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  • Von: Jan Peterskovsky
  • Themen Community
  • 16.11.2016

Günther Stürner wird Ehrenmitglied : Von Anfang an dabei

Nach mehr als drei Jahrzehnten verlässt Günther Stürner, jetzt noch Vice President Server Technologies und Sales Consulting, Oracle. Während der gesamten Zeit hat er die DOAG stets auf das Engste begleitet, und sich in besonderem Maße für den Verein engagiert. Für diesen langjährigen Einsatz wurde Günther Stürner im April im Rahmen der Delegiertenversammlung einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Heute Abend wurde er im Rahmen der DOAG 2016 Konferenz + Ausstellung geehrt.

Einmal muss Schluss sein: Nach mehr als drei Jahrzehnten verlässt Günther Stürner, jetzt noch Vice President Server Technologies und Sales Consulting, Oracle. Während der gesamten Zeit hat er die DOAG stets auf das Engste begleitet, und sich in besonderem Maße für den Verein engagiert. Für diesen langjährigen Einsatz wurde Günther Stürner im April im Rahmen der Delegiertenversammlung einstimmig  zum Ehrenmitglied ernannt. Heute Abend wurde er im Rahmen der DOAG 2016 Konferenz + Ausstellung geehrt. 

Die Ernennung ist eine Ausnahme in der Geschichte der DOAG: „Nur sehr wenige Personen erhalten den Titel, und Günther Stürner ist erst der zweite ehemalige Oracle-Mitarbeiter, dem die Ehre zuteil wird”, erklärt Fried Saacke, Vorstandsmitglied und Leiter der DOAG-Geschäftsstelle. „Besonders sein persönliches Engagement für die DOAG war herausragend”, ergänzt der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dietmar Neugebauer. Nicht nur als Referent auf zahlreichen DOAG-Konferenzen, sondern auch als Vertrauensperson und Vermittler: ,,Du musstest nur zum Hörer greifen — Günther hatte immer ein offenes Ohr.” Etwa wenn es darum ging, Keynote-Speaker aus dem Oracle-Headquarter in Kalifornien zu mobilisieren.

Vertrauensperson und Vermittler

Mehr noch: vielleicht nahm die Geschichte der DOAG mithilfe von Stürner zuweilen sogar neue Wendungen. Denn besonders in schwierigen Zeiten leistete er Großes für den Verein: „Unzählige Male legte Günther bei Oracle ein gutes Wort für die DOAG ein”, erinnert sich Saacke. Etwa als es im Jahr 2001 aufgrund eines Streits um den Wegfall des Concurrent-User-Lizenzmodells für die Datenbank zum Bruch mit dem Konzern kam. Gleichzeitig scheute er niemals davor zurück, sich mit seiner eigenen Meinung gegenüber der DOAG zu positionieren.

„Günther sagte immer offen seine Meinung, ohne dabei die Unabhängigkeit des Vereins in Frage zu stellen”, betont Neugebauer. Seine berufliche Laufbahn bei Oracle begann Stürner im Jahr 1985 als Sales Consultant Deutschland, in einem Team aus nur vier Mitarbeitern. „Damals war Oracle nicht der durchstrukturierte Konzern von heute. Wir mussten viele unterschiedliche Aufgaben erledigen, oft auch improvisieren — fast wie in einem Startup”, erklärt der ehemalige Oracle-Manager im Interview. „Auch Fax und E-Mail gab es nicht. Und so sollten wir Kunden für Produkte eines Herstellers finden, den damals noch niemand kannte. Es war eine spannende Zeit!”

Spätere Stationen bei Oracle waren der Aufbau der Abteilung STU (Strategisch Technische Unterstützung) und die Leitung des Oracle SAP Competence Centers sowie des Oracle SAP Entwicklungszentrums, bevor Stürner schließlich zum Vice President Server Technologies und Sales Consulting aufstieg.

Nebenbei schrieb er mehrere Fachbücher zur Oracle-Datenbank und zu SQL. ,,Beim Schreiben lernt man selbst jede Menge Neues. Einfach weil man währenddessen merkt, wie viel Wissen eigentlich noch fehlt”, lacht er. „Auf der anderen Seite nimmt es sehr viel Zeit in Anspruch, da kam die Familie leider manchmal zu kurz.” Ein typischer Workaholic war Günther Stürner jedoch nie, wie Neugebauer klarstellt: „Die Wochenenden gehörten ihm und seinen Engsten, darauf legte er immer sehr viel wert.”

Extrem hoher Stellenwert

Und doch hat sich Stürner zusätzlich zu Beruf und Familie von Beginn an für die DOAG engagiert — auch das allererste Meeting in Triberg im Schwarzwald organisierte er mit: ,,Wir trafen uns zu acht im Nebenzimmer eines Gasthauses. Schon von Anfang an war der Verein ein Kristallisationspunkt für die Nutzer der Oracle-Produkte.” Die Idee für die Gründung einer Oracle-Anwendergruppe sei zuvor aus reiner Notwendigkeit entstanden: „Die Datenbank war brandneu, nicht einmal Studenten kannten die Technologie. Es gab also keine Alternative — man musste voneinander lernen.”

An dieser Einstellung änderte sich für Stürner über die Jahre hinweg nichts. ,,Für mich hatte die DOAG immer einen extrem hohen Stellenwert. Immerhin sind die Kunden unsere gemeinsame Schnittstelle. Wir liefern die Produkte, und in der DOAG findet der Knowhow-Transfer statt, der die Anwender obendrein zusammenhält. Der Verein ist für Oracle also eine große Hilfe.” Ganz in diesem Sinne war Stürner auf den DOAG-Konferenzen stets Anziehungspunkt für sämtliche Oracle-Nutzer. „Nicht nur dem DOAG-Vorstand stand er immer Rede und Antwort. Günther hatte wirklich für jeden ein offenes Ohr”, so Neugebauer. Und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern, denn Günther Stürner will dem Verein die Treue halten.

„Die DOAG wird für mich ein wichtiger Kontaktpunkt bleiben”, betont er. ,,Und natürlich will ich weiterhin auf dem neuesten Stand bleiben.” So meldete sich Stürner nur zwei Tage nach der Verkündung seines Ausstiegs als persönliches Mitglied bei der DOAG an. Gleichwohl ist das Ende seiner Oracle-Zeit für die DOAG ein großer Verlust. „Oracle ohne Günther Stürner ist für mich kaum vorstellbar”, resümiert Saacke. ,,Eine so ausgleichende Vermittlerperson ist nicht zu ersetzen.”