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Oracle-Datenbank: Was bringt die neue Release-Strategie mit sich?

Die Version 12.2.0.2 der Oracle-Datenbank wird es nicht geben – zumindest nicht unter diesem Namen. Das erklärte Oracles Executive Vice President for Database Server Technologies Andy Mendelsohn auf der DOAG 2017 Datenbank in Düsseldorf (wir berichteten). Stattdessen wird das Software-Unternehmen ab sofort jedes Jahr eine neue Version freigeben, welche die entsprechende Jahreszahl als Release-Nummer tragen wird. Wie die Versionen dann benannt werden, ist noch nicht bekannt.

Was Oracle bereits 2016 mit den PSUs (Patch Set Updates) bzw. "Database Bundle Patches" begonnen hatte, soll sich nunmehr auch in der Namensgebung der Datenbank-Releases fortsetzen: Die Patch-Nummern entsprechen nämlich dem Tag, an dem das Patchset freigegeben wurde – also zum Beispiel 161018 für das Bundle Patch, das am 18. Oktober 2016 erschien.

Nun sollen auch die jährlich geplanten Datenbank-Releases nach einem ähnlichen Muster benannt werden. 

Die Vorteile des neuen Release-Management

Aus folgenden Gründen halte ich die neue Release-Planung für eine sehr gute Entscheidung:

  1. Ein Major Release pro Jahr: 
    Man kann jetzt damit planen, dass es einmal pro Jahr Erweiterungen bzw. neue Funktionen geben wird. 

  2. Es gibt kein – oder nur noch – "Einser"-Release(s): 
    Bekanntlich werden neue Major Releases selten produktiv eingesetzt. Man wartet lieber auf das stabilere Release xx.1.0.2. Das wird mit dem neuen Konzept nicht mehr möglich sein. Denn es gibt dann kein "Einser"-Release mehr, oder anders gesagt, nur noch "Einser"-Releases.

    Dafür greifen für Bug-Fixes künftig die sogenannten „Release Updates“ (RU) und „Release Update Revisions“ (RUR): Erstere sind mit den aktuellen Database Bundle Patches gleichzusetzen und werden diese auch ab Juli ersetzen. Die RUR sollen dafür auch Security- und Regression-Fixes eines RU beinhalten.

  3. Klare Unterscheidung zwischen Patch-Set und Major Release: 
    Endlich herrscht wieder Klarheit über den Inhalt von neuen Updates: Traditionell kamen die neuen Features mit dem Major Release xx.1.0.1, während xx.1.0.2 genutzt wurde, um Bug-Fixes zur Verfügung zu stellen.

    Doch regelmäßig war das Muster aus dem Gleichgewicht geraten. Beispielsweise war die In-Memory-Funktion mit dem Minor Release 12.1.0.2 ausgeliefert worden. In Zukunft werden wir uns jährlich auf neue Funktionalitäten in der Datenbank freuen können.

Doch die neue Release-Planung wirft auch ein paar Fragen auf: Interessant dürfte unter anderem die Auswirkung dieser Nummerierung auf den Compatibility Parameter werden. Eine weitere Frage gab es aus dem Auditorium während der Keynote der DOAG 2017 Datenbank: "Wie sieht eine zukünftige Zertifizierung als OCA, OCP, etc. aus? Eine jährliche Zertifizierung wird wohl kaum das Ziel sein", kommentierte ein Besucher.

Meine Antwort: Warten wir's ab.

Cloud First

Leider scheint sich auch in Zukunft herauszukristallisieren, dass neue Releases zunächst einmal nur für die Cloud zur Verfügung stehen und erst einige Monate später on-premises freigegeben werden.

Oracle XE

Einen kleinen Hinweis zur Oracle XE gab es dann noch am Rande der Veranstaltung: Mit der künftigen Datenbank-Version wird auch endlich die lang erwartete Oracle XE Database aktualisiert. Es bleibt also spannend.

 

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Zum Autor:
Johannes Ahrends
Themenverantwortung Datenbankadministration, Standard Edition,
Delegierte Datenbank bei der DOAG
johannes.ahrendsdoagorg
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