Zum Inhalt springen

JCP

  • Von: Andreas Badelt
  • Javaland JCP Java Development
  • 09.10.2017

Passender Abschluss der JavaOne mit der Community Keynote

Am letzten Tag der JavaOne findet traditionell die Community Keynote statt. Dieses Jahr bestand sie aus einem informativen Teil und einer Art Komödie, aufgeführt von Laiendarstellern aus den JUGs. Andreas Badelt, stellvertretender Leiter der DOAG Java Community, berichtet über den Abschluss der JavaOne aus San Francisco.

Der riesige Yerba Buena Ballroom im Marriott-Hotel neben dem Moscone Konferenzzentrum war für die Community Keynote gut gefüllt. Der informative Teil wurde wie im Vorjahr von IBM bestritten. Distinguished Engineer John Duimovich und sein Team berichteten über das gerade erst als Open Source freigegebene J9 – oder wie es jetzt auch OpenJ9 heißt. Der neue Low Pause Garbage Collector wurde dabei thematisiert, sowie der sehr geringe Speicherbedarf, der sich in der Cloud deutlich auf die Kosten auswirken könnte. Zum Stichwort Cloud gab es natürlich auch von IBM einiges zu hören: Genau wie Oracle baut IBM sein Cloud-Angebot für Entwickler massiv aus, darunter unter anderem Docker, Kubernetes und Messaging. Die Developer Cloud Platform soll DevOps den Ops-Anteil möglichst vollständig abnehmen. Ein wichtiger Bestandteil davon ist weiterhin der Application Server Liberty, dessen 3,5 Millionen Code-Zeilen kürzlich auch als Open Liberty freigegeben wurden.

Zum Schluss betrat der Co-Projektleiter John Clingang für MicroPofile die Bühne, um die bereits bei der Panel-Diskussion diskutierte Zusammenarbeit zwischen MicroProfile und EE4J vorzustellen. Aber ob sie rein über JSRs durchgeführt wird, wie zum Beispiel mit der Config API, oder ob MicroProfile sich unter das EE4J-Top-Level-Projekt begibt, ist noch nicht entschieden.

Große Bühne für Humor und Kunst

Es folgte eine Art humorvolles Theaterstück mit dem Titel “Community Keynote Reloaded”, angelehnt an die Matrix-Filme, mit Stephen Chin, Director Oracle Technology Network, als Regisseur: “They screwed up part two and three of the movie, so we have to fix that”, erklärte Chin zu Beginn. Am Ende wurde dann eine Skulptur in die Story integriert: Eine Wolke aus Gesichtern der JavaOne-Teilnehmer, aus Plexiglas ausgeschnitten. Die aufwendig gefertigte Skulptur wurde vom deutschen Künstlerpaar Mirja Wellmann und Wolf Nkole Helzle in den Tagen vorher geschaffen. Sie waren 2016 im Innovation Lab der JavaLand-Konferenz erstmals mit einer großen Java-Konferenz in Berührung gekommen und im selben Jahr dann auch schon zur JavaOne eingeladen worden. Die Keynote sollte bald auf YouTube verfügbar sein.

Die JavaOne war wieder eine sehr gute Veranstaltung. Nicht alle Vorträge waren sehr gut, aber in erster Linie geht es sowieso darum, die grundsätzliche Richtung des Java-Ökosystems mitzubekommen und einige Stichworte aufzuschnappen. Der Rest ist Networking und auch der wichtigste Aspekt. Die Cloud, das “Open-Sourcen” von allen Frameworks und Produkten, die nicht (mehr) zentral für die Wertschöpfung zuständig sind, sowie die Neuausrichtung der Spezifizierung von Java bei der Eclipse Foundation waren die großen Themen. Auch Blockchain und IoT als Hypethema der letzten Jahre konnten die Massen begeistern.