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  • ijug Java
  • 06.11.2013

Oracle stellt kommerzielle Glassfish-Version ein

Oracle stellt die kommerzielle Version von Glassfish ein. Das hat GlassFish-Produktmanager John Clingan im sogenannten „Aquarium“ angekündigt. Stattdessen will Oracle Anwender dazu bringen, auf Oracle WebLogic zu migrieren.

Oracle stellt die kommerzielle Version von Glassfish ein. Das hat GlassFish-Produktmanager John Clingan im sogenannten „Aquarium“ angekündigt. Stattdessen will Oracle Anwender dazu bringen, auf Oracle WebLogic zu migrieren. Die Open-Source-Version von Glassfish indes bleibt zunächst einmal erhalten. Im nächsten Jahr soll das Release von Glassfish 4.1 ausgeliefert werden. Darüber hinaus ist für die Referenzimplementierung von Java EE 8 Glassfish 5 vorgesehen. Nichts desto trotz trauert die Szene bereits um den Tod des Open-Source-Applikationsservers.

Nach der Übernahme von Sun hatte Oracle – wieder einmal – zwei Applikationsserver. Oracle gelang es mit der Zeit, die meisten Skeptiker von der Weiterführung beider Produkte zu überzeugen: Weblogic als rein kommerziellen High-End-Server und Glassfish als kostenlosen Open-Source-Applikationsserver mit klarem Upgrade-Pfad auf eine kommerzielle Variante, die auch hohe Ansprüche an den Betrieb erfüllt.

Diese Erwartungen wurden nun enttäuscht. In einem Blogeintrag verkündete Oracle die Einstellung der kommerziellen Variante. Scheinbar konnten nicht genügend zahlende Kunden dafür gewonnen werden. Java EE-Guru und Blogger Adam Bien sagt dazu: "Only few customers knew about the availability of Oracle's commercial support offerings." Lag es also am Marketing?

Was auch immer der Grund war – der Glassfish, wie wir ihn kennen, ist tot. Er wird zwar als Open-Source-Edition und Referenzimplementierung für Java EE weitergeführt. Im diesem Zusammenhang wird es eine Version 5 für Java EE 8 geben. Als Referenzimplementierung wird er das Java-EE-8-"TestCompatibility Kit“ erfüllen. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass Oracle einen stabilen, weitestgehend fehlerfrei laufenden Applikationsserver ausliefern wird.

Denn Vieles spricht dafür, dass Oracle den bisherigen Aufwand deutlich herunterschraubt. Damit der Applikationsserver eine Zukunft hat, müsste er zu einem echten Open-Source-Projekt gemacht werden. Dafür müssten die heutigen Hürden für interessierte Entwickler abgeschafft werden.

Für alle Kunden, die Glassfish tatsächlich für kritische Anwendungen einsetzen und nicht auf Version 3.x sitzen bleiben wollen, bleiben zwei Alternativen übrig: Entweder migrieren diese auf Weblogic – hier dürften die Anwender mit einer ernstzunehmenden Unterstützung rechnen – oder auf einen der verbleibenden Open-Source-Applikationsserver mit kommerziellem Support Wildfly/JBoss von Red Hat oder Apache TomEE.