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  • Von: Christian Luda
  • Logistik & SCM
  • 23.09.2019

DOAG 2019 Logistik + IT: Herausforderung, KI und Industrie zu verbinden

Die diesjährige DOAG Logistik + IT beleuchtete den Status quo der Digitalisierung in der Logistik-Branche und lieferte dabei viele Denkanstöße.

Rund 40 Besucher waren am 17. September 2019 bei herrlichem Spätsommerwetter nach Frankfurt am Main gekommen, um Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und spannenden Vorträgen zu lauschen. Das House of Logistics & Mobility (HOLM) bot den perfekten Rahmen für die Veranstaltung: Das unweit vom Flughafen gelegene Entwicklungs- und Konferenzzentrum ist ein interdisziplinäres Projekt vom Bundesland Hessen und der Stadt Frankfurt mit dem Ziel, innovative sowie nachhaltige Konzepte für Logistik und Mobilität zu entwickeln.

Nach der Begrüßung durch Michael Baranowski, dem DOAG-Themenverantwortlichen für Logistik & SCM, widmete sich Prof. Dr. Klaus Mainzer in seiner Eröffnungs-Keynote dem Dauerbrenner „Künstliche Intelligenz“. Der Experte von der Technischen Universität München konstatierte, dass das Geniale hinter KI nicht heute entsteht. Erst jetzt aber haben wir die notwendige Technik, um jahrzehntealte Ideen umzusetzen. Letztlich ist künstliche Intelligenz nicht mehr als Statistik und diese mathematisch nicht sonderlich komplex – entscheidend ist heute das Fachwissen. Denn erst damit lassen sich aus Korrelationen Kausalitäten erkennen.

Mit Blick auf Deutschland stellte Mainzer fest, dass wir – während wir die Amerikaner und Chinesen allein in Bezug auf KI so schnell nicht einholen werden – mittlerweile bei den Zielen von Industrie 4.0 sehr gut aufgestellt sind. Die große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft bestehe nun darin, KI und Industrie miteinander zu verbinden.

Um neue Herausforderungen rechtlicher Natur ging es im darauffolgenden Vortrag von Dr. Jan Bohnstedt. Der Rechtsanwalt ging insbesondere auf die Neuerungen sowie bestehende Gesetzeslücken ein, die sich für Unternehmen durch das im April 2019 in Kraft getretene Geschäftsgeheimnisgesetz ergeben.

Anschließend hatten die Besucher die Qual der Wahl: In zwei parallelen Streams wurden bis zum Nachmittag kompakte, praxisnahe Vorträge rund um Digitalisierungslösungen für Logistik und Intralogistik geboten, die den Anwesenden jede Menge nützliche Informationen und Best Practices lieferten. Michael Baranowski und Kasi Färcher-Haag, stellv. Vorstandvorsitz bei der DOAG, führten als Moderatoren durch den Tag.

Zwischendurch lud die verlängerte Mittagspause zu einem „Innovation Walk“ ein: Die Teilnehmer erhielten bei einer Führung durch das Zentrum einen kleinen Einblick in die diversen spannenden Projekte, die im House of Logistics entstehen. Mit dem E-Lastenrad-Sharing-Anbieter sigo präsentierte sich eines der ansässigen Start-ups. Anschließend wurde das Projekt Elisa vorgestellt, das auf der A5 in Südhessen Deutschlands ersten eHighway für Hybrid-LKW realisiert.

Eine ebenso mitreißende wie inspirierende Keynote rundete den Tag ab. Barbara Liebermeister, Gründerin und Leiterin des Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter, erläuterte ihre Definition von Digital Leadership und worauf es dabei vor allem ankommt: auf den Faktor Mensch. Gerade im digitalen Zeitalter bedarf es kommunikationsstarker und empathischer Führungskräfte.

Die DOAG 2019 Logistik + IT bot somit einen gelungenen Mix aus geballtem Fachwissen für Logistik-Experten und Keynotes, die mit einem Blick über den Tellerrand hinaus genügend Denkanstöße für den Heimweg lieferten.