Zum Inhalt springen
  • Von: Marina Fischer
  • Business Solutions Logistik & SCM
  • 18.06.2018

DOAG 2018 Logistik + IT: "Digitalisierung heißt nicht: Man schreibt vor alles 'Digital'"

Rund 50 Teilnehmer kamen am 14. Juni bei der DOAG 2018 Logistik + IT im GS1 Germany Knowledge Center in Köln zusammen, um sich über die Chancen der Digitalisierung in der Logistik-Branche auszutauschen.

Ein intelligenter Kühlschrank, der darüber Auskunft gibt, welche Nahrungsmittel gebraucht werden und in welchem Supermarkt man diese bekommt – vielleicht ist das schon bald Realität. Bei der ersten Führung der DOAG 2018 Logistik + IT konnten die Teilnehmer das digitale Einkaufserlebnis der Zukunft schon einmal live erleben. Ausgestattet mit einem iPad und ihrem persönlichen Avatar erkundeten die Teilnehmer den zukünftigen Supermarkt samt unsichtbaren Barcodes und personifizierten Produkthinweisen wie zum Beispiel Coupons oder Allergieinformationen.

„Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“

Wie gestaltet sich die Wertschöpfungskette in Zeiten der Digitalisierung? Der Keynote-Speaker Dennis Schenkel, Projektmanager und Consultant bei neuland, hatte einige Denkanstöße im Gepäck. Seine Mission: Die Digitalisierung so zu nutzen, dass „wir keinen zweiten Planeten brauchen“. Dank der fortschreitenden Dematerialisierung scheint dies nun möglich: Wenn beispielsweise Bahntickets mehr und mehr in digitaler Form in der Handy-App genutzt werden, oder Apps plötzlich Schlüssel ersetzen, sinkt der Ressourcenverbrauch drastisch. Daher sein Appell: „Nutzen wir die Digitalisierung und gestalten wir die Erde 5.0!“ Im Anschluss an seinen Vortrag entwickelte sich eine angeregte Diskussion, was nicht zuletzt den vorgestellten drei Grundsätzen der Digitalisierung und deren möglicher sozialer, politischer und ökonomischer Folgen geschuldet war:

  • Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.
  • Alles was vernetzt werden kann, wird vernetzt.
  • Alles was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

Austausch über die Potenziale der Digitalisierung

In zwei Streams drehte sich einen Tag lang alles rund um „Digitale Transformation und Logistik 4.0“ sowie Oracle-basierte Digitalisierungslösungen für Supply Chain und Logistik. Industrie 4.0, neue Technologien wie Amazons Alexa, Blockchain und Cloud sowie Echtzeitanalysen sind nur einige Themen der zahlreichen Fachbeiträge der Veranstaltung und zeigten anschaulich die Aktualität der Branche.

Bei der zweiten Führung am Mittag machten die Teilnehmer Bekanntschaft mit dem Roboter „Ava“, der die sechs Stufen der Wertschöpfungskette vom Erzeuger zum Shopper mit multimedialer Unterstützung zeigte. Das innovative GS1 Germany Knowledge Center bot damit das ideale Umfeld der Veranstaltung, und selbst in kleinen Details des Hauses, wie etwa digitalen Raumschildern, war der Funke der Digitalisierung zu entdecken.

Welche Kompetenzen brauchen wir für die Digitalisierung?

In seiner Abschlusskeynote machte Winfried Felser, Geschäftsführer bei NetSkill Solutions und Betreiber des Experten-Netzwerks Competence Site, seinen Standpunkt deutlich, dass 4.0 nicht auf technische Innovationen beschränkt sein sollte. Stattdessen stelle für ihn der Mensch immer noch den wichtigsten Faktor der Digitalisierung dar. Daher sei eine neue Sicht auf unsere Kompetenzen erforderlich. Denn so manches könne der Mensch dann doch immer noch besser als Maschinen. Außerdem warnte er davor, dass Digitalisierung nicht heißen würde, einfach vor alles das Wörtchen „Digital“ zu schreiben. Frei nach dem Dirks-Meme (nach Thorsten Dirks, CEO von Eurowings) bliebe „ein digitalisierter Scheißprozess (…) immer noch ein scheiß digitaler Prozess“. Ein Statement, das im Publikum für einige wiedererkennende Lacher sorgte.

Michael Baranowski, DOAG-Themenverantwortlicher Logistik & SCM, zeigte sich begeistert von der Entwicklung der Logistik-Branche: „Seitdem wir über 4.0-Themen sprechen, über e-Commerce und Same-Day-Delivery, ist Logistik ein echtes Trendthema geworden, das den Markt ungemein bewegt. Die DOAG 2018 Logistik + IT bot daher für die Teilnehmer den idealen Rahmen, um neue Impulse für das eigene Unternehmen zu generieren und sich auszutauschen.“