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Downtime und Upgrade-Risiken reduzieren mit „Rolling Upgrade“

Steht das Upgrade einer Datenbank an, sind häufig längere Ausfallzeiten und weitere Risiken die Folge. Robert Bialek, Principal Consultant und Trainer bei Trivadis und seit 15 Jahren im Oracle-Datenbank-Umfeld tätig, erklärt im Interview, wie man über ein Rolling Upgrade mit „Transient Logical Standby Datenbanken“ die Downtime erheblich reduzieren kann. Beim DOAG Day Hochverfügbarkeit am 13. Juli in München steht er als Referent zum Thema Rede und Antwort.

Herr Bialek, müssen Datenbank-Upgrades heute immer noch Hand in Hand mit Downtimes gehen?

Die gute Nachricht ist, dass sich in vielen Fällen Datenbank-Downtimes, die durch ein Oracle-Datenbank-Upgrade entstehen, bis auf wenige Sekunden reduzieren lassen. Es gibt diverse Methoden, um die Downtimes zu drücken. Dabei spielen auch die Applikation bzw. die Client-Failover-Funktionalität eine wesentliche Rolle.

Die traditionelle Art eine Datenbank upzugraden, mit Methoden wie „Parallel Upgrade Utility“, „Database Upgrade Assistant“ oder „Export/Import Utilities“, sind zwar relativ einfach und gut dokumentiert. Aufgrund der langen Downtimes wegen geplanten Wartungsarbeiten für businesskritische Systeme werden diese Methoden aber immer weniger akzeptiert und stellen sowohl für das Business als auch die Administratoren ein Problem dar.

Beim DOAG Day Hochverfügbarkeit sprechen Sie über ein „Rolling Upgrade“ mit „Transient Logical Standby Datenbanken“. Was verbirgt sich dahinter?

Diese Form des Upgrades nutzt bestehende physikalische Standby-Datenbanken, um mit geringer Downtime ein Datenbank-Upgrade zu ermöglichen. Die Methode wird seit Oracle 11g Release 1 unterstützt. Die Standby-Datenbank wird während des Prozesses temporär zur „Logical Standby Datenbank“ konvertiert. Anschließend kann man die logische Standby-Datenbank, ohne den produktiven Betrieb zu stören, upgraden und danach mit dem produktiven System synchronisieren. Ein Rolling Upgrade mit logischen Standby-Datenbanken ist seit Oracle 10.1.0.3 möglich und supported. Erst nachdem wir uns sicher sind, dass die neue Version korrekt funktioniert, wird ein Switchover auf die logische Standby-Datenbank durchgeführt. Die Downtime für unsere Applikationen ist in diesem Fall auf ein Switchover reduziert. Als letzter Schritt in der Methode wird die neue Standby-Datenbank (also die alte Primary-Datenbank) mit dem neuen Release synchronisiert.

Für wen eignet sich diese Methode?

Für alle, die bereits physikalische Standby-Datenbanken von Oracle verwenden und sowohl die Downtimes als auch die Risiken, die mit einem Datenbank-Upgrade verbunden sind, bis auf das absolute Minimum reduzieren wollen. Die Methode eignet sich aber auch für die Planung zukünftiger Architekturen, wenn neben bekannten Anforderungen, wie zum Beispiel Performance oder Hochverfügbarkeit, auch das künftige Upgrade mit minimaler Downtime sein soll.

Ist der Einsatz dieser Methode kostspielig?

Die Methode setzt die „Enterprise Edition“ sowie „Oracle Data Guard“ mit physikalischen Standby-Datenbanken voraus. Der Vorteil ist, dass wir bestehende Infrastruktur-Komponenten nutzen, die für physikalische Standby-Datenbanken bereits im Einsatz sind. Dadurch ist die Methode (abgesehen von zusätzlichen Aufwänden) mit keinen weiteren Kosten verbunden.

Die Nutzung von zusätzlichen lizenzpflichtigen Optionen oder Produkten ist in diesem Fall in der Regel nicht notwendig. Die Methode erlaubt uns zudem, die Upgrade-Prozedur mehrmals zu testen, bevor die Datenbank-Applikationen auf den neuen Release umgelenkt werden. Datenbankadministratoren, die bereits Erfahrungen mit physikalischen und logischen Standby-Datenbanken gemacht haben, sind darüber hinaus nicht mit neuen Technologien oder Tools konfrontiert.

Welchen zusätzlichen Aufwand sollte man einplanen?

Für das „Rolling Upgrade“-Verfahren wird im Endeffekt eine logische Standby-Datenbank benutzt: Einschränkungen von Daten-Typ-Support und Performance von SQL-Apply müssen berücksichtigt und analysiert werden. Nicht zu unterschätzen sind natürlich auch die Zusatzaufwände, die mit dieser Methode verbunden sind. Ein Rolling Upgrade setzt eine sehr gute Planung und Vorbereitung sowie technische Expertise in diesem Bereich voraus. Diese Methode ist ein Projekt und nicht einfach ein Task, der ohne gründliche Vorbereitung durchgeführt werden kann.

 

Veranstaltungshinweis

Der DOAG Day Hochverfügbarkeit findet am 13. Juli in München statt. Weitere Infos und Tickets