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  • Von: wta
  • Themen Datenbank Infrastruktur & Middleware
  • 26.10.2015

Oracle OpenWorld 2015: Keynote von Larry Ellison

Wie nicht anders erwartet, beschäftigt sich der Oracle-Chef mehr als drei Viertel seiner Redezeit mit der Cloud, ohne besondere Neuigkeiten zu verkünden. Erst ganz zum Schluss brennt er dann ein Feuerwerk an Neuankündigungen im technischen Umfeld ab.

Wie nicht anders erwartet, beschäftigt sich der Oracle-Chef mehr als drei Viertel seiner Redezeit mit der Cloud, ohne besondere Neuigkeiten zu verkünden. Erst ganz zum Schluss brennt er dann ein Feuerwerk an Neuankündigungen im technischen Umfeld ab. Die Cloud ist und bleibt im Fokus des Oracle-Geschäfts.

Zuerst stellt Larry Ellison seine bereits bekannten sechs Design-Ziele für die Oracle-Cloud vor. Beim Preis ist Amazon das Maß der Dinge, der Konkurrent soll möglichst unterboten werden. Hinsichtlich Verfügbarkeit lautet die Devise „Zero Downtime“. Für die optimale Performance sorgen die In-Memory- und Exadata-Technologie. Das Ganze basiert auf Standards wie SQL, Hadoop, Java, Linux, Docker etc. Das Thema „Kompatibilität“ deckt die automatische Migration von Daten und Workloads von On-Premise in die Cloud ab. Schlussendlich steht mit der Security der wichtigste Punkt auf dem Plan. Larry Ellison will in seiner Keynote am Dienstag gesondert darauf eingehen.

Langsam kommen die ersten Ankündigungen, so gibt es zwei neue Cloud-Services, einen für das Manufactoring und einen für E-Commerce. Der Oracle-Chef betont, dass beide komplett neu entwickelt worden sind. Neu ist auch das Benutzer-Interface für alle Cloud-Services, das komplett auf die Bedienung mit modernen Devices wie Tablets und Smartphones ausgerichtet ist.

Hans-Peter Kipfer, Country Leader Oracle Schweiz, ist ein Mann mit langjähriger Erfahrung. In dem zuvor stattgefundenen Influencer-Briefing rückt er vor der Presse die Cloud-Euphorie etwas ins rechte Licht. Die Migration von Applikationen und Datenbanken in die Cloud ist noch lange nicht perfekt ausgereift. Demnach wird es noch etliche Jahre dauern, bis die Cloud das Maß der Dinge in der IT sein wird. Für ihn ist die Cloud eine Ergänzung zur bestehenden Infrastruktur.

Oracle ist relativ spät auf den Cloud-Zug aufgesprungen. Bei Ellisons Rede entsteht jedoch der Eindruck, dass Oracle alles daran setzt, um führender Cloud-Anbieter zu werden. Entsprechend holt man gegenüber der Konkurrenz auf. Larry Ellison verkneift sich dabei auch keinen Seitenhieb gegenüber SAP und IBM, die ja bekanntlich beide noch keine eigene Cloud anbieten. Er sieht sich heute im Wettbewerb mit Workday und Salesforce. Für das kommende Jahr hat Oracle im Cloud-Geschäft einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar eingeplant.

Viel Neues aus den Bereich Technik

Nach etwa 45 Minuten Redezeit kommt die gefühlt erste Folie ohne das Wort „Cloud“. Es geht um das neue Datenbank-Release 12.2, das kommende Woche in den Beta-Test geht. Ellison kündigt an, dass die neue Multitenant-Lösung jetzt pro Container-Datenbank 4.096 Pluggable Databases bietet und deutlich schneller sein soll als die Version 12.1. Neu sind auch Real Application Clusters in der Cloud, der Exadata-Cloud-Service sowie ein neuer Multitenant Java Server. Damit ist es möglich, eine Java-Applikation sowohl On-Premise als auch in der Cloud ablaufen zu lassen. Beim Ausfall einer der beiden Komponenten gehen keinen Daten verloren.

Larry Ellison weist begeistert darauf hin, dass die Oracle Datenbank mit neuen Erweiterungen der In-Memory-Funktionalität in einem SAP-Benchmark im Vergleich zu SAP HANA auf demselben Server doppelt so schnell abgeschnitten hat.

Auch für Big Data gibt es zwei neue Tools. „Big Data Preperation“ soll bei der automatischen Datenaufbereitung unterstützen und „Big Data Discovery & Virtualization“ hilft dabei, die Analyse-Ergebnisse optisch aufzubereiten.

„Die neuen Features der Datenbank sind nach unserer Einschätzung von den eigenen Bedürfnissen des Herstellers für die Bereitstellung der Cloud-Services geprägt. Denn es scheint eher unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen im laufenden Betrieb in die Cloud verschieben muss“, kommentiert Dr. Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG. „Andererseits hat Oracle bereits viele technische Voraussetzungen geschaffen, um die sechs Design-Zielen der Cloud umzusetzen und die Anforderungen der Anwender zu erfüllen.“