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JCP

  • Von: Andreas Badelt
  • Javaland Java JCP Development
  • 06.10.2017

JavaOne: Die Highlights der Developer Keynote und Neues zum Dauerthema Java EE

Die knapp zweistündige, streckenweise langatmige Developer Keynote der JavaOne hatte zunächst Oracles neue Aktivitäten zur Einbindung der Community zum Thema. Bruno Borges und Stephen Chin redeten über die Oracle Code Events, die letztes Jahr ins Leben gerufen wurden. In einer Podiumsdiskussion ging es dann um das Dauerthema Java EE. Andreas Badelt, stellvertretender Leiter der DOAG Java Community, berichtet aus San Francisco von der JavaOne. 

“Be where developers are”, anstatt darauf zu warten, dass diese zu den großen Konferenzen reisen, sagte Bruno Borges zu den Code Events. Die Tour führte bereits durch 17 Länder, mit insgesamt 20 Events und über 10.000 Teilnehmern. Oracle verstärkt seine Bemühungen darüber hinaus deutlich, die Entwickler mit einer Offensive von Social Media und kostenlosen Online-Kursen an das Unternehmen zu binden.

Der Rest der Veranstaltung drehte sich dann darum, den Teilnehmern den neuen Application Development Stack und in erster Linie das Cloud-Angebot vorzustellen. Als roter Faden diente eine Mobile App zum Kauf gebrauchter Autos, mit der sich zu einem Autokennzeichen detaillierte Informationen inklusive ein von der App vorgeschlagener Kaufpreis abrufen lassen. Anhand des Beispiels wurden von den verschiedenen zuständigen Managern bei Oracle die einzelnen Teile der Plattform vorgestellt. Unterstützt wurde sie von Buster Benson, dem Head of Product Platform für das Kommunikationstool Slack, das noch nicht von Oracle gekauft wurde, aber offensichtlich eng mit Oracle zusammenarbeitet. Vorgestellt wurde die Container Cloud mit Kubernetes unter der Haube, das API Management basierend auf Apiary, die Integration von Scrum Boards und die Conversational-AI-Plattform zur Erstellung von Chatbots. Für letztere ist auch eine Integration in Slack geplant.

Zur Abrundung der Keynote hielt Gastredner Patrick Debois, der Initiator der DevOps-Bewegung, einen Vortrag mit dem Titel "From Serverless to ServiceFull”, in dem er die Welt der verteilten Services beleuchtete. Sein zentraler Punkt war der recht offensichtliche Fakt, dass man zwar nicht für die Services der Dienstleister verantwortlich ist, aber letztlich doch für das Funktionieren des Gesamtsystems gegenüber den eigenen Kunden.

Podiumsdiskussion zum Thema Java EE 8 mit MicroProfile

"Accelerating the Adoption of Java EE 8 with MicroProfile” war das Thema der Podiums-Diskussion. Auf der Bühne saßen die Vertreter der Gründerorganisationen von MicroProfile: Kevin Sutter (IBM), Mike Croft (Payara), Mark Little (RedHat) und David Blevins (Tomitribe). Oracle wurde durch David Delabassee vertreten. Durch die Diskussion führte John Clingan (RedHat). Es war gut zu sehen, dass die Kommunikation zwischen MicroProfile auf der einen Seite und Oracle bzw. Java EE 8 auf der anderen Seite gut zu funktionieren scheint. David Blevins schätzt, dass MicroProfile schon bald als innovative Speerspitze unter den Schirm von Java EE schlüpfen wird, da demnächst beide Projekte bei der Eclipse Foundation beheimatet sein werden.

David Delabassee sagte dazu, dass es für beide Projekte erst mal genug zu tun gäbe. Das EE4J-Projekt wird mit Sicherheit für viele Monate damit beschäftigt sein, die technischen, insbesondere aber rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen zu lösen, die mit dem Umzug verbunden sind. Die technischen Herausforderungen haben zum Beispiel mit dem Freigeben der bislang geheimen TCKs zu tun, die teilweise auf Test-Frameworks aus dem Zeitalter vor JUnit basieren und so wohl nicht in einem Open-Source-Projekt überleben werden.

Das sollte aber nur eine Kleinigkeit gegenüber den nicht-technischen Problemen sein und in den JSR-Projekten wird sich erstmal nicht viel tun. Ob sich da ein Termin in 2018 halten lässt, wie ihn Oracle für Java EE 9 angekündigt hatte, darf bezweifelt werden. Aber bis dahin wird auf jeden Fall einiges von MicroProfile zu erwarten sein, das dann später in Java EE 9 (oder wie auch immer es dann genannt wird) einfließen kann: Zum Beispiel die Configuration API oder vielleicht auch ein neues Transaction-Framework, das auch auf der JavaOne vorgestellt wurde und auf Basis des Narayana-Projekts Long Running Actions unterstützen soll, also nicht die bekannten ACID-Transaktionen, die für verteilte Services nicht gut funktionieren.