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  • Von: Marina Fischer
  • Themen
  • 02.05.2016

Servus, Dietmar!

Eine DOAG ohne ihn ist nur schwer vorstellbar, dennoch ist Dr. Dietmar Neugebauer zum 30. April 2016 vom Amt des Vorstandsvorsitzenden zurückgetreten. Nach acht Jahren an der Spitze des Vereins zieht es den Mittsechziger in seinen wohlverdienten Ruhestand, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Von einem vollständigen Abschied kann jedoch keine Rede sein: „Ich werde auch weiterhin mit der DOAG eng verbunden bleiben und, falls gewünscht, sie auch mit Rat und Tat unterstützen“, verspricht er, und macht deutlich, dass ihn die DOAG so bald nicht loslassen wird.

Eine DOAG ohne ihn ist nur schwer vorstellbar, dennoch ist Dr. Dietmar Neugebauer zum 30. April 2016 vom Amt des Vorstandsvorsitzenden zurückgetreten. Nach acht Jahren an der Spitze des Vereins zieht es den Mittsechziger in seinen wohlverdienten Ruhestand, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Von einem vollständigen Abschied kann jedoch keine Rede sein: „Ich werde auch weiterhin mit der DOAG eng verbunden bleiben und, falls gewünscht, sie auch mit Rat und Tat unterstützen“, verspricht er, und macht deutlich, dass ihn die DOAG so bald nicht loslassen wird.

Fragt man seine Frau Christine, was seine Arbeit in der DOAG für die fünfköpfige Familie bedeutet hat, so erinnert sie sich gerne an die vielen Fußball-Trikots, die er von zahlreichen Oracle-Veranstaltungen aus aller Welt mit nach Hause brachte, und die von allen Familienmitgliedern begeistert aufgenommen wurden. Was auch sonst könnte besser zu jemandem passen, der bekannt dafür ist, die anderen Teilnehmer bei zahlreichen Sitzungen mit Fußballersprüchen à la Lukas Podolski zu motivieren? Denn genau wie sein Fußballerkollege lebt er getreu dem Motto „Doppelpass alleine? Vergiss es!“. Nur wenn man gemeinsam spielt und an einem Strang zieht, erreicht man sein Ziel. Teamgeist ist ihm wichtig, sei es im Beruf oder in einer der vielen Sportarten, für die er sich begeistert. Nicht die schlechteste Einstellung, wenn man als Vorstandsvorsitzender die Belange der einzelnen Vereinsmitglieder zu bündeln und sich mit vereinter Kraft für das Gemeinwohl aller einzusetzen versucht. 

Von der Chemie zur IT

Der Teamplayer kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken: Nach seinem Studium der Mathematik und Chemie promovierte er 1979 beim Nobelpreisträger Prof. Dr. Ernst Otto Fischer zum Thema Rechenprogramme. Während seines folgenden dreijährigen Aufenthalts am wissenschaftlichen Rechenzentrum Ciba-Geigy in Basel, bei dem er zum ersten Mal mit Unix und Oracle-Datenbanken in Kontakt kam, erwachte sein Interesse an der IT. 1987 kehrte er der Chemie dann endgültig den Rücken und ging mit seiner damals noch vierköpfigen Familie zurück nach München, wo er seine Karriere bei BMW begann. Dort stieg er als Projektleiter im Qualitätsbereich mit der Oracle-Datenbank-Version 5.1.17 ein, zu einer Zeit, als der Münchner Automobilkonzern seine Oracle-Produkte noch in Dänemark kaufte. Bereits in den 90ern war er bei BMW für den Aufbau eines werkübergreifenden Oracle-Teams verantwortlich – zunächst nur für deutschsprachige Werke, später auch international. 25 Jahre später verabschiedete er sich als weltweiter Produktverantwortlicher von BMW, nach Erstellung einer Musterlösung für den Rollout von Oracle Release 11.2. 

