Eine kleine Geschichte der Cloud

  • Erstellt von Christian Luda
  • Cloud Native, CloudLand

Während wir bereits voller Vorfreude auf die kommende CloudLand sind, werfen wir heute einen kleinen Blick auf die Historie der Cloud.

Die Geschichte des Cloud Computing lässt sich bis in die 1960er Jahre zurückverfolgen. Im Jahr 1963 erhielt das in Cambridge ansässige Massachusetts Institute of Technology (MIT) von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums, den Auftrag, eine Technologie zu entwickeln, die es möglich machte, dass ein Computer von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden konnte. Unter dem Namen Project MAC (kurz für “Project on Mathematics and Computation” und später “Multiple Access Computer”) entstand dabei ein gigantischer Computer mit Magnetband als Speicher, auf den bis zu drei Personen zugreifen konnten und der als Vorläufer des Cloud Computing gilt. 

Die 1990er Jahre 

Mit der Erfindung des World Wide Web im Jahr 1989 und der damit verbundenen Ausweitung des Internets wurde schließlich die Grundlage für das heutige Cloud Computing gelegt. In den 1990er Jahren begannen Telekommunikationsunternehmen damit, anstelle von Punkt-zu-Punkt-Datenleitungen VPN-Dienste anzubieten. Dabei verwendeten sie die Wolke als Symbol für die Grenze zwischen dem jeweiligen Verantwortungsbereich der Anbieter auf der einen und der Nutzer auf der anderen Seite. 

Im Jahr 1999 leistete das Unternehmen Salesforce Pionierarbeit bei der Idee, Softwareprogramme über das Internet an die Endnutzer zu liefern. Jeder, der über einen Internetzugang verfügte, konnte auf Programme oder Anwendungen zugreifen und sie herunterladen, ohne das Büro verlassen zu müssen. 

Die 2000er Jahre 

Anfang der 2000er Jahre wurde der Begriff Cloud Computing schließlich von den schnell wachsenden Internetfirmen geprägt. Diese standen aufgrund des rasanten Anstiegs ihrer Nutzerzahlen vor der Herausforderung, ständig wachsende Systeme bereitstellen zu müssen, die auch zu Spitzenlastzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft eine entsprechende Performance garantierten. 

Im Falle von Amazon war die Spitzenlast zehnmal höher als die Grundlast an normalen Tagen. Daher entschied das Unternehmen im Jahr 2006, seine Architektur und die Dienste, die es zum Bewältigen der stark schwankenden Nutzerzahlen entwickelt hatte, zu einem Produkt zu machen – die Geburtsstunde von Amazon Web Services (AWS). 

Ebenfalls 2006 führte Google seinen Dienst Google Docs ein, der auf zwei separaten Produkten, Google Spreadsheets und Writely, basierte. Das internetbasierte Google Spreadsheets ermöglichte es Nutzern, Tabellen zu entwickeln, zu aktualisieren und zu bearbeiten sowie Daten online auszutauschen. Writely wiederum machte es möglich, mit Microsoft Word kompatible Dokumente zu speichern, zu bearbeiten und in Blogging-Systeme zu übertragen. 

Im Jahr darauf schlossen sich IBM, Google und mehrere US-Universitäten zusammen, um eine Serverfarm für Forschungsprojekte zu entwickeln, die sowohl schnelle Prozessoren als auch große Datensätze benötigten. Die Universitäten hatten erkannt, dass sie Computerexperimente schneller und kostengünstiger durchführen konnten, wenn IBM und Google ihre Forschung unterstützen. Ebenfalls 2007 brachte Netflix seinen Video-Streamingdienst auf den Markt, der seither auf die Dienste von AWS zurückgreift. 

Die 2010er Jahre 

Obwohl Private Clouds bereits 2008 eingeführt wurden, waren sie noch unentwickelt und nicht sehr beliebt. Die Besorgnis über die mangelnde Sicherheit in Public Clouds war jedoch eine starke Triebkraft für die vermehrte Nutzung von Private Clouds. 2010 hatten Unternehmen wie AWS, Microsoft und OpenStack schließlich Private Clouds entwickelt, die bereits recht gut funktionierten. 

Im Jahr 2011 brachte Apple dann die iCloud auf den Markt, die sich auf die Speicherung von persönlichen Daten wie Fotos, Musik oder Videos konzentrierte. Im selben Jahr begann auch Microsoft, in TV-Spots für die Cloud zu werben, um die breite Öffentlichkeit auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, Fotos oder Videos mit einfachem Zugriff zu speichern. 

Ein Jahr darauf, 2012, führte Oracle seine Oracle Cloud ein, die drei Angebote für Unternehmen umfasste: IaaS (Infrastructure-as-a-Service), PaaS (Platform-as-a-Service) und SaaS (Software-as-a-Service). Diese Dienste wurden in der Folge schnell zur Norm, wobei einige Public Clouds alle drei Dienste anboten, während andere sich auf das Angebot eines einzigen Dienstes konzentrierten. 

Im Jahr 2014 hatte das Cloud Computing seine grundlegenden Funktionen entwickelt, wobei der Aspekt Sicherheit besonders bedeutend wurde. Die Cloud-Sicherheit hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und bietet heute einen Schutz, der mit herkömmlichen IT-Sicherheitssystemen vergleichbar ist. Dazu gehört der Schutz kritischer Informationen vor versehentlichem Löschen, Diebstahl und Datenlecks. Dennoch ist die Sicherheit weiterhin das Hauptanliegen der meisten Cloud-Nutzer. 

Heute 

Mittlerweile stehen anspruchsvolle Anwendungen wie Künstliche Intelligenz, Microservices und Container, Mobile, IoT, Analytics oder Blockchain im Fokus der Cloud-Anwendung. Der Cloud-Markt entwickelt sich dabei immer mehr weg von reinen IaaS-Anwendungen hin zu Multi-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Anwendungen. Entsprechend setzen die großen Cloud-Anbieter auf unterschiedliche verteilte oder hybride Cloud-Ansätze. 

Zu den Hauptnutzern von Cloud-Diensten zählen heute die Anwendungsentwicklerinnen und -entwickler. Im Jahr 2016 begann die Cloud, sich von einer entwicklerfreundlichen zu einer entwicklergesteuerten Cloud zu entwickeln. Developer für Anwendungen begannen, die Vorteile der Cloud mit ihren verfügbaren Tools voll auszuschöpfen. Die Cloud-Anbieter haben den Bedarf und das Gewinnpotenzial erkannt und entwickeln Tools, die Anwendungsentwickelnde wünschen und benötigen. 

Innerhalb der DOAG widmet sich die Cloud Native Community dem Thema Cloud und veranstaltet gemeinsam mit weiteren deutschsprachigen Initiativen und Anwendergruppen in diesem Jahr die mittlerweile dritte Ausgabe der CloudLand. Das ”Cloud Native Festival" widmet sich vom 18. bis 21. Juni den vier Themengebieten Container- & Cloud-Technologien, Microservices & Domain-driven Design, DevOps & Methodik sowie CI/CD & Automatisierung.

Quellen: 
dataversity.net
wikipedia.org

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