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  • Von: DOAG Online
  • Data Warehouse
  • 16.10.2013

ODI soll OWB ablösen – Nach Statement of Direction stellt DOAG-Mitglied Migrationsprojekt ein

Mit dem Oracle Warehouse Builder (OWB) war alles in Ordnung. Das ETL-Produkt setzt ein DOAG-Mitglied seit zirka zehn Jahren in einigen Projekten ein. Aufgrund der hohen Zufriedenheit beschloss dieses sogar, die weiteren Projekte auf OWB zu migrieren. Es fanden Schulungen statt, das Projekt war on-going. Und dann kam die Ernüchterung: In einem "Statement of Direction" kündigte Oracle das absehbare Ende vom ETL-Tool an. Das Migrationsprojekt wurde sofort eingestellt. Eine Alternative zum OWB gibt es, aber sie kostet – und zwar nicht wenig. DOAG Online informiert über die Lage in puncto ETL-Tools.

Mit dem Oracle Warehouse Builder (OWB) war alles in Ordnung. Das ETL-Produkt setzt ein DOAG-Mitglied seit zirka zehn Jahren in einigen Projekten ein. Aufgrund der hohen Zufriedenheit beschloss dieses sogar, die weiteren Projekte auf OWB zu migrieren. Es fanden Schulungen statt, das Projekt war on-going. Und dann kam die Ernüchterung: In einem Statement of Direction kündigte Oracle das absehbare Ende vom ETL-Tool an. Das Migrationsprojekt wurde sofort eingestellt. Eine Alternative zum OWB gibt es, aber sie kostet – und zwar nicht wenig. DOAG Online informiert über die Lage in puncto ETL-Tools.

Wer in Zukunft ODI statt Basic ETL nutzen möchte, muss Geld in die Hand nehmen. Foto: Animaatjes.deFür dieses DOAG-Mitglied war der OWB perfekt: Das ETL-Werkzeug befindet sich im Funktionsumfang der Oracle-Datenbank und seine Basic-ETL-Funktionalitäten (auch Core ETL genannt) müssen nicht zusätzlich lizenziert werden – eine günstige Angelegenheit.

Zertifizierung für OWB 11gR2, ja.
Allerdings nicht mehr ab Oracle Database 12c Release 2

In seinem Statement of Direction informiert Oracle darüber, dass Basic-ETL-Funktionalitäten weiterhin als Funktionsumfang der Oracle-Datenbank zu betrachten sind. Allerdings gilt es nur bis zur Datenbank 12c Release 1. Denn danach wird die Datenbank gegenüber OWB nicht mehr zertifiziert sein. Für Oracle ist der Sachverhalt relativ einfach: OWB ist den modernen ETL-Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Die aktuelle Version, OWB 11g Release 2, dürfte wohl auch die letzte sein: Nach diesem Release sind keine bedeutende Erweiterungen mehr zu erwarten, heißt es im Statement of Direction. Auf Anfrage teilte das Produktmanagement der DOAG mit, dass die vormaligen Entwickler bereits an ODI-Projekten arbeiten. Was den Support angeht, wird dieser gemäß „Lifetime Support Policies“ für die gesamte Lebensdauer von Oracle Database 11g und 12c Release 1 gewährleistet. Unter den kommenden Releases wird OWB also nicht mehr unterstützt werden.

Das strategische Produkt, das OWB ablöst, heißt Oracle Data Integrator (ODI). Es wurde im Jahre 2007 ins Oracle-Portfolio integriert und ist auf die Akquisition der Firma Sunopsis zurückzuführen. 2009 bündelte Oracle die ODI-Features und die Advanced Features von OWB in ein Paket, das den Namen Data Integrator Enterprise Edition (ODI-EE) trägt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war eine Verschmelzung beider Plattformen absehbar.

Produkte

  • Oracle Data Integrator (ODI): strategisches Produkt für leistungsfähige, flexible und heterogene Datenintegration.
  • Oracle Warehouse Builder Enterprise-ETL (OWB-EE): Das Produkt beinhaltet die Hauptvorteile von ODI und ist zugeschnitten für Nutzer, die mit dem Oracle Warehouse Builder vertraut sind.
  • Oracle Data Integrator Enterprise Edition (ODI-EE): strategisches lizenzierbares Produkt-Bundle, das ODI und OWB-EE beinhaltet.
  • Basic ETL: Die Basic-Funktionalitäten des Oracle Warehouse Builders, die mit der Oracle-Datenbank zur Verfügung gestellt werden.


ODI gehört zur Fusion Middleware und muss getrennt lizenziert werden. Der Data Integrator Enterprise Edition kostet die Lizenz pro Prozessor laut Preisliste 23.000 US-Dollar.

"ODI ist richtig teuer"

Die Organisation, die an die DOAG herangetreten ist, ist nicht bereit, für Funktionalitäten, die bisher kostenfrei angeboten wurden, zusätzlich zu zahlen. „ODI ist richtig teuer“, beteuert das Mitglied. „Die Tatsache, dass ODI nicht in der Datenbank integriert ist, lässt zudem vermuten, dass eine Migration etwas heikler ist, als es mit OWB der Fall wäre. Man kann nicht einfach dahin migrieren.“

Unsere Kontaktperson zieht ein kurzes Fazit: Ihre Organisation hat ein Migrationsprojekt gestartet, was unter diesen Umständen nicht umgesetzt werden kann. Nun müssen die Projekte, die derzeit auf OWB laufen, migriert werden. Wohin weiß das DOAG-Mitglied zu diesem Zeitpunkt nicht, aber jedenfalls nicht nach ODI, solange die Basic-ETL-Funktionalitäten zusätzlich kosten.

"Wenn OWB wenigstens für die gesamte Laufzeit von Oracle Database 12c zertifiziert und supported wäre, hätten wir mehr Zeit, uns umzuschauen. Jetzt werden wir unter Druck gesetzt und müssen relativ schnell eine Alternative parat haben."

Zwölf Mitarbeiter sind auf OWB geschult worden – die Hälfte davon wird dieses Know-how nie brauchen und arbeitet weiterhin mit dem ETL-Tool, das ursprünglich eingesetzt wurde. Sobald entschieden worden ist, welches Produkt in Zukunft implementiert werden soll, wird die andere Hälfte, die derzeit mit OWB arbeitet, wiederum geschult werden müssen.

Kulvinder Hari, Senior Principal Product Manager, hat seine Teilnahme zur DOAG 2013 Konferenz + Ausstellung bestätigt. Die DOAG startet heute eine Umfrage zu diesem Thema und wird die Ergebnisse Oracle vorstellen und Lösungsvorschläge unterbreiten.