Dietmar und die DOAG

Seine Zeit bei der DOAG begann der promovierte Chemiker vor 25 Jahren ganz klassisch mit einer Mitgliedschaft in dem damals noch jungen Verein. Von Beginn an engagierte sich der damalige BMW-Manager in der Anwendergruppe und gestaltete die DOAG, wie wir sie heute kennen, maßgeblich mit. So dauerte es auch nicht lange, bis er 1995 für vier Jahre zum ersten Mal Mitglied des DOAG-Vorstands wurde, und neben seiner Leitung der Arbeitsgruppe Technik 1998/99 schon einmal vertretungsweise die Geschäfte des Vorsitzenden übernahm. Auch, als er bei BMW von 1999 bis 2003 Oracle beruflich den Rücken kehrte, blieb er der DOAG immer treu. 2005 wurde er erneut in den Vorstand gewählt, war einige Jahre als Leiter der Regionalgruppe München/Südbayern, der ersten Regionalgruppe Deutschlands, tätig, bevor er im Jahr 2008 ins Amt des Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde.

Während seiner rund achtjährigen Amtszeit als Vorsitzender und insgesamt 15 Jahren im Vorstand der DOAG hat er vieles mit auf den Weg gebracht, was den Kurs des Vereins nachhaltig geprägt hat: Angefangen bei der Einführung der Communities und der Themenverantwortlichen über die personalisierten Firmenmitglieder bis hin zur Struktur- und Satzungsreform. Er wirkte maßgeblich an der Erweiterung der DOAG-Angebote mit, sei es die Einführung der Expertenseminare, Webinare, Fachkonferenzen oder die Unterstützung von DOAG Online. Aber auch die Ausweitung der DOAG-Konferenz war ihm stets ein Anliegen: Hier setzte er sich insbesondere für die Einführung eines sehr gut aufgenommenen Softskills-Streams, das neue Format der Unconference und die Einbindung neuer Aktiver ein.

Trotz seines großen Engagements für den Verein und im Beruf schaffte er es, auch seiner Frau Christine stets den Rücken freizuhalten: Für den dreifachen Familienvater war es schon in den 90ern eine Selbstverständlichkeit, ihr die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen und dafür selbst beruflich kürzer zu treten. Traditionelles Rollenbild? Fehlanzeige. Da liegt es nahe, dass er sich auch bei der DOAG besonders für das Thema Frauen in der IT einsetzte. Zu seinem Rücktritt wünscht er sich, dass nach langer Zeit wieder eine Frau den Vorstand der DOAG verstärkt.

Auch die Internationalisierung der DOAG lag ihm besonders am Herzen. Dabei gelang es ihm und seinen Mitstreitern in den letzten Jahren, die Zusammenarbeit mit anderen User Groups erfolgreich auszubauen und voranzutreiben. Zahlreiche internationale Kooperationen waren die Folge, alle mit dem Ziel, gemeinsam mehr zu erreichen, anstatt dass jeder nur für seine eigenen Interessen einsteht. Da ist er wieder, der Team-Gedanke, der sich stets durch sein Berufs- und Sportlerleben zieht.

Als geübter Volleyball-Schiedsrichter mit inzwischen über 40 Jahren Erfahrung und noch immer zehn Schiedsrichtereinsätzen im Jahr bringt der Vorsitzende einer Anwendergruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, zwischen dem IT-Riesen Oracle und den Interessen der Anwender zu vermitteln, so einige Eigenschaften mit, die einen guten Vermittler ausmachen: Das Erkennen und Ansprechen von Konflikten, auch wenn dadurch unangenehme Gespräche folgen können. Das Suchen und Finden von Lösungen. Und nicht zuletzt Regelkenntnis und Spielverständnis, die die Grundlage einer jeden Entscheidung bilden. So ist es nicht verwunderlich, dass dem Datenbank-Spezialisten auch in den Medien für sein überdurchschnittliches Engagement und seine umfassende Expertise vielfache Anerkennung zuteilwurde. 2011 wurde er von der Zeitschrift „Computerwoche“ unter die 100 bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen IT gewählt, weil es seine Stärke sei, „Probleme hartnäckig zu verfolgen, was Oracle schon einige Nerven gekostet hat. Aber so soll ein guter User Group-Chef ja auch sein. Wobei Neugebauer immer bemüht ist, die Probleme der Anwender gemeinsam mit dem Hersteller zu lösen.“ Ob Lizenzierungs- oder Support-Thematik, Anwender- oder Community-Interessen, Dietmar Neugebauer suchte immer nach einem gemeinsamen Weg und Lösungen, die alle Seiten zufrieden stellten.

Lieber Dietmar, wir wünschen dir auf deinem weiteren Weg alles Gute und sagen vor allem: Danke, servus und bis bald!