Sie waren ursprünglich Teil der Mordkommission in Köln. Wie kam es dazu, dass Sie Ihr Berufsfeld gewechselt haben und Werbefachmann wurden?
Dazu muss ich ein wenig ausholen. Als ich seinerzeit Abitur gemacht habe, stand ich vor der Wahl, entweder zur Polizei zu gehen oder Grafikdesign zu studieren. Ich habe mich für die Polizei entschieden und hatte dort nach 13 Jahren das Gefühl, als Kriminaloberkommissar der Kölner Mordkommission alles erreicht zu haben, was in diesem Beruf für mich attraktiv war. Gleichzeitig hatte ich aber auch immer das Gefühl, dass die Kreativbranche für mich ebenfalls eine gute berufliche Wahl gewesen wäre. Also habe ich irgendwann beschlossen, einfach beides zu tun und einen beruflichen Wechsel vorzunehmen. Diesen habe ich mit einem Abendstudium zum Kommunikationswirt an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation begonnen, im Jahre 1991 den Polizeiberuf gekündigt und mich mit einer Werbeagentur selbstständig gemacht. Quasi vom Nullpunkt weg. Hat glücklicherweise funktioniert und macht mir immer noch so viel Spaß, dass ich an ein Rentendasein gar nicht denken mag.
Und dann haben Sie den Sprung zum KI-Experten gewagt. Wie kam das zustande?
Es ist auch im Kreativbereich wichtig, sich zu spezialisieren. Das habe ich vor knapp zehn Jahren mit "Snack-Content", also kurzem Videocontent getan. Seither kreiere und produziere ich kurze Videos und Erklärvideos für sehr unterschiedliche Kundinnen und Kunden, darunter auch recht große wie Coca-Cola, Porsche, die Volksbanken und Raiffeisenbanken und so weiter. Dass man sich in dem Zusammenhang insbesondere mit Video-KI beschäftigen muss, ist wohl selbstverständlich und war es auch für mich. Seit dem ersten Tag, an dem es Video-KI gab, habe ich mich intensiv in dieses Thema hineingearbeitet und im letzten Jahr mit meiner Avatar-Masterclass eine eigene Marke dazu ins Leben gerufen. Im Rahmen der Avatar-Masterclass entwickeln wir Avatare, schulen Unternehmen und Teams – und sind natürlich nach wie vor mit kurzen Videos kreativ.
Sie sind geschäftsführender Gesellschafter der Snack-Content Company Deutschland GmbH. Wie setzen Sie Künstliche Intelligenz dort ein?
Wir setzen Künstliche Intelligenz bei der Videoproduktion ein und insbesondere bei der Entwicklung von Avataren.
Über Avatare sprechen Sie auch in Ihrem Vortrag "Face the Future - Neue Marketingwege mit Avataren" auf der KI Navigator 2025. Was genau erwartet uns in Ihrem Beitrag?
Das Thema Avatare findet in vielen Köpfen und bei vielen Marktteilnehmern ausschließlich in Form von "digitalen Zwillingen" statt. Bei uns geht das deutlich weiter. Wie viel weiter, das ist unter anderem Thema meines Vortrags, ebenso wie einige vollkommen neue Kommunikationswege, die sich mithilfe von Avataren erschließen und dem Markt bislang weitgehend unbekannt sind.
Worauf freuen Sie sich auf der KI Navigator besonders?
Auf den Austausch mit allen, die im Thema KI und insbesondere Video-KI und Avataren Chancen und Potenzial für ihre Unternehmen sehen.
Wissen Sie schon, welche Sessions Sie auf der KI Navigator besuchen möchten?
Das wird schwer, weil es dort so viele gute Sessions gibt.
Was glauben Sie, wie die Zukunft von KI aussehen könnte?
KI wird in wenigen Jahren so selbstverständlich in unseren Alltag integriert sein wie heute das Internet. Sie wird nicht nur Werkzeug sein, sondern auch kreativer Partner, Coach und Hilfe bei allen wichtigen Entscheidungen. Die größte Herausforderung wird nicht ihre Macht, sondern unser Umgang mit Verantwortung, Ethik und Vertrauen sein.
Vielen Dank für das Interview! Wir freuen uns auf Ihren Beitrag auf der KI Navigator 2025.
Franz-Josef Baldus hält seinen Vortrag "Face the Future - Neue Marketingwege mit Avataren" auf der KI Navigator am 20. November um 9 Uhr im Raum Kyjiw.
Alle Informationen zum Event findet ihr auf der Website. Werft gerne einen Blick ins volle Programm rund um KI. Tickets sind noch im Shop erhältlich.


