Ein KI-Projekt ist schnell gewünscht. Schwieriger wird es bei den Fragen nach den verfügbaren Daten: Wo liegen sie? Wie gut sind sie? Wer kennt ihre Bedeutung? In Folge 49 von DOAG VOICES spricht Dave König in der Edition DataWorld mit Matthias Jung von der ORDIX AG über diese oft unterschätzte Grundlage. Jung bringt langjährige Datenbankerfahrung mit – und richtet den Blick heute besonders auf die Menschen, die mit Daten arbeiten.
Governance soll Menschen befähigen
Data Governance klingt für viele nach Regeln, Einschränkungen und zusätzlichem Aufwand. Matthias Jung legt den Schwerpunkt anders: Beschäftigte sollen Daten sinnvoll nutzen können. Dazu gehören nachvollziehbare Zuständigkeiten, gemeinsame Begriffe und Wissen über Herkunft und Qualität.
Ein Datenkatalog kann dabei unterstützen. Doch auch eine aufwendig eingeführte Software bleibt wirkungslos, wenn sich niemand für die erfassten Daten verantwortlich fühlt. KI kann beim Erkennen und Einordnen von Daten helfen; unklare Bedeutungen und fehlende Verantwortung löst sie nicht von allein. Für Jung ist der entscheidende Schritt deshalb auch organisatorisch und kulturell.
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Wenn Kennzahlen keine Geschichte erzählen
Viele Reports zu besitzen, bedeutet noch nicht, datengetrieben zu entscheiden. Dave und Matthias fragen, welche Aussage eine Kennzahl hat und welches Handeln sie auslösen soll. Eine Tabelle mit Hunderten Zeilen mag Informationen enthalten – Orientierung gibt sie nicht automatisch.
“Wenn ich schlechte Datengeschichten sende, darf ich mich nicht beschweren, dass die Empfänger nicht drauf reagieren”, sagt Jung. Data Storytelling bedeutet für ihn, Zusammenhänge verständlich zu machen und Menschen abzuholen. Auch die Diskussion über Data Lakes führt zurück zum Datenverständnis: Wer Daten sammelt, muss ihre Herkunft, ihren Erhebungszweck und ihren weiteren Umgang nachvollziehen können.
Neue Aufgaben für DBAs – und Verantwortung im Betrieb
Ab 29:32 wechseln die beiden zu “Cloud Career Hot Takes”. Die Thesen reichen von KI aus Angst, etwas zu verpassen, bis zur Zukunft klassischer Datenbankadministration. Jung erwartet, dass Automatisierung Aufgaben verändert und neue Perspektiven in Datenqualität, Metadatenmanagement und Governance eröffnet. Spezialisierte Datenbankkompetenz bleibt für anspruchsvolle Systeme weiterhin relevant.
Beim abschließenden Vergleich von Oracle, PostgreSQL und MySQL rückt er die Verantwortung im Betrieb in den Mittelpunkt. Welche Kompetenzen sind vorhanden? Wer kann bei Problemen handeln? Und welche Abhängigkeiten geht ein Unternehmen bewusst ein? Die Folge lädt dazu ein, Datenstrategie, Technologieauswahl und digitale Souveränität gemeinsam zu betrachten.
Auf der DOAG 2026 Konferenz + Ausstellung (17. bis 19. November, Nürnberg) widmet sich Matthias Jung dem Thema in seinem Vortrag “Vom Libero zum Spielmacher: Der DBA in der Data Governance”.
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Fünf Editionen, viele Perspektiven
DOAG VOICES erscheint mit wechselnden Hosts und Schwerpunkten, die das breite Spektrum der DOAG-Community abbilden:
- DOAG VOICES People – Ein Mensch im Fokus
Persönliche Geschichten, die zeigen, was hinter Fachwissen steckt.
- DOAG VOICES FutureAI – KI im Hier und Morgen
Gespräche über Künstliche Intelligenz, Ethik und Zukunftsvisionen.
- DOAG VOICES DataWorld – Von Analytics und Solutions
Von Data Lakes über Analytics bis zu intelligenten Architekturen.
- DOAG VOICES CloudTalk – 100 % Cloud-Computing
Wie Cloud-Technologien Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwickler verändern.
- DOAG VOICES DevLand – The Next Generation Of Development
Moderne Softwareentwicklung zwischen Wandel und multiplen Perspektiven.
DOAG VOICES – einzigartige Stimmen aus der Welt der IT.


