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  • Von: Martin Meyer
  • Konferenz + Ausstellung
  • 19.11.2019

Jahreskonferenz: Auswirkung digitaler Trends auf Gesellschaft und Märkte

"Glück auf!" Mit diesen Worten eröffnete Stefan Kinnen am Dienstag die DOAG 2019 Konferenz + Ausstellung und sprach über Veränderungen und Herausforderungen, die digitale Trends auf Gesellschaft, Wirtschaft und auch auf die DOAG haben.

Anhand der vom sowjetischen Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew entwickelten Kondratjew-Zyklen machte Stefan Kinnen deutlich, wo wir heute stehen. Ausgangspunkt für die "Theorie der Langen Wellen" ist die Annahme, dass sich die Wirtschaft in einem ständigen Strukturwandel befindet, in dem grundlegende technische Neuerungen neue Märkte schaffen und existierende Wirtschaftszweige tiefgreifend verändern. Der fünfte und letzte Paradigmenwechsel – und lange Welle – ist die Informationstechnologie. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft neigt sich dieser dem Ende zu, um einem neuen, bisher unbekannten Paradigma Platz zu machen.

Der klassische IT-Zyklus habe ausgedient, so Kinnen dazu. "Das Tempo wird nie wieder so langsam sein wie heute", zitierte der Vorstandsvorsitzende zusätzlich Karl-Heinz Land, seinerzeit Keynote-Speaker der DOAG-Jahreskonferenz 2018, mit Bezug auf seine damalige Keynote zur Dynamik exponentieller Innovation.

Anhand der Entwicklung der 1987 gegründeten DOAG machte Stefan Kinnen deutlich, dass sich nicht nur die Wirtschaft, sondern auch der Verein zukünftig noch stärker den sich schneller vollziehenden Entwicklungen stellen muss. Neben der weiter dynamisch wachsenden JavaLand möchte sich zum Beispiel auch die DOAG Konferenz + Ausstellung thematisch weiter öffnen und beispielsweise mehr Vorträge zu Themen wie Strategie oder Soft Skills anbieten. Die Devise lautet dabei "neben oder außerhalb Oracle" (wir berichteten).

Neue Konferenz zu Cloud Computing

Stefan Kinnen verwies dabei auf eine neue Konferenz namens CloudLand, die erstmals als Pilotveranstaltung am 19. März 2020 im Phantasialand in Brühl bei Köln stattfinden wird. Zu diesem Pre-Event konnten mit Gunter Dueck und der Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär bereits hochkarätige Keynote Speaker gewonnen werden. 

Als nächstes begrüßte der Vereinschef Jürgen Kunz auf der Bühne. Ähnlich wie Kinnen machte der Senior Vice President Northern Europe auf die derzeitigen technologischen Herausforderungen in den Unternehmen aufmerksam und hob die Künstliche Intelligenz (KI) und ihre disruptiven Auswirkungen hervor. Darüber hinaus thematisierte er die aktuelle Cloud-Strategie von Oracle, unter anderem mit der "Oracle Generation 2 Cloud Infrastructure" und "Oracle Autonomous Database", die der Manager als "Game Changer" bezeichnete.

Entwicklung von Rechenzentren: 36  Standorte bis 2020

Anschließend erläuterte Gerhard Schlabschi, Oracle EMEA Competitive Intelligence, welche Gründe für die "Oracle Cloud Services" sprechen und veranschaulichte deren bisherige Akzeptanz.

Die Existenz von 1.300 Cloud-Anbietern und der damit verbundene zunehmende Multi-Cloud-Einsatz in den Unternehmen erhöhe die Komplexität und sei damit ein veritables Wachstumshindernis. Oracle verstehe sich als "One stop shopping"-Anbieter für SaaS, PaaS und IaaS.

Der industrielle Megatrend der Digitalisierung und die zunehmende Verbreitung von Cloud Services führe im Rahmen des Oracle Generation 2 Cloud Rollout auch zu einer raschen Zunahme der Data Center. Während 2018 nur vier Regionen und 2019 schon 16 Regionen existieren, sind für 2020 36 Standorte geplant.

In seinem Exkurs stellte er fest, dass beispielsweise auch die allgemeine Verstädterung ein Cloud-Treiber sei. Dies beruhe auf der Tatsache, dass in Großstädten wie München nur noch 50 Prozent ein eigenes Auto besäßen und daher potenziell andere Services für Mobilität in Anspruch nähmen, die nicht mehr von der traditionellen Autoindustrie entwickelt und vorangetrieben würden. Sein Fazit: "Apps und Services sind wichtiger als Hersteller."