DOAG Datenbank Kolumne: Mein erster DOAG-Vortrag

  • Erstellt von Ernst Leber
  • Datenbank Kolumne, Vereinsleben, Datenbank

Ernst Leber denkt zurück an seine ersten Gehversuche auf einer großen DOAG-Konferenzbühne.

Was sich anhört wie der Titel eines Schulaufsatzes, wird der Sache durchaus gerecht.

Mitten hinein ins Geschehen. Ich hatte auf Anraten meines Chefs einen Vortrag zur DOAG 2011 Konferenz + Ausstellung eingereicht. Der Vortrag wurde angenommen und damit ging es los.
Vortrag erstellen und üben, üben. Mit sehr gemischten Gefühlen und sehr aufgeregt ging es dann zur DOAG nach Nürnberg, schließlich würde das mein allererster Vortrag vor Publikum überhaupt sein.

Nun denn, die Programmplaner waren gnädig mit mir und ich hatte am Dienstagmorgen direkt den ersten Slot im Raum Seoul. Die Nacht vor dem Vortrag hatte ich kaum geschlafen und war ziemlich früh wach. Also irgendwas frühstücken und los ins Congress-Center. Den Raum suchen, der Techniker war schon da und die Bild- und Tontests waren schnell absolviert.

Dann habe ich in aller Unruhe den Vortragssaal besichtigt, die Anzahl der Stühle gezählt (198 wenn ich mich richtig erinnere) und mir die Perspektiven im Saal angeschaut. Das ist etwas, was ich auch heute noch vor jedem Vortrag mache. Nach Möglichkeit höre ich mir einen Vortrag in dem Saal an, bevor ich dran bin.

Nun denn, rauf auf die Bühne, der Saal füllt sich und ich möchte überall sein, nur nicht hier:
Was mache ich eigentlich hier? Warum habe ich das bloß gemacht? Egal, die Blase meldet sich nervös. Also noch mal schnell auf die Toilette. Die Nervosität steigt, ich habe das Gefühl mit einem roten Kopf durch die Gegend zu laufen.
Wieder zurück auf die Bühne, geht das Karussell im Kopf wieder los. Ich wünsche mich weg von hier, stattdessen höre ich mich sagen: „Hier vorne sind noch zwei Plätze frei, kommen sie nach vorne!“

Es hilft nichts, es geht los. Das Publikum ist eine Art kompakte Masse. Die ersten Folien mit der Vorstellung sind geschafft, etwas holprig, wie ich finde.
Jetzt kommen die eigentlichen Vortragsfolien und das Wunder geschieht, ich werde ruhiger, registriere die Reaktionen der Zuhörer, kann einzelne Leute im Publikum erkennen und ich bin jetzt im Vortrag drin.

Es zahlt sich aus, dass ich den Vortrag geübt habe und meine Notizen nicht benötige.
Ich registriere die Zeit und sehe die gelbe Karte, die mir anzeigt, dass ich noch 15 Minuten Zeit habe. Gut. Das Timing passt.

Dann ist es geschafft. Der Vortrag ist vorbei, Fragen sind beantwortet, ich kann durchatmen und merke jetzt, dass mein Puls noch hoch ist. Aber das ist egal. Das Gefühl, einen hochroten Kopf zu haben ist immer noch da. Allerdings scheint das außer mir niemand zu merken.

Fazit:
Wie mein Chef sagte: „Entweder Du magst es, oder Du machst das nie wieder!“

Für mich steht fest, ich mag es und werde weiter Vorträge halten.

Ernst Leber
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