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  • Von: wta
  • Infrastruktur & Middleware Datenbank Data Warehouse
  • 22.05.2014

Mit den Exa-Systemen auf der Poleposition

Der DOAG 2014 Exaday gibt einen tiefen Einblick in die Oracle-Engineered-Systems. Exadata-Experten stellen ihre Erfahrungen und Best-Practices vor.

Der DOAG 2014 Exaday gibt einen tiefen Einblick in die Oracle-Engineered-Systems. Exadata-Experten stellen ihre Erfahrungen und Best-Practices vor.

 

DOAG 2008 Konferenz in Nürnberg: Unter den Klängen von „It’s the End of the World as We Know It“, gespielt von der amerikanischen Rockband R.E.M., betritt Oracle Vice President Günther Stürner die Bühne. Er wählt diesen Titel zur Präsentation der neuen Exadata-Maschine, die eine neue Performance-Dimension bei den Oracle-Datenbanken einläutet.

Ortswechsel: Günther Stürner erzählt in seiner Einführung zum Exaday von den Anfängen der Exadata-Systeme: „In den Oracle Headquarters startet eine Expertengruppe im Jahr 2004 das Projekt „Storage Appliance for Grid Environments“ (SAGE). Grund für die als „geheim“ eingestufte Aktion ist das unbefriedigende Abfrageverhalten der immer größer werdenden Datenbanken und Data-Warehouse-Systeme. Als geniale Idee entpuppt sich die Nutzung der CPUs und Hauptspeicher auf den Storage-Systemen, um den Datentransfer zwischen Plattenspeicher und Datenbank-Server zu minimieren. Eine Software-Komponente soll dazu auf der Storage-Plattform zum Ablauf kommen und dort bereits bestimmte Aufgaben der Datenbank ausführen. Leider zeigen die Storage-Hersteller Oracle die kalte Schulter und wollen keine Fremdsoftware auf Ihren Systemen einrichten.“

Nächster Schritt: Günther Stürner führt weiter aus: „Im Jahr 2007 steigt Oracle ins Hardware-Geschäft ein und vereinbart eine Zusammenarbeit mit Hewlett-Packard. Die Exadata V1 wird konzipiert, Kernpunkt ist eine Oracle-Datenbank 11g mit SAGE-Erweiterungen und SAGE-Software auf den Speicherzellen. Oracle-Chef Larry Ellison stellt das System auf der OpenWorld 2008 vor."

Der Erfolg: Die Zusammenfassung von Günther Stürner fällt sehr positiv aus: „Die Exadata V1 schlägt alles Performance-Rekorde. Die Idee, Rechenleistung in den Storage-Server zu verlagern, bringt den Durchbruch. Die Exadata Database Machine ist die mit Abstand leistungsfähigste Infrastruktur, um Oracle-Datenbanksysteme zu betreiben. Jahr für Jahr werden neue Exadata-Rechner entwickelt. Nach sechs Jahren und fünf Generationen sind weltweit mehrere tausend Maschinen – mittlerweile mit Sun-Hardware – ausgeliefert. Auch die Datenbank-Software erfährt mit jedem neuen Release mehr Leistung.“

Die Kosten: Umut Bozkurt, Senior Consultant der Trivadis AG, stellt auf dem Exaday den Ablauf eines Kundenprojekts vom Proof of Concept bis zum Einsatz der Exadata Database Machine vor. Eine wesentliche Motivation des Kunden ist die Einsparung von Lizenzkosten durch die Konsolidierung von zahlreichen Servern sowie die Reorganisation der vorhandenen Speichersysteme. Sein Fazit: Die Performance ist deutlich gestiegen und der Kunde bezahlt innerhalb von drei Jahren rund 600.000 CHF Lizenzkosten weniger.

Wichtige Erfahrungen: Malthe Griesel, Paragon Data, schwärmt vor allem von der enormen Performance des neuen Exadata-Systems bei dem von seinem Unternehmen betreuten Kunden. Er verweist aber auch auf Fallstricke bei der Einführung und räumt mit einigen Exadata-Mythen auf. Sein Fazit: „Auch ein Data Warehouse auf Exadata braucht Tuning.“

Genügend Luft nach oben: Entscheidend für Rudolf Kugler, welove-it.com, ist bei der Einführung des Exadata-Systeme das mögliche Wachstumspotenzial. Er hat parallel zur Exadata eine Exalytics-Maschine für die Applikationen angeschafft.

