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  • Von: DOAG Online
  • Datenbank
  • 15.02.2017

„Niemand möchte um drei in der Früh Dokumentationen wälzen“

William Sescu ist Consultant bei dbi Services und verfügt über fast zwanzig Jahre Erfahrung im Oracle-Datenbank-Umfeld. Beim DOAG Database Day 2017 gibt der begeisterte Basketballer seine Erfahrungen mit dem Oracle Recovery Manager (RMAN) weiter. DOAG Online sprach mit ihm über Backup- und Recovery-Strategien und die neuen Features der Datenbankversion 12c.

Herr Sescu, wie findet man die für sich beste Backup- und Recovery-Strategie?

Das hängt von vielen Faktoren ab. Fragen, die man sich hier stellen sollte, sind zum Beispiel: Wie viele Transaktionen darf ich verlieren, wie lange darf die maximale Ausfallzeit sein, welche Oracle-Edition habe ich zur Verfügung, sichere ich nur auf Disk oder auch auf Tape, werden die Sicherungen verschlüsselt oder nicht, habe ich RAC oder DataGuard, oder vielleicht beides? Und natürlich: Wie viel Budget steht mir zur Verfügung?

Neben den genannten Faktoren gibt es noch viele weitere. Das ist nicht so einfach. Für eine gute Backup/Recovery-Strategie muss man sehr viele Punkte berücksichtigen.

Welche Empfehlungen haben Sie zum Backup und Recovery mit RMAN?

Meiner Meinung nach ist das wichtigste ein gutes Recovery-Handbuch, das auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Niemand möchte um drei in der Früh Dokumentationen und Metalink Notes wälzen, um die richtigen Kommandos zu finden.

Weiterhin ist ein regelmäßiger Restore/Recovery-Test unabkömmlich und zu guter Letzt natürlich auch ein einigermaßen passabler Patchstand. RMAN ist nicht frei von Bugs, aber eine Datenbankversion von 11.2.0.1.0 ohne irgendwelche „Patch Set Updates“ (PSUs) oder ähnliches findet man draußen im Feld leider immer wieder. Mit so einer Version ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man Probleme hat, die zum Beispiel in Version 11.2.0.4 mit aktuellem PSU nicht vorhanden sind.

Welche neuen Features bringt die Oracle-Datenbank 12c in Hinblick auf RMAN mit?

Mit 12cR1 kamen viele tolle Features, wie zum Beispiel Verbesserungen mit Multisection Backups, das neue SYSBACKUP Privileg, Verbesserungen im Cross-Platform Backup/Restore, RMAN und Unified Auditing und natürlich der Support für Multitenant. Bezüglich 12cR2 finde ich den „Flashback Database Support“ für Pluggable Databases ein sicher langersehntes Feature.

Warum sollte man Ihren Vortrag beim DOAG Database Day 2017 auf keinen Fall verpassen?

Ich werde viele Tipps und Tricks rund um das Thema "Incrementally Updating Backups" zeigen, zum Beispiel wie ein Restore/Recovery von riesigen Files am optimalsten durchgeführt wird, ohne zig Terabytes durch die Gegend zu kopieren. Der Hauptvorteil der "Incrementally Updating Backups" liegt in der Geschwindigkeit der Backups und in der Geschwindigkeit des Restore/Recovery, wenn man es richtig macht.

Gibt es auch Nachteile?

Der größte Nachteil ist, dass man mindestens doppelt so viel Platz benötigt (in der Praxis ca. eineinhalb mal so viel), da die Image-Kopie eine 1:1-Kopie ist. Sie liegt in der „Fast Recovery Area“, wo die inkrementellen Sicherungen appliziert werden.

Zur Person:
William Sescu ist zertifizierter Oracle MAA OCM 12c (Maximum Availability Certified Master) und Consultant bei dbi Services. Der begeisterte Basketballer verfügt über fast zwanzig Jahre Erfahrung im Oracle-Datenbank-Umfeld.