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„Multitenant ist für den DBA am Anfang eine riesige Umgewöhnung“

Für Datenbankadministratoren hat sich mit Multitenant der Arbeitsalltag stark verändert. Davon kann auch Dr. Thomas Petrik, Technologieberater bei Sphinx IT Consulting, erzählen. Im Berliner Expertenseminar „Die Arbeit des DBA im virtuellen Umfeld“ am 10. und 11. Mai zeigt der Experte, welche Herausforderungen auf den DBA zukommen. Im Interview mit DOAG Online spricht er vorab über die Datenbank der Zukunft, Container und Multitenant.

Herr Dr. Petrik, wie sieht für Sie die Datenbank der Zukunft aus?

Die Flexibilität und die Cloud sind eindeutig bestimmende Faktoren einer Datenbank der Zukunft. Es wird zukünftig auch um das transparente Transferieren von Ressourcen zwischen On-Premises-Systemen und der Cloud sowie um Self Healing und Self Tuning gehen. Da ist noch viel Luft nach oben. Der DBA sollte sich nicht ständig darum kümmern müssen, warum die Performance schlecht ist oder es zu wenige Ressourcen gibt.

Wie unterscheidet sich die Arbeit des DBA im Container-Umfeld?

Die Datenbank-Container sind für mich ein weiterer Baustein der gesamten Virtualisierungswelt. Wir haben im Grunde einen Head-DBA und mehrere Sub-DBAs, zum Beispiel Application-DBAs oder Container-DBAs. Aber es ist nicht mehr so, dass nur noch ein DBA oder eine Gruppe für alles zuständig sein muss. Die Idee dahinter ist natürlich auch, Aufgaben zu delegieren und durchaus auch DBA-Tätigkeiten, wenn auch eingeschränkt, mit einem Development- oder Testing-Team zu verknüpfen. Das Know-how für diese Basis muss im Unternehmen natürlich vorhanden sein. Auch wenn ich einen DBA mit administrativen Rechten ausstatte, muss ich nicht befürchten, dass er die ganze Datenbank zerstören könnte. Das ist ein wesentlicher Grundgedanke all dieser Container-Technologien.

Können Sie dazu ein konkretes Beispiel nennen?

Wie kann man einem Developer volle SYSDBA-Rechte geben, ohne dass er deswegen auf das OS zugreifen kann? Wie kann man mehrere DB-Container (beispielsweise einer Standard Edition 2) hinsichtlich ihrer Ressourcen abgrenzen trotz einer Bare-Metal-Installation? Linux-Container, die ich explizit auch im Seminar behandeln werde, sind da ein gutes Beispiel.

Warum ist die Arbeit mit Multitenant-Datenbanken für den DBA komplexer?

Für den DBA ist die Arbeit mit Multitenant am Anfang eine riesige Umgewöhnung: Der Mehraufwand bei einer Umstellung liegt zu 100 Prozent beim DBA. Er muss anders arbeiten und alle seine administrativen Skripts in die Hand nehmen und großteils umschreiben. Dazu ändert sich noch das Monitoring durch die Trennung von Container und „Pluggable Database“. Das ist ein ganz anderes Arbeiten und viele DBAs schrecken davor nach wie vor zurück.

Welche neuen Sicherheitsaspekte bringt die Version 12.2?

Da sind vor allem die „Lockdown Profiles“ zu nennen. Der lokale DBA einer Pluggable Database konnte, wenn er mit zu vielen Rechten ausgestattet wurde, bisher trotzdem auf das gesamte Betriebssystem und somit wieder indirekt auf andere Pluggable Databases zugreifen. Mithilfe dieser Lockdown-Profile lassen sich die Rechte des Container-DBAs sehr feingranuliert konfigurieren. Ich kann also auch User mit erweiterten Rechten ausstatten. Ich erinnere an ein altes Problem: Wie kann ich eine Session beenden? Dazu musste ich dem User Alter-System-Rechte zuweisen, mit denen er alles andere auch machen konnte. Auf diesem Gebiet hat sich schon einiges verbessert.

Warum sollte ein DBA Ihr Expertenseminar besuchen?

Ich möchte mit dem Seminar die Themen Datenbank-Virtualisierung und Betriebssystem-Virtualisierung verknüpfen und aufzeigen, welche Möglichkeiten es im gesamten Technologie-Stack gibt – vom Storage bis zur Datenbank-Oberkante. Mit der Version 12.2 hat sich zudem einiges getan und es gibt viel Neues zu lernen.

Das Expertenseminar „Die Arbeit des DBA im virtuellen Umfeld“ mit Dr. Thomas Petrik findet am 10. und 11. Mai 2017 in Berlin statt. Zum Ticketkauf