Richtig hinschauen: Manfred Drozd, Benchware AG, gibt die Empfehlung, beim Proof of Concept richtig zu testen, und stellt dabei den Vergleich auf, ob man wirklich einen teuren Sportwagen braucht, wenn man nur zwei Träger Bier holen möchte.

Transport und Aufbau: Ingo Frobenius, Systems Engineer der Tech Data GmbH & Co. OHG, zeigt anhand von konkreten Beispielen auf, was beim Einzug eines Engineered Systems im Rechenzentrum zu beachten ist. Er weist insbesondere darauf hin, dass die traditionell von unterschiedlichen Personengruppen betreuten Bereiche „Datenbank“, Betriebssystem“, „Server“, „Netzwerk“ und „Storage“ jetzt in einem System vereint sind und entsprechend nur noch von einem Admin-Team betreut werden können. Auch wenn das Oracle-Marketing die einfache Bedienbarkeit propagiert, für ein Engineered System ist intensives Training unerlässlich.

Für jeden etwas: Konrad Häfeli, Senior Solution Manager Infrastructure Engineering bei der Trivadis AG, vergleicht Exadata mit einem Kuchen. Damit auch jeder ein Stück davon abbekommt, ist nach seiner Erfahrung eine adäquates Ressource Management erforderlich. Er untermauert diese These mit den Kennzahlen aus umfangreichen Tests.

Alternative Backup-Struktur: Reinhold Böttcher von der arvato Systems GmbH hat bereits drei Exadata-Systeme im Einsatz. Dafür hat es jetzt eine schnelle, unabhängige, InfiniBand-basierte Backup- und Recovery-Lösung auf Basis einer ZFS Storage Appliance eingerichtet.

Exadata Patching:  Auch ein Engineered System kommt ohne Wartung nicht aus. Daniele Massimi, Senior Consultant bei der Trivadis AG, stellt verschiedene Möglichkeiten vor, die Exadata zu patchen, um Probleme zu vermeiden. Dazu zählen auch vorbeugende Maßnahmen mit Healthcheck-Skripten. Wie bei herkömmlichen Datenbank-Lösungen gilt es auch bei Exadata, den Patch in einer entsprechenden Umgebung vorab zu testen.

Exadata light: Die  Oracle Database Appliance, vorgestellt von Andrzej Rydzanicz, Opitz Consulting GmbH, ist unterhalb der Exadata mit ebenfalls guten Kennzahlen angesiedelt. Sie ist insbesondere dann interessant, wenn darauf neben der Datenbank auch Anwendungen auf Basis von WebLogic betrieben werden.

Die Podiumsdiskussion: Die Expertenrunde ist sich einig: Der Umstieg auf Exadata bietet in der Regel mehr Performance. Am Ende entscheidet das Preis/Leistungsverhältnis für den Exadata-Einsatz. Anfangsprobleme können durchaus  auftreten, lassen sich allerdings nach einer genauen Analyse aufspüren und beheben. Dennoch gibt es ein paar Forderungen an Oracle: Die Zusammenstellung eines Exadata-Systems sollte flexibler sein und die Exadata muss auch für kleinere Unternehmen attraktiv werden. Dazu zählt auch die Vereinfachung des Lizenzmodells.

Die Zukunft: Die letzten Exadata-Systeme haben einen sehr starken Performance-Schub im Bereich der Flashspeicher erfahren. Günther Stürner glaubt, dass auch dort noch viel möglich ist. Ein weiterer Quantensprung in Richtung Performance ist mit der neuen In-Memory-Option der Datenbank zu erwarten, die Mitte Juni 2014 offiziell vorgestellt wird.

Das Rechenzentrum: Der DOAG 2014 Exaday findet in einem der modernsten 5-Sterne Rechenzentren Europas bei  der Noris Netwok AG statt. Zum Abschluss der Veranstaltung erhalten alle Teilnehmer eine exklusive Führung mit Besichtigung der Engineered Systems aus dem ISE Oracle Technology Center im laufenden Betrieb.