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  • Von: DOAG Online
  • Business Solutions Datenbank Lokalisierung
  • 18.07.2018

Wie funktioniert die Lokalisierung von Geschäftsanwendungen?

Softwarelokalisierung ist viel mehr als nur die Übersetzung der Benutzeroberfläche der Anwendung. Die eigentliche Arbeit beginnt schon viel früher während des Programmierens. Welche Schwierigkeiten können auftreten und was sind die Anforderungen an die Entwickler? Hier ein Einblick, wie Oracle seine Software für den weltweiten Einsatz vorbereitet.

Dieser Artikel erschien zuerst im zweimonatlich erscheinenden ORAWORLD e-magazine, einer Publikation der EOUC mit spannenden Geschichten aus der Oracle-Welt, technologischen Hintergrundartikeln und Einblicken in andere User Groups weltweit.

 

Die Lokalisierungsarbeiten beginnen schon auf Code-Ebene, um Hindernisse für den internationalen Einsatz zu beseitigen. Der Code ist von Grund auf so konzipiert, dass er verschiedene Sprachen unterstützt. Dies gilt beispielsweise auch für die Oracle-Datenbanken. Bei der Codierung werden an den Stellen, an denen Text ausgegeben wird, Variablen anstelle von Zeichenketten verwendet. Damit ist der Code bereits für eine übersichtliche Lokalisierung vorbereitet.

Auch der ISO-Standard Unicode wird häufig verwendet. Unicode ermöglicht die Darstellung aller Sprachen der Welt in einem einzigen Zeichensatz. Dies macht es viel einfacher, sprachlich unterschiedliche Zeichen im gleichen Dokument zu verwenden. Dazu gehören zum Beispiel Chinesisch, Arabisch und Englisch. Weitere Anpassungen an lokale Regionen betreffen Datum, Uhrzeit und Maßeinheiten, die von Land zu Land variieren. Auch die Benutzeroberfläche der Anwendung muss flexibel sein: Englische Texte sind oft kürzer als deutsche Texte, und in einigen Sprachen ist die Schreibrichtung von rechts nach links.

Besondere Anforderungen im Finanzsektor und für Behörden

Währungen und Vorschriften der Finanz- und Steuerbehörden spielen eine wichtige Rolle, wenn es um Unternehmenssoftware geht. Software für das Finanzmanagement oder Behörden muss daher sehr genau an die lokalen Gesetze und steuerlichen Vorschriften angepasst werden. Ein Softwarehersteller kann keine Umrechnungsfehler von Währungen zulassen. Die Finanzsoftware JD Edwards beispielsweise wird von Oracle in mehr als 30 Ländern und über 20 Sprachen angeboten, darunter Arabisch und Chinesisch.

Die Anwender können jedoch nicht immer zufriedengestellt werden. Denn das perfekte Customizing von Business-Apps für alle Länder mit all ihren Besonderheiten ist ein unglaublich komplexer Prozess. Dies bedeutet auch, dass ein Kunde häufig zusätzliche Software benötigt. Was in den Ländern üblich ist, wird zusätzlich als Best-Practice-Lösung oder Beratungslösung angeboten. Dies ist keine leichte Aufgabe für Softwarehersteller und nicht immer eine ideale Situation für lokale Gemeinschaften. Die Internationalisierung ist jedoch vorzugsweise bereits ein grundlegender Schritt im Designprozess eines Programms.