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  • Von: Martin Meyer
  • Vereinsleben
  • 11.12.2019

OpenWorld zieht nach Las Vegas

Aufgrund des desolaten Zustands der Stadt und ausufernder Preise für Hotelzimmer verlässt Oracles Hausmesse OpenWorld San Francisco.

Die Vorzeigeveranstaltung der High-Tech-Metropole San Francisco mit bis zu 60.000 Teilnehmern kehrt der Stadt in der kalifornischen Bay Area den Rücken. Der wirtschaftliche Schaden für die Stadt ist Schätzungen zufolge mit 64 Millionen US-Dollar pro Jahr immens.

Gemäß Informationen des Wirtschaftssenders CNBC, der Emails aus dem Hause Oracle einsehen durfte, beschwerten sich Teilnehmer insbesondere über die bis auf mehr als 300 US-Dollar pro Nacht ansteigenden Hotelpreise während der OpenWorld. Des Weiteren hielten verschmutzte Straßen, zunehmende Kriminalität, tausende Obdachlose im Zentrum, offener Drogenkonsum und abendliche Zeltstädte auf den Bürgersteigen immer mehr Besucher davon ab, das Moscone-Konferenzzentrum zur OpenWorld zu besuchen.

Eine Alternative ist wohl bereits in Nevada gefunden. Laut CNBC sei bereits ein Dreijahresvertrag mit dem Betreiber des neuen Riesencasinos „Ceasars Forum“ in Las Vegas geschlossen. Der Veranstaltungsort biete laut des Casino-Betreibers direkten Zugang zu mehr als 8.500 Hotelzimmern und stelle zusammen mit den zwei größten Ballsälen der Welt rund 51.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Sieben Monate vor Eröffnung seien bereits Aufträge im Wert von 300 Millionen US-Dollar zu verzeichnen.

Für die lokale Tourismusorganisation, die San Francisco Travel Association, bedeutet dies herbe Einbußen. Sie habe bereits Stornierungen von rund 60.000 Hotelzimmern für die OpenWorld-Veranstaltungsmonate Oktober beziehungsweise September jeweils für die Jahre 2020, 2021 und 2022 erhalten.

Oracle ist nicht das erste große Unternehmen, das die Stadt verlässt. Microsoft hat sich praktisch aus San Francisco zurückgezogen, Google veranstaltet noch seine Cloud-Computing-Messe in der Stadt, die Hausmesse Google I/O ist hingegen längst an den Standort des Konzerns in Mountain View abgewandert. Apple besitzt bereits eigene Veranstaltungsflächen in seiner Zentrale in Cupertino. Amazons Cloudsparte AWS ist mit der „re:invent“ mit mehr als 70.000 Teilnehmern pro Jahr ebenfalls in Las Vegas vertreten.

Für Oracle ist Las Vegas allerdings auch aus einem anderen Grund ein idealer Standort, da hier ebenfalls die Messe „Suiteworld“ von NetSuite stattfindet. Oracle hat das Unternehmen im Jahr 2016 für 9,3 Milliarden US-Dollar übernommen.