, spaßt der Community-Leiter.

„In den letzten Jahren waren aufgrund meiner Position vielmehr die Themen Softskills, Methoden und Mitarbeiterführung im Fokus. Ich bin seit 16 Jahren Führungskraft bei der IKB Deutschen Industriebank AG. Da beschäftigt man sich doch mehr mit strategischen Themen und arbeitet wenig mit der Hand an der Tastatur“, fügt er hinzu und lacht. Deswegen freue er sich besonders, sich intensiv mit den Themen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Machine Learning auseinanderzusetzen.

Für Armin war es der richtige Zeitpunkt, um sich aktiv bei der DOAG einzubringen: Am 30. Juni 2020 wird der Manager der IKB das Unternehmen verlassen und in den Vorruhestand gehen.

Wie sein künftiges Leben aussehen könnte, malt sich der Mann aus Viersen im Niederrhein gern aus: „Wenn all meine Ideen in Erfüllung gehen, werde ich nicht mehr Zeit haben als zuvor: Im Juli starte ich mit meiner Platzreife, damit ich in Zukunft mit meinen Schwagern Golf spielen gehen kann. Ich wollte es schon als junger Mann, es hat aber zeitlich nicht funktioniert.“

Auch seine Frau, die weiterhin als Rechtspflegerin arbeitet, möchte er mit einem gut getakteten Zeitplan entlasten und so häusliche Arbeit, Sport und Vereinstätigkeiten unter einen Hut kriegen.

Daneben ist er in einem Karnevalsverein aktiv und auch in diesem Kontext gern auf der Bühne. All seine Ideen und Träume für seinen neuen Lebensabschnitt verrät der Fußball-begeisterte Borussia Mönchengladbach-Fan nicht. Aber: „Ich würde auch gern etwas für meinen Fußballverein machen“, sagt er träumerisch.

Unter den vielen Aktivitäten, denen er nachgehen möchte, nimmt die DOAG einen großen Platz ein. „Die DOAG ist in meinen Augen ein Wikipedia für die Anwender“, beschreibt Armin den Verein, dessen Aktivitäten er mittlerweile seit über 15 Jahren mitverfolgt. „Ein menschliches Wikipedia, in dem man sich vernetzen kann. Diese großartige Funktion sollte in Zukunft erhalten bleiben. Um den Wikipedia-Gedanken der DOAG zu verstärken, sei es wichtig, den Anteil von Vorträgen, Referenten und Autoren aus dem Kreis der Anwender weiter zu erhöhen, meint er.“

Zur Zukunft der DOAG hat Armin auch einiges zu sagen: „Die DOAG gibt es seit 30 Jahren und ungefähr so lange beschäftigen sich viele von uns DOAGlern auch mit Oracle. Wir altern mit“, schlussfolgert er nachdenklich. Damit diese Anwendergruppe erhalten bleibe, müsse man für Nachwuchs sorgen. Da stelle sich die Frage des Stellenwerts von Oracle für die DOAG und für junge Menschen. Aktuell ist Armin auch im Arbeitskreis Nachwuchsforderung aktiv. „Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Der Vorstand hat sich mit den neuen Zugängen vom Alter her nicht unbedingt verjüngt. Auch der Frauenanteil bei der DOAG ist ein Thema“, betont er.

Armin gehört zu einer Generation, die mit dem Wort Unternehmenstreue noch einiges verbindet: Nach seiner Ausbildung beim Rechenzentrum der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen wechselte er zur IKB, wo er inzwischen seit 36 Jahren arbeitet. „Ich sah nie einen Grund, die Firma zu wechseln. Mir haben meine Aufgaben dort stets gut gefallen. Es ist inzwischen außergewöhnlich, so lange für einen einzigen Arbeitgeber zu arbeiten, aber ich bin auch alt. In meinem Alter geht das noch.“ wirft der 58-Jährige ein und lacht.

Seine berufliche Laufbahn startete er mit COBOL/Assemblerentwicklung – „Old-Fashion-Programmierung“, nennt er sie. Später war er für die SAP-Betreuung verantwortlich – schon damals mit Oracle als Datenbank, betont er. Später übernahm er eine projektleitende Funktion und verantwortete die Teamleitung für die Weiterentwicklung und den Betrieb des Kreditsystems. In diesem Kontext lernte Armin die DOAG besser kennen. „Es war eine lange Annäherung nötig, bis ich mich aktiv bei der DOAG einbrachte. Meine Kollegen waren regelmäßig auf Veranstaltungen der DOAG, zum Teil auch als Referenten.“

2013 war der Wendepunkt: Nachdem die bisherigen Entwicklungen auf Oracle Forms und Reports basierten, startete sein Team die Entwicklung mit Oracle ADF. „Damals gab es wenig Erfahrung mit Oracle ADF. Wir mussten uns vernetzen. Die DOAG war eine gute Plattform dafür“, sagt der E-Sports-Enthusiast. Dann folgte seine aktive Zeit bei der DOAG – zuerst als Referent, später als Mitglied des Anwenderbeirats. Dort lernte er interessante Leute kennen, genoss den guten Austausch sowie das gegenseitige Nutzen. Das Vorstandsamt war insofern ein logischer Schritt.

Seit 2019 ist der leidenschaftliche Läufer im Fachbereich im Competence Center Kredit tätig. „Inzwischen bin ich zur dunklen Seite der Macht gewechselt“, beschreibt er seine aktuelle Aktivität bei der IKB und lacht. Seine Aktivitäten als Referent hat er fortgeführt. „Im nächsten Halbjahr bin ich noch auf unterschiedlichen Konferenzen als Referent unterwegs“, sagt er. Armin ist als hoffnungsloser Optimist und durchweg positiver Mensch bekannt und steht gern auf der Bühne. Er wird vor allem als Impulsgeber und Innovator geschätzt. „Wenn ich Vorträge halte, brauche ich eine Reaktion vom Publikum – einige Ankerpunkte, die positiv oder negativ reagieren. So kann ich meinen Vortrag daran anpassen.“

Um seine Ideen und Ansichten zu teilen, findet er gern die richtigen Worte. „Man sagt, dass ich gut verbinden kann. Ich hoffe, diese Eigenschaft bei der DOAG gut einbringen zu können.“