Der Java Community Process soll schlanker, agiler und transparenter werden

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Patrick Curran, Chairman des Java Community Process (JCP), hat in Deutschland für den JCP geworben. Bei seinem Auftritt auf der DOAG 2012 Konferenz + Ausstellung in Nürnberg am Donnerstag berichtet er über die laufende Umstrukturierung des JCP und wirbt gleichzeitig für die aktive Mitarbeit der Community. Dies war auch einen Tag später am selben Ort Thema bei der Mitgliederversammlung des Interessenverbund der Java User Groups e.V. (iJUG), zu der Curran als Gast eingeladen war.

Der Vortrag auf der Konferenz drehte sich im wesentlichen um die drei Phasen von Maßnahmen, die den JCP schlanker, agiler und transparenter machen sollen. Die geplanten Maßnahmen werden konsequenterweise selbst als Java Specification Requests innerhalb des JCP geführt werden (JSRs 348, 355 und 358).

Die erste Phase – mehr Transparenz und Community-Beteiligung an JSRs sowie strengere Regeln für den zügigen Fortschritt eines JSRs – ist bereits abgeschlossen. Allerdings sind noch nicht alle aktiven JSRs auf die ensprechende Version 2.9 des JCP migriert worden, damit diese Regeln auch für sie gelten.

Eine der Aufgaben Currans besteht momentan darin, die jeweiligen Specification Leads davon zu überzeugen. Gleichzeitig appellierte er an die Besucher seines Vortrags, diese Verbesserungen zu nutzen und sich aktiv in die Weiterentwicklung von Java einzubringen, etwa im Rahmen des „Adopt a JSR“-Programms der Java User Groups.

Auch die zweite Phase – Zusammenlegung der beiden Executive Committees für Java SE/EE und ME sei prinzipiell abgeschlossen – bei den Wahlen in 2013 erfolge nur noch eine Verkleinerung des Gremiums. Alle aktuellen Mitglieder müssen sich dann der Wiederwahl stellen, um das Verfahren gerecht zu gestalten.

Die dritte Phase, die unter anderem die Überarbeitung des Java Specification Participation Agreements (JSPA) beinhaltet, ist laut Curran der „furchterregendste“ Teil. Hier würden die Anwälte der am JCP beteiligten Unternehmen jedes geänderte Wort begutachten, da dies weitreichende Auswirkungen auf das geistige Eigentum (intellectual property) der Unternehmen haben könne. Von daher werde diese Phase eine Weile dauern.

Der iJUG nutzte die Gelegenheit, um Curran zur am darauffolgenden Tag stattfindenden Mitgliederversammlung einzuladen. Zwei Stunden lang wurde über Details des JCP und mögliche weitere Verbesserungsmaßnahmen diskutiert, beispielsweise wie einem deutschsprachigen Java-Entwickler die selbst für native speaker schon kaum verständlichen Klauseln des JSPA erklärt werden können, und welche Verbesserungen auf der „jcp.org“-Seite noch vorgenommen werden sollten, um den Zielen „Transparenz“ und „einfache Mitwirkung“ noch näher zu kommen. Darüber hinaus diskutierten die anwesenden JUG-Vertreter, wie sie sich mit ihren User Groups beziehungsweise mit dem iJUG insgesamt noch weiter engagieren können – zu ihrem eigenen Nutzen und zum Nutzen von Java.