Emotionale Maschinen: Wie KI unsere Entscheidungen (nicht) beeinflusst

  • Erstellt von Marcos López
  • DOAG.tv, KI, Panorama

Künstliche Intelligenz wirkt menschlicher denn je. Doch wie reagieren Konsumenten auf sprechende Bots und virtuelle Influencer? Ein Blick hinter die Fassade der KI-Verführung.

Was tun, wenn ein Roboter lächelt?

Dr. Carolin Kaiser, Head of AI am Nürnberg-Institut für Marktentscheidungen, erforscht, wie Künstliche Intelligenz auf uns wirkt – nicht technisch, sondern emotional. Im Gespräch mit Andreas Buckenhofer, DOAG Co-Themenverantwortlicher Data Governance & Sovereignty, gibt sie überraschende Einblicke: Maschinen können uns anstecken mit ihren Emotionen. Wenn die plötzlich begeistert sprechen, dann steigt unser Puls und wir fühlen uns ein bisschen besser.”

Dabei geht es um weit mehr als Technik. Es geht um Psychologie, Vertrauen und Gewohnheiten. Künstliche Intelligenz wirkt menschlich – sie spricht, schaut uns an und ruft damit Reaktionen hervor, die wir sonst Menschen vorbehalten. “Wenn ein Roboter Augenkontakt aufnimmt – selbst mit einem Plastikauge – vertrauen wir ihm mehr”, so Kaiser.

Doch wie weit reicht dieser Einfluss wirklich? “Es beeinflusst Einstellungen und Gefühle, aber nicht so sehr die Entscheidungen”, betont sie. Der Konsument bleibt kritischer als erwartet – zumindest (noch).


Zwischen Faszination und Furcht

Die Reaktionen auf KI sind gespalten. Es gibt die Technikbegeisterten und jene, die Angst haben – etwa vor Arbeitsplatzverlust oder Datenmissbrauch. Besonders kritisch sieht Kaiser den Umgang mit virtuellen Influencern: “Nicht immer ist offengelegt, dass die eigentlich gar nicht echt sind.” Sie fordert gesetzliche Regelungen, wie sie etwa in Kalifornien bereits existieren: “Bots müssen offenlegen, dass sie keine echten Menschen sind.”


Chancen durch Erfahrung

Auch wenn Risiken bestehen, sieht Kaiser Vorteile für Konsumenten: “Wenn wir mit Technologie sprechen können, fühlen wir uns wohler, als wenn wir mühsam Nullen und Einsen tippen müssen.” Der Einfluss durch KI wird ihrer Ansicht nach mit zunehmender Nutzererfahrung abnehmen. “Konsumenten lernen, mit KI umzugehen – ähnlich wie mit der Sortierreihenfolge in Webshops.”


Transparenz als Schlüssel

Unternehmen empfiehlt sie einen verantwortungsvollen Umgang mit KI. Besonders wichtig sei Transparenz: “Welche Daten verarbeite ich? Was ist echt, was künstlich?” Der Clou: Selbst wenn Nutzer wissen, dass sie mit KI interagieren, kann diese wirken – “vielleicht etwas schwächer, aber ehrlich.”
 



Hinweis 1: Dr. Carolin Kaiser hielt auf der KI Navigator 2024 im November des vergangenen Jahres einen spannenden Vortrag mit dem TitelSmarter shoppen? Wie Künstliche Intelligenz unser Konsumverhalten prägt. Auch Andreas Buckenhofer war mit dem KI-bezogenen Vortrag "AI Vector Search": Die Macht der Vektoren: Speicherung, Suche & mehr im Konferenzprogramm vertreten, allerdings auf der parallel stattfindenden DOAG 2024 Konferenz + Ausstellung. Die Vortragsaufzeichnungen sind für Besitzer eines regulären Tickets zur Veranstaltung nachträglich aufrufbar. 

Interessierte können mit dem Erwerb eines entsprechenden On-demand-Tickets nachträglich auf die oben angesprochenen Videos – und alle weiteren Aufzeichnungen der genannten Konferenzen – Zugriff erhalten. Das Ticket ist ab Kauf für mindestens ein Jahr gültig.

Vormerken: KI Navigator in Nürnberg, euer Kompass für die Anwendung von KI und ihre Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, am 19. und 20. November 2025. Alle Informationen sowie Tickets und Hotelzimmer: kinavigator.eu/de/nuernberg