Ein fast normaler Montag morgen, am Wochenende wurde im Rahmen des Release-Zyklus auf der Migrations-DB ein neuer Fixpack eingespielt und anschliessend wurden davon verschiedene Test-DBs geclont. So weit, so gut, aber dann nimmt das Elend sein Lauf.
Der Informatik-Leiter stellt fest, dass es auf den Test-DBs Probleme mit einem von ihm programmierten Service gibt, der sich irgendwie nicht mit der DB verbinden kann. Schnell findet er heraus, dass wohl gelockte User dafür verantwortlich sind. Schnell gibt er diese Information weiter an den Leiter der Applikationsentwicklung: "auf den Test-DBs sind die User gelockt, kannst Du das bitte mal klären".
Der Leiter der Applikationsentwicklung, gerade auf dem Weg in ein Meeting, hat natürlich auf die Schnelle keine Lösung parat und informiert den Service-Desk: "auf den Test-DBs sind die User gelockt, bitte schnellstens beheben!"
Der Service-Desk, der sich natürlich normalerweise nicht um gelockte Oracle-User kümmert, findet am Morgen den ersten der Kollegen, der sich mit Oracle auskennt und bittet ihn, die User zu entsperren, damit die Test-DBs zur Verfügung stehen.
Der Kollege erinnert sich, "da gab's doch schon mal nach einer Fixpack-Installation das Problem, dass alle User gelockt waren, das ist bestimmt das gleiche Problem, also schnell alle User entsperren und alles ist wieder gut." Gesagt, getan, User entsperren und alle sind zufrieden? Zumindest kehrt am frühen Morgen wieder Ruhe ein.
Zwei Stunden später: Ein Kollege der Applikationsentwicklung ruft den Oracle-DBA an: "Hallo, wir haben da noch ein Problem mit einem neuen User auf den Test-DBs. Der wurde im Rahmen der Fixpack-Installation am Wochenende neu angelegt. Dann wurde der Service wohl zu früh gestartet und hat sich mit dem falschen Passwort angemeldet und ist jetzt gelockt, aber das war ja eigentlich zu erwarten."
Der DBA entsperrt gemeinsam mit dem Applikationsentwickler den User auf den Test-DBs und der Service kann sich problemlos auf der Datenbank anmelden. Zusätzlich wird vereinbart, dass das Passwort zukünftig im Rahmen des "After-Clones" auf den richtigen Wert gesetzt wird, dann sollten die Locking-Probleme nicht mehr auftreten.
Was lehrt uns dieser Montagmorgen?
Hätten die richtigen Personen schon vorher miteinander gesprochen oder hätten die handelnden Personen bessere und genauere Informationen weitergeben, hätte ein größere Unruhe vermieden werden können.
Und die Moral von der Geschichte: Es geht nichts über eine gute und direkte Kommunikation.
In diesem Sinne, sprechen Sie miteinander!
Jürgen Vitek
stv. DOAG Themenverantwortlicher Hochverfügbarkeit und Open Source


