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  • Von: Stefan Kinnen
  • Konferenz + Ausstellung Business Intelligence Business Solutions Datenbank
  • 05.10.2017

OOW 2017: Autonome Datenbank, Blockchain Cloud Service und künstliche Intelligenz

Beim Auftakt zur OpenWorld, dem größten Oracle-Event des Jahres, fällt vor allem eins auf: Es ist alles etwas weniger pompös. Der Yerba-Buena-Park, in dem früher Bühnen standen, Partys stiegen und ansonsten das Catering platziert war, ist leer und ein ganz normaler öffentlicher Park. Die Howard Street ist zwar wieder gesperrt, aber der Aufbau ist wesentlich sparsamer als in den Vorjahren. Einen Rucksack für die Teilnehmer gibt es immer noch, dieses Mal aber ohne Beigaben. Die großen Oracle-Themen in diesem Jahr fokussieren sich, wie nicht anders zu erwarten, auf die Cloud: Die autonome Datenbank 18c, der Blockchain-Cloud-Service und künstliche Intelligenz für Cloud-Applikationen. Stefan Kinnen, Vorsitzender der DOAG, berichtet aus San Francisco über die Highlights der OOW.

Autonome Datenbank 18c

Thematisch ging es in den ersten Tagen der OOW natürlich um Cloud-Themen in all seinen Facetten. Oracle kündigte zum einen eine neue regionale Struktur an: Demnach soll es in Europa drei Datencenter geben, die auch isoliert und komplett getrennt vom Rest einzeln oder in Kombination genutzt werden können. Damit wäre dann auch die Basis dafür gelegt, dass eine Nutzung auf Basis von EU-Recht möglich wird.

Auch Larry Ellison, CEO von Oracle, brachte in seiner Keynote Kernaussagen zur Zukunft der Datenbank: Die Cloud-Datenbank 18c soll in Zukunft autonom und vollautomatisch arbeiten und das besser – können, als unter menschlicher Administration. Sie könne besser und frühzeitige Tuning-Maßnahmen einleiten, Patches im laufenden Betrieb einspielen, Storage optimal verwalten und schneller auf Gefahrensituationen reagieren. Vor allem soll die neue Datenbank-Generation wesentlich günstiger sein, als die der Konkurrenz. Noch bis Ende dieses Jahres soll die neue Datenbank laut Oracle verfügbar sein.

Blockchain-Cloud-Service

Der neue Blockchain-Cloud-Service soll vor allem für Unternehmenskunden interessant sein, die einen vollständig gemanagten Ansatz bevorzugen. Basis für den Service ist das Open-Source-Projekt Hyperledger Fabric, das auch von IBM mit aufgebaut wird. Blockchain arbeitet genau wie Bitcoin mit dem verteilten Speichern von signierten Daten. Bei Blockchain geht es um Transaktionen und Codes (Smart Contracts), die aufgrund bestimmter transaktionaler oder zeitlicher Trigger (garantiert) ausgeführt werden. Es gibt eine ganze Reihe von Vorträgen auf der OpenWorld und der JavaOne zu diesem Thema. Analysten gehen davon aus, dass im Jahr 2017 etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts über Blockchain-Transaktionen verwaltet werden und dass die Technologie nicht nur die Finanzbranche umkrempeln wird.

Künstliche Intelligenz für Applikationen

Laut Oracles Plänen werden zukünftige Anwendungen für die Bereiche Finanzen, Personal, Supply Chain, Fertigung, Handel, Kundenservice, Marketing und Vertrieb AI-basierte Funktionen besitzen. Die Applikationen erweitern AI- und Machine-Learning-Fähigkeiten innerhalb des Cloud-Portfolios.

Im Gegensatz zu eigenständigen Anwendungen, die eine Integration benötigen und zusätzliche Schritte im Entscheidungsfindungsprozess erfordern, binden die neuen Applikationen AI-Funktionen direkt in Oracle Enterprise Resource Planning Cloud, Oracle Human Capital Management Cloud, Oracle Supply Chain Management Cloud und Oracle Customer Experience Cloud Suite ein.

Die Apps sollen in Echtzeit reagieren können, lernen und sich anpassen, basierend auf historischen und dynamischen Kundendaten. Ziel ist es, den Anwendern in Unternehmen zu ermöglichen, Künstliche Intelligenz direkt in ihren bestehenden Tools zu nutzen, anstatt ihre Daten in eine externe AI-Lösung zu exportieren.