Exadata Database Machine X4-8 – das neue Flaggschiff der Exadata Familie

  • Erstellt von Frank Schneede
  • Datenbank, Infrastruktur

Ein gutes halbes Jahr nach der Vorstellung der ersten Systeme der fünten Exadata-Generation hat Oracle das Angebot nun durch das Modell Exadata Database Machine X4-8 vervollständigt. Dieses ersetzt die bisherige 8-Sockel-Maschine und richtet sich an Betreiber sehr großer Datawarehouse-Lösungen, höchst anspruchsvoller OLTP-Systeme oder umfangreicher konsolidierter Oracle-Umgebungen.


Ein gutes halbes Jahr nach der Vorstellung der ersten Systeme der fünten Exadata-Generation hat Oracle das Angebot nun durch das Modell Exadata Database Machine X4-8 vervollständigt. Dieses ersetzt die bisherige 8-Sockel-Maschine und richtet sich an Betreiber sehr großer Datawarehouse-Lösungen, höchst anspruchsvoller OLTP-Systeme oder umfangreicher konsolidierter Oracle-Umgebungen. 

Grundlage der Exadata X4-8 bildet der aktuelle Intel Xeon E7-8895 v2 Processor (2.80 GHz) mit 15 Prozessorkernen. Dieser Prozessor stellt eine neue Evolutionsstufe der Chip-Herstellung dar. Er ist speziell auf die Oracle Software ("Software in Silicone") zugeschnitten. Mit insgesamt 240 Prozessorkernen bietet die neue Exadata mehr als genug Rechenleistung für anspruchsvollste Datenbankanwendungen.

Der Hauptspeicher der Maschine kann von standardmäßig 4TB auf insgesamt bis zu 12TB Kapazität erweitert werden. Somit dürften genug Platz für die Nutzung der ebenfalls kürzlich vorgestellten neuen In-Memory-Datenbankoption zur Verfügung stehen. Als Storage-Server dienen die bereits bekannten Sun Server X4-2L, die in identischer Konfiguration in den anderen Exadata Maschinen X4-2 und im SPARC SuperCluster Verwendung finden. Als Betriebssystem wird auf der "großen" Exadata auch weiterhin ausschließlich Oracle Linux in der Version 5.10 eingesetzt.

Exadata Storage Server Software mit voller 12c-Unterstützung

Zeitgleich mit der Ankündigung der neuen Exadata-Hardware wurde mit der Exadata Storage Server Software 12.1.1.1.1 (MOS Note #1667407.1 "Exadata 12.1.1.1.1 release and patch (18084575)") eine aktualisierte Version der Software vorgestellt. Diese beinhaltet einige interessante neue Funktionen. Die Version 12.1.1.1.1 ist von den Funktionen her identisch mit Exadata Storage Server 11.2.3.3.1. Sie bietet jedoch darüber hinaus die volle Unterstützung von Oracle Database 12c und sollte daher mit Blick auf die Zukunft standardmäßig genutzt werden.

Mit den neuen Exadata-Software-Versionen haben die Kunden nun die Möglichkeit, auch auf den älteren Exadata-Maschinen der X2 und X3 Generation die Kapazität durch den Austausch der Festplatten von 600GB auf 4TB („Disk Swap Service“) signifikant zu erhöhen. Letzteres macht natürlich nur Sinn, wenn keine zusätzliche Rechenleistung für die Oracle-Datenbank benötigt wird – in diesem Fall sollte die Exadata besser mittels eines Upgrades auf die nächste Größe ausgebaut werden.

Capacity-on-Demand: Aktive Prozessoren limitieren

Eine besonders interessante Funktionalität der neuen Exadata-Software ist Capacity-on-Demand, das es dem Nutzer erlaubt, die Anzahl der aktiven Prozessoren in den Datenbankservern bedarfsgerecht zu limitieren. Die Festlegung der genutzten Prozessorekerne findet zum Installationszeitpunkt innerhalb des Oracle Exadata Deployment Assistant (OEDA) statt und kann bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erhöht werden, wobei als Startgröße zum Installationszeitpunkt 50% aller Prozessorkerne aktiviert sein müssen.

Der aktuelle OEDA wird ständig an neue Herausforderungen angepasst und ist Bestandteil des aktuellen OneCommand-Patches (Patch 19140473, Stand: Juli 2014). Eine Verringerung der einmal freigeschalteten Prozessorkerne ist nicht möglich. Die Anzahl der verwendeten Prozessorkerne muss für jeden Sockel eines Datenbankservers identisch sein. Capacity-on-Demand steht für alle Exadata-Modelle außer dem Eighth-Rack zur Verfügung und betrifft natürlich nicht die Storage-Server. Die Maschinen müssen für Capacity-on-Demand unter Platinum Services laufen oder durch den Oracle Configuration Manager (OCM) verwaltet werden.

Eine ausführliche Beschreibung der neuen Exadata-Software und der Abhängigkeiten der einzelnen Softwarekomponenten untereinander ist wie üblich in der "Exadata Bibel" (MOS Note #888828.1 „Exadata Database Machine and Exadata Storage Server Supported Versions“) enthalten.

Eine detaillierte Vorstellung der Exadata X4-8 durch Juan Loaiza (Senior Vice President Systems Technology) steht in Form einer Videopräsentation zur Verfügung.