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Business Solutions

  • Von: Frank Schönthaler
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  • 07.11.2018

Oracle OpenWorld: Business Analytics Warehouse liefert vorgefertigte Auswertungen für Cloud-Apps

Frank Schönthaler, DOAG-Vorstand und Leiter der Business Solutions Community, ist vom 22. bis 25. Oktober nach San Francisco zur Oracle OpenWorld (OOW) gereist. Sein Fazit der diesjährigen Hausmesse: Trotz weniger Besucher als in den Vorjahren und marketingorientierter Fachvorträge überwogen die positiven Eindrücke. Die sehenswerten Produktdemos zuständiger Produktmanager, die aufschlussreichen Keynotes und die guten Networking-Möglichkeiten machten dies wieder wett.

Wie im vergangenen Jahr gestaltete Oracles Chief Executive Officer Mark Hurd seine Dienstags-Keynote als Talk-Show. Der Politikwissenschaftler, Vorsitzende der Eurasia Group und Time-Kolumnist Ian Bremmer eröffnete die Session am Dienstag mit einer messerscharfen Beleuchtung der aktuellen politischen Situation. Dabei bewertete er die derzeitige amerikanische Position durchaus kritisch, selbst wenn er niemanden namentlich nannte. Er machte unter anderem deutlich, dass die USA in Kohle und Stahl investierten während sich China auf die Cyberzukunft konzentriere. Seiner Ansicht nach führe die Fokussierung der USA auf nationale Interessen dazu, dass China sich in allen Regionen der Welt als Großmacht etablieren könne.

Die Wichtigkeit aktueller Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning, Chatbots und Blockchains unterstrich die überzeugende Applications-Keynote von Larry Ellison am Mittwoch. Inzwischen seien diese Teil des Funktionsumfangs von Oracle-Produkten und funktionierten autonom. Durchaus positiv war die realistische Sichtweise vom Executive Chairman und Chief Technology Officer auf die Anwendungsmöglichkeiten von Machine Learning, mit der, so Ellison, viele Optimierungsmöglichkeiten bis hin zur signifikanten Verbesserung der Kundenerfahrung möglich seien. Er stellte auch dar, dass der Visual Builder nun eine schnellere und leichtere Erweiterung der Cloud-Applikationen ermögliche.

Besonders spannend auf der diesjährigen OOW war die Vorstellung des Oracle Business Analytics Warehouse, über welches Anwender nun modul- und bereichsübergreifende Analytics mit zahlreichen vorgefertigten Auswertungen bereitstellen könnten. Auch externe Daten könnten integriert werden und Daten aus den Oracle-Cloud-Applikationen stunden ohne ETL unmittelbar zur Verfügung. Das ist eine mächtige und wichtige Erweiterung der bislang mitgelieferten „Transactional BI“-Funktionalität. Mit dem aktuellen Entwicklungsstand der Cloud-Applikationen dürfte Oracle seinen Mitbewerbern meiner Einschätzung nach Jahre im Voraus sein.

In der Technologie-Keynote am Montag zeigte sich Ellison gewohnt kämpferisch: Der Oracle-Gründer versuchte in gewohnter Form aufzuzeigen, dass Oracle in puncto Cloud in allen Bereichen besser als Amazon (AWS) und Microsoft (Azur) abschneide. Hierfür zitierte er diverse Benchmarks, deren Seriosität möglicherweise auf den Prüfstand gestellt werden sollten. Allein die Oracle-Datenbank auf AWS könnte seiner Meinung nach mithalten, so das Fazit des Oracle-Gründers.

Einen Anspruch auf die Marktführung hegte Ellison allerdings ausschließlich in den Bereichen ERP-Cloud-Applikationen (inklusive SCM, HCM, Netsuite) und Autonomous. Für den sonst recht offensiven Ellison stellte diese Aussage ein realistischeres Ziel dar, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Alles in allem war die diesjährige OOW eine gelungene Veranstaltung mit interessanten Einblicken in die Oracle-Strategie und intensivem Netzworking auf internationaler Ebene.

 

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