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Oracle Database Appliance

  • Von: Christian Luda
  • Vereinsleben Infrastruktur & Middleware
  • 06.07.2020

"Es gibt in diesen Zeiten viele Herausforderungen, die wir nur als Team meistern können."

Andre Lünsmann wurde am 18. April 2020 als neuer DOAG Vorstand und Leiter der Infrastruktur und Middleware Community kooptiert. 

Andre ist einer der Gründungsmitglieder des seit 2015 bestehenden DOAG Anwenderbeirats. Bei den Barmenia Versicherungen verantwortet er seit über zehn Jahren als Teamleiter die Bereiche Datenbanken und dezentrale Produktion. Als neuer DOAG Vorstand und Leiter der Infrastruktur und Middleware Community tritt Andre die Nachfolge des langjährigen Vorstands Jan-Peter Timmermann an. 

Seine Karriere bei der Barmenia beginnt der heute 57-Jährige im Jahr 1980. Hier macht Andre zunächst eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann und anschließend zum Versicherungsfachwirt. 1988 entscheidet er sich für eine weitere Ausbildung zum IT-Mitarbeiter mit den Schwerpunkten Cobol, Datenbanken und Jobcontrol BULL Host. Dieser neue Fokus hat für Andre zwei Beweggründe: "Seinerzeit wurden in der Barmenia alle Mitarbeiter mit Online-Systemen ausgestattet. Ich war auf der Fachbereichsseite für die IT-Anforderungen und die Durchführung der Tests verantwortlich. Zudem gelangte das Thema IT vermehrt in den Fokus der Politik, die sich davon eine Verbesserung der Kommunikation zwischen den EU-Staaten (damals noch EWG) versprach." 

Ab 1991 arbeitet Andre als Projektleiter für diverse Projekte im Mainframe-Umfeld. "Da die PCs noch in den Kinderschuhen steckten, waren der Einsatz eines Mainframe und die Programmierung in Cobol Standard", blickt Andre auf diese frühe Zeit zurück. "Ich war damals als Organisator für die Fachlichkeit verantwortlich und hatte einen zugewiesenen Programmierer. Die Programme stammten noch aus der Zeit, wo es keine Bildschirme gab und die Programmierung per Lochkarten erfolgte."  Während ältere Mitarbeiter noch ohne Bildschirm und über Belegerfassung programmieren, arbeitet Andre bereits mit Monitor und hat Timesharing-Zugriff auf die Systeme. "Der Compile-Vorgang eines Programms mit 10.000 Zeilen Code – was zu der Zeit durchaus eine normale Größe war – brauchte locker eine Stunde. Es kam daher vor, dass sich mein Programmierer schon um 14 Uhr mit den Worten ‚Ich gebe die Belege jetzt zum Kompilieren ab und teste dann morgen weiter‘ in den Feierabend verabschiedete." Da ihm dieses Procedere zu langsam erscheint, fängt Andre bald selbst an zu programmieren und wird somit einer der ersten "Organisationsprogrammierer". 

Im Laufe der Jahre ist Andre bei der Barmenia in viele spannenden IT-Projekte involviert. 2002 verantwortet er die Datenmigration nach z/Os und ab 2009 ist er in wechselnden Aufgaben Teamleiter für die Bereiche System Management, Produktionssteuerung und Datenbanken. Ein Projekt, an das er sich besonders gern erinnert, ist die Mainframe-Ablösung, die er von Mitte 2012 bis Mitte 2014 als Projektleiter verantwortet: "Wir haben damals eine selbsterstellte Emulation gebaut, die auf einer virtuellen Maschine lief. Viele Kollegen hielten diesen Weg für zu riskant, wenn nicht gar unmöglich. Bei der Produktivstellung konnten wir über Nacht die restlichen Daten übernehmen und dem Fachbereich schon am nächsten Morgen eine funktionstüchtige, viermal schnellere Anwendung zur Verfügung stellen. Im Laufe des Projektes sind wir immer mehr als Team zusammengewachsen."

Als die Barmenia den strategischen Wechsel auf Oracle einleitet, entsteht schließlich der Kontakt zur DOAG. "Wir waren zu Zeiten des z/Os Mainframe immer aktiv in den Usergruppen von DB2. Beim Wechsel auf Oracle waren wir zunächst mit der Einrichtung und der Migration beschäftigt", erinnert sich Andre. Auf seine Initiative hin wird die Barmenia 2012 DOAG-Mitglied. "Seither ist bei uns die DOAG Konferenz + Ausstellung ein gesetzter Termin. Wir haben versucht, Themen wie Architektur, Service Level, Monitoring und Performancetuning frühzeitig im Oracle-Umfeld zu etablieren. Daraus ist eine Zusammenarbeit mit Logicalis und Johannes Ahrends entstanden. Offensichtlich waren wir dadurch mit vielen Dingen früher als andere unterwegs und so ergaben sich schon 2013 erste Vorträge zu unseren Verfahren." Über den Kontakt und die Initiative von Johannes Ahrends unterstützt Andre fortan immer wieder Vorträge und Diskussionspanel der DOAG. Ab 2015 wirkt er als Gründungsmitglied im DOAG Anwenderbeirat mit. "Dadurch habe ich einen guten Einblick in die DOAG bekommen und war beeindruckt von den vielen ehrenamtlichen Helfern, die so tolle Veranstaltungen wie die DOAG Konferenz + Ausstellung oder die JavaLand auf die Beine stellen."

2019 ist Andre zum ersten Mal Gast der DOAG Delegiertenversammlung. Danach entschließt er sich, bei der nächsten Wahl selbst für die Delegiertenversammlung zu kandidieren, und wird gleich im ersten Anlauf gewählt. Neben dem starken Engagement der Verantwortlichen schätzt Andre die DOAG als starke Gemeinschaft gegenüber Oracle – insbesondere als Vertreter für kleine Oracle-Kunden: "Aus vielen Verhandlungsrunden mit Oracle weiß ich, wie schwierig es ist, gute Lösungen zu finden, wenn man nicht zu den Großabnehmern gehört."

Um vom Alltagsstress zu entspannen und neue Kraft zu tanken, spielt Andre in seiner Freizeit leidenschaftlich Tischtennis, fährt Fahrrad und verbringt Zeit mit seinen Kindern und Enkeln. Auf die neue Vorstandsarbeit blickt er mit Freude: "Ich möchte das tolle Team meiner Vorstandskollegen mit Ideen und meinem persönlichen Einsatz unterstützen und die DOAG fit für die Zukunft machen kann. Es gibt in diesen Zeiten viele Herausforderungen, die wir nur als Team meistern können. Wir müssen auch radikale Veränderungen zulassen, die deutlich über ein Facelift hinausgehen. Wenn wir unsere Kräfte bündeln, haben wir aber eine gute Chance, aus diesen schwierigen Zeiten neue Dinge entstehen zu lassen und die DOAG für künftige Anforderungen zu stärken."