Die Projekterfahrung: So findet man die wirklich guten Oracle-Datenbank-Spezialisten (m/w)

  • Erstellt von Robert Marz
  • Datenbank, Development

Es ist nicht einfach, den richtigen Oracle-DBA oder -Datenbank-Entwickler zu finden. Denn es gibt viele Informatiker, die sich Oracle-Spezialisten schimpfen. Allerdings besitzen diese nicht immer die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen, um als Fachmann zu gelten. DOAG Online verrät ein paar Tipps, die bei Job-Interviews helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

  • Projekterfahrungen beschreiben lassen

Die bereits durchgeführten Projekte sind natürlich besonders spannend, lassen sie doch auf die Praxiserfahrung des Bewerbers schließen. Lassen Sie sich die Details einiger Projekte ausführlich erzählen. Fragen Sie nach Details, zum Beispiel nach Herausforderungen und Lösungswegen. Wenn der Kandidat ins Schwimmen gerät, war seine Rolle im Projekt vielleicht doch nicht so groß und verantwortungsvoll, wie er Sie im Lebenslauf behauptet.

  • Alles hinterfragen, was im Lebenslauf angegeben wurde

Der Lebenslauf wird zum Vorselektieren der Kandidaten herangezogen. Entsprechend verführerisch ist es, sein Wissen durch Allgemeinplätze in besserem Licht dastehen zu lassen. Tauchen dort Stichpunkte wie “Performance Tuning”, “Backup und Recovery” oder “Oracle RAC” ohne weitere Detaillierung auf, hinterfragen Sie es.

Nehmen wir das Beispiel Tuning. Lassen Sie den Bewerber sein letztes Tuning-Projekt beschreiben: Was war die Ausgangslage? Was das Ziel? Wie war das Vorgehen? Woher kamen die benötigten Daten?

Unterbrechen Sie den Redefluss mit Fragen wie “Was wäre, wenn...” und “Warum haben Sie das so gemacht?”, um ein Gefühl für den Problemlösungsprozess des Kandidaten zu bekommen. Es ist auch ein perfekter Anknüpfungspunkt, um technisches Wissen abzufragen. Tuningspezialisten sollten nicht nur wissen, was “Waitevents” sind und wie sie sich von “Latches” unterscheiden, sondern auch eine ganze Liste weiterer Begriffe benennen und erklären können.

  • DBAs müssen auch ohne Hilfsmittel auskommen

Ein guter DBA weiß, wie seine Datenbank funktioniert und braucht keine Werkzeuge. Es ist in Ordnung, ein Werkzeug zu benutzen um Aufgaben zu automatisieren oder Zeit zu sparen. Aber er sollte trotzdem immer im Detail wissen, wie man die Aktionen auch manuell auslösen kann.

Antworten wie “Ich hab das mit dem Enterprise Manager gemacht” oder “Da gibt es ein Skript für” sollten die Alarmglocken schrillen lassen. Hier müssen Sie unbedingt nachhaken: Was ist das für ein Skript? Von wem? Ist es universell einsetzbar? Wo sind die Einschränkungen? Was ist, wenn der Enterprise Manager nicht verfügbar ist, oder selbst ein Problem hat?