DOAG Datenbank Kolumne: Die neue Oracle XE-Version ist da!

  • Erstellt von Johannes Ahrends
  • Datenbank Kolumne, Oracle, Datenbank

Als im Oktober 2018 die Oracle 18c XE-Version an den Start ging, waren viele Oracle-DBAs ziemlich erstaunt.

Mit einer derart reichhaltig ausgestatteten, kostenlosen Datenbank hatten wir nicht gerechnet. Ob Advanced Security, Advanced Compression oder gar die InMemory-Option, viele der sündhaft teuren Datenbank-Optionen waren in XE enthalten und konnten nach Belieben eingesetzt werden. Und Oracle kündigte an, von jetzt an jedes Jahr eine zur aktuellen Datenbank-Version passende XE zu publizieren – leider blieb es bei der Ankündigung...

Aber jetzt hat das Warten ein Ende: Im September 2021 erschien, heiß ersehnt, die neue Express-Edition-Version auf Basis von 21c, genauer 21.3. Auch weiterhin enthält diese Datenbank viele der interessanten Datenbank-Optionen und Features, zum Beispiel die Partitioning-Option, Flashback Database und Centrally Managed Users (also die Anbindung an Active Directory). Sogar die Multitenant- Option ist enthalten, so dass man mit in einer XE-Datenbank bis zu 252 Pluggable Databases anlegen kann.

Wenn denn die Ressourcen dafür ausreichen. Wie schon für die Version 18c gelten die gleichen Restriktionen und noch einige weitere:

  • Maximal 2 CPU Cores
  • Maximal 2 GB RAM
  • Maximal 12 GB Userdaten

Neu ist die Restriktion, dass nur eine Datenbank pro "local Environment" betrieben werden darf. Das bedeutet, dass es pro Server, VM oder Docker Image nur eine XE-Datenbank geben kann. Wobei das nicht ganz richtig ist: Es darf auch mehrere Datenbanken geben, aber es kann nur eine Instanz gestartet werden.

Neu ist auch, dass es nicht mehr möglich ist, eine "Custom"-Installation der Datenbank durchzuführen. Zumindest der dbca erlaubt nur die Auswahl eines Templates: "XE Template". Und natürlich ist es nur noch möglich, eine Multitenant-Datenbank aufzubauen, denn eines der "Features" von 21c ist ja, dass NON-CDB nicht mehr supported ist.
 

Installation

Die Installation von XE gestaltet sich sehr einfach. Unter oracle/xe-downloads kann man sich ein entsprechendes rpm-Paket für Linux 7 oder 8 herunterladen und über "yum" beziehungsweise "dnf" installieren. Zielverzeichnis ist, wie bei vielen Linux Tools heute üblich, das /opt-Verzeichnis. Insgesamt ist die installierte Version circa 6 GB groß – warum auch immer.

 

Datenbankerstellung

Die Datenbank wird standardmäßig mit dem Befehl /etc/init.d/oracle-xe-21c configure erstellt. Dabei gibt es die Möglichkeit, einige wenige Parameter, etwa die Lage der Datafiles und den Character Set, über die Datei /etc/sysconfig/oracle-xe-21c.conf anzupassen. Alternativ kann man aber auch den dbca verwenden, wobei, wie bereits gesagt, auch hier die Einflussnahme überschaubar ist.

 

Fazit

Für Neueinsteiger in das Thema Oracle-Datenbanken kann die Oracle 21c XE sicherlich eine große Hilfe sein. Auch Entwickler werden sich freuen, dass sie mit tollen Features experimentieren können, um so vielleicht auch Druck auszuüben, wenn es um die Anschaffung neuer Datenbank-Lizenzen geht.

Für den produktiven Betrieb sehe ich die XE eher weniger, da es natürlich keinen Support und auch keine Patches dafür geben wird. Aber vielleicht reicht das ja auch für die ein oder andere Anwendung.

Wer mehr über die Möglichkeiten von Oracle 21c Express Edition wissen möchte, den lade ich gerne zu meinem Vortrag "Oracle 21c XE – alles umsonst" am Mittwoch, den 17. November um 11 Uhr im Rahmen der DOAG Konferenz + Ausstellung 2021 Online ein.

Johannes Ahrends

DOAG Themenverantwortung Datenbankadministration

 

Bild © Oracle