Dieser Artikel erschien zuerst im zweimonatlich erscheinenden ORAWORLD e-magazine, einer Publikation der EOUC mit spannenden Geschichten aus der Oracle-Welt, technologischen Hintergrundartikeln und Einblicken in andere User Groups weltweit. |
Einer der am häufigsten mit Preisen ausgezeichnete Chatbot ist Mitsuku, der auf der Pandorabot-API basiert. Wie groß mittlerweile die Developer-Szene rund um Chatbots ist, zeigt sich auf der Website dieser beliebten API: Über 220.000 Developer haben bisher mehr als 280.000 Chatbots für unterschiedlichste Zwecke entwickelt. Mitsuku ist wohl der bekannteste und kann zu den unterschiedlichsten Themen chatten – einer der Hauptgründe, die ihn sehr menschlich erscheinen lassen, im Gegensatz zu Bots, die nur einem bestimmten Zweck dienen. Die künstliche Intelligenz hinter Mitsuku lernt durch Erfahrung und durch die seit 2008 Millionen geführten Konversationen. Je mehr Menschen mit dem Bot sprechen, desto besser und natürlicher kann er antworten und Unterhaltungen führen.
Hilfe bei Angstzuständen und Depressionen verspricht der in den Facebook Messenger integrierte Woebot. Psychologen der Stanford Universität haben angeblich mehr als ein Jahr daran gearbeitet und die Wirksamkeit in Studien untersucht. Woebot arbeitet mit Antwortbuttons und erkundigt sich täglich nach dem Gemütszustand des Nutzers. Die Fragestruktur lehnt sich an die heutige Form der Gesprächstherapie – der kognitiven Verhaltenstherapie – an. Hier werden Menschen auffordert, ihre negativen Gedanken in ein objektiveres Licht zu rücken. Patienten werden angeregt, über ihre emotionalen Reaktionen auf Lebensereignisse zu sprechen. Dadurch sollen psychologische Fallen wie zum Beispiel Druck oder Angst erkannt und vermieden werden.
In der Welt von Start-ups werden täglich neue Unternehmen gegründet und konkurrieren um Fördermittel von Investoren. Pitchbot ist ein Web-basierter Bot für die Analyse von Präsentationen für Investoren und kann die Stärken und Schwächen eines Pitches erklären. Dabei werden konkrete Hinweise gegeben, wie die Präsentation für die Zielgruppe am besten aufbereitet werden sollte. Multiple-Choice-Fragen dienen dazu, das Produkt, das Team, das Wachstum und die Werte des geplanten Unternehmens zu evaluieren. Wenn die Antworten zeigen, dass der Plan aufgeht und theoretisch ein Start-up gegründet werden könnte, erhält der Nutzer einen Musterfinanzierungsplan, der erste Hilfe bietet. Fallen die Antworten negativ aus, wird nur die Tür gezeigt und der Pitch sollte erneut ausgearbeitet werden.
Melody ist ein medizinischer Assistent, der in einer Gesundheits-App des chinesischen Internet-Unternehmens Baidu integriert ist. Der Bot ermöglicht es Patienten, medizinische Fragen zu stellen und Termine mit Ärzten zu vereinbaren. Auch den Ärzten wird geholfen: Melody unterstützt mit einer Wissensdatenbank bei der Erstdiagnose des Patienten, indem es eine Reihe von Fragen stellt. Bots wie Melody haben das Potenzial, nicht nur Termine zu erstellen, sondern im Extremfall auch Notfallunterstützung zu entsenden. Für den Patienten können medizinische Assistenten eine ansprechende Möglichkeit bieten, schnell Hilfe zu erhalten, sodass ein Anruf oder Arztbesuch theoretisch nicht mehr nötig ist. Bisher ist die Gesundheits-App von Baidu nur in China erhältlich. Der Konzern möchte Melody aber auch für andere Länder verfügbar machen.
Penny ist in einer mobilen App zu Hause, um finanzielle Ausgaben in Konten zu identifizieren und zu kategorisieren. Dabei hilft die App, Kontobewegungen zu analysieren und bereitet Übersichten mithilfe von Charts auf. Der Bot möchte mit der Chat-Funktion und in einfachen Konversationen helfen, schneller und intuitiv den Überblick über Konten zu behalten und Zielvorgaben zu erfüllen – vor allem wenn mehrere Konten gleichzeitig betrieben werden. Dabei beantwortet er einfache Fragen zu den Ausgaben oder erklärt mit einer Coaching-Funktion bestimmte Begriffe aus der Finanzwelt.
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