Softwareentwicklung im Umbruch
Softwareentwicklung steht an einem Wendepunkt. Klassische Pro-Code-Stacks dominieren zwar weiterhin viele Projekte, doch Plattformen für Low-Code und No-Code sind längst aus der Experimentierphase herausgewachsen. Sie werden produktiv eingesetzt – in Unternehmen, im Mittelstand und zunehmend auch in der öffentlichen Verwaltung. Im DOAG VOICES Podcast in der Edition DevLand (The Next Generation of Development) mit Markus Bernhart und Vanessa Schmitz von der Low-Code Association wird deutlich: Die Frage ist nicht mehr ob Low-Code genutzt wird, sondern wie sinnvoll und unter welchen Rahmenbedingungen.
Markus Bernhart beschreibt Low-Code dabei nicht als Gegenentwurf zur klassischen Entwicklung, sondern als logische Weiterentwicklung: “Low-Code hat nie versprochen, Denken zu ersetzen – sondern Softwareentwicklung mit anderen Mitteln möglich zu machen.”
Neue Rollen, neue Verantwortung
Mit Low-Code verändern sich auch Rollenbilder. Citizen Developer und Business Developer kommen stärker ins Spiel – Menschen mit Fachwissen, die selbst Lösungen umsetzen können. Doch genau hier liegt auch eine zentrale Herausforderung: Ohne Governance, Security-Konzepte und klare Zuständigkeiten droht Schatten-IT.
Vanessa Schmitz macht deutlich, dass Plattformdenken hier entscheidend ist. Low-Code funktioniert dann am besten, wenn es in kontrollierten Strukturen eingesetzt wird. Nicht jeder darf alles – aber viele dürfen mehr als früher. Das entlastet klassische Entwicklerteams und sorgt gleichzeitig für schnellere Ergebnisse.
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KI, Vibe-Coding und die Grenzen der Automatisierung
Ein zentrales Thema der Folge ist das Zusammenspiel von Low-Code und KI. Vibe-Coding, also das Erstellen von Software per Prompt, wirkt auf den ersten Blick wie die nächste Evolutionsstufe. Doch im Enterprise-Kontext zeigen sich schnell Grenzen: Versionierung, Wartbarkeit, Sicherheit und Compliance lassen sich nicht einfach wegprompten.
Host Dave König bringt es pragmatisch auf den Punkt: KI kann enorm helfen – aber nur, wenn sie eingebettet ist in saubere Engineering-Prozesse. Genau hier entfalten Low-Code-Plattformen ihre Stärke: Sie verbinden Automatisierung mit Stabilität und machen KI kontrollierbar nutzbar.
Warum Low-Code bleibt
Die Folge zeigt eindrucksvoll: Low-Code ist kein kurzfristiger Hype. Es ist ein Werkzeug, das Softwareentwicklung schneller, zugänglicher und oft auch nachhaltiger macht. In Kombination mit KI entsteht kein Ersatz für Entwickler, sondern ein neues Spielfeld – eines, das Erfahrung, Architekturverständnis und Governance mehr denn je braucht.
Wer Software heute und morgen bauen will, kommt an dieser Entwicklung nicht vorbei.
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Fünf Editionen, viele Perspektiven
DOAG VOICES erscheint mit wechselnden Hosts und Schwerpunkten, die das breite Spektrum der DOAG-Community abbilden:
- DOAG VOICES People – Ein Mensch im Fokus
Persönliche Geschichten, die zeigen, was hinter Fachwissen steckt.
- DOAG VOICES FutureAI – KI im Hier und Morgen
Gespräche über Künstliche Intelligenz, Ethik und Zukunftsvisionen.
- DOAG VOICES DataWorld – Von Analytics und Solutions
Von Data Lakes über Analytics bis zu intelligenten Architekturen.
- DOAG VOICES CloudTalk – 100 % Cloud-Computing
Wie Cloud-Technologien Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwickler verändern.
- DOAG VOICES DevLand – The Next Generation Of Development
Moderne Softwareentwicklung zwischen Wandel und multiplen Perspektiven.
DOAG VOICES – einzigartige Stimmen aus der Welt der IT. Folge 20 mit Dave König und Mirko Seifert über DevBoosts und Prio, KI und Softwarchitektur erscheint am 17. Februar 2026.


