DBA versus DMA - Wer administriert eine Maschine wie die Exadata?

  • Erstellt von DOAG Online
  • Datenbank, Infrastruktur

Irgendwann ist es in jedem Unternehmen soweit: Die alte Hardware muss erneuert werden. Wer über den Horizont der traditionellen Systeme hinausschaut, wird zwangsläufig mit den sogenannten vertikal integrierten Systemen in Berührung kommen. Neben den technischen und finanziellen Anhaltspunkten einer solchen Maschine sollten bei der Evaluierung auch die strukturellen Aspekte berücksichtigt werden: Wer administriert eine Maschine wie die Exadata?

Irgendwann ist es in jedem Unternehmen soweit: Die alte Hardware muss erneuert werden. Wer über den Horizont der traditionellen Systeme hinausschaut, wird zwangsläufig mit den sogenannten vertikal integrierten Systemen in Berührung kommen. Neben den technischen und finanziellen Anhaltspunkten einer solchen Maschine sollten bei der Evaluierung auch die strukturellen Aspekte berücksichtigt werden: Wer administriert eine Maschine wie die Exadata?

Sie heißen je nach Hersteller "Engineered Systems", "Converged Systems", "Unfied Computing Systems", "Expert Integrated Systems", "PureSystems" und haben Eins gemeinsam: Es handelt sich um vertikal integrierte Systeme, die aus optimierter Soft- und Hardware bestehen. Zu diesem Thema stellt die Bitkom ein aktuelles Whitepaper zum Download zur Verfügung.

Betrachtet man die Oracle-Produktpalette im Bereich Appliance, so hat man sofort die für die Datenbank-optimierte Maschine Exadata auf der Zunge. Man spricht inzwischen von rund 60 deutschen Kunden, die eine oder mehrere Exadata-Systeme einsetzen. Die Datenbank-Maschine scheint auch in der Praxis zu überzeugen: Wer es einmal kaufe, schlage später noch mal zu, heißt es.

Vertikale Maschine – horizontale Struktur: Kann das gut gehen?

So interessant der Einsatz von Exadata in Sachen Performance sein mag – es bedeutet zugleich in den meisten Fällen eine strukturelle Umstellung: Wer an der bekannten horizontalen Struktur klebt, sollte sich den Kauf einer solchen Appliance vielleicht zweimal durch den Kopf gehen lassen. Eventuell muss die klassische Organisationsform mit den klar getrennten Bereichen Netzwerk, Storage, Betriebssystem, Datenbank und Applikation nicht komplett über den Haufen geworfen werden. Diese sollte man jedoch auf jeden Fall überdenken.

Denn das Administrieren des Systems erfordert in einem traditionell strukturierten Umfeld eine umfangreiche Koordination und ein intensives Zusammenarbeiten zwischen den Abteilungen. Der Grund ist denkbar einfach: Der Betrieb einer Exadata fällt zu 60 Prozent in den Tätigkeitsbereich des Datenbankadministrators. 20 Prozent fallen für die Administration der Storage-Zellen und weitere 20 Prozent für die Linux und die restlichen Komponenten an (wie zum Beispiel Infiniband und Netzwerk). Diese Richtwerte von Oracle haben Exadata-Anwender inzwischen längst bestätigt.

Der DBA wird zum DMA

Dem etablierten horizontalen Modell steht ein zweites Modell gegenüber: Eine vertikale Struktur, die die Bereiche Datenbank, System und Storage vereint. Bei diesem Lösungsansatz kümmert sich ein einziges Team um die Administration der Maschine. "Bei uns machen es die DBAs", bestätigt ein Teilnehmer des Regionaltreffens NRW im Mai in Düsseldorf. Naheliegend sei es, weil die meisten Aufgaben im Datenbank-Bereich anfielen.

Die Vorteile sind nicht unerheblich: Ob Management, Patching, Fehlerdiagnose oder Provisioning – im Normalfall kann alles teamintern geklärt werden. Das bedeutet: direkte Abstimmungswege und kurze Reaktionszeiten. Auch die Kommunikation mit Oracle wird vereinfacht, denn es gibt nur noch eine einzige Schnittstelle zum Hersteller.

Der vertikale Ansatz ist von Oracle vorgesehen: Exadata-DBAs hat das Unternehmen in DMA unbenannt. Es steht für Database Machine Administator. Bei einem Wechsel von einer horizontalen Ausrichtung in eine vertikale verspricht der Appliance-Hersteller zwischen 20 und 40 Prozent Ersparnisse.

Damit das Konzept aufgeht, müssen sich DBAs allerdings neue Kompetenzen aneignen. "Ein DBA mit RAC- oder Clusterware (und eventuell Data Guard)-Know-how hat sehr gute Voraussetzung", schreiben die Exadata-Spezialisten von avato in einem <link formes servlet>ausführlichen Whitepaper zum Lifecycle der Exadata, das die DOAG zum Download anbietet.

Exadata-Kenntnisse zusätzlich zu Linux und EM12

Zusätzlich zu Datenbankerfahrungen mit den aktuellsten Versionen (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 11.2 und/oder 12.1) sind auch RAC- Kenntnisse erforderlich. Gleiches gilt für den Enterprise Manager Cloud Control 12c. Um das vorgesehene Betriebssystem Oracle Enterprise Linux (zusätzlich ggf. Solaris x86) kommt man nicht herum.

Ungeachtet dieser Kenntnisse müssen sich DMAs natürlich auch Exadata-spezifische Kenntnisse aneignen. Es betrifft die Architektur des Systems selbst und die maschinenspezifischen Software-Features. Darüber hinaus sollte man auch schon zum Beispiel von InfiniBand, Storage Cells oder Flashdisks gehört haben.

Beste Lösung evaluieren

Stefan Panek betreut das Thema Engineered Systems bei der DOAG. Der avato-Mitarbeiter berichtet von den Projekten, die er im Rahmen seiner Beratertätigkeit betreut und schlussfolgert: "Mir sind zahlreiche Unternehmen bekannt, die mitten in der Diskussion um das geeignete Modell stehen. Vor diesem Hintergrund entstehen aktuell vielfach Hybrid-Lösungen: Ein Mix zwischen horizontaler und vertikaler Struktur."

Die beste Lösung muss wohl jedes Unternehmen für sich evaluieren.