- Alle großen Datenbank-Hersteller können verlangen, dass bei neuen, bisher unbekannten Fehlern die Fehlersituation auf nativer HW/OS (nicht virtualisiert) nachgestellt werden muss. Die einzelnen Forderungen der Hersteller unterscheiden sich lediglich in den Formulierungen.
- Virtualisierung ist weder ein Ersatz noch ein Nachfolger für den von Oracle schon seit längerer Zeit propagierten Grid-Ansatz – sondern ergänzt diesen.
Die DOAG meint dazu:
Durch das Papier wird deutlich, dass Oracle die wachsende Bedeutung von Virtualisierungslösungen erkannt hat. Der Kunde kann die Oracle Datenbank (und anderes) produktiv auf VMWare und anderen Virtualisierungslösungen betreiben – eine wichtige Aussage, die früher in dieser Deutlichkeit nicht gemacht wurde. Allerdings ist nach wie vor kein Oracle-Produkt für andere Virtualisierungslösungen als die eigene Oracle VM zertifiziert. Damit hat der Kunde bei Problemen mit einer nicht zertifizierten Konstellation keinen Anspruch auf deren Beseitigung. Allerdings ist heute auch nicht mehr jede bei Kunden eingesetzte Lösung, beispielsweise beim Storage, zertifiziert.
Bezüglich Support hat sich nach Ansicht der DOAG nichts geändert: Kunden, die Oracle-Produkte auf VMWare betreiben, müssen bei unbekannten Fehlersituationen nachweisen, dass das Problem auch ohne den Einsatz von VMWare auftritt, damit Oracle Support sich darum kümmert. Dies ist laut Oracle bei anderen Datenbank-Hersteller ebenso.
Die DOAG wünscht sich, dass Virtualisierungs-Plattformen (nicht nur die von Oracle) vollständig supported werden, da sie in der Praxis oft im Einsatz sind.
Auch hinsichtlich der Lizenzierung von virtuellen Prozessoren hat sich nichts geändert. Oracle erkennt bei der Oracle VM nur in einer bestimmten Installationsart das Hard-Partitioning an, so dass dann nur die zugewiesenen Prozessoren zu lizenzieren sind. Bei Verwendungen anderer Virtualisierungslösungen müssen immer die gesamten Prozessoren des Servers bzw. des Server-Verbundes lizenziert sein. Hier sind die Wettbewerber im DB-Markt kundenfreundlicher und erkennen auch virtuelle Prozessoren an.
Die DOAG wünscht sich hier, dass Oracle ebenfalls virtuelle Prozessoren anerkennt.
Das Oracle Paper wird auf Anfrage an Partner und Kunden herausgegeben. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an Manuel Hossfeld bei Oracle.
Die Oracle Datenbank kann unter VMware, XEN, Hyper-V und Oracle VM unter produktiven Bedingungen betrieben werden. Kunden, die eine Oracle Datenbank auf Basis einer der genannten Virtualisierungs-Technologien betreiben und einen gültigen Supportvertrag besitzen, erhalten Support.