DOAG Zufriedenheitsbarometer: VMWare immer noch vorne – Oracle VM hat Potenzial

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Ob für Clients, Desktops oder Server – immer mehr Unternehmen springen auf den Zug der Virtualisierung. Laut einer Studie von IDC stagniert die Zahl der weltweit installierten physischen Server seit 2008 auf ca. 30 Millionen zugunsten ihrer virtualisierten Gegenstücke: Bis 2012 rechnet das Institut mit mehr als 80 Millionen virtualisierten Systemen. Auch die Desktop- und Client-Virtualisierung ist im Anmarsch. Deswegen hat sich die DOAG ein Stimmungsbild der Lage innerhalb der Oracle-Community verschaffen und 212 Personen in einer Online-Umfrage zum Thema Virtualisierung befragt. DOAG Online stellt nun die Ergebnisse vor.

Wenn sich die Virtualisierungstechnologien zunehmender Beliebtheit erfreuen, dann vor allem aufgrund der Kosteneinsparpontentiale, die sie mit sich bringen: Die meisten Unternehmen erwarten

Einsparungen bei Hard- und Softwarekosten. So nennen als Vorteil 83 % Prozent der Befragten die Ressourceneinsparungen bei Hardware-Produkten (Storage, Server…). 80 % schätzen die bessere Systemauslastung während 70 % der Befragten außerdem die damit verbundenen Kosteneinsparungen, etwa bei der Lizenzierung oder Administration der Systeme, gefallen.

Unabhängig von dem Kostenfaktor stehen die Virtualisierungstechnologien für eine signifikante Verbesserung der Flexibilität und Agilität von IT-Systemen, ermöglichen sie doch ein viel schnelleres Deployment. Mit Virtualisierungstechnologien ist die Bereitstellung von Maschinen für Test- und Entwicklungsumgebungen keine große Sache mehr: Für Performance-Tests klont man eben schnell den Test-Server. Gekoppelt mit „enormen Vorteilen bei der Administration“ können die Virtualisierungstechnologien auch in puncto Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit zweifelsohne punkten: Neben schnelleren Backup/Recovery schätzen die Teilnehmer die Möglichkeit, kostengünstig Hochverfügbarkeitslösungen aufzusetzen.

Virtualization ist eines der Schlüsselthemen moderner IT-Infrastruktur. Von der Kostenreduzierung über die damit verbundene Flexibilität bis hin zur Steigerung der Servicequalität – viele Unternehmen haben das Potenzial der Virtualisierung erkannt. Aus diesen Gründen hat das Thema bereits einen wichtigen Platz in IT-Abteilungen eingenommen: So betrachten 67 % der Befragten Virtualisierungstechnologien als sehr wichtig für ihr Unternehmen, weitere 25 % als wichtig. Bei 89 % der Befragten sind bereits Virtualisierungstechnologien im Einsatz, weitere 6 % sind in der Planungsphase.

Dass die Server-Virtualisierung fortgeschrittener ist als die Desktop-Variante, zeigen die Ergebnisse der Umfrage: Mit eine Einsatzanteil von 36 % für die VMWare Workstation und 34 % für die Oracle VM Virtual Box liegen die konkurrierenden Lösungen Kopf an Kopf. 

Bei Server-Virtualisierungslösungen verteidigt VMWare erfolgreich seine Marktführerposition mit einem Einsatzanteil von 62 % für den VMWare ESX Server unter den Teilnehmern unserer Umfrage, während Oracle VM für x86 auf 22 % und Oracle VM SPARC auf magere 3 % kommt.

Die Ergebnisse gehen konform mit dem im Juni veröffentlichten Magic Quadrant für x86 Server-Virtualisierungs-Infrastruktur von Gartner, in dem Oracle VM als Challenger genannt wird.

Laut Gartner ist die Stärke von Oracle VM zugleich die größte Schwäche: Oracle VM sei für einen Einsatz mit weiteren Oracle-Produkten in einem kompletten Stack konzipiert. Oracle konzentriere sich zu sehr auf eine „Oracle-only“-Strategie. Es sei auch der Grund, weshalb die allgemeine Akzeptanz sehr langsam wachse, obwohl Oracle Anteile innerhalb seines Kundenkreises gewinne.

Ein ähnliches Fazit zieht Dr. Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG: „VMWare ist immer noch das Produkt der Wahl für Virtualisierung im deutschsprachigen Raum. Nichtsdestotrotz haben sich Bekanntheitsgrad und Installationsvolumen bei Oracle VM wesentlich verbessert. Jetzt muss Oracle an der Qualität seines Angebots arbeiten“.

Oracle wirbt viel und gern mit dem Slogan: “engineered to work together.“ Wider erwarten ist das Zusammenspiel der einzelnen Oracle-Applikationen und Komponenten innerhalb einer IT-Landschaft für die Teilnehmer der DOAG-Umfrage keine Priorität: Während 28 % der Befragten den Betrieb von Oracle in einem kompletten Stack als wichtig bis sehr wichtig betrachten, hat es für weitere 28% keine Relevanz, für 41 % ist es sogar unwichtig bis vollkommen unwichtig.

Eine große Priorität hat hingegen das Zusammenspiel zwischen Oracle und VMWare: 71 % der Beteiligten wünschen sich eine Änderung der Lizenzpolitik im Zusammenhang VMWare, während 56 % eine bessere Unterstützung von VMWare unter Oracle erwarten.

Was das Produkt Oracle VM an sich angeht, ist die Bilanz durchwachsen. 21 % der Befragten nutzt das Produkt in der Version 2 oder 3. Darunter ist knapp die Hälfte (48%) mit dem Produkt zufrieden bis sehr zufrieden. 43 % sind unzufrieden bis sehr unzufrieden. Die Oracle VM-Nutzer wünschen sich eine schnellere Weiterentwicklung des Produktes (26 %) und eine allgemein bessere Qualität des Produktes. Sie vermissen eine commandline Interface und wünschen sich bessere Support-Leistungen in Bezug auf Oracle VM. 7 %  der Befragten planen den Einsatz von Oracle VM in naher Zukunft.