Der Frauenanteil an angestellten Fachkräften in deutschen IT-Unternehmen liegt bei etwa 15 Prozent, erklärt Managementberaterin Margit Müller. In ihrem kurzen Impulsvortrag legt sie den Fokus vor allem auf unausgesprochene Vorurteile gegenüber dem Berufsbild und aktuelle Statistiken.
Eine Ausbildung zum Fachinformatiker sind im Jahre 2011 in Deutschland 24.351 Auszubildende angetreten. Der weibliche Anteil beträgt laut Zahlen des statistischen Bundesamtes lediglich sechs Prozent. Im internationalen Vergleich kann Deutschland sogar als Schlusslicht betrachtet werden: In den deutschen Universitäten waren im Jahre 2008 14,8 Prozent der Informatik-Studenten Frauen gegen 37,7 Prozent für Spitzenreiter Bulgarien.
Die IT-Welt ist und bleibt in Deutschland eine Männerdomäne und gilt oftmals als technisch, trocken und kommunikationsarm. Das Bild des Informatikers, der rund um die Uhr an seiner Rechnersammlung sitzt und seine dunkle, verdreckte Kammer erst verlässt, wenn das Bier im Kühlschrank alle ist oder sein Lieblingspizzadienst sich einen freien Tag gönnt, prägt die gesellschaftliche Wahrnehmung – und schreckt (vor allem Frauen) ab: Für viele sind Informatiker Freaks.
Doch dieses Image ist weit entfernt von der Realität. „IT-Berufe verlangen nicht nur analytisches und logisches Denken, sondern eben auch viel Kreativität und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten“, meint Dr. Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG.
Was muss man also unternehmen, um mit den Klischees aufzuräumen? Ganz einfach, sagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionsrunde: Die Soft Skills, die für die Ausübung von IT-Berufen notwendig sind, müssen im Alltag besser herausgestellt werden. Insofern sei mehr Aufklärungsarbeit notwendig, um das negativ behaftete Image der Profession anhand von positiven Beispielen aus dem IT-Bereich zu verändern. Auch Schulen und Universitäten müssten ihrer Meinung nach mehr auf die unsichtbaren Aspekte des Berufs aufmerksam machen. Dabei käme besonders der kommunikative Aspekt oftmals zu kurz, meinen die Anwesenden.
Im Alltag ließe es sich leicht umsetzen: Unternehmen könnten beispielsweise diese Schwerpunkte in ausgeschriebenen Stellenbeschreibungen besser herausstellen, schlagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Natürlich müsse im Nachhinein auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes stimmen: „Die zukünftigen Herausforderungen in der IT werden wir nur lösen können, wenn es uns gelingt, mehr Frauen für die IT-Berufe zu interessieren und ihnen dort auch eine Arbeitsumgebung anzubieten, die Familie und Berufe besser vereinbaren lässt“, sagt Neugebauer.

