Mit der Cloud-Umfrage von 2018 hat sich die Hoffnung erfüllt, neben Nutzern der Cloud-Services von Oracle auch Nutzer anderer Anbieter sowie Nicht-Nutzer von Cloud Computing zu mobilisieren. Die Befragten lassen sich in vier größere Gruppen aufteilen: Die größte Gruppe setzt sich aus den Nutzern der Dienste anderer Cloud-Anbieter als Oracle zusammen (33 Prozent), mit 22 Prozent sind die Befragten vertreten, die Cloud Computing kennen, jedoch nicht am Einsatz interessiert sind. 17 Prozent nutzen Cloud Computing aus dem Portfolio von Oracle, weitere 17 Prozent haben den Cloud-Einsatz in Planung. Lediglich 7 Prozent haben sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt.
Die Unternehmenssektoren, in denen die Befragten tätig sind, fallen ebenso wie ihre jeweilige Position äußerst vielfältig aus: Am stärksten vertreten sind die Dienstleistungen (43 Prozent), Sonstiges (20 Prozent), Banken und Versicherungen (13 Prozent), Industrie (10 Prozent), Energie- und Wasserversorgung (8 Prozent), Öffentliche Verwaltung (6 Prozent). Unter den Befragten gehörten die Datenbankadministratoren zu der größten Gruppe (34 Prozent). Entwickler und Architekten machten 16 Prozent aus, CEOs 11 Prozent, Projektmanager 10 Prozent, Sonstiges 6 Prozent, System-/Netzwerkadministrator 4 Prozent, CIO, RZ-Leiter, Bereichsleiter einer Fachabteilung jeweils 1 Prozent.
Sicherheit - der alles entscheidende Faktor
Bei der Frage nach den wichtigsten Faktoren für die Auswahl eines Cloud-Anbieters spielen Sicherheits- und Kostenaspekte eine überragend wichtige Rolle. Als nahezu exakt gleichbedeutend werden die beiden Faktoren Sicherheitsanforderungen und Cloud-Zentren in Deutschland/EU bewertet. Vor diesem Hintergrund könnte sich die Entscheidung von Oracle für Availability Domains in Frankfurt als wichtiger Schritt in die richtige Richtung erweisen.
Auffällig abgeschlagen sind Zertifikate als ausschlaggebender Faktor für die Wahl eines Cloud-Anbieters. Lediglich 7 Prozent betrachten diese als besonders wichtig, 30 Prozent noch als wichtig, 35 Prozent bereits als nicht so wichtig, und 14 Prozent gar als gänzlich unwichtig. Es ist in diesem Zusammenhang auffällig, dass die Punkte, welche von den Befragten als (besonders) wichtig betrachtet werden, unmittelbar oder mittelbar mit Sicherheitsaspekten zu tun haben. Die Zertifikate eines Cloud-Anbieters, die durchaus aussagekräftig sind und regelmäßig auch die Sicherheit von Anbietern unter die Lupe nehmen, fallen trotzdem nicht allzu sehr ins Gewicht. Es ließe sich vermuten, dass die Nutzer von Cloud Computing bei einer solch wichtigen Frage wie der Datensicherheit ihres Unternehmens externen Prüfstellen nicht so sehr trauen wie ihrer eigenen Prüfung, und ein Zertifikat eher als interessantes, aber eben wenig wirklich aussagekräftiges Beiwerk betrachten.
Was spricht gegen Cloud Computing?
Auch bei der Frage, welche Kriterien konkret gegen Cloud Computing sprechen, spielt Sicherheit eine überragende Rolle.
Daneben stehen auch Performance-Bedenken im Vordergrund:
• „Für viele Services reicht die Bandbreite einer Cloud-Anbindung nicht aus, Performance-Bedenken.“
• „Teilweise sind die Systeme „Echtzeit“-Systeme mit einer notwendigen garantierten Antwortzeit <0,2 Sekunden (bei Socket-Kommunikation).“
Die Kostenfrage
Aus der Befragung der Teilnehmer, die das Cloud Computing in Ihrem Unternehmen einsetzen, lässt sich die vermutlich erstaunlichste Erkenntnis der vorliegenden Umfrage gewinnen: Hier tut sich zwischen dem Wissensstand der tatsächlichen Nutzer und dem Zweifel der der Nicht-Nutzer an einer Kostenersparnis eine Kluft auf.
Für (alle) Befragten spielen in erster Linie die Einsparung von Ressourcen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen Cloud Computing. Als wichtig werden weiterhin die Einsparung der Raumkosten und der Hardware gesehen. Ein faires und transparentes Abrechnungsmodell gehört zu den tragenden Aspekten für die Auswahl eines Cloud-Anbieters (für 52 Prozent besonders wichtig, für 39 Prozent wichtig). Den Kosten kommt also eine große Bedeutung zu, und erwartungsgemäß ist „kein Kostenvorteil“ einer der Faktoren, der für viele Befragte gegen die Nutzung von Cloud Computing spricht.
Nun ist interessant, dass 16 Prozent der tatsächlichen Nutzer von Cloud Computing (sowohl Kunden von Oracle als auch anderen Anbietern) eine „signifikante“ Kostenersparnis durch die Nutzung von Cloud-Services konstatieren. Lediglich 5 Prozent geben an, höhere Kosten als erwartet gehabt zu haben, während 28 Prozent „keine Informationen“ über den Kostenstand und 3 Prozent „nicht transparent“ angeben.
Umso überraschender ist, dass sich lediglich 21 Prozent der Befragten gut über Oracle-Services und das neue Preismodell informiert fühlen, während ganze 25 Prozent noch Fragen haben, 27 Prozent lose davon gehört haben, 16 Prozent noch nie, und 11 Prozent sich darüber gar nicht sicher sind.
Es ist also zu vermuten, dass eine weitaus offensivere Kommunikationspolitik sowohl gegenüber Oracle-Nutzern als auch externen Nutzern zu einer weiteren Beschäftigung mit der Thematik sowie einer Öffnung dem Thema gegenüber führen könnte.
PaaS und IaaS immer wichtiger für Unternehmen
Immerhin 48 Prozent der Befragten sehen den Einsatz Cloud-spezifischer Services als besonders wichtigen oder wichtigen Grund an, Cloud Computing zu nutzen. 44 Prozent möchten ihren Entwicklungsprozess effizienter gestalten, 33 Prozent möchten eine DevOps-Strategie entwickeln. Bei einer Gesamt-Teilnehmerzahl von 162 zeigt dieses Ergebnis, dass die Cloud einer nicht unerheblichen Zahl von Nutzern nicht nur dazu dient, Kosten zu sparen, sondern auch die Entwicklungsabteilungen ihrer Unternehmen die Arbeit zu erleichtern.
Mit einigem Abstand werden beim Hosting interner Systeme, bei externen Diensten sowie bei Software Tests PaaS-Modelle eingesetzt. Auch bei der Frage, welches Oracle-Angebot für Cloud-Nutzer am relevantesten ist, liegen das IaaS- sowie das PaaS-Angebot mit Abstand vorn, gefolgt vom Angebot im SaaS-Bereich.


