"Das ist eine einfache Geschichte: Wir haben mehr Apps als sonst jeder", behauptet Oracle-Gründer Larry Ellison am Anfang seiner Eröffnungskeynote auf der Oracle Open World. Trotz <link home aktuelle-news article oracle-chef-ellison-tritt-zurueck-doppelspitze-mit-hurd-und-catz.html>Rücktritt als CEO (Chief Executive Office) vor etwa zehn Tagen, deutet alles darauf hin, dass der Oracle-Gründer im Konzern weiterhin die Fäden in der Hand hat.
Diese Aussage schließt eine lange Aufzählung aller Produkte aus dem Bereich Software-as-a-Service (SaaS) ab, die sich ungefähr so spannend wie das Vorlesen des Telefonbuches anhört: Marketing Cloud 84 (29 neue), Sales 69 (14 neue), Services 113 (14 neue), E-Commerce und Configure Price Quote 42 Lösungen (27 neue). Social Campaign, Listining & Data-as-a-Service 49 (36 neue). Die Liste hört nicht auf: Im Human Capital Management sind es mittlerweile 84 Applikationen (16 neue), im Enterprise Resouce Planning (ERP) 49 Cloud-Lösungen (14 neue). Hinzu kommen 47 Industrie-spezifische Anwendungen, wovon 32 neu sind.
Als der frisch nominierte Technologie-Chef mit dieser Liste fertig ist, hat ihn sein ferngesteuertes Präsentationsgerät längst im Stich gelassen. Er kehrt zum gewohnten "Next slide, please" zurück.
"Wir waren sehr beschäftigt", ergänzt der 70-Jährige. " In Sachen Apps war 2014 ein sehr arbeitsintensives Jahr". Innerhalb der letzten zwölf Monate hätte Oracle insgesamt über 2.000 Neukunden gewonnen.
Die große Ankündigungen sind aber nicht die Cloud-Applikationen an sich, sondern das Gesamtpaket: Die Oracle Cloud Platform, ein Set von Services, die die Entwicklung moderner Cloud-Applikationen ermöglicht. Anders gesagt: Die Applikationen erben die Features der Plattform. "Alles wird multitenant, social, mobile", fährt Ellison fort.
Diese Lösungen könnten laut Ellison per Knopfdruck in die Cloud verschoben werden. Dabei würde sich nicht eine einzige Zeile Code ändern. Das gelte auch inzwischen für die Oracle-Datenbank, insofern als Database-as-a-Service und die Datenbank-Version on-premise seit September 2014 identische Fähigkeiten hätten. Es sei auch möglich, in die Cloud zu wechseln und dann wieder zurück, meint Ellison.
Prahlen tut der Oracle-Gründer nicht mit den Applikationen, sondern mit der Datenbank: "Glauben Sie es oder auch nicht, aber wir sind der einzige Cloud-Anbieter auf dieser Welt, der seine eigene Plattform nutzt", versichert der Ex-Oracle-CEO. Die Spitzen teilt der Oracle-Gründer, wie üblich gekonnt aus. Salesforces ist dran, dann SAP. "Sie nutzen alle Oracle. Wovon sprechen wir denn eigentlich? Ich nutze dieselbe Cloud, die unsere Developer nutzen. Das macht Sinn. Aber niemand außer uns macht das. Habe ich mich klar ausgedrückt? Das ist hart, aber das ist die Wahrheit", stichelt er sichtbar amüsiert.
"Die Datenbank ist unser größtes Geschäft. Database-as-a-Service wird unser größtes Cloud-Geschäft sein", schlussfolgert die charismatische Persönlichkeit.
Infrastructure
Schneller Wechsel zum nächsten Cloud-Thema: Infrastructure-as-a-Service. Beim Verschieben der Applikationen bzw. Datenbank würden diese auch automatisch modernisiert werden:
Die Daten werden automatisch mit einem Faktor von 10:1 komprimiert und verschlüsselt. Ebenso seien nach diesem Prozess Mandantenfähigkeit sowie "Big Data In-Memory Processing" verfügbar. Ellison verspricht noch mehr Automatisierung: Provisioning von Elastic Compute und Storage, Backup & Recovery, Patching & Upgrade, Data Guard sowie ein komplettes Monitoring und Management Portal. Ein automatisches Provisioning von RAC soll bald folgen.
Das Ganze Infrastructure-as-a-Service will Ellison zu "Commodity Pricing" anbieten: Er verspricht die gleichen Preise wie Amazon.
Hardware
Einige Neuigkeiten gab es auch in der Hardware: die "Zero Data Loss Recovery Appliance" ermöglicht eine Wiederherstellung der Daten ohne Verluste, indem die Appliance alle Änderungen in Echtzeit protokolliert. "Der Name ist brillant, weil er so kurz ist", kommentiert der Täufer den Namen der Maschine.
Das Flash-Storage-System FS1 soll laut Oracle im November herauskommen und bei halbem Preis wesentlich schneller sein als EMCs XtremeIO. Angekündigt wurde auch die SPARC M7 Mikroprozessoren Software in Silicon.

