Keynote: Der Unterschied zwischen Fehlern und Versagen - Erfahrungen aus der Luftfahrt

Die Verkehrsluftfahrt ist in den fast 100 Jahren ihres Bestehens zu einem der sichersten Transportmittel geworden, obwohl Fliegen von erheblichen immanenten Risiken geprägt ist:
· Kein Flugzeug wird jemals eine „sichere Fahrgastzelle“ haben. Das hiermit verbundene Gewicht würde das Fliegen unwirtschaftlich machen.
· Es werden zum Betrieb große Mengen brennbarer Flüssigkeit benötigt.
· Flugzeuge bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit.
· Die menschlichen Sinnesorgane sind nicht für die Bewegung in der dritten Dimension ausgelegt.
· Ein Flugzeug kann in der Luft nicht anhalten.
· Es bewegt sich in großer Höhe und damit in einer lebensfeindlichen Umgebung.
· Es gibt weltweit eine große Anzahl extremer Wetterphänomene, denen Verkehrsflugzeuge ausgesetzt sein können.
· Auch heute noch werden an Piloten hohe Anforderungen an die Hand/Auge-Koordination gestellt, um Flugzeuge sicher zu steuern.

Dennoch ist das Flugzeug ein wesentlich sichereres Transportmittel als z. B. das Auto. 2012 starben auf deutschen Straßen 3600 Menschen (Qelle: Statistisches Bundesamt), dagegen kamen weltweit nur 414 Menschen bei Flugzeugunglücken mit Passagierflugzeugen ums Leben (Quelle: IATA).

In den fast 100 Jahren des Bestehens der kommerziellen Luftfahrt hat ein evolutiver Prozess stattgefunden, der von der Notwendigkeit bestimmt wurde, den zahlenden Passagieren das Flugzeug als sicheres Transportmittel plausibel zu machen. Diese Notwendigkeit besteht in der Luftfahrt in größerem Maße, als in anderen gefahrgeneigten Bereichen, denn:
„If you think about flying, a bad outcome comes to mind easily” (D. Kahnemann – Thinking, fast and slow, Macmillan 2011)

Donnerstag, 23.11.2017
11:00 - 11:45
Tokio
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Deutsch
Strategie & Business Practices
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